Endoskopische Therapie

Von Renato Diekmann

Das diesjährige Internationale Endoskopie Symposium Düsseldorf forderte eine funktionierende Schnittstelle zwischen Gastroenterologie und Chirurgie für die medizinische Diagnose und Behandlung des Patienten.

Therapeutisches Splitting

Rund 1.500 Teilnehmer aus über 40 Ländern reisten zum 13. Internationalen Endoskopie Symposium nach Düsseldorf, um sich auf den neuesten Stand im Bereich der Endoskopie zu bringen. Dort stellten mehr als 30 international renommierte Experten die neuesten Fortschritte in der Endoskopie vor und verglichen sie mit traditionellen Methoden. Mittels modernster Technik in HDTV-Qualität wurden alle Eingriffe live vom Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf (EVK) in das Auditorium des Maritim Hotels übertragen.

Ein Thema der diesjährigen Fortbildungsveranstaltung für Ärzte und Assistenzpersonal war die interdisziplinäre, fachübergreifende Einbindung der Gastroenterologie, Onkologie, Chirurgie und Radiologie bei der Patientenversorgung. Im Rahmen einer Pressekonferenz erläuterten Tagungsleiter Professor Dr. med. Horst Neuhaus vom Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf und seine leitende Oberärztin der gastroenterologischen Abteilung, Frau Dr. med. Brigitte Schumacher, die Dialogrelevanz zwischen Endoskopie und Chirurgie.

Wie wichtig eine funktionierende Schnittstelle zwischen beiden Disziplinen für die medizinische Diagnose und Behandlung ist, zeigte Schumacher am Beispiel des Gallensteinleidens auf. „Therapeutisches Splitting gehört bei uns bereits zum Standard“, betonte Schumacher und wurde in ihrer Aussage von Prof. Dr. Hans-Jörg Krämling, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus Düsseldorf, bestätigt.

Endoskopische, chirurgische oder kombinierte Therapie?

Aber auch die Wahl der Behandlungsmethoden von Darmpolypen und Frühkarzinomen im Kolon wurde trotz Studien und verankerten Leitlinien der DGVS (Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten e.V.) weiterhin kontrovers diskutiert. „In Japan zieht man schon seit Jahren eine endoskopische Therapie von Magenfrühkarzinomen der chirurgischen vor, in Europa steht man dem eher verhalten gegenüber“, erläuterte Prof. Helmut Messmann, Chefarzt der III. Medizinischen Klinik im Klinikum Augsburg, den anwesenden Journalisten.

Risiken verringern

„Ein wesentliches Problem ist jedoch die relative hohe Komplikationsrate im Kolon, die mit 5 Prozent in den meisten Studien signifikant höher liegt als nach chirurgischen OP-Eingriffen (piece-meal-Technik, EPMR), die lange Untersuchungszeit sowie die lange Lernkurve“, ergänzte Tagungsleiter Prof. Neuhaus. Auch wenn durch Verbesserung des Instrumentariums und durch Fokussierung dieser Methode auf „High Volume Centre“ die Nachteile der ESD wesentlich geringer geworden sind, wird die ESD im Kolon in Europa noch relativ selten eingesetzt. Als Chefarzt der Medizinischen Klinik am EVK führten er und die leitende Oberärztin bei den Live-Übertragungen selbst mehrere Eingriffe durch und stellten mit Hilfe von Bildgebungsverfahren wie „High Definition Television“ (HDTV) und Narrow Band Imaging (NBI) immer präzisere Diagnosen von Krebsfrühformen vor. Dank dieser modernen endoskopischen Geräte besteht heutzutage die Möglichkeit, eine gesicherte effektive Prophylaxe eines Kolonkarzinoms durchzuführen. Die meisten Kolonkarzinome wären damit vermeidbar. Es ist deshalb eine wichtige ärztliche Aufgabe, Patienten und auch gesunde Personen auf die Bedeutung der Prophylaxe hinzuweisen.

Der Patient im Focus

„Eine funktionierende Schnittstelle der Fachbereiche ist die Grundlage der Patientenversorgung. Aber auch neue Endoskopiesysteme ermöglichen eine Entscheidungshilfe, wenn es um lokale organerhaltende endoskopische Therapie oder um operative Eingriffe geht“, betonte Neuhaus zum Abschluss der Pressekonferenz. Innovative Techniken wie HDTV und NBI wurden bei der Live-Übertragung vom weltweit führenden Endoskopie-Spezialisten Olympus zur Verfügung gestellt. Olympus ist seit Jahren Partner der Internationalen Endoskopie Symposien in Düsseldorf und garantiert bei den Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen eine optimale Bildqualität. Die heute zur Verfügung stehenden Geräte bieten neben einer guten Manövrierbarkeit eine exzellente Optik. Diese ist gepaart mit einem Arbeitskanal, über den Zange, Schlinge, Körbchen und Ballonkatheter eingebracht werden können.

Textbearbeitung: Renato Diekmann, Quellen: Referenten, John Warning, Olympus

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