Gesund leben

Wie Thomas Mann in Davos Allergien optimal behandeln
Von Renato Diekmann

Allergische Erkrankungen wie Asthma, Heuschnupfen und atopisches Ekzem haben bei uns dramatisch zugenommen. Daneben beobachten die Forscher auch eine Verschiebung im Lebensalter der Betroffenen. So sind Allergien immer mehr im mittleren und höheren Alter festzustellen und nicht mehr nur häufig im Kindesalter. Hinzu kommt eine zunehmende Komplexität und Schwere bei der Entstehung von Allergien, die verschiedene Organe betreffen, was die Zahl der Patienten mit schweren und schwierig zu behandelnden allergischen Krankheitsbildern rapide erhöht. Dies gilt nicht nur für Asthma bronchiale, sondern auch für atopische Dermatitis (Neurodermitis, atopisches Ekzem). Selbst der Zusammenhang zwischen Allergien und Umwelteinflüssen wird spätestens seit der Überschreitung der Grenzwerte für Feinstaub (Rußpartikel) in mehreren deutschen Städten nicht mehr ausgeschlossen. Für Professor Heidrun Behrendt vom Zentrum Allergie und Umwelt an der TU München steht der Einfluss von Umweltfaktoren außer Zweifel. Neue Erkenntnisse ihrer Arbeitsgruppe haben gezeigt, dass Pollen in der Außenluft nicht nur Allergenträger sind, sondern auch hochaktive proinflammatorische Botenstoffe freisetzen. Je stärker die Luft mit Autoabgasen belastet ist, desto mehr solcher schädlichen Botenstoffe setzen Pollen ab. Der Chefarzt und Pneumologe Dr. Hans-Joachim Mansfeld an der Allergieklinik Davos bestätigt: „Die ultrafeinen Partikel machen uns krank“. Im Gesamtkonzept der Allergiebehandlung ist die wirksamste kausale Behandlung die Davos Radfahren in staubfreier LuftMeidung des auslösenden Allergens. Die Allergenkarenz kann einen Verzicht auf Haustiere, eine Wohnraumsanierung, eine bestimmte Diät bedeuten, aber auch zu einem Berufs- oder Tätigkeitswechsel zwingen und Rehabilitationsaufenthalte in allergenfreiem Milieu oder spezifisch klimatisch begünstigten Orten erforderlich machen. Die schon lange bekannte günstige Wirkung des Hochgebirges bei der Behandlung allergischen Erkrankungen ist durch Forschungsergebnisse mehrfach untermauert worden. Die Forscher konnten zeigen, dass die Hochgebirgsbehandlung auf das Immunsystem positiv Einfluss nimmt. Schon Thomas Mann kurierte sein Asthma in Davos, am Fuße des „Zauberbergs“, der durch das gleichnamige Werk des Schriftstellers von 1924 zu Weltruhm gelangte. Geografische wie meteorologische Gegebenheiten machen den Schweizer Hochgebirgsort so interessant für eine wirkungsvolle Therapie: Durch die vorteilhafte Höhenlage (1.600 m) ist Davos absolut frei von Hausstaubmilben. Bedingt durch hohe Berge rings um den Ort, gibt es nur geringe Mengen an Pollen mit extrem kurzer Flugdauer. Niedrige Luftschadstoffbelastung, trockene Luft, Sonne und relativ gleichbleibende Temperaturen im Winter wie im Sommer unterstützen die Therapie. Gegen allergische Erkrankungen gibt es keine „Wunderpille“, warnen die Fachmediziner Prof. Johannes Ring und PD Günter Menz, Ärztliche Direktoren der Deutschen Hochgebirgsklinik Davos. Dank einer engen, interdisziplinären Zusammenarbeit bei Allergien, Lungen-, Haut-, Augen- und HNO-Erkrankungen gibt es in Davos eine optimale Behandlung und Versorgung der Patienten mit besten Therapieergebnissen für Kinder und Erwachsene. Die herausragende Behandlung ist keineswegs nur Privatversicherten vorbehalten. Es bestehen Verträge mit allen deutschen Kostenträgern. Folglich hat jeder Versicherte in Deutschland Anspruch auf eine Behandlung in Davos. Infos: www.asthma-hilfe.de oder www.hochgebirgsklinik.ch

Mit Hightech-Geräten besser hören

Die Zeit, als sich schwerhörige Menschen mit Hörrohren verständigen mussten, ist lange vorbei. Aber erst 1950 wurde der Grundstein der modernen Hörgeräteakustik gelegt. Seitdem gibt es den Fachmann für Vertrieb, Beratung und Anpassung – den Dr. B. Hähle EUHAHörgeräteakustiker. Die Experten für Hörgeräteakustik tagten diesmal in Nürnberg und präsentierten auf dem 50. Internationalen Hörgeräteakustiker-Kongress innovative Produkte rund ums Hörsystem. Wenn es um Hörminderungen geht, sind Senioren am häufigsten betroffen, aber auch Kinder, Jugendliche und Menschen „in den besten Jahren“. Nicht therapiert, können soziale Isolation, Schul- und berufliche Schwierigkeiten fatale Folgen haben. Erfreulicherweise gibt enorme Fortschritte in der Behandlung von Hördefiziten. „Hörsysteme zeichnen sich durch eine immense Produkt- und Designvielfalt aus, um der Fülle der unterschiedlichen Hörproblematiken gerecht zu werden“, erklärte Dr. Bernd Hähle, Vorsitzender der Europäischen Union der Hörgeräteakustiker e.V. (EUHA).

Besser hören EUHA „Eines haben jedoch alle gemeinsam: Sie werden immer kleiner, leistungsfähiger, komfortabler und natürlicher im Klang.“ Wegweisend ist die offene Versorgung. Wer sich solche Hörsysteme anschaut, sie gar selbst ausprobiert, wird den Fortschritt schnell feststellen. Die Geräte sitzen gut angepasst hinter dem Ohr, sind klein, leicht und sehen gut aus. Der Schallschlauch führt vom Gerät nicht mehr zu einer Otoplastik, die den Gehörgang verschließt, sondern endet nunmehr in einem winzigen „Schlauchschirmchen“. Der Gehörgang bleibt also offen – ein haptisch und optisch fabelhafter Fortschritt für die Träger der Geräte, die in unterschiedlichen Bauweisen von international tätigen Herstellern angefertigt werden. Besondere Anstrengungen legt die Hörgeräte-Industrie auf das Sprachverstehen. Konsequent arbeiten die Hersteller wie GNReSound, PHONAK, Oticon, Siemens oder Aspekt Ixtra an dessen Weiterentwicklung. Dank der Fortschritte können sich Hörsysteme heute automatisch auf verschiedene Hör-Situationen einstellen; sie sind sogar immer besser in der Lage, Sprache von Umgebungslärm zu unterscheiden, herauszufiltern und zu verstärken bzw. Störgeräusche zu unterdrücken. Das ist bei Gesprächen in Umgebungslärm, etwa in Restaurants oder hallenden Räumen, in Bahnhöfen und auf Flughäfen, eine große Erleichterung für die Träger. „Damit die Hörsysteme auch in der Anwendung leisten, was sie rein technologisch versprechen, ist die Anpassung durch einen Fachmann nötiger denn je“, so Dr. Bernd Hähle. „Die Minicomputer können und müssen auf das individuelle Hördefizit, die Hörgewohnheit und –vorlieben der Träger eingestellt werden. Das kann nur ein Spezialist: der Hörgeräteakustiker. Er ist die Schnittstelle zwischen Hörsystem und Patient – und darum wichtiger Teilnehmer des Kongresses.“ Wie in den Jahren zuvor wurde auf dem Internationalen Hörgeräterakustiker-Kongress wieder der Goldenen Akustikus verliehen. Den mit 10.000 Euro dotierten Preis erhielt diesmal der Opernsänger, Moderator und Entertainer Gunther Emmerlich. Außerdem verlieh das Forum Besser Hören drei Publizistikpreise an die Journalisten Sascha Ott, Burkhardt Röper und Anne Welsing. Infos unter www.euha.org

Monatstablette erleichtern Einnahme und Therapie bei Frauen mit Osteoporose

In der Werbung sind Frauen stets jung, schön, sexy und gesund. Die Realität sieht leider anders aus. In Europa leidet etwa jede dritte Frau über 50 Jahre an Osteoporose (Knochenschwund). In Deutschland sind es bereits über 6,5 Millionen. Der Ab- und Aufbau Frau mit Osteoporosevon Knochenmasse steht normalerweise in einem dynamischen Gleichgewicht. Osteoklasten bauen Knochenmasse ab, Osteoblasten bauen Knochenmasse auf. Durch verschiedene Einflüsse (z. B. Bewegungsmangel, Menopause, biologischer Alterungsprozess) kann sich dieses Gleichgewicht in Richtung Knochenabbau verschieben. Zwischen dem 25. und 30. Lebensjahr beginnt bereits der Knochenabbau schleichend: Pro Jahr gehen bis zu 1% Knochenmasse verloren, nach den Wechseljahren sogar bis zu 4% jährlich. Biphosphonate hindern die Osteoklasten am Knochenabbau. Die vorhandene Knochenmasse wird gestärkt, der Neuaufbau schließt die entstandenen Lücken. Das Gleichgewicht zwischen Ab- und Aufbau der Knochenmasse bleibt so auch mit zunehmendem Alter erhalten. Mit Biphosphonaten lässt sich also der weitere Knochenschwund bei Menschen, insbesondere bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose aufhalten und die Knochendichte wieder steigern. Die Einnahme der Tabletten ist jedoch an feste Regeln gebunden und daher häufig sehr unbequem. Man darf sie weder kauen noch lutschen, und sie müssen immer morgens auf nüchternem Magen mit viel Leitungswasser geschluckt werden, denn Biphosphonate werden nur mit viel Leitungswasser aus dem Magen-Darm-Trakt in die Blutbahn aufgenommen. Bei unsachgemäßer Einnahme besteht zudem die Gefahr, dass sich die Schleimhaut der Speiseröhre entzündet. Nach der Einnahme kommt erschwerend hinzu, dass die Patientin bis zu 60 Minuten in aufrechter Körperhaltung weiter nüchtern bleiben muss. Weil dieses Einnahmeritual viel zu kompliziert ist, brechen viele Patientinnen die Therapie vorzeitig ab.Werbung (Osteoporose) Nun gibt es von Roche & GlaxoSmithKline ein neues Osteoporosemedikament zur Behandlung der Osteoporose, das nur einmal im Monat geschluckt werden muss. „Es wird rasch über die Blutbahn in den Knochen aufgenommen, bleibt dort langfristig gebunden, hemmt den Knochenabbau, verhindert wirkungsvoll Wirbelkörperbrüche und erhöht die Knochendichte“, bestätigte Prof. Minne auf dem Orthopädie-Kongress in Berlin, wo das neue Präparat erstmals vorgestellt wurde. Für die Patientinnen wird der Knochenschutz jetzt viel komfortabler. Statt einmal pro Woche oder sogar täglich die komplexen Einnahmeregeln einzuhalten, reicht jetzt die einmal im Monat genommene Tablette völlig aus.

KARENA: Neue Kraft fürs Herz

Rauchen, Bewegungsmangel, Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck, Diabetes und psychosoziale Faktoren sind die häufigsten Ursachen für Heiz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall. Nach Angaben des statistischen Bundesamtes sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 47% sogar die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Vor dem Hintergrund des stetigen Anstiegs dieser Erkrankungen wird die Vor- und Nachsorge immer dringender. „Die Primär und Sekundärprävention muss auf eine verbesserte medikamentöse Behandlung von Hypertonie, Fettstoffwechselstörung, Diabetes mellitus und der Compliance zielen“, forderte Prof. Horst Rieger vor Fachjournalisten in Frankfurt am Main. Leider liegt das Problem in der generellen praktischen Umsetzung. Bei den Patienten liegt es an mangelndem Interesse, fehlendem Leidensdruck, Angst vor medikamentösen Nebenwirkungen, zu großer persönlicher Trägheit und fehlender Motivation. Bei den Ärzten sind es nach Ansicht von Prof. Rieger eine unzureichende Aufklärung über die zu behandelnde Krankheit, die Wirkungsweise der therapeutischen Maßnahmen, Nebenwirkungen und Konsequenzen einer unterlassenen oder abgebrochenen Behandlung. Schließlich tragen auch Strukturdefizite des Gesundheitssystems wie die unzureichende Vergütung, fehlende GKV-Beratung über wichtige rehabilitativer Maßnahmen sowie die Fokussierung auf Kuration statt auf Prävention zur unbefriedigenden Situation bei. Vor diesem Hintergrund haben Experten der kardiologischen Rehabilitation in Deutschland KARENA entwickelt – das KArdiovakuläre REha NAchsorgeprogramm. Die Langzeitbetreuung von Herz-Kreislaufpatienten hat allerdings nur dann nachhaltig Erfolg, wenn es gelingt, die Patienten und deren Angehörige selbstverantwortlich mit einzubeziehen – mit dem Ziel, Patienten nach Abschluss ihrer stationären kardiologischen oder angiologischen Anschlussheilbehandlung und möglichst unter Beteiligung ihrer Hausärzte für ein Jahr ambulant weiter zu schulen. Je besser ein Patient aufgeklärt ist und je mehr er über seine Erkrankung weiß, desto größer sind die Chancen auf einen Therapieerfolg.

KARENA

Das Schulungsprogramm KARENA wird von AstraZeneca unterstützt und finanziert. Es kann von Ärzten und Patienten unter der Service-Hotline 0800 22 88 660 bestellt werden. In Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein bestehen bereits Verträge mit den Kostenträgern. Die Teilnahme an KARENA einschließlich der Fahrtkosten wird von der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Nord finanziert. Das KARENA-Programm läuft bereits im Klinikum Holsteinische Schweiz in Bad Malente, im Ambulanten Reha-Zentrum am Berliner Tor in Hamburg und in der Kompass Klinik Kiel. Weitere Kliniken werden hinzu kommen. Ziel ist es, KARENA bundesweit anzubieten. Infos: www.nachsorgeprogramm.de

Neue Impfstoffe gegen Allergien

Die Nase juckt, die Augen brennen. Wenn die Pollen fliegen, müssen Allergiker viel ertragen. Die Zahl der Menschen mit Heuschnupfen steigt kontinuierlich. Allein in Deutschland leiden derzeit über 12 Millionen Menschen unter einem Heuschnupfen (Rhinitis) – Tendenz steigend. Er kann sich auf obere und untere Atemwege ausdehnen. Der Etagenwechsel wird von Ärzten und Patienten leider allzu häufig unterschätzt. Bei mehr als 50% aller Fälle kommt es ohne angemessene Therapie zusätzlich zu einem Asthma bronchiale, zunächst nur während der Pollensaison und später auch ganzjährig, mit allen Beeinträchtigungen und Behinderungen, wie sie durch chronische Erkrankungen hervorgerufen werden können. Die meisten Betroffenen lassen sich zudem erst dann behandeln, wenn die ersten Asthmabeschwerden bereits vorhanden sind. Vorsorge ist unbedingt geboten. Neben der Nutzung aller Karenzmöglichkeiten wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Spezifische Immuntherapie (SIT) als kausale Therapieform bei klinisch relevanten Sensibilisierungen mit Allergenen empfohlen. Bei Heuschnupfen hat sich die integrative Therapie unter Nutzung aller Möglichkeiten sogar seit vielen Jahren bewährt. Dabei wird dem Patienten in der pollenfreien Saison das Allergen in ansteigenden Dosen unter die Haut gespritzt. Diese Methode ist für den Patienten jedoch sehr zeitaufwändig, denn er muss für jede Injektion in der Praxis oder Klinik erscheinen. Inzwischen gibt es aber eine innovative Allergie-Impfung, etwa von Bencard, dem Pionier in der Allergieforschung. Das moderne Therapiekonzept ist einfach, zeitsparend und flexibel. Durch weniger Injektionen (nur vier Spitzen pro Jahr) wird die Compliance der Patienten erheblich gefördert, so dass ein Therapieabbruch kaum zu befürchten ist. Ein neues Verfahren im Kampf gegen Allergien ist die Sublinguale Spezifische Immuntherapie (SLIT). Der Allergiker erhält bei dieser Therapieanwendung keine Spritze, sondern nimmt das Allergen in einer Lösung ein, die ihm als Tropfen unter die Zunge geträufelt wird. Die Behandlung erfolgt am Anfang unter ärztlicher Aufsicht und kann dann vom Patienten allein weitergeführt werden. Die Therapie beginnt in aller Regel vor der Saison. Nach einer dreijährigen Behandlungszeit soll sich der Körper dann an die Allergene gewöhnt haben. Schwere Nebenwirkungen sind weder bei der Spezifischen Immuntherapie (SIT) noch bei der SLIT aufgetreten, nur Schwellungen oder Juckreiz haben Patienten bisher beklagt. In der Warteschleife neuer Therapieansätze befindet sich zudem noch die Anti-IgE-Impfung. Bei diesem Ansatz handelt es sich um eine „Anti“ Antikörper-Therapie, die aber noch nicht endgültig erforscht ist. Soweit bekannt ist, setzt der Wirkmechanismus sehr früh in der Entstehungsphase der Allergie ein, denn der Wirkstoff soll verhindern, dass sich die Immmunglobuline IgE an die Mastzellen koppeln. Infos: www.daab.de und www.allergien.tv

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