Zu schwierige Fragen…?

Von Johanna Renate Wöhlke
Manchmal fängt das neue Jahr mit schwierigen Fragen an – aber ich hatte ja selbst Schuld! Warum beginne ich auch, wieder einmal über eines meiner Lieblingsthemen zu diskutieren: Wie ist das eigentlich mit dem Wissen? Wie viel und was ist wichtig zu wissen und warum? Beispiele davon bekommen wir ja täglich in den so beliebten Quizsendungen serviert. Jedes Mal wenn ich wieder einmal etwas nicht gewusst habe, beginnt dieses Spielchen von vorne. Welche Bücher muss ich noch lesen, um zu wissen, welches der höchste Berg der Welt ist? Welchen Atlas muss ich noch studieren, um zweifelsfrei sagen zu können, welcher der längste Fluss der Welt ist? Welche Fachliteratur muss ich noch wälzen, um zu wissen, wie ein Verbrennungsmotor funktioniert und warum der Mercedes Mercedes heißt? Fragen über Fragen, die mir nie einer beantworten wird! So ist das neue Jahr dann doch wieder ein altes Jahr bis zu der Aussage eines Freundes, der mir auf meine Frage etwas Neues geantwortet hat: Wissen ist nur ein Haufen Bausteine, erklärte er mir ganz lapidar. Da bin ich nun gefordert, mir einen Reim darauf zu machen. Ein Haufen Bausteine? Da rattert mein Gehirn und beginnt, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Vielleicht ist es ja eine Baustelle, auf der Haufen von Bausteinen einfach so herum liegen. Vielleicht habe ich aber auch nicht nur Bausteine im Kopf, sondern schön geordnete, große gemauerte Wände, schöne Häuser gar? Wenn ich doch einmal, ein einziges Mal nur wirklich begreifen könnte, was sich da abspielt beim Denken, Lernen und Abspeichern von Wissen! Anderseits – würde es mir etwas helfen? Wahrscheinlich nicht. Ich müsste dann immer noch entscheiden WAS ich wissen will und was ich damit anzufangen gedenke – ob ich nun die nächste Quizsendung im Fernsehen gewinnen will oder das umsetze, was meine Großmama immer gesagt hat: Ich weiß ganz genau, dass ein Pfund Rindfleisch eine sehr gute Brühe ergibt. Wir merken: Das neue Jahr ist irgendwie schon am Anfang dem alten sehr ähnlich…

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