Stadersand

erschienen im Hamburger Abendblatt am 23. Mai 2011

von Uschi Tisson

Mit Hilfe der Barkasse „Kay“ und dem „Festmoker 3“ schipperte die „Stadersand“ durch die Harburger Schleuse.

„Klar Schiff“ an und unter Deck der „Stadersand“. Doch für die Rundum-Erneuerung musste die „alte Dame“ ihren Liegeplatz im Harburger Binnenhafen verlassen. Die ehemalige Hadag-Fähre – sie ist Baujahr 1955 – besitzt keinen Motor mehr und hätte sich ohne fremde Hilfe nicht einen Meter in Richtung Elbe bewegen können. Und so nahm der fast so alte Schlepper „Kay“ den so genannten „Lieger“ an den Haken. Mit dem „Festmoker 3“ von Holger Pihl im Schlepptau – er nahm Aufgaben in der Schleuse – ging es schließlich im Konvoi vom Harburger Hauptdeich in Richtung Elbe mit dem Ziel Behrens-Werft in Finkenwerder.

„Viel zu tun gibt es auf dem Schiff“, sagte Eigner Werner Pfeifer, „1990 wurde die Fähre als Wohnschiff umgebaut. Nun ist es an der Zeit, sie von Grund auf zu überholen. Ein Gutachter wird zudem den Rumpf inspizieren. Ebenfalls braucht die ‚Stadersand’ ein neues, so genanntes „Schwimmfähigkeitsattest’.

„Kapitän“ Werner Pfeifer genoß die Fahrt zur Finkenwerder Werft an Deck der ehemaligen Fähre.

Die notwendigen Werftarbeiten nutzt Werner Pfeifer, um sein Schiff auch innen aufzumöbeln. „Ich möchte eine schwimmende Pension aufbauen, auf der auch kleinere Kulturveranstaltungen, Partys oder Hochzeiten stattfinden können.“ Dafür werden die sanitären Anlagen, die Küche und die Schlafzimmer erneuert. Auf dem Hauptdeck lässt „Kapitän Pfeifer“ alte gegen doppelt verglaste Fenster eintauschen, um Energiekosten zu senken. Das mehr als 60 Quadratmeter große Sonnendeck bekommt einen neuen Anstrich und – das darf nicht fehlen – eine kleine Bühne.

„Die Renovierung der „Stadersand“ ist mein Beitrag zur Harburger Hafenwelt, die sich zur Zeit rasant verändert“, sagte Werner Pfeifer, „die Bewohner der „balance bay“ auf der Schlossinsel werden in eineinhalb Jahren auf eine frisch lackierte, schneeweiße ‚Stadersand’ schauen. Wir wollen zeigen, dass die alten „Lieger“, Wohnschiffe und Segler ein wichtiger Bestandteil der Hafenathmosphäre sind. Um die Schiffe schln zu halten,  wird schon jetzt in sie investiert.

Die „Stadersand“ soll pünktlich zum Binnenhafenfest „Leinen los“ am Sonnabend und Sonntag, 4. und 5. Juni,  zurück sein. „Dann sollen auch die Renovierungsarbeiten beendet sein“, sagte der Liedermacher  – er bekam vor kurzem den Harburger Musikpreis 2011 ( Ehrenpreis) – und Wohnschiffer aus Leidenschaft. An beiden Nachmittagen wird er die Hafenfestbestbesucher mit „Musik vom Steg“ am Harburger Hauptdeich unterhalten.

 

Fotos: Tisson

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