Hochbahn – Reportage

In Zukunft „fliegen“ Hamburgs U-Bahnen über- und untereinander
Sechsmonatige Sperrung Berlinert Tor – Gänsemarkt in Kürze beendet

Von Hans- Peter Kurr

Mitten im Winter, kurz nach Jahresbeginn, traf Hamburgs Bürger die Nachricht – lapidar und deutlich:
Bis zum 28. Juni 2009 wird der Betrieb der U 2 zwischen Gänsemarkt und Berliner Tor in beiden Richtungen unterbrochen. ein Blick von oben auf die Gleise der U3 am Berliner TorUnd über die Lautpsrecher in Bahnen und Bussen hiess es : Ein Ersatzverkehr ist eingerichtet.-
Über ein halbes Jahr, sinnierte so mancher, der täglich zu seiner Arbeit fuhr, was mag da geschehen?
Nun hat der Monat Juni 2009 begonnen und, wer lange genug in Hamburg lebt und arbeitet, wird keinen Zweifel daran haben, dass die HOCHBAHN AG, die ja Tag für Tag über eine Million Fahrgäste befödert, pünktlich am 29. Juni morgens um 04.30 Uhr den „normalen“ Betrieb wieder aufnehmen wird. Was ist dann normal? Dieser Begriff muss für die Zukunft auf den Strecken unter Hamburgs Oberfläche und den Hochstrecken auf den Storchenbeinen neu definiert werden. Verkürzt kann man sagen : Die U 2 fährt dann (streckenweise) auf dem Gleisbett der U 3 und jene auf dem der U 2. Noch konkreter bedeutet  das: Auf der heftig frequentierten Streckenführung Mümmelmannsberg bis Berliner Tor heisst das Transportmittel jetzt U 2 und wird mit „Vollzügen“ in einer Gesamt- Länge von 120 Metern befahren. Dies war, als die  U 3 noch durch die dichtbevölkerten Vororte wie Steinfurter Allee, Billstedt etc. fuhr, nicht möglich, weil die Bahnsteiglänge in den Stationen Mönkebergstrasse und Rathaus nur 90 Meter beträgt. Das zu ändern hätte weitaus höhere Summen verschlungen als die jetzt durchgeführten Baumassnahmen! In Zukunft also fährt die  U 2 auch von Mümmelmannsberg bis Niendorf Nord, hat die doppelte Fahrgastkapazität, was sich besonders an den „TagesranThermitschweißen der U-Bahn-Schienen (alles Handarbeit):dverbindungen“ angenehm bemerkbar machen dürfte und wird auf ihrer alten Streckenführung zwischen Berliner Tor und Wandsbek-Garstenstadt durch die ( statsitisch ermittelt!) geringer frequentierte U 3 ersetzt,die dann auch wieder bequem an „ihren“ Bahnhöfen Mönkebergstrasse und Rathaus halten kann. Alles geklärt? Keine Fragen mehr offen? Das musste gegen Ende der über vierjährigen Umbauphase, deren letzte Monate ja nur für den Fahrgast besonders spürbar geworden waren, einmal verklart werden, zumal die Erfüllung des ungeschriebenen Gesetzes „U-Bahnen dürfen sich nicht kreuzen“ die unterirdischen Bauarbeiten am Berliner Tor für die Hochbahn-Ingenieure und -techniker zu einer uns Laien kaum verständlich zu schildernden Aufgabe wurde. Kurz gefasst könnte man sagen: Sie erfanden, um ihrem eisernen Gesetz , das international gilt, Geltung zu verschaffen, eine Art Fly-Over und Fly-under-System, wie man es aus dem Strassenverkehr von Weltstädten kennt: U2 und U3 „fliegen“ in Zukunft  am Berliner Tor über und untereinander.- Als bemerkenswert
registrierten die Mitarbeiter der Hochbahn das Verhalten der Fahrgäste in dieser langen Umbauzeit. Dazu Pressesprecher Christoph Kreienbaum:
„Wir haben in Hamburg die Spezies des ‚mündigen‘ Kunden und hatten daher – auch wegen unserer zahlreichen ‚Aufklärungskampagnen‘ in diesen Monaten – kaum Beschwerden.
Also „Leinen los“  am 29. Juni um 04.30 Uhr!

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