Kunst in der Kirche

mit Dr.Lászlo Kova, Witka und Dávid Kova
Von Johanna Renate Wöhlke

Warum nicht einmal eine Dichterlesung und Kunst in unserer Kirche? Diese Frage stellten sich Mitglieder der Michaelis-Gemeinde in Hamburg Neugraben, als sie sich dazu entschlossen, ihre Kirche jeweils an den ersten Sonntagen des Monats zu öffnen und damit Menschen die Möglichkeit zur stillen Andacht und zum Gespräch zu geben.
Ins Gespräch kommen, zuhören, vielleicht sogar meditative Momente erleben beim Betrachten von Kunstwerken, diese Anliegen wurden insbesondere gefördert und unterstützt durch den Hamburger Schriftsteller, Maler und Bildhauer Dr.Lászlo Kova, seine Frau und Malerin Witka Kova und ihren Sohn Dávid Kova auf der GitarreDávid Kova überzeugte auf der Gitarre.
László und Witka Kova präsentierten während der Zeit der Kirchenöffnung am Nachmittag ihre Gemälde und Plastiken im Kirchenraum. Am Abend dann konnten die Besucher der Kirche eine szenische Lesung erleben: „Poesie und Gitarre“. László Kova las und interpretierte einfühlsam aus seinem Buch „Ins Wort gemeißelt“. Dávid Kova begeisterte als virtuoser und spannungsreicher Interpret auf der Gitarre mit spanischer Musik. Diese szenische Lesung im Wechsel mit der Gitarre entfaltete sich im Kirchenraum zu einer gelungenen Einheit.
Lászlo Kova, der aus Budapest stammt und mit seiner Familie schon seit vielen Jahren in Hamburg lebt, spannte mit seinen Worten den Bogen zu seinen bildhauerischen Werken: die einen aus Worten „ins Wort gemeißelt“, die anderen aus Stein in eine fassbare Form gebracht und damit dem Auge des Betrachters zugänglich. Genug Stoff, um im Hören und in Gesprächen Erinnerungen an einen Tag mit nach Haus zu nehmen, an dem sich das Geistliche mit dem Geistigen in interessanter Weise verknüpfte.

Bilder und Plastiken in der Kirche luden zum Gespräch und zum  Verweilen ein

Dem Publikum und den Organisatoren gefiel das. Diakon Uwe Michelau: „Kirchenräume erzählen vom Glauben und zugleich auch Geschichten des Ortes und der Menschen. Sie sind eine Stätte der Begegnung mit Gott und den Menschen. So ein Tag war heute.“ In diesem Sinne waren dieser Tag und Abend auch Neuland für die Hamburger Künstler. Es war ihr erster Auftritt in einer Kirche.

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