Hundert Jahre Flughafen Hamburg. Feierstunde im Rathaus

Von Uta Buhr

Am 11. Januar beging der Hamburger Flughafen seinen einhundertsten Geburtstag. Fünfhundert geladene Gäste nahmen an der Feierstunde im prunkvollen Großen Festsaal des Hamburger Rathauses teil. Neben dem Ersten Bürgermeister der Hansestadt Christoph Ahlhaus ergriffen der extra aus Berlin angereiste Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer sowie Michael Eggenschwiler, Vorsitzender der Geschäftsführung Hamburg Airport, das Wort. Während der Bürgermeister in seiner launigen Ansprache darauf hinwies, der Hamburger Flughafen sei der älteste der Welt, der sich seit seiner Gründung im Jahre 1911 immer noch an derselben Stelle befinde, betonte Peter Ramsauer die wichtige verkehrspolitische internationale  Rolle Hamburgs: „Die Bedeutung dieser Stadt für Deutschland und den gesamten Kontinent ist unschätzbar.“

Auf die hundertjährige Erfolgsgeschichte des Flughafens in Hamburg-Fuhlsbüttel ging Michael Eggenschwiler ein. Von anfänglich 240 Passagieren 1920 sei das Volumen auf insgesamt 13 Millionen im  Jahr 2010 angewachsen. Eine Zahl, die sich im weltweiten Vergleich sehen lassen könne. Zukunftweisend und sehr wichtig für das weitere Wachstum des Flugverkehrs ist die vor nicht allzu langer Zeit erfolgte Anbindung der Linie S1 an den Flughafen. Laut Eggenschwiler wäre eine Erweiterung des Netzes über Hamburgs Norden hinaus bis nach Schleswig-Holstein ein weiterer großer Schritt in die richtige Richtung: „Es ist eine wichtige Zukunftsaufgabe, die wirtschaftlich stark wachsende Region zwischen Norderstedt, Kaltenkirchen und Neumünster direkt mit unserem Flughafen zu verbinden“, sagte der gebürtige Schweizer.

Wie schade, dass Altkanzler Helmuth Schmidt, der auch  Ehren-Aufsichtsratsvorsitzender des Flughafens ist, seine Teilnahme an der Feierstunde absagen musste. „Seiner Weitsicht und seinem Verhandlungsgeschick ist es zu verdanken, dass die Lufthansa ihre Technik am Hamburger Airport ansiedelte“, betonte Eggenschwiler. Bereits Anfang der Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts stellte Helmuth Schmidt die Weichen, und 1955 nahm die Lufthansa ihren Flugbetrieb auf. Voller Andacht lauschten die Geladenen einem Absatz aus dem Brief, den der Altkanzler kürzlich an Michael Eggenschwiler schrieb. Bereits vor achtzig Jahren – also im Alter von zwölf Jahren – zog der Flughafen den kleinen Helmuth magisch an. Nach der Schule pilgerte er regelmäßig nach Fuhlsbüttel, um dem Start und der Landung der Flieger zuzusehen. Das Lufthansapersonal, so Schmidt,  sei sehr freundlich zu ihm gewesen und habe  ihm sogar eine Anstecknadel mit dem berühmten Kranich geschenkt.

Zwischen den Ansprachen sorgte der Hamburger Pianist Joja Wendt für angenehme musikalische Unterhaltung. Seine eigenwillige Interpretation des „Hummelflugs“ von  Nikolai Rimski-Korsakow erinnerte an das gemütliche Brummen der einmotorigen Flugzeuge von Anno dazumal. Passend war der Film vom NDR-Fernsehen, der dem Publikum in schnell geschnittenen Bildern die Entwicklung des Flughafens von seinen ersten Anfängen bis zum heutigen Tag vor Augen führte.

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