Lessing als Maßstabgeber

Höhepunkte im Programm des Hamburger Thalia-Theaters

Von Hans- Peter Kurr

Wenn Lessings Denkweise dergestalt nachempfunden werden sollte, dass für das von Direktor Schröder geleitete Deutsche Nationaltheater des 18.und beginnenden 19. Jahrhunderts das Beste gerade gut genug sei, dann lässt es einen verstehen, woher die neue Leitung des Thalia-Theaters unserer Zeit unter „Direktor“ Lux die Motivation bezieht, in das Programm seiner Lessing-Tage einige der besten deutschsprachigen Schauspielproduktionen, die gegenwärtig verfügbar sind,als Gastspiele aufzunehmen. „Lessing als Maßstabgeber“ weiterlesen

Der Mann und sein Hemd

Von Johanna Renate Wöhlke

Wie ist das mit den Männern und ihren Hemden eigentlich wirklich? Anders formuliert: Kann man wirklich einen Mann dafür verantwortlich machen, dass der berühmte Knopf über dem Bauch das Hemd nicht so salopp und perfekt schließt, wie man es von einem gut sitzenden Hemd erwarten kann? Schließlich ist nicht der Mann der Diener des Hemdes, sondern das Hemd der Diener des Mannes. Da müssen sich doch die Hemdenfabrikanten sehr ernsthaft fragen lassen, warum sie den Mann als Hemdträger immer noch vorrangig über seine Kragenweite definieren. Das alleine scheint aber nicht der Stein des Weisen zu sein, einem Mann und seiner Figur gerecht zu werden! Es gibt nämlich auch bei Männern die unterschiedlichsten „Exemplare“ mit einer großen Variationsbreite. Es ist also durchaus immer wieder an der Tagesordnung, dass ein Mann mit einer kleinen Kragenweite einen im Verhältnis dazu großen Bauch hat. Andererseits sind Figuren durchaus denkbar, die einen kleinen Bauch und eine große Kragenweite haben. Diese zweite Variante ist natürlich ungerechterweise nicht davon betroffen, dass das Hemd über dem Bauch spannt – denn wo nichts ist, kann auch nichts spannen! Sie merken ganz deutlich: Das ist die reine und pure Wissenschaft des männlichen Hemdes. Sie kann kompliziert sein – und gerade deshalb den Mann trösten, denn wie schon gesagt: Am Bauch liegt es nie, es liegt immer nur daran, dass das Hemd nicht passt, weil es nicht die richtige Größe hat. Was sich alles so beim Mann zwischen Kragen und Bauchmitte abspielt, scheint eben auch ein Geheimnis zu sein, das sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Männer, bewahrt eure Geheimnisse…

Barockes Kleinod mit unwiderstehlichem Charme

Hotel Bülow ResidenzHotel Außenansicht nachtsDie Bülow- Residenz in Dresden

Von Uta BuhrHotelpagin Katrin Kaiser
Der Taxifahrer macht mir schon Appetit auf „Dresdens schönstes Hotel.“ Die Bülow Residenz, sagt er, sei zwar klein, aber sehr, sehr fein. „Bitte die Augen schließen und erst wieder öffnen, wenn ich es sage.“ Der Mann hat nicht zuviel Entréeversprochen. Vor mir erhebt sich ein sonnengelb verputztes, mit verspielten Stuckelementen geschmücktes barockes Stadtpalais. Die kleine, sparsam mit zierlichen Möbeln und Blumengestecken  ausgestattete Halle öffnet den Blick auf einen idyllischen Innenhof. Auf einem Brunnenrand grüßt die bronzene Statue einer antiken Göttin. „Leider dürfen wir den Patio nicht überdachen“,  bedauert Birgit van Stipriaan, „Barockes Kleinod mit unwiderstehlichem Charme“ weiterlesen

Kreative Hausfrauenarbeit

Von Johanna Renate Wöhlke
Es gibt immer wieder Menschen, die haben besondere Fähigkeiten. Einige können über glühende Kohlen laufen. Andere können freihändig auf dem Fahrrad balancieren. Wieder andere können mit Kaugummi wunderbare Blasen blasen. Noch andere können mit Zigarettenrauch wunderbare Kreise aus ihrer Mundöffnung stoßen – oder ist das inzwischen auch verboten? Egal. Festzustellen bleibt: Es gibt Menschen mit besonderen Fähigkeiten. Eine besondere Fähigkeit ist es auch, sich die anfallenden Arbeiten im Haushalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Das ist sogar eine ganz besonders besondere Fähigkeit, denn viele, sehr viele, schätzen diese Arbeit gar nicht. Sie schätzen sie nicht nur nicht, sie schätzen sie auch noch falsch ein. Schließlich möchte nicht nur der Staatsbesuch im Kanzleramt den Tee aus einer sauberen Tasse kredenzt bekommen, sondern Otto Normalbürger auch! Der muss allerdings alleine und selbst dafür sorgen, dass sie sauber sind. So verhält es sich auch mit Bügelwäsche. Nicht, dass Sie denken, im Kanzleramt bekämen die Gäste ihre Wäsche gebügelt, so meine ich das natürlich nicht. Da würde manchmal wohl mehr die Formulierung vom Waschen schmutziger Wäsche den Sachverhalt treffen. Ich meine das Bügeln von Wäsche ganz allgemein. Das ist im Normalfall eine ziemlich einsame Arbeit und macht vielen keinen Spaß. Ich kenne da allerdings eine Hausfrau, die ist sehr kreativ darin, sich die Arbeit zu erleichtern. Sie hat für sich das Wäschebügeln im Duett eingeführt. Sie trifft sich mit der Nachbarin zum Wäschebügeln – unterhaltsam, gemeinsam, meinungsbildend, informativ…Dieser Tipp war kostenlos und ist vielleicht dem oder der Einen unter uns hilfreich gewesen…

Zu schwierige Fragen…?

Von Johanna Renate Wöhlke
Manchmal fängt das neue Jahr mit schwierigen Fragen an – aber ich hatte ja selbst Schuld! Warum beginne ich auch, wieder einmal über eines meiner Lieblingsthemen zu diskutieren: Wie ist das eigentlich mit dem Wissen? Wie viel und was ist wichtig zu wissen und warum? Beispiele davon bekommen wir ja täglich in den so beliebten Quizsendungen serviert. Jedes Mal wenn ich wieder einmal etwas nicht gewusst habe, beginnt dieses Spielchen von vorne. Welche Bücher muss ich noch lesen, um zu wissen, welches der höchste Berg der Welt ist? Welchen Atlas muss ich noch studieren, um zweifelsfrei sagen zu können, welcher der längste Fluss der Welt ist? Welche Fachliteratur muss ich noch wälzen, um zu wissen, wie ein Verbrennungsmotor funktioniert und warum der Mercedes Mercedes heißt? Fragen über Fragen, die mir nie einer beantworten wird! So ist das neue Jahr dann doch wieder ein altes Jahr bis zu der Aussage eines Freundes, der mir auf meine Frage etwas Neues geantwortet hat: Wissen ist nur ein Haufen Bausteine, erklärte er mir ganz lapidar. Da bin ich nun gefordert, mir einen Reim darauf zu machen. Ein Haufen Bausteine? Da rattert mein Gehirn und beginnt, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Vielleicht ist es ja eine Baustelle, auf der Haufen von Bausteinen einfach so herum liegen. Vielleicht habe ich aber auch nicht nur Bausteine im Kopf, sondern schön geordnete, große gemauerte Wände, schöne Häuser gar? Wenn ich doch einmal, ein einziges Mal nur wirklich begreifen könnte, was sich da abspielt beim Denken, Lernen und Abspeichern von Wissen! Anderseits – würde es mir etwas helfen? Wahrscheinlich nicht. Ich müsste dann immer noch entscheiden WAS ich wissen will und was ich damit anzufangen gedenke – ob ich nun die nächste Quizsendung im Fernsehen gewinnen will oder das umsetze, was meine Großmama immer gesagt hat: Ich weiß ganz genau, dass ein Pfund Rindfleisch eine sehr gute Brühe ergibt. Wir merken: Das neue Jahr ist irgendwie schon am Anfang dem alten sehr ähnlich…

Essenswert?

Von Johanna Renate Wöhlke

Die Frage nach Lieblingsgerichten ist leicht zu beantworten, für mich jedenfalls. Die Frage nach „Hassgerichten“ ist ebenfalls leicht zu beantworten, aber viel interessanter in den Antworten. Ich behaupte das einmal und beweise das gleich mit folgender Geschichte: Es ergab sich in einem Gespräch, dass mein Gegenüber ganz klar und deutlich sofort formulieren konnte, was es nicht mag: Rosenkohl, Grapefruit und Rote Beete. Nun ja, da konnte ich nicht so mithalten, denn ich habe keine besondere Abneigung dagegen, es sei denn: es sei denn, der Koch versucht, aus diesen drei Zutaten ein Gericht zu zaubern. Hier wird die Geschichte interessant! Denn nun steht plötzlich das Rosenkohl-rote Beete Festbuffet mit Grapefruitdessert im Mittelpunkt. Aber – wer würde das essen? Nun ja, wir sind nicht unkreativ und versuchen eine ganz besondere Kombination: das Grapefruit- Rote Beete- Soufflée mit
Rosenkohldressing! Allerdings lässt sich die Frage nun auch nicht mehr aufhalten, welche Wirkungen ein solches Gericht wohl auf Magen, Darm und alle anderen körperlichen Befindlichkeiten haben könnte. Außerdem wird die Meinung vertreten, das wäre dann ein wunderbarer Auftakt für eine ganz besondere Fotostrecke über die Wirkungen solcher Gerichte auf den „gemeinen Mitteleuropäer“ und auch durchaus geeignet, eine interessante Show im Fernsehen zu bestücken. So ist das immer im Leben: Stelle eine Frage, die interessant genug ist – und du bekommst auch interessante Antworten, meistens jedenfalls. Allerdings überlege ich jetzt wirklich dauernd, worin die Kunst des Kochens besteht: Besteht sie darin, aus den gegensätzlichsten Lebensmitteln ein schmackhaftes Mahl zu zaubern? Oder besteht sie darin, einfach nur das Schmackhafte noch schmackhafter zu machen, sozusagen zur Spitze des Genusses zu führen? Aber warum soll ich mir alleine diese Gedanken machen? Sie könnten das jetzt auch…

Schmuck vor Augen

Von Johanna Renate Wöhlke

Wieder einmal wird gefeiert, festlich gefeiert. Man sitzt sich gegenüber und redet. Auch ich rede, allerdings mit einem leichten Handicap, denn ich habe einen Blumenstrauß vor der Nase. Ich habe ihn nicht nur vor der Nase, ich habe ihn auch vor den Augen. Ehrlich gesagt, ich habe ihn vor dem ganzen Gesicht. Er sieht wunderschön aus, dieser Blumenstrauß. Er macht, dass ich ganz neue, unerwartet erforderliche gymnastische Übungen vollführe. Sie sind in etwa vergleichbar dem Anblick, den auf der Zuschauertribüne des Stadions während eines Tennismatches die Köpfe der Zuschauer bieten: Rechts – links, rechts – links. Aber hier werden keine Bälle gespielt, hier wirft man sich rhetorische Bälle in Form von Worten zu. Aber auch hier möchte ich nicht nur die Worte hören, sondern auch in die Gesichter derjenigen schauen, die sie formulieren. Meine Kopfbewegung erschöpft sich allerdings nicht nur zwischen rechts und links, sie bereichert die Bewegungsabläufe auch noch zwischen senken und heben… Nach einer kleinen Weil wage ich die Verzweiflungstat und bitte die Gastgeberin, doch bitte diesen Blumenstrauß zu entfernen. Ich sage ihr nicht, dass ich am Ende dieses wunderbaren Abends befürchte, mit Genickmuskelkater nach Hause zu gehen. Diesen Ansatz verwerfe ich. Ich gebe zu erkennen, wie gerne ich doch bei der Unterhaltung mein Gegenüber auch anschauen würde. Schließlich sei es doch mit den Worten so: Sie sind nur ein Teil der Konversation, der andere Teil seien Mimik und Gestik, die man auch nicht übersehen solle. Alle sind für meinen Vorschlag und bekennen, ähnliche Probleme gehabt zu haben. Eine Dame erklärt dann noch aus „leidvoller“ Erfahrung heraus. „Ich mag schöne, große Blumensträuße. Aber um ehrlich zu sein: Auf einem Tisch habe ich doch lieber Bodendecker!“ Wer es bis jetzt noch nicht gewusst hat, weiß es jetzt: Bodendecker auf dem Tisch befördern eine – muskeltechnisch gesehen – stressfreie Kommunikation…

Webseiten spähen Nutzer aus

Hamburgs Datenschutzbeauftragter mahnt Einhaltung der Gesetze an

Viele Webseitenbetreiber analysieren zu Zwecken der Werbung und Marktforschung oder der bedarfsgerechten Gestaltung ihres Angebotes das Surf-Verhalten der Nutzerinnen und Nutzer. Zur Erstellung derartiger Nutzungsprofile verwenden sie vielfach Software bzw. Dienste, die von Dritten kostenlos oder gegen Entgelt angeboten werden, beispielsweise Google-Analytics.
Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit, Prof. Dr. Johannes Caspar: „Häufig setzen Anbieter von Internetseiten derartige Dienste ein, ohne sich selbst darum zu kümmern, dass die Datenschutzrechte der Nutzer gewahrt bleiben. Sie verlassen sich zu Unrecht darauf, dass die von ihnen eingesetzte Software gesetzeskonform ausgestaltet ist.“ „Webseiten spähen Nutzer aus“ weiterlesen

Meißen – Wiege Sachsens, Geburtsort des „Weißen Goldes“

Von Uta Buhr

MEISSEN -Albrechtsburg   Foto: Uta Buhr„In diesem Jahr feiern wir eine der größten Erfindungen des 18. Jahrhunderts“, freut sich  Marleen Herr vom Tourismusverband Sächsisches Elbland. Anlässlich der ‚Geburt’ des europäischenPorzellans und der Gründung der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen vor 300 Jahren hat der Verband  ein umfangreiches Programm unter dem Titel „Weißes Gold erleben“ gestaltet, das Menschen aus aller Welt mit der Entstehung des Meissner Porzellans vertraut machen soll.

„Wir haben eine Art Tour d’Horizon durch die Geschichte des Porzellans in der gesamten Region erarbeitet. Dresden gehört ebenso dazu wie eine Reihe von Orten entlang der Sächsischen Weinstraße“, sagt Frau Herr und zeigt  eine Broschüre, die Auskunft über sämtliche Details gibt. Da ist zum Beispiel die Stadtrundfahrt im komfortablen City-Bus Meißen, die die Besucher zu den größten Sehenswürdigkeiten der Stadt führt bis hinauf zur Albrechtsburg. (Foto: Uta Buhr) Auch die Sächsische Dampfschiffahrt hat sich etwas einfallen lassen: „Meißen – Wiege Sachsens, Geburtsort des „Weißen Goldes““ weiterlesen

Ein faszinierender Theaterabend

Von Hans- Peter Kurr

Wer vor Jahren in der Hamburgischen Staatsoper „Bob“ Wilson’s entschleunigte Inszenierung des Wagnerschen „Parsifal“ erlebte oder -. etwas später – ebenfalls in Hamburg  – Tom Wait’s Fassung des klassischen „Freischütz“ unter dem Titel „The Black Rider“, konnte sich lediglich entscheiden zwischen begeisterter Zustimmung und vollständiger Ablehnung.-
Jetzt ist im Thalia-Theater – sozusagen als programmatischer Start in die „Aera Joachim Lux“ –  wieder eine Produktion des Teams Tom Waits, Kathleen Brennan, Robert Wilson zu erleben : In Jette Steckels poetischer Inszenierung und unter der musikalischen Leitung „Ein faszinierender Theaterabend“ weiterlesen