Gesundheit geht vor – erst recht am Bau

Von Renato Diekmann

Wie überall im Leben gibt es auch auf dem Bau Gefahren, die zu Unfällen und Erkrankungen führen. Anleitungen zur Prävention liefert die BG Bau.
Gefährlich Stoffe
Es ist immer etwas Besonderes, Gebäude zu errichten oder Straßen und Brücken zu bauen. Die Zeiten aber, in denen Kalk, Zement, Sand und Wasser noch die einzigen Stoffe am Bau waren, sind lange vorbei. Die moderne Bauwirtschaft verwendet im großen Umfang und mit steigender Tendenz Produkte der Bau-Chemie.Norbert Kluger Für die Herstellung dieser Produkte müssen oft gefährlich Stoffe eingesetzt werden, auf die – trotz erheblicher Gesundheitsgefahren der Verwender – auch in Zukunft kaum verzichtet werden kann. Falscher Umfang mit Gefahrstoffen kann zu erheblichen Gesundheitsschäden führen. Die möglichen Auswirkungen reichen beispielsweise von leichten Haut- oder Augenreizungen über Nervenschädigungen bis hin zu Gefahrstoffe am Bauchronischen Lungenerkrankungen und Krebs, so Norbert Kluger, Leiter von GISBAU, dem Gefahrstoff-Informationssystem der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Ein sorgfältiger und sicherer Umgang mit diesen Produkten ist also dringend notwendig.
Umsetzungsprobleme beseitigen
Bei den Unternehmen der Bauwirtschaft handelt es sich meist um Klein- oder Mittelbetriebe: Neunzig Prozent der Unternehmen haben weniger als 20 Beschäftigte. Chemische oder gar toxikologische Kenntnisse sind in der Regel nicht vorhanden. Selbst wenn über die von den Herstellern gelieferten Produkte die notwendigen Informationen vorliegen, stellt sich die Frage, wie diese Angaben in den betrieblichen Arbeitsschutz umzusetzen sind. Dies gilt vor allem für die mobilen Arbeitsplätze der Bauwirtschaft und für die zahlreichen fremdsprachigen Bauarbeiter, die über keine Gefahrensymbole_WINGIS_2_9oder nur wenig Deutschkenntnisse verfügen. In der Praxis sind daher enorme Probleme festzustellen, die vielfältigen Vorschriften und Regelwerke beim Umgang mit Arbeits- bzw. Baustoffen umzusetzen.
Hohe Kosten
Gefahrstoffe können entweder als Dämpfe aus Abbeizmitteln, Lösemitteln sowie Klebstoffen oder als Stäube von Quarz, Asbest und künstlichen Mineralfasern die Gesundheit gefährden. Die Folge sind zudem hohe Kosten, wie ein Blick auf die Statistik zeigt: Alleine für die fast 8.000 Erkrankungsfälle auf Grund von Silikoneinwirkungen und auf Quarz beruhender Lungenkrebsfälle sowie Hautkrankheiten hatte die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) im Jahr 2008 mehr als Gefahrstoff-Info_0132 Millionen Euro aufzubringen für Heilbehandlung, medizinische und berufliche Rehabilitation, Renten an die Verunglückten oder ihre Hinterbliebenen.
Sicherer Umgang
Solche Zahlen machen deutlich, dass die Beschäftigten zielgerichtet und wirksam vor den Risiken durch Gefahrstoffe geschützt werden müssen. GISBAU als Serviceeinrichtung der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft bietet in dieser Situation seine Unterstützung an und erleichtert so den sicheren Umgang mit Gefahrstoffen. Neben den produktbezogenen Informationen liefern Handlungsanleitungen und Broschüren (in 15 Sprachen) einen allgemeinen Überblick zur besonderen Gefahrstoffproblematik einzelner Bau-Bereiche – etwa bei der Bau- und Betonsanierung, beim Abbeizen, bei Maler- und Lackierarbeiten, Parkettverlege- und Schleifarbeiten etc.
Gut und schnell informiertWINGIS für iPhone
Die Informationen können bei den Präventionsabteilungen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft www.bgbau.de abgerufen werden. Aktuelle Informationen zu Gefahrstoffen in der Bauwirtschaft und sämtliche von GISBAU erarbeiteten Branchenregelungen in Form der bekannten Produkt-Codes sowie die von GISBAU erarbeiteten Broschüren und Handlungsanleitungen sind auch im Internet unter www.gisbau.de erhältlich. Mit dem PC-Programm WINGIS besteht zudem die Möglichkeiten, alle Informationen unter www.wingis-online.de über den eigenen Computer abzufragen und auszudrucken – seit neuestem auch via iPhone. Die Programmierer von WINGIS haben jetzt sogar passend dazu eine iPad-fähige Version von WINGIS entwickelt, die die komplizierte Welt der Gefahrstoffe mit der einfachen intuitiven Welt des iPad verbindet.

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