Neues vom Schauspielhaus

Das glänzende Ensemble der ' IKEA Revue'
“Das glänzende Ensemble der ' IKEA Revue' “

Von Hans- Peter Kurr

Von Saison zu Saison deutlicher  bewähren sich Friedrich Schirmers, des Schauspielhaus-Intendanten und seines Stellvertreters Michael Propfe Spürnasen auf der Suche a.) nach zeitgemässen oder gar zukunftweisenden Theaterformen und b.) nach hochqualifiziertem künstlerischem Personal, diese auf der Bühne umzusetzen.
Paradebeispiel für erstgenannte Theaterformen ist eine Art musikalischer Revue im Grossen Haus unter dem Titulum „Das Wunder von Schweden“, die die Lebensgeschichte des Ikea-Gründers Ingvar Kamrad erzählt.

"Der junge Hierse in der Titelrolle Hamlet"
"Der junge Hierse in der Titelrolle Hamlet"

Da es sich dabei um eine Co-Produktion mit den Recklinghäuser Ruhrfestspielen handelt, konnte man bereits im Sommer des laufenden Jahres in Otto Burrmeisters Festspielhaus registrieren, um welch‘ eine – im brechtischen Sinn – unterhaltsam-belehrende kapitalismuskritische Bühnenshow es sich handelt, mit einem Darsteller-Ensemble von gebündelt berauschender Qualität.-
Eine leider weit verbreitete Kritiker-Unsitte, nach Premieren Stücke zu beschreiben, aber die Schauspieler nicht namentlich zu erwähnen, verkehrt sich hier ins Positive:
Einzelne aus jenem Ensemble der singenden Schauspieler (Im Gegensatz zu den „commercial“-Musicals eine wahrhafte Köstlichkeit seit den Tagen des Vaudeville) hervorzuheben, hiesse die Gesamtleistung ebenderselben nicht adäquat zu würdigen. Im Ganzen: Ein toller Abend, der aus sich heraus den Verdacht schwinden lässt, es könnte sich sich um eine subventionerte PR-Produktion über das schwedische Möbelhaus handeln. „Neues vom Schauspielhaus“ weiterlesen

Grün kommt später

Von Renato Diekmann

Statt Sprit sparender Fahrzeuge präsentieren die Autokonzerne auf der IAA immer mehr PS.

Krise? Welche Krise?

„Nur auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main finden die Besucher Antworten auf die Herausforderungen der Krise“, verspricht selbstbewusst Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der deutschen Automobilhersteller (VDA). Zwar gibt es lt. auto motor sport auf der Automesse vom 17. bis 27. September 2009 einige wenige grüne Tatsachen und viel ökologische Zukunftsmusik, aber von Krise, Umdenken und Zurückhaltung kann gar keine Rede sein. Vielmehr ist Kräftemessen und Megaluxus angesagt, so das Magazin.
Hier die Wagen zur Wirtschaftkrise:

Nur Fliegen ist schöner! „Grün kommt später“ weiterlesen

Die grossen Frauen-Figuren suchen

Thekla Carola Wied spielt im Ibsen im Ernst-Deutsch-Theater

Von Hans- Peter Kurr

carola-wied-11435198-mfbq,templateId=renderScaled,property=Bild,width=46502„Nicht dafür“, antwortet Isabella Vertez-Schütter denjenigen Hamburger Theaterfreunden, die ihr danken, dass sie die Spielzeit 2009 / 2010 am 27. August mit dem vier Jahre nach „Baumeister Solness“ entstandenen sperrigen Ibsen-Alterswerk „John Gabriel Borgmann“ eröffnete. Und das in einer hochkarätigen Besetzung:
Hamburgs „Urgstein“, Uwe Friedrichsen, mit 75 Jahren in der ungemein strapaziösen Titelrolle, Elfriede Irall, die erst vor wenigen Monaten , gemeinsam mit Pleva, an den Hamburger Kammerspielen brillierte, und Thekla Carola Wied, eine der besten deutschen Menschendarstellerinnen ihrer Generation, die – im Gegensatz zu einigen ihrer Kolleginnen -den Sprung vom TV-Studio zurück auf die Bühne (, von der sie als ehemalige Folkwang-Hochschülerin einst gekommen ist),mühelos vollzieht und nicht ab 8. Reihe nur noch als Stummfilm-Ikone zu erleben ist.-
„Ich bin ein Mensch, der noch staunen kann“, sagt die Bundesfilm-Preisträgerin in Gold, „Ich gehe eine Sache an und denke gar nicht an Erfolg. Ich arbeite und bin dann erstaunt, dass alles gut gegangen ist. In einem Künstlerleben ist aber auch inbegriffen, dass man staunen darf über Misserfolge.“- Die Arbeit an dem schwierigen Ibsen-Stück kommt ihr künstlerisch entgegen: “ Auf der Suche nach grossen Frauenfiguren ist ein reiches Feld zu beackern. Hier, bei Ibsen, gibt es eine Chance dazu.
Auf die Frage, was für sie ein persönliches, ausgefülltes und glückliches Leben sei, antwortet sie :“Die Fähigkeit zu besitzen, sein Glück zu  e r k e n n e n !“

Beifallstürme im „Hamburger Sprechwerk“

……..bei der Saunders-Premiere „Wirklich schade um Fred“

Von Hans- Peter Kurr

Warum es an diesem Abend ausgerechnet um einen gewissen Horst „schade“ sein sollte, obwohl der Autor James Saunders in seinem Debut-Stück darauf bestand, es sei „schade“, dass ein gewisser „Fred“ vor langer Zeit „zweigeteilt“, also ermordet, wurde, erschloss sich bei der Premiere des Stückes „Wirklich schade um Fred“ im Hamburger Sprechwerk dem Zuschauer ebensowenig wie dem das literarische Saunders – Erbe in Deutschland betreuenden Rowohlt-Theaterverlag, dessen Leiterin, Corinna Brocher, auf der Verwendung des Originaltitels für die kommenden Vorstellungen bestand.
Hilde Spiels kongeniale Saunders-Übersetzungen (Szent of Flowers, Eremit etc.) durch eine Bearbeitung der Originalfassung in (Zitat:) „typisch norddeutsche lakonisch-trockene Komik“, die die zwei Schauspieler Jasmin Buterfas und Joachim Liesert (Beide hervorragend für die Thematik geeignete Darsteller!) vorgenommen haben, zu rsetzen, ist zwar ein kühnes Unterfangen, darf aber als wohlgelungen bezeichnet werden. „Beifallstürme im „Hamburger Sprechwerk““ weiterlesen

Celle – Herzögliche Residenz mit sprechenden Laternen

Von Uta Buhr

Das Celler SchlossDie ganze Welt ist ein Theater! Wer Celle besucht, kann leicht zu dieser Einsicht gelangen. Die alte Residenzstadt in der Südheide mit ihrem Renaissanceschloss und einer Fülle prächtiger Fachwerkhäuser – es sollen an die fünfhundert sein – ist eine ideale Kulisse für bühnenreife Auftritte schauspielerisch begabter  Cellenser.  Übrigens … der Name Cellenser gebührt nur Personen, die in den Mauern der Stadt geboren wurden. Die Zugereisten heißen schlicht Celler.
Die Dame im Reifrock und den bunten Schleifchen im blonden Haar stellt sich mit einem graziösen Hofknicks vor: „Gestatten, mein Name ist Madame Lucie. Bitte sprechen Sie ihn französisch aus. Das ist Brauch am herzöglichen Hof. Folgen Sie mir möglichst leise durch unser Schloss. Ich habe Ihnen eine Menge zu erzählen.“ „Celle – Herzögliche Residenz mit sprechenden Laternen“ weiterlesen

Balaton-Überschwimmen 2009 in Ungarn

Von Dr. László Kova
Der Plattensee, ungarisch Balaton, die Ungarn nennen ihn stolz „das ungarische Meer“, ist der größte Binnensee in West- und Mitteleuropa. Seine Oberfläche beträgt 600 km2, seine Länge beträgt 77 km, seine maximale Breite 16 km, die schmalste Stelle ist mit 1,1 km bei Tihany. Die durchschnittliche Tiefe ist   3-3,5 m, vor Tihany beträgt die Tiefe 11-12 m. Die  Wasserzufuhr erfolgt durch das Flüsschen Zala und am Norden durch kleinere Bäche. Das Wasserniveau wird auf der Ostseite durch den Kanal Sió technisch reguliert.
 Badevergnügen im Plattensee
Durch die große Oberfläche verliert der See im heißen Sommer durch Verdunstung schnell an Tiefe und ebenso, wenn die Regenzeiten ausfallen. Da dieser See relativ flach ist, ändert sich auch die Wassertemperatur stark und schnell. Im Sommer ist er angenehm warm. Bei Nordwind können gefährliche Wellen entstehen.

Am Nordufer wird der See schnell tief, die Südseite ist flacher, hat sandigen Boden und ist zum Baden besser geeignet. Die Badestellen sind überall am Balaton gut markiert und werden aus Sicherheitsgründen von Rettungsschwimmern überwacht. „Balaton-Überschwimmen 2009 in Ungarn“ weiterlesen

“Torn From The Flag”

(Herausgerissen aus der Flagge)
Von Dr. László Kova
 Die ungarische Producerin Klaudia KovácsKlaudia Kovács ist die Producerin für den Dokumentarfilm „Torn From The Flag“ (Herausgerissen aus der Flagge), der im Juli 2009 in Budapest für Filmemacher und den  Filmverleih vorgeführt wurde. Der Film war der „Schlager“ des Internationalen Filmfestivals in Eger (Slow Film Festival) vom 25. Juli bis 01. August 2009. „Torn From The Flag“ wurde während des Festivals mehrmals im vollbesetzten Kino ´Úránia´ gezeigt, jeweils mit „standing ovation“ des Publikums nach der Vorführung. Der Film nahm bis jetzt auf 16 internationalen Filmfestivals teil und gewann 6 Auszeichnungen.

Anlass des Filmtitels ist, dass die Revolutionäre zu Beginn des Volksaufstandes 1956 aus der ungarischen Flagge das kommunistischen Wappenzeichen herausrissen. So wurde die gelochte Nationalflagge (Trikolor) das Symbol der ungarischen Revolution vor 53 Jahren. „“Torn From The Flag”“ weiterlesen

Aquarelltriennale in Ungarn

Der Preisträger 2009 Géza Szily mit einer Mitausstellerin Magdolna Ványai

Von Dr. László Kova

Aus der Biennale wurde dieses Jahr eine Triennale. Über 40 Jahre lang veranstaltete der Verein der Ungarischen Aquarelllisten die Biennales, die demnächst in jedem dritten Jahr als Triennale die besten Arbeiten der „Wassermaler“ zeigt. William Turner war der erste bildende Künstler, der das Aquarell (Watercolor) auf den internationalen Rang erhoben hatte. Die Aquarellmalerei gilt als die schwerste Technik der Malerei schlechthin. Beliebt ist sie, aber mit ihr richtig umzugehen kann man nur nach jahrelangem Studium.

Die I. Ungarische Triennale wurde in der Stadt Eger, Bischoff- und Universitätsstadt, in der großräumigen Templom-Galerie veranstaltet. Der 6-köpfigen Juri gelang es aus der Vielzahl der eingesandten Arbeiten eine sehr attraktive Ausstellung zusammen zu stellen, die bis zum 18. September 2009 zu besuchen ist. Der erste Preis ging an den Kunstmaler Géza Szily, der auch in Hamburg bekannt ist, da er vor einigen Jahren in der Galerie Mensch regelmäßig ausgestellt hat.

Die Bilderpräsentation gewinnt dadurch auch einen internationalen Zulauf, dass die im Nordungarn am Fuß des Bükk-Gebirge liegende Stadt Eger einem wirtschaftlich bedeutenden Tourismus erfreuen kann. In der Stadtmitte erhebt sich eine Burg aus der osmanischen Zeit, die mächtige Kathedrale ist nicht zu übersehen, im historischen Liceum sitzt die Eszterházy Károly Universität und in den Weinkellern in der Stadt und auch in den umliegenden Tälern werden vorzügliche Weiß- und Rotweine aufgetischt.