Rückblick

Von Harry Ostwaldt

Als ich am 09.12.1934 das elektrische Licht dieser Welt in Berlin-Moabit erblickte, war die Welt in Deutschland noch in Ordnung.
Mein Vater selig hatte Arbeit und bald konnten wir als kleine Familie eine schöne, helle 2-Zimmer-Wohnung in Berlin- Britz beziehen.Harry Ostwaldt02
Die Einschulung erfolgte, so wie es damals üblich war, mit großer Schultüte und vielen guten Ratschlägen (die ich aber nicht alle befolgte).
Im Jahre 1940 zogen wir dann nach Schlesien um, und es begann für mich eine ganz andere Zeit. Nicht nur in der Schule, auch das Leben auf dem Lande war gänzlich anders für uns Stadtpflanzen.
Aber es war eine sehr schöne Zeit, kein Fliegeralarm, kein Luftschutzkeller, leider aber auch jeden Tag Schule. Ja, bis zum Mai 1945. Da war die schöne Zeit mit einem mal vorbei.

Wir wurden vertrieben!! Zurück nach Berlin.
Die sowjetische Blockade von Berlin 1948 brachte es mit sich, dass wir Kinder von der damaligen britischen Besatzungsmacht per Flugboot nach West-Deutschland ausgeflogen wurden.
Wir landeten in Hamburg auf der Luftwerft von Blohm & Voss in Hamburg-Finkenwerder. Anfang der 50er Jahre, nach erfolgreichem Abschluss der Volksschule, Antritt der Lehre als Kupferschmied bei der Deutschen Werft AG in Hamburg- Finkenwerder. In den folgenden Jahren Einsatz als Kupferschmied auf verschiedenen Schiffsneubauten im Hamburger Hafen und auf Werften.
So z.B. Großtanker „Tina Onassis“, „Niarchos“, Schiffe der Horn-Linie, wie „Hornfels“, „Homland“ u.a.
Im Industrie-Rohrleitungsbau als Rohrleitungs­monteur habe ich mitgearbeitet beim Aufbau verschiedener Raffinerien und Hydrierwerke in der ganzen BRD. Am 01.Mai 1955 Eintritt in die „Bun­desanstalt Technisches Hilfswerk“ in Hamburg-Harburg.
Hier erfolgte meine Ausbildung als ehrenamtlicher Helfer „von der Pike auf“ in den Fachdiensten „Ber­gung“ und „Technische Hilfeleistung“. Teilnahme an Lehrgängen der THW-Bundesschule Marienthal und Moers. In Marienthal erfolgte meine Ausbildung (nach erfolgter medizinischer Untersuchung) in der Fachsparte „schwerer Atemschutz“. Durch Intervention der Bundesanstalt THW in Bonn wurde ich vom Wehrdienst in der Deutschen Bundeswehr freigestellt. In Moers nahm ich am Gruppenführer­Lehrgang RGW und RK teil. Gleichzeitig wurde ich hier zum Autogen-Rohrschweißer mit Prüfung nach DIN R 1 m ausgebildet. Diese Prüfung (die auch von der Deutschen Industrie anerkannt wurde) befähigte mich, als geprüfter Autogen-Rohrschweisser in ganz West-Europa eingesetzt zu werden (z.B. Hamburg, Heide, Bremen, Rotterdam, Linz, München, u.a.). Mit der Aufstellung von LSHD-Einheiten in der Hansestadt Hamburg im Frühjahr 1960 durch den damaligen Bürgermeister Paul Nevermann wurde gleichzeitig der Katastrophenschutz in Hamburg erheblich verbessert und gestärkt.

Bei der Flutkatastrophe im Jahre 1962, und zwar vom 17.02 – 29.02.1962 ununterbrochener Einsatz an verschiedenen Gefahrenstellen in Hamburg und Umland. Auszeichnung durch Bürgermeister Nevermann für besonderen Einsatz zum Wohle der Hamburgischen Bevölkerung.

Ernennung zum Zugführer im LSHD durch Innensenator Helmut Schmidt. Am 24.12.1962 Verleihung des THW- Helferzeichens in Gold durch den Direktor des THW in Bad Godesberg.
In den folgenden Zeiten Besuch der „Zentralen Ausbildungsstätte für den Luftschutz-Hilfsdienst des Bundes“ (ZAB) in Ahrweiler.
Am 11.09.1964 in den heiligen Stand der Ehe eingetreten. Wenige Jahre später Bau eines Eigenheims bei uns im Landkreis Harburg.
In der Hansestadt Hamburg 1967 zum Ausbilder für THW und LSHD-Einheiten ernannt. Im Jahre 1971
Dienstantritt bei der damaligen Deutschen Bundes­bahn im Bw Hamburg-Harburg. Nach Feierabend Besuch der Eisenbahn-Fachschule in Hamburg­-Ohlsdorf im Fachbereich „Signal- und Eisenbahntechnik“.
Gleichzeitig weiterhin ehrenamtliche Mitarbeit im Katastrophenschutz der Freien und Hansestadt Hamburg. Teilnahme an der Stabsrahmen-Übung „Falex 72“ in Großraum Bonn. Auf Grund der guten Kenntnisse im Bereich „Zivil- u. Katastrophenschutz“ von der Innenbehörde der Hansestadt Hamburg zu Lehrgängen und Seminaren des Bundes und der Länder in Bonn, Ahrweiler, Bad Nenndorf, Fürstenfeldbruck abgeordnet. Im Frühjahr 1976 Ernennung zum LS-Bereitschaftsführer. Beim „Tag der Deutschen Feuerwehr“ in Böblingen in Verbindung mit dem Vizepräsidenten der Tschechischen Feuerwehren Ehrengast beim damaligen Ministerpräsidenten von Baden- Württemberg, Lothar Spät.
Auszeichnung durch den Tschechoslowakischen Feuerwehr- Vizepräsidenten mit der Ehrennadel „Za Zahudi“. Am 14.08.1984 Eintritt in die „Vereinigung Europäischer Eisenbahner“.
In geheimer Wahl 1987 zum 1. Vorsitzenden des Ortsverbandes Hamburg-Harburg gewählt. Zwei Jahre später Gründung des Regionalverbandes Buchholz/HH-Süd. Seit dieser Zeit 1.Vorsitzender in Folge(bis heute). Übernahme des A.E.C.-Clubheims

im Bereich des Hamburger Hauptbahnhofs. Seit nunmehr zwanzig Jahren wird der RV Buchholz/HH-Süd von mir durch Höhen und Tiefen geführt. Die Verbindungen, die wir zum Rathaus Hamburg haben, haben es uns ermöglicht, an vielen örtlichen und überörtlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Dazu gehören auch die Begegnungen mit den Bürgermeistern Henning Voscherau, Ortwin Runde, Ole v. Beust. Zu den alljährlichen Sommerfesten der Hamburgischen Bürgerschaft im Innenhof des Rathauses wurden wir eingeladen. Mit unserem Informationsblatt „Die AEC Dampflok“ haben wir uns eine Möglichkeit geschaffen, unsere Mitglieder viermal im Jahr über alle Bewegungen und Veranstaltungen innerhalb des RV Buchholz/HH-Süd und des Gesamtverbandes zu informieren. Im Jahresdurchschnitt werden von uns rund 68 Veranstaltungen gefahren. Viele davon auch europaweit. Die Zusammenarbeit mit vielen anderen Vereinen und Verbänden, z.B. St. Pauli Bürgerverein, Club Seefahrt Hamburg, Bürgerverein Altona, Auswärtige Presse in Hamburg, Staatliche Pressestelle Hamburg u.a. hat dazu beigetragen, die A.E.C. hier im Norden bekannt zu machen.­
Seitdem 30.03.1999 bin ich Abgeordneter im Zentral-Ausschuss Hamburgischer Bürger-Vereine. Die Arbeit in der A.E.C. macht mir immer noch viel Spaß, zumal wir eine sehr gute kameradschaftliche Gemeinschaft bilden.

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