Der Mann und sein Hemd

Von Johanna Renate Wöhlke

Wie ist das mit den Männern und ihren Hemden eigentlich wirklich? Anders formuliert: Kann man wirklich einen Mann dafür verantwortlich machen, dass der berühmte Knopf über dem Bauch das Hemd nicht so salopp und perfekt schließt, wie man es von einem gut sitzenden Hemd erwarten kann? Schließlich ist nicht der Mann der Diener des Hemdes, sondern das Hemd der Diener des Mannes. Da müssen sich doch die Hemdenfabrikanten sehr ernsthaft fragen lassen, warum sie den Mann als Hemdträger immer noch vorrangig über seine Kragenweite definieren. Das alleine scheint aber nicht der Stein des Weisen zu sein, einem Mann und seiner Figur gerecht zu werden! Es gibt nämlich auch bei Männern die unterschiedlichsten „Exemplare“ mit einer großen Variationsbreite. Es ist also durchaus immer wieder an der Tagesordnung, dass ein Mann mit einer kleinen Kragenweite einen im Verhältnis dazu großen Bauch hat. Andererseits sind Figuren durchaus denkbar, die einen kleinen Bauch und eine große Kragenweite haben. Diese zweite Variante ist natürlich ungerechterweise nicht davon betroffen, dass das Hemd über dem Bauch spannt – denn wo nichts ist, kann auch nichts spannen! Sie merken ganz deutlich: Das ist die reine und pure Wissenschaft des männlichen Hemdes. Sie kann kompliziert sein – und gerade deshalb den Mann trösten, denn wie schon gesagt: Am Bauch liegt es nie, es liegt immer nur daran, dass das Hemd nicht passt, weil es nicht die richtige Größe hat. Was sich alles so beim Mann zwischen Kragen und Bauchmitte abspielt, scheint eben auch ein Geheimnis zu sein, das sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Männer, bewahrt eure Geheimnisse…

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