Scientology „seitenverkehrt“

Hamburgs Caberta „auf den Arm genommen“ ?

Ein angeblich hochrangiger Scientology-Aussteiger ist nach Informationen des Südwestdeutschen Rundfunks ein notorischer Hochstapler. Der Mann war den Medien von Hamburgs Scientology-Jägerin Ursula Caberta als langjähriges Mitglied mit geheimem Insider-wissen präsentiert worden. Dazu berichten der SWR-Redakteur Karl Laufen und Morgenpost-Redakteurin Stephanie Lamprecht:

Ist Deutschlands oberste Scientology-Jägerin Ursula Caberta einem Hochstapler aufgesessen? Der Südwestdeutsche Rundfunk (SWR) berichtet, dass der angeblich
ranghohe Scientology-Aussteiger Christian Markert (36), den Caberta derzeit betreut, in Wahrheit ein vorbestrafter Betrüger sei.

Von Hans- Peter Kurr

Ursula Caberta, Sektenbeauftragte des Hamburger Senats, weist den Bericht zurück: „Ich lasse mir doch nicht meine Arbeit madig machen. Es ist unstreitig,
dass Herr Markert bei Scientology war und ausgestiegen ist. Wir helfen ihm. Auf die Dauer der Mitgliedschaft kommt es nicht an.“ Markert hatte im Juni 2007 auf

einer Veranstaltung in Berlin behauptet, sieben Jahre hauptamtlich für Scientology gearbeitet zu haben. In Irland habe er die Niederlassung der Sekte geleitet, in den USA sei er für den internen Geheimdienst tätig gewesen. Laut Unterlagen der Sekte hat sich Markert aber erst am 1. März 2007 um Aufnahme beworben. Am 17. April unterschrieb er ein Bewerbungsformular für die höhere Stufe, die „Sea Org“. Ursula Caberta: „Mir liegen andere Papiere vor.“

Im SWR-Interview schilderte Markert, wie er Ende der 90er Jahre während seines Studiums in den USA mit Scientology in Kontakt gekommen sei. Damals saß er
jedoch wegen Betruges eine 18-monatige Haftstrafe in Frankreich ab. In Dublin, so bestätigte ein Polizist dem SWR, wird Markert derzeit wegen Diebstahls gesucht. Die Polizei in Essen ermittelte 2004 gegen ihn, weil er Stadthallen in ganz Deutschland für eine Musical-Gala gebucht hatte, aber nicht zahlte. Die Ermittlungen wurden laut SWR eingestellt, weil Markert sich freiwillig in die Psychiatrie begeben habe.

Auch die Versuche des Hamburger Journalisten H.P. Kurr, ihn über die Staatsanwaltschaft Essen aufzufinden, scheiterten: „Ein Mann dieses Namens ist uns nicht
bekannt“.

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