Ein Grab in Gaza


Von Dr. Wolf Tekook

Kriminalromane haben eine feste Leserschaft. Ist es die Faszination am Überschreiten der Gesellschafts- Regeln durch einzelne Böse, die diesem Genre hohe Auflagen garantiert? Möchte der Leser sich am Sieg des Guten ergötzen? Denn am Ende wird der Mörder stets der gerechten Strafe zugeführt. Oder will man sich an den Finten der Kombinatorik des Ermittlers erfreuen, der auch die undurchsichtigsten Handlungsstränge entwirrt?

Seit einigen Jahren haben Regional- Krimis eine beständige, wachsende Leserschaft. Verbrechen und deren Aufklärung finden nun nicht mehr an anonymen Orten statt, sondern im eigenen, dem Leser bekannten Umfeld: In der Stammkneipe am Wohnort, auf dem Wochenmarkt oder im Rathaus der Heimatstadt. Solcherart konstruierte Geschichten nähern sich dem Leben der Leserschaft sehr intensiv.

Und dann schreibt der britische Autor Matt Beynon Rees einen Kriminalroman mit dem Titel Ein Grab in Gaza. Ort der Handlung ist die Palästinenser- Exklave am Ostrand des Mittelmeers, eingezwängt zwischen Wasser, Israel und Ägypten, einer der dichtbevölkertsten Landstriche der Erde und, wie die täglichen Nachrichten ins Bewusstsein hämmern, ein permanenter Ort von Unruhe, Gewalt und auch Tod. Der Handlungsstrang dieses Buches wäre schnell erzählt, doch will ich dem zukünftigen Leser die Spannung nicht nehmen. „Ein Grab in Gaza“ weiterlesen