„Sommer unterm Schirm“

Singende, tanzende, musizierende Jugendliche

Von Dr. László Kova

Eidelstedt (lak). Eine dreiwöchige pädagogische Arbeitsperiode schloss der Eidelstedter Jugendclub Hörgensweg am 23. August unter dem Titel „Sommer unterm Schirm“ ab. Die Veranstaltung ´Music and Performance´ war auf der großen Wiese vorgesehen, aber die Götter spielten mit dem Wetter leider nicht mit: Es regnete trostlos und es war kalt. Die Organisatoren hätten den geplanten Sonnenschirm mit einem riesigen Regenschirm eintauschen müssen, wenn die Johannesgemeinde in Dallbregen mit ihren Räumlichkeiten nicht ausgeholfen hätte. „„Sommer unterm Schirm““ weiterlesen

Der Hochschwarzwald – Deutschlands Schlemmerregion

Kultour durch eine traumhafte Landschaft
IMG_1672Von Uta Buhr

„Es lächelt der See, er ladet zum Bade“, deklamiert die gestandene Berlinerin und stürzt sich in die glasklaren Fluten des Titisees. Mit einer Fläche von lediglich 1,1 qkm ist er zwar nicht der größte, aber mit Abstand schönste See im ganzen Schwarzwald. Das behaupten zumindest die Anrainer, die den nahen fünfmal so großen Schluchsee zwar auch nicht schlecht finden. „Aber er ist halt nur ein Stausee“, sagen sie, und lange nicht so geheimnisvoll wie ihr „lacus“, der seinen Namen dem römischen Kaiser Titus Flavius Vespasianus verdankt. Der soll im ersten nachchristlichen Jahrhundert hier vorbeigeschaut und den See atemberaubend  gefunden haben. Ob der Eroberer Jerusalems wirklich einmal vor Ort war, ist zwar historisch keineswegs belegt, aber eine hübsche Legende, die sich auch touristisch gut vermarkten läßt.
Genauso wie jene von der reichen Stadt, die einst vom See verschlungen wurde, weil die Bewohner in frevelhaftem Übermut Brote aushöhlten und als Schuhe benutzten. In mondhellen Nächten soll man noch das Glockengeläute aus der Tiefe vernehmen können. „Der Hochschwarzwald – Deutschlands Schlemmerregion“ weiterlesen

Augen auf und aufmerksam durch

Von Renato Diekmann

BG_Aktion_2009Nirgendwo bewegen sich so viele unterschiedliche Verkehrsteilnehmer auf so engem Raum wie in Ortschaften. Fußgänger, Radfahrer, Kinder, Auto- und LKW-Fahrer, Bus- und Motorradfahrer teilen sich diesen Verkehrsraum. Das bedeutet fast zwangläufig ein erhöhtes Konfliktpotenzial und damit leider auch mehr Unfälle.
Stress, Lautstärke, Ablenkung und unübersichtliche Verkehrssituationen sind die wesentlichsten Faktoren, die Verkehrsteilnehmer beeinträchtigen. „Augen auf und aufmerksam durch“ weiterlesen

Wo Bismarck am größten ist

Das monumentalste Denkmal des Reichsgründers steht ausgerechnet im nie zu Preußen gehörenden Hamburg
Von Manuel Ruoff
Hamburg-Bismarck-DenkmalDas größte Bismarckdenkmal der Welt steht bemerkenswerterweise nicht auf preußischem Boden, sondern in Hamburg – das nie zu Preußen gehört hat. Vielmehr hatte die Kaufmannsstadt zu Preußen im allgemeinen und zu Bismarck im besonderen ein anfänglich nicht ganz unproblematisches Verhältnis. Gemeinhin haben Kleinstaaten zu großen Nachbarn ihrer großen Nachbarn bessere Beziehungen als zu ihren großen Nachbarn. Das traf auch für das Verhältnis Hamburgs zu Österreich im Vergleich zu jenem zu Preußen zu. Hinzu kamen in diesem Falle Spezifika. Im Vergleich zum stark militärisch geprägten Preußen kam das eher zivile Naturell der Österreicher den die Hansestadt politisch dominierenden Kaufleuten stärker entgegen. Die Neigung der Österreicher zu einer eher lockeren, föderalen Lösung der deutschen Frage entsprach zudem stärker dem traditionellen Hamburger Drang nach Selbständigkeit. Ein prägendes Erlebnis für die Hamburger war die Wirtschaftskrise von 1857. Während sich das nahe Preußen auf kluge Sparvorschläge beschränkte, schickte Österreich Silber, um den Liquiditätsengpaß zu überwinden. Folglich verspürten die Hamburger denn auch wenig Neigung, 1866 an der Seite Preußens in den deutschen Bruderkrieg gegen Österreich zu ziehen. Rücksichtslos mußte Bismarck ihnen erst mit dem Verlust der Eigenständigkeit drohen, bevor sie endlich Soldaten Richtung Süden in Marsch setzten.
Ähnlich entschlossen zeigte sich Bismarck auch, als er sich nach seinem konservativen Schwenk zur Schutzzollpolitik 1878 in den Kopf gesetzt hatte, das Territorium des Deutschen Reiches zu einem einheitlichen „Wo Bismarck am größten ist“ weiterlesen

Der Kommissar schlechthin

Vor 25 Jahren, am 19. Juli 1983, starb der Berliner Schauspieler Erik Ode

Von  Manuel Ruoff

Erik OdeDer bekannteste Fernsehkommissar Nachkriegsdeutschlands kam am 6. November 1910 in Preußens Hauptstadt Berlin zur Welt. Seine Eltern waren die Schauspieler Fritz Odemar und Erika Nymgau. Aufgewachsen ist Erich Odemar, wie Erik Ode eigentlich hieß, in Hamburg. Seine Mutter spielte am Altonaer Theater. Durch seine Eltern in doppelter Weise vorbelastet, spielte Ode bereits zwölfjährig in einem Film mit. Es war der Stummfilm „INRI“, bei dem er mit Henny Porten und Asta Nielsen vor der Kamera stand. Eigentlich wollte er ja Kameramann werden, aber er setzte dann doch die als Zwölfjähriger begonnene Karriere fort.
Nach einer Schauspielausbildung stand er 1928 am Berliner Schiffbauerdamm-Theater auf den Brettern, welche die Welt bedeuten sollen. Im selben Jahr gründete er in der Reichshauptstadt mit dem Königsberger Max Colpet das Kabarett „Anti“. Auf vielen Bühnen Berlins, aber auch anderer Städte konnte man Ode in den 30er Jahren in Stücken wie „Der Apfel ist ab“ sehen. 1938 hatte er Engagements auf der Isle of Wight und in London. 1939 war er dann wieder in Deutschland. Nun arbeitete er am Münchner Staatsschauspiel, wo er vor allem mit „Das Konzert“ Erfolge feierte. „Der Kommissar schlechthin“ weiterlesen

Entern, rauben und brandschatzen!

Schwesternkrieg und ein Seewolf – Die Störtebeker Festspiele in Ralswiek auf Rügen

Von Günther Falbe, Fotos: Renato Diekmann

Sie entern wieder, rauben und brandschatzen. Nicht am Horn von Afrika oder wo im Augenblick die Piraten unserer Zeit die Weltmeere unsicher machen – nein, direkt vor unserer Haustür an der deutschen Ostseeküste. Und das höchst legal "Ein Hauen und Stechen: Die Festspiele haben viele spannende  Kampfszenen in der Aufführungund dazu noch honoriert, nicht nur was die Gage betrifft, sondern auch mit dem nicht enden wollenden Beifall der allabendlich bis zu 8000 Zuschauer in dem Freilichttheater am Großen Jasmunder Bodden, das zu den reizvollsten Naturbühnen Deutschlands gehört. Hier in Ralswiek auf der Insel Rügen stehen bis zum 6. September die diesjährigen Störtebeker Festspiele unter dem Titel „Der Seewolf“ auf dem Programm, und schon die ersten Vorstellungen versprechen, daß Deutschlands erfolgreichstes Freiluft-Theater wieder einen Rekord einfahren wird. Wenn das Wetter mitspielt, aber das war ja schon den Veranstaltern beim Vorverkauf gewogen, der mit über 150000 verkauften und reservierten Karten eine Steigerung von fast 18 Prozent erbrachte. Daß durch die neue Rügen-Brücke über den Strelasund der gefürchtete Engpaß für die motorisierten Besucher behoben wurde, dürfte auch eine Rolle spielen. Rügen kann auf einen erfolgreichen Festpielsommer hoffen, der die Insel wieder in ein „Entern, rauben und brandschatzen!“ weiterlesen

Im „Heider Marktfrieden“ lebt die alte Bauernrepublik Dithmarschen weiter

Von Günther Falbe

BauernhochzeitHistorienfeste sind beliebt. Das geschichtsträchtige Deutschland bietet für solche Veranstaltungen eine reiche Pfründe, und sie werden auch genutzt, nicht zuletzt, weil sie den Fremdenverkehr beleben. Manche beruhen auf jahrhundertealter Tradition, andere sind erst in den letzten Jahrzehnten – im Besinnen auf die durch Kriege und Notjahre bewahrten Werte, – entstanden und in kürzester Zeit zum festen Bestandteil des deutschen Festspielkalenders geworden. Dazu gehört der „Heider Marktfrieden“ , der nicht, wie Unwissende glauben könnten, in einer Heideregion stattfindet, sondern in der Stadt Heide in Schleswig-Holstein.  Die einst freie und unabhängige Bauernrepublik Dithmarschen bietet mit ihrer bis in das 13.Jahrhundert zurück reichenden Geschichte ein so weites Feld an spektakulären Vorgängen, daß es auf der Hand lag, diese in ein „Historial“ umzusetzen. Man tat es vor zehn Jahren, und weil dies wohldurchdacht und historisch fundiert geschah, mit ständig wachsenden Erfolg, der in diesen Julitagen im 10.“Heider Marktfrieden“ gipfelte.

Auf dem Heider Marktplatz herrscht nach dem Frieden wieder Friede, das heißt, auf diesem größten deutschen Marktplatz – früher war dies der riesige Marktplatz im ostpreußischen Treuburg – ist wieder der reale Alltag eingekehrt. Denn so friedlich ging es bei dem  Volksfest, das traditionell in der zweiten Juliwoche stattfand, nun auch wieder nicht zu, weil der Marktplatz sich in eine Freilichtbühne verwandelt hatte, und das Theaterstück „Sag dem König Gute Nacht“ viel spektakulärer verlief wie der Titel vermuten läßt. „Im „Heider Marktfrieden“ lebt die alte Bauernrepublik Dithmarschen weiter“ weiterlesen

Otto wird 60

Lokaltermin mit dem Blödelbarden der Nation

Von Uta Buhr

Otto-ADies vorweg: Wer Otto nicht mag, hat keinen Geschmack! Auch mit nahezu 60 – am 22. Juli feiert er Geburtstag – strahlt er einen unwiderstehlichen Charme aus. Ein paar Falten um die Augen – Lachfältchen eben – das Blondhaar etwas schütterer. Ja, und ein wenig fülliger scheint der einstige „Strich in der Landschaft“ auch geworden zu sein. Doch sonst ist er ganz der Alte, der sich stets mit seinem vollen Namen Otto Waalkes vorstellt, aber jeden gleich ermutigt, ihn schlicht beim Vornamen zu nennen. „Otto wird sechzig. Glaub’ ja nicht, das rächt sich. Glaub’ lieber, das gibt sich. Dann wird er noch siebzig“, tönt er uns entgegen, als wir sein Büro im feinen Hamburger Stadtteil Uhlenhorst betreten. Und dann setzt er gleich noch eins drauf: „Sechzig Jahre und kein bisschen heiser, hahaha!“ So entspannt wie er da sitzt, einen Becher Tee vor sich, das berühmte schräge ottonische Grinsen auf den Lippen, wird er auch noch mit achtzig und gar neunzig die Nation mit seinen Späßen erheitern. „Jetzt geht doch die Party erst richtig los“, freut er sich. „Sehen Sie nur, wie erfolgreich Udo Jürgens, die Stones, Udo Lindenberg, Loriot sind…“ Dinos wie er. „Tja, und was mich betrifft: Humor hat nun mal kein Verfallsdatum.“ „Otto wird 60“ weiterlesen