Balaton-Überschwimmen 2009 in Ungarn

Von Dr. László Kova
Der Plattensee, ungarisch Balaton, die Ungarn nennen ihn stolz „das ungarische Meer“, ist der größte Binnensee in West- und Mitteleuropa. Seine Oberfläche beträgt 600 km2, seine Länge beträgt 77 km, seine maximale Breite 16 km, die schmalste Stelle ist mit 1,1 km bei Tihany. Die durchschnittliche Tiefe ist   3-3,5 m, vor Tihany beträgt die Tiefe 11-12 m. Die  Wasserzufuhr erfolgt durch das Flüsschen Zala und am Norden durch kleinere Bäche. Das Wasserniveau wird auf der Ostseite durch den Kanal Sió technisch reguliert.
 Badevergnügen im Plattensee
Durch die große Oberfläche verliert der See im heißen Sommer durch Verdunstung schnell an Tiefe und ebenso, wenn die Regenzeiten ausfallen. Da dieser See relativ flach ist, ändert sich auch die Wassertemperatur stark und schnell. Im Sommer ist er angenehm warm. Bei Nordwind können gefährliche Wellen entstehen.

Am Nordufer wird der See schnell tief, die Südseite ist flacher, hat sandigen Boden und ist zum Baden besser geeignet. Die Badestellen sind überall am Balaton gut markiert und werden aus Sicherheitsgründen von Rettungsschwimmern überwacht.

Der 28. Balaton-Überschwimmen erfolgte am 01.09.2009, nachdem die Veranstalter wegen Gewittergefahr und wuchtigen Windböen auf  Gespanntes Warten am Ziel auf die noch schwimmenden Freundezwei angekündigte Termine verzichten mussten. Das große sportliche Ereignis lockt seit Jahren nicht nur die einheimischen Sportlerinnen und Sportler, sondern auch ausländische.

Der Direktor der internationalen Veranstaltung László Szabó betont, dass das Balaton-Schwimmen eigentlich kein Wettkampf ist, sondern „eine Bravour oder ein Erweisen des Mannesmutes“. Nach einer ärztlichen Kontrolle vor dem Start können alle Gesunden mit schwimmen, die Courage haben, die Entfernung von 5,2 km zwischen Nord- und Südufer (Révfülöp – Balatonboglár) zurückzulegen. Aber man sollte die Distanz äußerst respektieren, da es eine große sportliche Herausforderung ist, die man ohne regelmäßiges Training nicht leisten kann, sogar sich in Gefahr bringt.
 Ein freudevolles „small talk“ nach dem Schwimmen
Die Teilnehmer setzen sich 2009 aus Sport- und Schwimmvereinen zusammen, sowie aus solchen Sportliebhaberinnen und –liebhabern, die sich in unterschiedlichen Sportarten das ganze Jahr hindurch fitt halten.

Bei prallem Sonnenschein starteten dieses Jahr 9.299 Sportlerinnen (28,8%) und Sportler (71,2 %) aus 29 Ländern. Daraus gaben nur 1,7% auf. Durch die an der Pressestelle geführten Interviews wurde klar, dass die Wassertemperatur diesmal stimmte, der auf der Wasseroberfläche reflektierender Sonnenschein verträglich war und nur die großen Wellen in der Mitte des Sees etwa bei 3000 m die meisten Schwimmer aus dem Rhythmus brachten.

Die beste Zeit erreichten bei den Frauen Éva Risztov mit 01:05:54 und bei den Männer Dávid Verrasztó mit 01:02:55. Die Durchschnittszeit beträgt 02:52:46. Aus der Teilnehmerliste kann man statistisch ermitteln, dass sich aus Deutschland 53 Interessenten am Schwimmereignis beteiligten. Der Verfasser dieses Artikels leistete in diesem Sommer die Strecke das 7. Mal und erreichte mit 02:03:12 den 833. Platz.

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