Paradies für Ökofreaks und Naturfreunde – Samsø

Dieser Artikel erschien am 1. August 2010 im Magazin von „Schleswig-Holstein am Sonntag“

Von  Uta Buhr

Bereits die Überfahrt vom dänischen Hafen Hou-Saelvig mit einer Fähre der Nordic Ferry Services macht mit einer Spezialität der Insel Samsø vertraut. Das an Bord servierte Gemüse steht im Ruf, das beste weit und breit zu sein. Nahezu Kultstatus genießen die neuen Kartoffeln. Kein Wunder, das gerade einmal 112 Quadratkilometer große Eiland im Kattegatt setzt voll auf ökologischen Anbau. „Und auch unseren Strom erzeugen wir selbst“, erklärt Eva Kloch Norlyk vom Tourismusverband Samsø stolz. Die attraktive Blonde hat sich vor Jahren mit Mann und Kindern hier niedergelassen und kann sich kein anderes Leben mehr vorstellen als in dieser  unberührten Natur.

Zehn der Windräder – hier „Windmühlen“ genannt – wurden weit ins Meer hinein gesetzt,  die übrigen auf der grünen Insel so geschickt verteilt, dass sie das Landschaftsbild nicht stören.
„Wer sich hier langweilt, ist selbst schuld“, lacht der bärtige Hüne, der aus Kopenhagen angereist ist, um hier zu „entschleunigen“, wie er in perfektem Deutsch sagt. Und das geht am besten auf einem von zwei  kräftigen Kaltblütern gezogenen Planwagen. Nachdem der Besitzer des Gehöftes seine Gäste in die Kunst des Pferdelenkens  eingeführt hat, geht es in gemütlicher Fahrt kreuz und quer über die Insel (www.samsoe-hestevogne.dk)

Man hält dort, wo es einem gefällt, wohnt romantisch wie fahrendes Volk im Wagen und sucht zu gegebener Zeit die makellos sauberen sanitären Anlagen der über ganz Samsø verstreuten Campingplätze auf.
Auf der MS „Tunø“ umrunden wir in Gesellschaft des alten Fahrensmannes Nils die Insel. Samsø  wurde wegen ihrer zentralen Lage in der Ostsee bereits von den Wikingern als Versammlungsort genutzt. „Samle“ bedeutet versammeln und Ø ist das dänische Wort für Insel, erklärt Nils. Einen gedeckten Tisch fanden die Altvorderen ebenfalls vor.

Auch heute ist das Meer noch randvoll mit Lachsforellen, deren silbrige Körper an der Bordwand vorbei schnellen. In Ballen, dem Hauptbadeort der Insel, brummt es bis spät in die Nacht. Zwischen grauen Felsen dehnt sich ein weißer Sandstrand, der zum Schwimmen und Sonnenbaden einlädt. Allabendlich finden sich Familien und Freunde an langen Tischen zu einer gemütlichen Runde zusammen, während manche Segler noch zu einem kurzen Törn aufbrechen.
Wie vielseitig die kleine Insel ist, erfährt unsere kleine Gruppe auf einem Ausflug nach Nordby Bakker an der

Nordwestküste Samsøs. Dem Reiz dieser sanft hügeligen Endmoränenlandschaft aus der letzten Eiszeit kann sich kaum einer entziehen. Nach einer ausgiebigen Wanderschaft über Wiesen, vorbei an dichtem Buschwerk landen wir endlich am Meer. Der Strand  ist mit glatt geschliffenen Kieseln bedeckt, das Wasser kristallklar. Ganz in der Nähe liegt Norby, ein Ort wie aus dem Bilderbuch. Reet gedeckte  Häuschen ducken sich am Rand des Dorfteiches. Rosen verbreiten ihren betörenden Duft. Bleibt nur noch zu sagen: Samsø ist Entspannung pur – ein Fest für Körper und Seele.
www.visitsamsoe.dk

Autor: Uta Buhr

Vizepräsidentin Die Auswärtige Presse e.V., freie Journalistin, Reise, Wellness, Kultur (Theater, Ausstellungen)

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