Bertini Preis für Harburger Stadtteilschule Maretstraße

erschienen im Hamburger Abendblatt am 20.Januar 2011

Von Uschi Tisson

Die Bertini Preisträger der Schule Maretstraße

Sie forschten in Archiven, Museen und Gedenkstätten, um Spuren von bisher unbekannten Opfern des Nationalsozialismus in Harburg und im Großraum Hamburg zu finden. Ihre Recherchen führten sie sogar nach Prag, um Antworten auf Fragen im Zusammenhang mit Deportierten nach Theresienstadt zu bekommen. Am Donnerstag, 27. Januar, werden die Teilnehmer des Projekts „Dialog der Enkel und Urenkelinnen“ für ihre eigene Entdeckungsreise in die Geschichte Deutschlands ausgezeichnet. Die Haupt- und Realschüler der Hamburg-Harburger Stadtteilschule Maretstraße (früher Bunatwiete/Maretstraße) erhalten den Bertini-Preis. Einen von fünf, der in diesem Jahr vergeben wird. „Bertini Preis für Harburger Stadtteilschule Maretstraße“ weiterlesen

Muskeln aus der Muckibude

erschienen im Hamburger Abendblatt am 19. Januar 2011

Von Johanna R. Wöhlke

Muskeln sind wichtig. Nicht nur, weil Mann und Frau sie vorzeigen wollen, sondern weil Mann und Frau sich auch so gut mit ihnen beschäftigen können. Natürlich! Das ist der einzige Grund. Widerspruch? Ist nicht gestattet!

Schaue ich mich nämlich in dieser Welt um, dann ist diese Behauptung ganz leicht und locker zu belegen, zu festigen, zu untermauern. Männer mit vielen Muskeln am Körper bewegen sich ganz anders als Männer ohne ausgeprägte Muskeln. Das gilt natürlich auch für Frauen. Wo mehr sitzt, muss mehr bewegt werden. Der Körper wird zum Spielfeld, zum Spielball, zum dauernden Gegenstand der Wertschätzung und Schönheitspflege.

Das ist ohne Zeitaufwand nicht zu schaffen und klar zu beschreiben: Wir wenden für die Dinge viel Zeit auf, die uns viel wert sind. Wir agieren auf den Tätigkeitsfeldern aktiv, auf denen wir uns mit Aussicht und Hoffnung auf Erfolg und Erfüllung unserer Wünsche und unserer Träume etwas ausrechnen. Wir setzen uns deshalb Ziele. Wir verfolgen sie mehr oder weniger konsequent. „Muskeln aus der Muckibude“ weiterlesen

Reif sein ist alles

Von Hans-Peter Kurr; Fotos: Pressestelle Deutsches Schauspielhaus

Heureka, möchte der Chronist rufen, es ist gelungen! Das Deutsche Schauspielhaus zu Hamburg hat nach Monaten der – weitgehend unverschuldeten –  Krise die ihm zustehende Spitzenposition wieder eingenommen. Es sollte noch katastrophaler um die derzeitige Regierungsmannschaft im Hamburger Rathaus bestellt sein, als bisher angenommen, käme jetzt noch irgendjemand auf die Idee, Deutschlands wichtigstes Schauspielhaus weiterhin wirtschaftlich ( und damit künstlerisch!) zu malträtieren.

Soweit zur Situation. Und nun zur Kunst:

Zwar will es sich auf den ersten Blick nicht recht erschliessen, warum sich dieser, offensichtlich sportlich gestählte und gesunde König Lear in der Personifierung Markus Johns, der anfangs den Hof mit Aktivitäten verblüfft, die man früher „Leibesübungen“ nannte, auf sein Alteneil zurückziehen möchte, und minutenlang blitzt während der später umjubelten Premiere die Frage auf, warum nicht der ältere Michael Prelle seine unglaubliche schauspielerische Präsenz, die er an diesem Abend in die Figur des Gloucester investiert, dem Lear leihen darf . „Reif sein ist alles“ weiterlesen

Séan Cannon auf Tour

Von Uschi Tisson

Der Sänger von „The Dubliners“ mit seinen Söhnen James und Robert auf Tour

Konzert vor ausverkauftem Haus

Auf Bühnen in der ganzen Welt ist Séan Cannon zu Hause. Doch trotz des großen, jahrzehntelangen Erfolges, den er seit 1982 als Sänger einer der populärsten irischen Folk-Bands „The Dubliners“ feiert, schlägt sein Herz nach wie vor für Auftritte im kleineren Rahmen. „Ich liebe die Musik und bin gern sehr nah am Publikum“, sagt der 70 Jahre alte „Dubliner“, „außerdem macht es mir große Freude, mit meinen beiden Söhnen gemeinsam auf der Bühne zu sein.“ Und so hat  der gastgebende „Culturkreis Hemmoor“ (Landkreis Cuxhaven) mit dem Konzert von Séans Familienband „The Cannons“ in der Kulturdiele am vergangenen Freitag gleich zu Beginn des neuen Jahres einen Volltreffer in seiner Veranstaltungsreihe 2011 gelandet. Kurz nachdem bekannt wurde, dass die Band einen Zwischenstopp ihrer Deutschlandtour im Elbe-Weser-Dreieck einlegen wollten, „waren die 200 Karten ruckzuck ausverkauft“, sagt Culturkreis-Vorsitzende Birte Zöllner. Das war kein Einzelfall, denn „The Cannons“ sind ein Garant für ausverkaufte Häuser, musste doch die diesjährige Tour um ein Zusatzkonzert ausgedehnt werden. „Séan Cannon auf Tour“ weiterlesen

Hundert Jahre Flughafen Hamburg. Feierstunde im Rathaus

Von Uta Buhr

Am 11. Januar beging der Hamburger Flughafen seinen einhundertsten Geburtstag. Fünfhundert geladene Gäste nahmen an der Feierstunde im prunkvollen Großen Festsaal des Hamburger Rathauses teil. Neben dem Ersten Bürgermeister der Hansestadt Christoph Ahlhaus ergriffen der extra aus Berlin angereiste Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sowie Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Airport, das Wort. Während der Bürgermeister in seiner launigen Ansprache darauf hinwies, der Hamburger Flughafen sei der älteste der Welt, der sich seit seiner Gründung im Jahre 1911 immer noch an derselben Stelle befinde, betonte Peter Ramsauer die wichtige verkehrspolitische internationale  Rolle Hamburgs: „Die Bedeutung dieser Stadt für Deutschland und den gesamten Kontinent ist unschätzbar.“ „Hundert Jahre Flughafen Hamburg. Feierstunde im Rathaus“ weiterlesen

Artikelgestaltung auf den DAP- Seiten

Wertvolle Hinweise en masse im Online- Lehrgang

Von Dr. Wolf Tekook

Das Autorensystem WordPress, auf dem auch unsere DAP- Seite basiert, hat sich längst weltweit durchgesetzt. Von Vladimir Simovic und Thordis Bonfranchi-Simovic gibt es seit dem letzten Jahr den sehr hilfreichen 144- seitigen Ratgeber Als Redakteur mit WordPress Inhalte erstellen, verwalten und bekannt machen.

Sie können über den obigen Link direkt auf den Workshop zugreifen. Übersichtlich geordnet werden neben den Basisinformationen auch jede Menge weiterführende Anregungen gegeben. Für alle aktiven Autoren unserer DAP- Seite ist dies eine unbedingte Empfehlung, wenn sie ihre wertvollen Informationen auch optimal auf unserer Seite präsentieren wollen!

Kleists Kommata kommentieren Konkretes

Förderpreis aus Anlass der 200. Wiederkehr von des DichtersTodestag an Hamburger Autor

Von Hans-Peter Kurr

Vielen von uns gibt er seit unserer Schulzeit Probleme auf, jener Bernd Heinrich Wilhelm von Kleist, der im November a.D. 1811, gemeinsam mit seiner – nach ihrer Selbstdiagnose unheilbar krebskranken – Freundin Henriette Vogel, freiwillig in den Tod ging, nachdem er am Morgen dieses Tages jenen Abschiedsbrief an seine Schwester Ulrike geschrieben hatte , den uns der Deutschlehrer ebenfalls spätestens nach unserem 17. Lebensjahr als Literatur präsentierte :

„Ich kann nicht sterben, ohne mich, zufrieden und heiter, wie ich bin, mit der ganzen Welt, und somit auch, vor allen Anderen, meine theuerste Ulrike, mit Dir versöhnt zu haben.Laß sie mich, die strenge Äusserung, die in dem Briefe an die Kleistin enthalten ist,  laß sie mich zurücknehmen; wirklich, Du hast an mir gethan, ich sage nicht, was in Kräften einer Schwester , sondern in Kräften eines Menschen stand, um mich zu retten:die Wahrheit ist, daß mir auf Erden nicht zu helfen war. Und nun lebe wohl; möge Dir der Himmel einen Tod schenken, nur halb an Freude und unaussprechlicher Heiterheit dem meinigen gleich; das ist der herzlichste und innigste Wunsch Wunsch, den ich für Dich aufzubringen weiss.

Am Morgen meines Todes, Stimmings b. Potsdam                                             Dein Heinrich

Auch in dieser letzten schriftlichen Äusserung des grossen Dichters zu Lebzeiten durften wir bemerken, welche Rolle seine individuelle Interpunktion spielen kann – und in allen seinen Werken spielt – , indem sie seine Sätze  zerstückelt und gleichzeitg ungaublich anspannt. „Kleists Kommata kommentieren Konkretes“ weiterlesen

Rituale am frühen Morgen

erschienen im Hamburger Abendblatt am 14. Januar 2011

Von Johanna R. Wöhlke

Wir Menschen haben Gewohnheiten. Das kann nicht anders sein. Diese Gewohnheiten sind es, die das Zusammenleben mit anderen bereichern, aber auch belasten können.

Nehmen wir zum Beispiel den Morgenmuffel. Wenn der mit einem Frühaufsteher verheiratet ist, dann kann das schon zu Komplikationen führen. Schlafen und Wachsein sind nun einmal unterschiedliche Seinszustände. Wir sehen in diesem Zusammenhang einmal davon ab, dass man manchen Zeitgenossen nachsagt, sie schliefen auch im Wachzustand.

Bleiben wir bei den Gewohnheiten. Eine davon ist zum Beispiel, welche Getränke der Mensch morgens zu sich nimmt und – wie wichtig ihm das ist! Der Kaffee am Morgen kann so wichtig sein, dass es zu einer kleinen häuslichen Katastrophe führt, wenn die Kaffeemaschine ihren Geist aufgibt – gerade an diesem Morgen, gerade heute, wo er als Muntermacher so wichtig gewesen wäre. Dieser Start in den Tag ist vermasselt! „Rituale am frühen Morgen“ weiterlesen

Unser neues Mitglied Uschi Tisson

Uschi Tisson

Wir freuen uns über unser neues Mitglied, die Hamburger Journalistin und Buchautorin Uschi Tisson. Sie arbeitet als freie Journalistin und Autorin und ist als echte „Hamburger Deern“ Fachfrau in Sachen Hafen, dort besonders den Harburger Binnenhafen, der zurzeit eine rasante Entwicklung nimmt. Zum Harburger Binnenhafen liegt ein Buch von ihr vor: „Wasser, Schiffe, Menschen. Geschichten aus dem Harburger Binnenhafen“, erschienen 2008 im Sutton Verlag.

Uschi Tisson hat den Harburger Binnenhafen für sich wiederentdeckt und verfolgt seine Entwicklung als engagierte Chronistin. Dabei hat sie die Menschen und ihre ganz persönlichen Geschichten im Blick. Gerne schreibt sie auch über Tiere.

Herzlich Willkommen bei uns als neues Mitglied zu Beginn des neuen Jahres 2011!

Der Vorstand

Schwester Oberin ist Wagnerianer

Barbara Krabbe singt und spielt alternierend mit Daniela Ziegler die „Schwester Oberin“ im Musical „Sister act“
Von Hans-Peter Kurr

Barbara Krabbe als Mutter Oberin. Foto: Claudio Goncalves

Wenn sie sich, vermummt gegen die winterliche Kälte und mit einem wärmenden Shawl, die Stimme zu schützen, angetan ,am Elbufer dem Nordostwind entgegenstemmt, wird niemand in ihr die temperamentgeladene Schwester Oberin erkennen als die sie sich – alternierend mit Daniela Ziegler, deren Können wir an dieser Stelle bereits gewürdigt haben – derzeit auf der Bühne des Operettenhauses an der Reeperbahn Dienstag abends und an einem Wochenend-Nachmittag bewegt: Barbara Krabbe ist eine „Wuchtbrumme“ – unverwechselbar in ihrem darstellerischen Feuer, gesangstechnisch wunderbar individuell ausgeprägt. Da sie für die Produktion „Sister act“ derzeit als „Walk-in Cover“ arbeitet, hob sie inzwischen noch eine zweite, sehr schöne Rolle, aus der Taufe, die Schwester Lazarus, die, mehr noch als die gestrenge Oberin, nach komödiantischem Talent verlangt. Und in der Verkörperung durch die Krabbe auch reichlich erhält. „Schwester Oberin ist Wagnerianer“ weiterlesen