Spezifische Immuntherapie mit Adjuvanzien

Von Renato Diekmann

Die Nase juckt, die Augen brennen. Wenn die Pollen fliegen, müssen Allergiker viel ertragen. Die Zahl der Menschen mit Heuschnupfen steigt kontinuierlich. Allein in Deutschland leiden weit über 12 Millionen Menschen unter einem Heuschnupfen (Rhinitis) – Tendenz steigend. Heuschnupfen (Rhinitis)
Er kann sich auf obere und untere Atemwege ausdehnen. Der Etagenwechsel wird von Ärzten und Patienten leider allzu häufig unterschätzt. Bei mehr als 50% aller Fälle kommt es ohne angemessene Therapie zusätzlich zu einem Asthma bronchiale, zunächst nur während der Pollensaison und später auch ganzjährig, mit allen Beeinträchtigungen und Behinderungen, wie sie durch chronische Erkrankungen hervorgerufen werden können. Die meisten Betroffenen lassen sich zudem erst dann behandeln, wenn die ersten Asthmabeschwerden bereits vorhanden sind. Vorsorge ist unbedingt geboten. Neben der Nutzung aller Karenzmöglichkeiten wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Spezifische Immuntherapie (SIT) als kausale Therapieform bei klinisch relevanten Sensibilisierungen mit Allergenen empfohlen. Bei Heuschnupfen hat sich die integrative Therapie unter Nutzung aller Möglichkeiten sogar seit vielen Jahren bewährt. Dabei wird dem Patienten in der pollenarmen Saison zwischen Oktober und Januar Allergen in ansteigenden Dosen unter die Haut gespritzt. Diese Methode ist für den Patienten allerdings sehr zeitaufwändig, denn er muss für jede Injektion in der Praxis oder Klinik erscheinen. Inzwischen gibt es aber eine iImpfennnovative Allergie-Impfung, z. B. von Bencard, dem Pionier in der Allergieforschung. Das moderne Therapiekonzept ist einfach, zeitsparend und flexibel. Durch weniger Injektionen, mit nur vier Spitzen pro Jahr, wird die Compliance der Patienten erheblich gefördert, so dass ein Therapieabbruch kaum zu befürchten ist.

Die Spezifische Immuntherapie (SIT) ist ein unverzichtbarer Baustein im modernen Management der Allergietherapie, ihr klinischer Erfolg zweifelsfrei belegt. Dennoch Professor Dr. Harald Renzbesteht weiterhin Handlungsbedarf in Bezug auf Innovationen, erklärte Professor Dr. Harald Renz anlässlich des 2. gemeinsamen Kongresses des Ärztevereins Deutscher Allergologen und der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie in Lübeck Ende September 2007.
Wirksamkeit und Sicherheit der spezifischen Immuntherapie zu optimieren, ist Anliegen immer weiterführender Forschung. Dabei dürfen kritische Fragen nach der Evidenz für die bessere Wirksamkeit neuer Methoden und nach eventuellen Nebenwirkungsprofilen nicht aus den Augen verloren werden.
Als ein Beispiel nannte Renz die Verbesserung der SIT durch Kombination mit Adjuvanzien. Adjuvanzien sind „unterstützende“ Hilfsstoffe, die die Wirkung anderer Reagenzien oder anderer Bestandteile eines Arzneimittels verstärken, etwa ein Lösungsvermittler oder Emulgator. Ein reines Adjuvans sollte darüber hinaus keine eigene pharmakologische Wirkung haben bzw. möglichst wenig unerwünschte Nebenwirkungen zeigen. In der Immunologie werden Adjuvanzien eingesetzt, um die Immunantwort auf eine gegebene Substanz unspezifisch zu steigern. Das heißt, dass für die spezifische Immunantwort, das Antigen, für die Stärke der Antwort im Wesentlichen das Adjuvans verantwortlich ist.
Adjuvanzien finden bereits bei der Therapie der allergischen Rhinitis breite Anwendung und sollen den Therapieerfolg maximieren. Bei den Adjuvanzien handelt es sich vor allem um bakterielle Endotoxine und Derivate des angeborenen Immunsystems, deren Angriffspunkte u. a. Rezeptoren auf LZ sind. Bedeutsam sind hier die kürzlich beschriebenen Toll-like-Rezeptor-Agonisten, die das Immunsystem stimulieren und dadurch eine kürzere Behandlungszeit erlauben. Der Toll-like-Rezeptor-Agonist MPL verstärkt die TH1-Immunantwort und dadurch die Wirksamkeit der Spezifischen Immuntherapie (SIT).
MPL ist das Derivat des Lipopolysaccharids LPS aus Salmonella minnesota R595 und besitzt eine geringe Toxizität.

Bencard Preisverleihung

Wie jedes Jahr, wurde auf dem Kongress während einer Feierstunde von Professor Dr. Dr. Johannes Ring und Bencard Allergie-Geschäftsführer Peter Keysers, München, der Bencard Förderpreis „Spezifische Immuntherapie“ verliehen. Preisträgerin 2007 ist die österreichische Allergologin Dr. Ines Swoboda vom Institut für Pathophysiologie der Medizinischen Universität Wien. Swobodas Arbeit zeigt die Möglichkeit, Parvalbumin, ein Kalzium verbindendes Protein und als Majorallergen bei Fischallergien bekannt, genetisch zu bestimmen und so zu modifizieren, dass die allergene Aktivität bei Fischallergien auf ein Minimum reduziert wird. Swobodas Schlussfolgerung: „Mit der Modifizierung könnte die Fischallergie durch spezifische Immuntherapie behandelt werden.“

Infos: www.daab.de und www.allergien.tv

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