Toyota auf der Überholspur

Hybrid-Pionier fährt voran
Von Renato Diekmann, Fotos: Toyota
Er ist beileibe kein Schönling, aber sparsam und leise, wenn er sanft behandelt wird. Unter der lang gestreckten Fronthaube arbeitet das Hybrid Synergy Drive-System (HSD) – eine innovative Verbindung aus Benzin-Motor und Elektro-Batterie.Toyota Prius außen Mit dem umweltfreundlichen Antrieb läuft der Prius völlig ruckfrei, denn das „automatische Getriebe“ kennt keine Schaltverzögerungen. Die Kombination aus einem 78 PS-Benzin-Motor und dem 50 Kilowatt starken Elektro-Antrieb verrichtet seine Arbeit, ohne dass der Fahrer das Zu- und Abschalten der konventionellen Maschine wahrnimmt. Der dezent geliftete Prius hat jetzt einen neuen Frontspoiler, eine Chromzierleiste im Kühlergrill, überarbeitete Scheinwerfer und Heckleuchten. Ansonsten ist er so kompakt geblieben wie man ihn kennt, mit vier Türen und großer, schräger Heckklappe. Der Autoschlüssel in der Jackentasche reicht nun aus, um die Fahrzeugtür zu öffnen und hinterm Steuer Platz zu nehmen. An das weit nach vorn gezogene Cockpit mit der digitalen Anzeige hat man sich inzwischen gewöhnt, ebenso an den kleinen Joystick für den Antrieb, der nur Leerlauf, vorwärts oder rückwärts kennt. Der Start erfolgt per Knopfdruck – und schon geht es los. Beim Bugsieren aus der Parklücke, beim Halten vor der roten Ampel, beim Dahingleiten über Landstraße und Autobahn nutzt der Prius den geräuscharmen Elektromotor, der leise vor sich hin summt, schadstofffrei arbeitet und bei niedrigen Geschwindigkeiten den besten Wirkungsgrad erzielt. Beim Beschleunigen des Wagens wirkt der zum Einsatz gerufene Benzin-Motor allerdings angestrengt.Toyota Prius innen Der Prius erreicht die 100 km/h in knapp 11 Sekunden und verbraucht bei ausgewogener Fahrweise passable 5 bis 6 Liter auf 100 km. Vier Personen sitzen bequem und hinter der großen Heckklappe gibt es ausreichend Platz für das Gepäck. Weil die Sicht nach hinten stark eingeschränkt ist, gibt es die neue automatische Einparkhilfe IPA (Intellegent Park Assist). Sie zeigt dem Fahrer beim Einparken auf dem Display des Navigationssystems den korrekten Lenkwinkel und soll laut Toyota den Wagen sogar selbständig in die vorher ausgewählte Parklücke steuern (da muss ich was verpasst haben). Die Preise des mehrfach ausgezeichneten Öko-Fahrzeugs beginnen aktuell bei 24.000 Euro für die Basisversion, der Prius Sol kostet 700 Euro mehr, mit Navigationssystem und IPA sogar 27.650 Euro. Die Metallic-Lackierung schlägt mit weiteren 480 Euro zu Buche. Und wer dazu noch Ledersitze wünscht, kommt schnell auf 29.000 Euro.

Passabler Auftritt

Der neue RAV4, der nach dem Willen von Toyota auch gegen potentielle BMW X3-Kunden anfährt, soll ein Spaßauto sein und die große Freiheit bringen.Toyota RAV4 außen Und so rollt die dritte RAV4-Generation aus den Werkshallen – mit höherer Qualität, edlerem Design, mehr technischen Innovationen und viel Fahrfreude. Letzteres kam bei der ersten Probefahrt auch tatsächlich auf. Besonders wenn man im RAV4 2.2. D-CAT hinter dem Lenkrad sitzt. 177 PS und 400 Nm treiben den Wagen flott voran, der drehfreudige, kraftvolle Motor spurtet in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erzielt auf der Autobahn locker eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Trotz der guten Fahrleistung begnügt sich das Kraftpaket mit einem Verbrauch von durchschnittlich 8 bis 9 Litern. Außen und innen ist der RAV4 gewachsen und damit geräumiger; vor allem ist er komfortabler geworden. Hinter dem Lenkrad fühlt sich der Fahrer in erhöhter Position auf Anhieb wohl, das Cockpit ist klar und übersichtlich, die Instrumente gut ablesbar, die Materialien wirken edel, die Ausstattung vermittelt Niveau und auch an der Verarbeitung ist nichts auszusetzen. Nicht gefallen haben die fiependen Windgeräusche (ab 140 km/h) und das dünne Blech der Motorhaube, das bei hoher Geschwindigkeit auffällig stark vibriert. Angenehm aufgefallen ist dafür das komfortable Fahrwerk, das die dynamischen Potenziale des kompakten SUV agil und sicher auf die Straße bringt.Toyota RAV4 innen Schotterpisten nimmt der RAV4 überraschend gelassen, und auf glattem Asphalt zeigt sich sein Fahrverhalten sogar völlig unproblematisch, wobei die neue Servolenkung nur dann elektrische Energie verbraucht, wenn eine Lenkunterstätzung tatsächlich erforderlich ist. Geht es um die aktive Sicherheit, lässt der neue RAV4 keine Wünsche offen. ABS, Bremskraftverteilung, Brems-Assistent, Antriebsschlupfregelung und Fahrzeugstabilitätsprogramm sind serienmäßig an Bord. Ergänzt werden diese elektronischen Helfer durch eine Bergan- und abfahrkontrolle sowie durch eine Sicherheitselektronik, die zur Not nicht nur jedes Rad einzeln abbremst, sondern – falls erforderlich – in die Lenkung eingreift. Überzeugen kann vor allem der 2.2 D-CAT mit Sechsgang-Schaltgetriebe, für den man ohne Rußpartikelfilter (bis 2007) in der Executive-Ausstattung (inklusive Klima und CD-Stereoanlage) stolze 33.800 Euro hinblättern muss

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