Werksbesichtigung

Von Renato Diekmann

Vom Laboratorium zum Audiospezialist

Prof. Dr. Jörg Sennheiser auf der Suche nach der Schönheit des Klangs

Die Suche nach der absoluten Schönheit des Klangs treiben Professor Dr. Jörg Sennheiser, Aufsichtsratsvorsitzender der Sennheiser electronic GmbH & Co. KG, und seine Akustikexperten an, wenn es um die Produkte des weltweit führenden Herstellers von Mikrofonen, Kopfhörern und drahtlosen Übertragungssystemen geht. Das 1945 als Laboratorium Wennebostel gegründete Familienunternehmen Sennheiser erzielt inzwischen fast 400 Millionen Euro p.a. Es hat weltweit über 2.100 Beschäftigte sowie eigene Werke in Deutschland, Irland und den USA. Die Balance zwischen innovativer Technik und kreativem Marketing bei gleichzeitiger Stärkung des Marktes und Konzentration auf die veränderten Kundenwünsche ist das unternehmerische Credo von Prof. Dr. Sennheiser und seiner fünfköpfigen Führungscrew. Dieses führte zu beachtlichen Erfolgen des Unternehmens, das sich in etablierten und neuen Märkten wie beispielsweise Asien und Südamerika gut behauptet.

Lena gewinnt mit Sennheiser-Technik

Trotz Investitions- und Kaufzurückhaltung, Rezession, Finanz- und Weltwirtschaftskrise konnten wieder zahlreiche Produkte zur Serienreife gebracht werden und erfolgreich auf den internationalen Märkten eingeführt und abgesetzt werden. Außerdem gibt es Kooperationen mit Adidas und Nokia. Hauptaugenmerk des Unternehmens liegt derzeit auf der dritten Generation der drahtlosen Mikrofonserie evolution wireless G3, die neben den drahtlosen Kopfhörern einen erheblich Anteil am Gesamtumsatz der Sennheiser-Gruppe repräsentiert. Neues Aushängeschild für die Consumer-Sparte ist der High-End-Kopfhöher HD 800, der die Anforderungen selbst anspruchsvoller Musikliebhaber erfüllt. Originell ist auch das Angebot, seinem Mikro einen individuellen Style zu geben – siehe „Style your Mic“ unter www.sennheiser.de – und ganz besonders stolz ist die gesamte Belegschaft, dass Lena Meyer-Landrut den Eurovision Song Contest mit Sennheiser-Technik gewonnen hat.

Individuell gestylte Mikrofone sind absolut cool

Standortvorteil

Mit dem neuen Produktions- und Technologiezentrum hat der Audiospezialist im Juni 2010 das größte Bauvorhaben seiner Firmengeschichte abgeschlossen. Rund 15 Millionen Euro hat das neue Werk gekostet, hinzu kommen die Aufwendungen für den Umzug der Produktion aus Burgdorf und die Technische Entwicklungsabteilung. Im Zuge der Integration des neuen Gebäudes wurde die gesamte Fertigung neu organisiert und so die Voraussetzungen zur weiteren Effizienzsteigerung geschaffen. „Die sorgfältige Planung sowie die intensive Beratung mit Arbeitswissenschaftlern und Experten der Fertigungsorganisation haben sich gelohnt“, resümierte Volker Bartels, Geschäftsführer Produktion und Logistik sowie Sprecher der Unternehmensleitung. Seit Beginn dieses Jahres arbeiten unsere Produktions- und Engineering-Mitarbeiter in einem optimal organisierten und motivierenden Umfeld. Jetzt genießt Sennheiser die Vorteile einer an einem Standort konzentrierten, hochmodernen Produktion mit optimal gegliederten Materialflüssen und Arbeitsabläufen.

Flexibel durch Wandlungsfähigkeit

Der Hochleistungskopfhörer HD 800 wird per Handarbeit zusammengebaut

Damit die Produktionsabläufe sehr flexibel den Anforderungen des Marktes angepasst werden können, wurde viel Wert auf eine gute Wandlungsfähigkeit des Gebäudes gelegt, erklärte Volker Bartels vor dem Besichtigungsrundgang der Journalisten. Die Grundfläche des Gebäudes beträgt 4.200 Quadratmeter; die beiden Geschosse mit zwei Galerien bieten auf insgesamt 13.500 Quadratmetern ausrechend Platz. Die Gebäudeträger haben eine große Spannweite; die Geschosshöhe ist großzügig bemessen. Die Arbeitsplätze können je nach Anforderung in kürzester Zeit neu organisiert werden, um hohe Nachfragen abzufedern.

Alles unter einem Dach

Das neue Produktions- und Technologiezentrum, in dem 440 Menschen arbeiten, beherbergt die mechanische Fertigung, den Produktionsmittelbau, Montagearbeitsplätze, Handbestückung, Testplätze und Büros. Außerdem besitzt das Gebäude ein Technikum, wo in enger Zusammenarbeit zwischen Engineering und Produktion Arbeitsplätze sowie Betriebs- und prüfmittel entwickelt, erprobt und optimiert werden. „Mit dem neuen Produktions- und Technologiezentrum haben wir am Standort Deutschland in die Zukunft investiert“, betonte Volker Bartels. „Damit können wir unseren technischen Vorsprung bei Produkten und Produktionsprozessen weiter ausbauen.“

Eine wandlungsfähige Produktionshalle sichert den flexiblen Ablauf

Fotos: Renato Diekmann www.bilderbogenportal.de Sennheiser, Quelle: Sennheiser

Ein Gedanke zu „Werksbesichtigung“

  1. Ein sehr guter Mix aus Wirtschaftsbericht und Faszination des Hörens. Ich erinnere mich noch, wie stolz ich in der Teenie- Zeit war, als ich den ersten Sennheiser- Kopfhörer mit fantastischem Klang mein eigen nennen konnte.

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