Auto Vision

Von Renato Diekmann

Souveräner Gleiter
C6Wer früher einen großen Citroën fuhr, legte Wert auf unverwechselbares Design und technische Innovation. Schon die erste DS-Limousine, verehrt als „Göttin der Straße“, überzeugte durch ihre originelle Form, hatte Kurvenlicht und hydropneumatische Federung. Nun fährt Citroën erneut mit einem Wagen der Premiumklasse vor, der kompromisslos auf Avantgarde setzt. Mit der extrem langen Motorhaube, dem kurzen Heck und den höckerartigen Rückleuchten knüpft der C6 an die klassischen Spitzenmodelle der Vergangenheit an und führt Design und Komfort von CX und XM gekonnt fort. Durch die fließende Form mit der weit nach hinten gezogenen Dachlinie wirkt der fast 5 Meter lange C6  wie ein großes Coupé. Der enorme Radstand von 2,90 Meter schafft reichlich Platz für vier Personen plus Gepäck. Echtes Holz, blitzender Chrom, feine Materialien und bequeme, elektrisch verstellbare Ledersessel sorgen für Wohlbefinden im gediegenen Ambiente des rollenden Salons, der sich zwar exakt, aber etwas zu leichtgängig lenken lässt. Die Seitenscheiben in Verbundglas filtern Strömungsgeräusche, dämpfen Straßenlärm, sorgen für Ruhe im Interieur.
C6 CockpitUnter der eleganten Verkleidung steckt solide Qualität und fortschrittliche Technik. Den Chauffeur erwartet ein aufgeräumtes, sachliches Cockpit mit digitaler Instrumentenanzeige, Farb-Bildschirm in der Mittekonsole und ein Head-up-Display, das Geschwindigkeit und Navigationsanweisungen auf die Frontscheibe projiziert. Wie seine kleinen Brüder C4 und C5 verfügt der C6 über den infrarotgesteuerten Spurhalte-Assistent, der die Insassen vor Ausflügen in die Botanik bewahren soll. Beim ungewollten Überfahren von Begrenzungslinien lässt dieser die rechte bzw. linke Sitzfläche des Fahrers warnend vibrieren. Reifendrucksensor, mitlenkende Bi-Xenon-Scheinwerfer, Geschwindigkeitsregler und elektrische Parkbremse gehören ebenso zur Grundausstattung wie eine elektronisch gesteuerte Hydropneumatik mit variabler Dämpfung. Je nach Fahrbahneigenschaft lässt sich per Knopfdruck die Federung von der komfortablen in eine sportlich-dynamische Fahrweise umschalten. Auch bei der Sicherheit macht der Franzose keine Kompromisse. Die Insassen werden mit aktiven Kopfstützen und neun Airbags geschützt, darunter einen für die Knie und Schienbeine des Fahrers. Um Fußgänger im Falle einer Kollision weniger zu verletzen, hebt ein Aufprallsensor die Motorhaube innerhalb von 45 ms um 65 mm an.
Der Citroën C6 startet mit zwei seidenweichen V6-Triebwerken, die erstaunlich leise ihren Dienst tun. Der Dreiliter-Benziner entwickelt 211 PS und schluckt im Mix 11,2 l Super bleifrei. Der 2,7 HDi-Biturbo-Dieselmotor leistet 204 PS und braucht durchschnittlich 8,7 Liter. Ein Rußpartikelfilter ist für diese Klasse selbstverständlich und im Preis inklusive. Beide Motoren erzielen eine Spitzengeschwindigkeit von 230 km/h, werden in Verbindung mit einem Sechsgang-Automatikgetriebe angeboten, zeigen jedoch leichte Anfahrschwächen, was bei dem betont ausgelegten Fahrkomfort eines Citroëns nicht sonderlich stört. Das von Ford und PSA entwickelte Dieselaggregat, das bereits im Peugeot 607 und Jaguar S-Type arbeitet, gleicht den Aufpreis von 3.000 Euro durch den geringeren Verbrauch wieder aus und agiert mit 440 Nm Drehmoment bei 1.900 U/min agiler als der Benziner mit 290 Nm Drehmoment bei 3.750 U/m. Ein elektronisch ausfahrbarer Heckspoiler hält das Heck bei hohem Tempo sicher am Boden. C6
Der Citroën C6 wird in drei Ausstattungsvarianten angeboten. Das Basismodell des 3 Liter V6-Benziners beginnt bei 42.500 Euro, der V6-Diesel bei 45.500 Euro. Auf Wunsch lässt sich der C6 in der Pallas- oder Exclusive-Variante noch komfortabler ausstatten. Ob die elegante Limousine in Deutschland sechstausend Käufer gewinnt, wird sich Ende 2007 zeigen. Verdient hat sie es allemal. Ganz sicher aber weckt der Wagen Emotionen. Der C6 ist ein großer Franzose, verspricht wie seine Vorläufer Exklusivität mit hohem Fahrkomfort und bekräftigt durch sein authentisches Design den Anspruch auf Innovation in der Premiumklasse.

Infos: www.citroen.de

Franzosen-Golf neu aufgefrischt

Mégane Mit stärkeren Dieselmotoren, mehr Extras und überarbeitetem Design will Renault mit dem erfolgreichen Mégane weiter das meistverkaufte Kompaktmodell seiner Klasse in Europa bleiben. Äußeres Erkennungszeichen sind die neu gestylten Scheinwerfer und modifizierten Rückleuchten, der nunmehr schräg nach oben verlaufende Kühlergrill und die farblich integrierten Stoßfänger. Dadurch wirkt das Fahrzeug, das auf der gemeinsamen C-Plattform von Renault und Nissan basiert, nun um einiges dynamischer. Innen wurde der Mégane durch neue Polsterstoffe aufgewertet.Mégane Cockpit Das Material der Mittelkonsole fühlt sich jetzt soft an, die Instrumente sind klarer abzulesen, die Klimaanlage arbeitet präziser und ist mit einem Kohlefilter ausgestattet, der üble Gerüche aus dem Innenraum fernhalten soll. In den Ausstattungsvarianten Dynamique und Privilége setzen Chromringe im Lenkrad und Zierleisten an Handschuhfach und Lüftungsschiebern ebenfalls neue Akzente. Außerdem gibt es wegen des leicht verlängerten Radstandes etwas mehr Beinfreiheit für die Insassen. Die Sonderausstattung umfasst nun eine Reifendruckkontrolle, eine hintere Einparkhilfe, ein leistungsstarkes Audiosystem, mit dem CDs und MP3s abgespielt werden können, und ein weiterentwickeltes Navigationssystem mit ausfahrbarem Farbmonitor.
Mit der Überarbeitung hat Renault auch die Qualitätsmängel getilgt. So wurden z. B. schnellauflösende Kunststoffteile, Regensensor und Scheibenwischer komplett ausgetauscht sowie der Lieferant der Keycard gewechselt, die einen schlüssellosen Einstieg und Start des Fahrzeugs ermöglichen soll. Nach wie vor stehen drei-, vier- und fünftürige Limousinen, Kombi, Cabrio-Coupé und Mégane Renault Sport zur Wahl. Je nach Wunsch sorgen Benziner mit 98 bis 224 PS und Diesel mit 86 bis 150 PS Leistung für eine flotte oder sparsame Fortbewegung. Bei der Testfahrt rund um Nizza zeigte sich der Mégane 1,9 dCi FAP mit 130 PS und 6-Gang-Schaltgetreibe von seiner besten Seite. Mégane Der kompakte Franzose fährt sich solide und nimmt sicher jede noch so enge Kurve. Durch die mit Querstabilisatoren verstärkte McPherson-Vorderachse hat sich die Straßenlage noch einmal verbessert, selbst Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher werden anstandslos bewältigt. Die Beschleunigung von Null auf 100 in 9,1 Sekunden reicht für den Fünftürer allemal aus, ebenso die Höchstgeschwindigkeit, die bei 200 km/h endet. Lobenswert ist der Dieselverbrauch von 5,4 Litern auf 100 Kilometer. Noch durchzugsstärker ist der neue Spitzendiesel 2,0 dCi mit 150 PS, der in Deutschland nur im Mégane Grandtour angeboten wird. Für die übrigen Versionen enden die Diesel-Aggregate bei 130 PS. Insgesamt stehen fünf Diesel und drei Benziner zur Wahl. Der Preis für den kleinen Mégane 1,4 16 V in der Basisausstattung Authentique beträgt 14.400 Euro, die Version Dynamique 1,9 dCi FAB mit 130 PS kostet 20.700 Euro. Für die Privilége-Ausstattung müssen 1.400 Euro mehr investiert werden.
Auf den ersten Blick ist der Mégane ein ansprechendes Auto mit individueller Note und preisweiter als sein deutscher Kollege VW Golf. Mégane-typisch ist das eigenwillige Design, das sich durch die steile Heckscheibe und dem kecken Hinterteil von seinen Mitbewerbern erfrischend abhebt.

Mehr Infos: www.megane.de

Alfa Brera: Kraftpaket für Latin Lover

BreraMit dem brandneuen Alfa Brera würde Romeo gewiss das Herz seiner geliebten Giulia auf der Stelle erobert haben. Und vermutlich auch das des Vaters, der seine Tochter nicht ziehen lassen wollte. Beifall löste der Alfa Brera bereits als Styling-Studie auf dem Genfer Automobilsalon 2002 aus. Schön waren die Autos von Alfa Romeo ja schon immer. Nun gibt es die italienische Antwort auf Audi TT, BMW Z4, Chrysler Crossfire und Mazda RX-8: Sechs kleine Scheinwerfer in schmalen Schlitzaugen, eine pfeilförmige Motorhaube mit dem tief liegenden „Scudetto“-Kühler, fließende leicht aufstrebende Schulterlinien und ein sexy Hinterteil mit vier Auspuffrohren machen das nach der Mailänder Kunstakademie Brera benannte Sportcoupé zu einem kleinen Kunstwerk. Dabei nutzt der Zweitürer mit dem aufklappbaren Heckfenster die um 18 Zentimeter verkürzte Plattform des neuen Alfa 159, mit dem der Brera 55 Prozent der Teile gemeinsam hat. Dank seiner Länge von 4,41 Meter, einer Höhe von 1,37 Meter und einer Breite von 1,83 Meter liegt der Wagen satt auf der Straße, wirkt durch die breite Spur kraftvoll-muskulös, aber nicht protzig.
Einmal im Brera Platz genommen, mag man gar nicht mehr aussteigen. Mit der geschwungenen Gestaltung des Brera CockpitCockpits rückt der Fahrer in den Mittelpunkt und gewährt ihm die perfekte Kontrolle aller Funktionen. Die Instrumente sind klar gegliedert und gut ablesbar. Tankanzeige, Wassertemperatur und Ladedruck sind Alfa-typisch auf den Fahrer fokussiert und thronen in Reihe über Bordcomputer und Klimaanlage in der Mittelkonsole. Die Materialien fühlen sich hochwertig an und vermitteln Qualität. Der Brera ist ein typischer 2+2-Sitzer und kann auf Wunsch mit einem Panorama-Glasdach (Sky View) verschönert werden. Die zwei ausgeformten Rücksitze sind eher fürs Gepäck als für Passagiere geeignet. Wie erwartet, überzeugt der Alfa Brera 2.2 JTS 16V mit ausgezeichneten Fahreigenschaften. Das straffe Sportfahrwerk garantiert echten Fahrspaß,Brera das Handling auf kurvigen Strecken ist optimal, die aktive wie passive Sicherheit (etwa Brandschutzsystem) lässt kaum Wünsche offen und genügt selbst anspruchvollen Fahrern. Zur Zeit gibt es zwei Motoren zur Auswahl. Der 2,2 Liter große Benzindirekteinspritzer ist erfreulich agil und leistet 185 PS. Damit erzielt der Vierzylinder 16V stramme Fahrleistungen, die mit dem sportlichen Charakter des Italieners gut harmonieren. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 222 km/h erreicht, für den Spurt von null auf 100 km/h vergehen 8,6 Sekunden. 260 PS gibt es in der Topversion. Der 3,2-Liter-Sechszylinder mit permanentem Vierradantrieb hat einen satten Sound, reichlich Power und eine perfekte Straßenlage. Der Alfa Brera 3.2 JTS V6 24V Q4 erreicht eine Spitze von 240 km/h, beschleunigt in 6,8 Sekunden von null auf 100 km/h. Interessant ist der modifizierte 200 PS starke 2.4 Liter-Dieselmotor, der ab April 2006 die Motorenpalette des Coupés bereichern wird. Der moderne Fünfzylinder-Turbodiesel mit Common-Rail-Technologie, innovativer JTD-Multijet-Einspritzung und Turbolader mit variabler Geometrie wird mit einem wartungsfreien Rußpartikelfilter ausgerüstet. Er wird das Fahrzeug bei niedrigem Verbrauch ebenso kraftvoll und kultiviert antreiben wie die beiden temperamentvollen Benziner, die bei forscher Fahrweise mehr Sprit verbrauchen als die vom Werk ermittelten Durchschnittswerte von 9,4 l/100 km bzw. 11,5 l/100km.
Der Alfa Brera ist wieder ein echter Alfa Romeo, ein sinnliches Auto, verführerisch, wild entschlossen, elegant und dynamisch. Das italienische Outfit wird sowohl Männer- als auch Frauenherzen erweichen und zum Kauf animieren, zumal Leistung und Qualität stimmen. Weder an der hochwertigen Verarbeitung gibt es etwas auszusetzen noch am Preis. Der beginnt beim 2.2. JTS 16 mit 32.200 Euro und endet beim 3.2. JTS V 24V Q4 Sky View bei 41.100 Euro. Der Diesel wird ab ca. 36.000 Euro zu haben sein.

Infos: www.alfa-brera.de

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