Professor Hermann Rauhe geehrt

Prof.-Hermann-Rauhe-Schule

Eine Grundschule ehrt ihren berühmten Schüler

Johanna Renate Wöhlke

Der Weg nach Wanna ist für mich eine Fahrt ins Grüne, fort aus den dicht bebauten Häuserzeilen Hamburgs in das flache Land Niedersachsens, dort, wo schon fast der Duft der Nordsee zu atmen ist. Ich bin auf der B 73 Richtung Cuxhaven unterwegs, in Otterndorf links ab und dann durch grünes, flaches Land, Äcker und Wiesen immer weiter bis zu diesem Ortsschild „Wanna. Landkreis Cuxhaven. Ferienort“.

In Wanna angekommen

Hier scheinen sich Hase und Igel gute Nacht zu sagen. Hier erstrecken sich endlos lange Straßen, die zum Radfahren mit und gegen den Wind einladen, zum Spazierengehen mit dem Hund durch Felder und Wiesen. Zum Laufen und Ausruhen gleichermaßen. Ein Gefühl von heiler Welt stellt sich ein, verbunden sein mit dem Grün der Äcker und Wiesen und dem Blau des Himmels, den weiten Blick der Augen bis zum Horizont nicht verstellt.

Dort gibt es seit dem April 2010 eine Offene Ganztagsgrundschule mit dem Namen „Prof.-Hermann-Rauhe-Schule“.   Aber was hat Wanna mit Hamburgs berühmtem Bürger, dem Ehrenpräsidenten der Hamburger Hochschule für Musik und Theater, zu tun oder anders gefragt: Was hat der Ehrenpräsident der Hamburger Hochschule für Musik und Theater mit Wanna zu tun?

Die Schule

Professor Hermann Rauhe ist ein Sohn Wannas. Dort wurde er geboren. Dort ging er zur Schule. Dort waren schon seine Eltern Lehrer. Rauhe schreibt in einem Grußwort zum 40jährigen Bestehen der Schule im Jahr 2003: „ Gerne schreibe ich ein Grußwort zum Jubiläum der Grundschule meines Heimatortes Wanna, einer Schule, mit der mich wichtige lebensgeschichtliche Erfahrungen verbinden: Erstens wurde ich im Obergeschoß des Gebäudes der Grundschule Wanna geboren, wo sich die Lehrerwohnung befand. Zweitens besuchte ich die von meinem Vater allein unterrichtete einklassige Grundschule in meinem Geburtshaus. Drittens unterstützte ich meinen Vater nach meinem Abitur von 1959 bis 1960 als Hilfslehrer im Unterricht der Grundschule, zu deren Schülerinnen auch meine beiden erheblich jüngeren Schwestern gehörten…Schon damals erkannte ich die zentrale Bedeutung der Bereiche Musik – Bewegung – Spiel – Theater für die Entwicklung der Grundschulkinder und die Förderung ihrer Schlüsselqualifikationen wie Kreativität, soziale und ästhetische Sensibilität, Selbstausdruck, Konzentrationsfähigkeit und Gedächtnis.“

Ein fröhliches Organisationsteam

Gerne nahm Hermann Rauhe die Ehre an, dieser Grundschule seinen Namen zu geben, und absolvierte das umfangreiche Festprogramm, das für ihn über Monate hin entwickelt worden war. Schulleiter Hartmuth Seitz hatte es zusammen mit den Organisatoren Anja Wackhusen, Anja Frank, Yvonne Pröpper, Brigitte Golkowski und Reinhard Köster umgesetzt und für viele Wochen in Wanna und Umgebung Weltstadtatmosphäre gezaubert.

Haben sich inzwischen die Hoffnungen erfüllt, die sich an die Namensgebung und die nun deutlich werdende Beziehung zum berühmten Sohn Wannas geknüpft hatten? Hartmuth Seitz kann sich freuen: Die vier Kinderakkordeons, die Hermann Rauhe als Dankeschön an die Schule gespendet hat, werden in einer AG „Akkordeon“ zusammen mit der Musikschule an der Oste erklingen, die im kommenden Jahr eingerichtet werden soll. Mit Beginn des neuen Schuljahres erhält die Schule eine voll ausgebildete Lehrkraft in Musik. Die Werbung für die neue Schule, zum Beispiel auf facebook hat inzwischen schon 45 Mitglieder dazu bewogen, sich für diese kleine Schule zu interessieren und einzusetzen und – es wird weiter gehen. Vieles ist angedacht – es könnte auch ein Festival sein…

So erfüllt sich dort oben im Norden, im kleinen Wanna, ein kleines Märchen, das wachsen wird, wenn das einmalige Engagement aller Beteiligten nicht nachlässt. „Es war einmal eine kleine Grundschule, die hatte einen berühmten Schüler…“ Ja, so fangen Märchen an, Märchen zwischen Wiesen und Feldern, über denen schon der Klang der Musik zu hören zu sein scheint, die mit Norden, Wind und Wellen so wunderbar zusammen passt: dem Akkordeon!

Rektor Hartmuth Seitz mit Professor Hermann Rauhe beim Festakt

Weitere Informationen zu Wanna und Professor Hermann Rauhe unter:

http://www.gswanna.de/schule/

http://www.johanna-renate-woehlke.de/journalismus.php?spiele#3 ( Artikel aus einer Serie im Hamburger Abendblatt)

http://www.hermannrauhe.de/startseite/startseite.htm

Fotos. Johanna Renate Wöhlke/ Prof.-Hermann-Rauhe-Schule

3 Gedanken zu „Professor Hermann Rauhe geehrt“

  1. Für unser angedachtes Festival haben wir nicht nur eine eigene EMail-Adresse, sondern auch eine entsprechende Homepage.

    Zu jedem größeren Projekt gehört natürlich auch jemand, der dies wohlwollend begleitet – eine Person, die nicht nur bei einem Wetter wie diesem alles „beschirmt“. Ob Schirmherr – oder -frau – der Kontakt steht. Im kommenden Monat dürfen wir Funktion und Namen verkünden. Wir freuen uns drauf.

    ANsonsten habe ich mit unserem School-Ival nur insofern Probleme, diesen Begriff ansprechend zu Papier zu bringen.

  2. Lieber Herr Seitz!
    Ich habe erlebt, mit wieviel Liebe und Engagement Sie alle bei der Sache waren und sind. Das ist wirklich toll zu erleben und macht auch Journalisten Freude, darüber zu schreiben! Das ist ja in unserem Beruf nicht immer so.
    Vielleicht haben ja einige unserer Leser Ideen für andere Namen für Ihr „Schoolival“ – eine gar nicht so schlechte Idee, unsere Phantasie einmal spielen zu lassen. Hier wäre Platz, das als Kommentar zu äußern! Ich überlege auch einmal mit…
    Seien Sie herzlich gegrüßt,
    Johanna Renate Wöhlke

  3. Wir träumen weiter. Die Zahl der illustren Mitstreiter in unserer Facebook-Gruppe wächst. Es gibt tatsächlich auch schon Ideen für ein Festival. Und es gibt schon einen Zeitrahmen: Kalenderjahr 2011, beginnend mit den niedersächsischen Osterferien der Hermann-Rauhe-Tag und darauf aufbauend ein (kleines) Festival mit dem Schwerpunkt „Musik und Schule“, wir erfinden quasi das „Rauhesches Schoolival“. Andere, besser, sinnvollere, greifbarere Namensvorschläge werden gerne aufgenommen.
    Für das Hermann-Rauhe-Festival wird zusätzlich eine entsprechende Homepage erstellt werden.

    Fazit: Träume werden wahr. Visionen arten nun tatsächlich in Arbeit aus. Wer hätte sich das träumen lassen?

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