Vision trifft Wirklichkeit

Vision trifft Wirklichkeit

Das Auditorium
Das Auditorium

Von Johanna Renate Wöhlke
Ausbildungsplätze für Hauptschulabsolventen
Preisverleihung Stiftung Hamburger Hauptschulmodell  2010

Reden gehören dazu, wenn Preise verliehen werden. Reden werden erwartet, wenn Preise verliehen werden. Preise sind es wert, dass man über sie redet? Dieser Preis war und ist es wert, dass man über ihn redet, und zwar nicht nur redet mit den Worten der Wirtschaft, sondern auch redet mit den Worten des Herzens. Es geht um Jugendliche und ihre Zukunft beim „Hamburger Hauptschulmodell“. Es geht darum, jungen Menschen den Boden unter den Füßen zu vermitteln, zu stärken und zu entwickeln, den sie benötigen, um Tritt im Leben zu fassen, sich einzurichten in ihrer Zukunft.

Drei Schulen, bei denen das besonders gut gelungen ist, wurden nun vorgestellt und in Anwesenheit von Hamburger Unternehmen und etwa einhundert Schulleitungen ausgezeichnet: die Schule Richard-Linde-Weg in Lohbrügge, die Gesamtschule Fritz Schumacher in Langenhorn und die Gesamtschule Kirchwerder. Die Preise sind mit je 2000 Euro dotiert.
In den Räumen von Hapag Lloyd am Ballindamm  nahmen Vertreter und Vertreterinnen der drei Schulen ihre Preise in Empfang, überreicht durch Dr. Michael Otto, Vorsitzender der OTTO Group, Michael Behrendt, Vorsitzender der Hapag Lloyd AG und Rolf Steil, Direktor der Arbeitsagentur Hamburg. Bildungssenatorin Christa Goetsch würdigte die Leistung der Schulen und die soziale Bedeutung dieser Initiative aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik: „ Das Hamburger Hauptschulmodell hat sich sehr Die Gesamtschule Kirchwerder  bekommt ihren Preis von Dr. Michael  Ottobewährt, weil es die oft verkannten Stärken von Hauptschülern aufnimmt und sie kompetent und engagiert in die betriebliche Ausbildung begleitet.“

Dr. Michael Otto erklärte unter anderem: „Unser Ziel muss sein, allen Jugendlichen ungeachtet ihrer Herkunft und Schulbildung die Ausbildung zu geben, die ihren Stärken und Interessen entspricht. Wie der Weg dahin aussehen kann, zeigen wir mit dem Hamburger Hauptschulmodell, dass inzwischen von 15 Regionen außerhalb Hamburgs übernommen wurde. Hier erreichen Schulen auch in einem vermeintlich belasteten sozialen Umfeld hervorragende Übergangsquoten in die ungeförderte betriebliche Ausbildung, wie es das Beispiel der Preisträgerschulen zeigt.“

Freude auch bei den Vertretern der Gesamtschule Fritz Schumacher,  die den Preis von Michael Behrendt übereicht bekommtMichael Behrendt betonte in seiner Rede: „Vor dem Start ins Berufsleben werden wichtige Weichen in der Schule gestellt. Die Verantwortung der Schule endet jedoch nicht mit dem letzten Schultag. Vielmehr müssen Schulen heutzutage auch dafür sorgen, dass die Schüler eine Perspektive über den Abschluss hinaus erhalten. Dies wird im Hamburger Hauptschulmodell gemeinsam mit Hamburger Unternehmen vorbildlich gefördert.“

Rolf Steil freute sich über den Erfolg des Modells: „Wir helfen mit dem Hamburger Hauptschulmodell, dass Potentiale junger Menschen genutzt werden. Es schafft Chancen und Zugang zur betrieblichen Ausbildung und bildet Vertrauen bei Rolf  Steile überreicht den Preis an die Schule Richard-Linde Wegden kooperierenden Betrieben. Mit der Begleitung durch unsere Berufsberatung bringen wir Jugendliche zielgerichtet direkt in eine Duale Ausbildung.“

Das Hamburger Hauptschulmodell, mit der Koordinierungsstelle Ausbildung der Arbeitsstiftung Hamburg, unterstützt seit 2001 Jugendliche auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die Koordinierungsstelle arbeitet eng mit allen Schulen zusammen, aus denen Schulabgänger mit Hauptschulabschluss hervorgehen, der Arbeitsagentur Hamburg und 75 Unternehmen. Gefördert wird durch die Bildungsbehörde, die Behörde für Wirtschaft und Arbeit, die Bundesagentur für Arbeit, die privat equity foundation und 75 Hamburger Unternehmen.

Drei Jugendliche berichteten über ihre Erfahrungen bei der Arbeitsplatzsuche und machten sehr deutlich, wie wichtig es ihnen ist, genau das zu leisten und einzusetzen, was für sie selbst und das Unternehmen zu guten Ergebnissen führt – drei Hauptschüler, die an ihrem eigenen Werdegang dokumentieren konnten, zu welch positiven Ergebnissen es führen kann, wenn Chancen eröffnet werden.

Informationen zu den Preisträgern:

Schule Richard-Linde-Weg:

Die  Haupt- und Realschule Richard-Linde-Weg in Lohbrügge fördert den Übergang junger Menschen in das Berufsleben besonders mit dem Programm „anSCHub zum Erfolg“. Schülerinnen und Schüler der Hauptschulklassen 8 und 9 absolvieren hierbei an jeweils zwei vollen Arbeitstagen pro Woche ein Praktikum in einem Betrieb ihrer Wahl. Dieses Projekt ist ein essenzieller Bestandteil des Unterstützungs- und Beratungsangebots der Schule. Das Schuljahr 2008/2009 wurde nicht zuletzt vor dem Hintergrund der vielen Schulabgänger nichtdeutscher Muttersprache ein besonderer Erfolg, denn 15 von 38 Schülern konnten eine Ausbildung aufnehmen. Das entspricht einer Übergangsquote in die ungeförderte Ausbildung von 40 Prozent.
http://www.schulerlw.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3

Gesamtschule Fritz Schumacher

Die Gesamtschule Fritz-Schumacher in Langenhorn zeichnet sich die durch ihre effektive Begleitung der Schüler bei deren Einbindung in das Berufsleben aus. Betriebserkundungen und Praktika in ausbildenden Unternehmen zählen ebenso zum Angebot  wie eine vielfältige Beratung für die Berufsplanung der Jugendlichen, die schulintern und durch externe Partner geleitet wird. Die Fritz-Schumacher-Schule ist zudem Partner der ersten Stunde der Koordinierungsstelle Ausbildung. Die gute Arbeit im Bereich der Berufsorientierung schlägt sich auch in den Übergangsquoten der Jugendlichen mit einem Hauptschulabschluss nieder. Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre lag die Übergangsquote in die ungeförderte Ausbildung direkt nach Verlassen der Schule bei 34 Prozent.                                                                                                                       http://www.hh.schule.de/fss/wir/lehrer.html

Gesamtschule Kirchwerder

Die Gesamtschule Kirchwerder zeichnet sich besonders durch die Integration von Berufsorientierung in den Schulalltag aus. Dies geschieht durch die enge Kooperation mit lokalen Arbeitgebern. Neben allgemeinen Informationsveranstaltungen werden individuelle Lösungen für Jugendliche unterschiedlicher Interessen gefunden, die gruppenweise an verschiedenen Angeboten, zum Beispiel einem Werkstattkurs bei Lufthansa-Technik, teilnehmen können. Die Schule Kirchwerder ist auf diese Weise zu einem festen Partner für Unternehmen im Raum Bergedorf und den Vierlanden geworden. Da überrascht es nicht, dass die Schule Kirchwerder seit Jahren eine sehr hohe Quote an Übergängen in die ungeförderte duale Ausbildung hat, im letzten Schuljahr erreichten 10 von 25 Jugendlichen dieses Ziel. Das entspricht einer Übergangsquote in die ungeförderte betriebliche Ausbildung von 40 Prozent.

http://schule-kirchwerder.hamburg.de/index.php/

Fotos: Johanna Renate Wöhlke

Schreibe einen Kommentar