Wo die “Scholle” noch “Butt” heißt

Eine Liebeserklärung an Hamburg

Von Hans- Peter Kurr
Er hieß Ludwig, der Fromme, war Karls des Großen Nachfolger und ließ im 9. Jahrhundert nach Christi Geburt eine Befestigungsanlage nahe der Elbe, Hammaburg genannt, zum Wohnsitz christlicher Missionare ausbauen, die den Menschen im europäischen Norden die neue Heilslehre verkünden sollten.

Diese Hammaburg, genannt nach dem nahe gelegenen Dörfchen Hamm, war die Keimzelle derjenigen deutschen Stadt, die viele Menschen unserer Tage für die schönste der Bundesrepublik halten: Hamburg – bereits einhundert Jahre nach Ludwig dem Frommen von Erzbischof Adalbert als die „Gesegnete Mutter aller Völker des Nordens“ bezeichnet und bis heute als stolze Hansestadt mit dem Status eines eigenen Bundeslandes von annähernd zwei Millionen Bewohnern dergestalt geliebt, wie es bereits der berühmte Kritiker Alfred Kerr um 1920 gelobt hatte:

„Die Stadt ist von einer aufrecht schmuckvollen Schönheit. Wer im August über die Alster gen Winterhude fährt, wenn die Blumen alle blühen, in den Gärten von den Häuschen an der Flut, der weiß, dass Hamburg die schönste Großstadt in Deutschland ist. So schön zu sein, muss eine Stadt am Wasser liegen….. Man suche sich eine deutsche Riesenstadt gleichen Ranges mit gleicher Herrlichkeit wie das verdämmernde Alsterbecken an einem Nebelabend.“

Mein Freund, der Komponist Hansgeorg Koch, Deutscher mit Wohnsitz in Wien, New York und Hamburg, ist nur selten an der Elbe anzutreffen: „Über dreihundert Regentage im Jahr kann ich nicht ab!“ räsoniert er in hanseatischem Satzbau und befindet sich damit in schöner Einigkeit mit jenem napoleonischen Leibarzt, der – nach missglücktem russischen Feldzug – in Hamburg strandete und spottete:

„Hamburg ist die Traufe Deutschlands, von Karl dem Großem und einem unglücklichen Geschick zwischen dem 53. und 54.  Breitengrad angesiedelt, nahe den Lappen und Grönland.“

Mit den Augen des Menschen von heute allerdings sieht das ganz anders aus: Das milde Wetter, das dem Golfstrom zu verdanken ist, dieser Region zwischen Land und Meer, sorgt immer für eine angenehme Atmosphäre. Es gibt zum Beispiel keinen Smog, keinen Dauerregen, und die Niederschlagsmengen liegen unter denen großer anderer Städte wie Aachen oder Essen.

Ihr heutiges wunderschönes Antlitz verdankt die Stadt, die im Verlauf ihrer Geschichte viele Schicksalsschläge erlitt, der gewaltigsten Katastrophe, die sie im 19. Jahrhundert zu überleben hatte: Dem großen Brand von 1842; vom 6. bis 8. Mai zerglühten zahlreiche Stadtviertel innerhalb der schützenden Wallanlagen zu Schutt und Asche. Der Tatsache, dass in jenen Tagen Friedrich Hebbel zu Besuch weilte, haben wir eine fesselnde Schilderung dieser Katastrophe zu verdanken.

„Das brennende Hamburg war ein schrecklicher, aber zugleich ein gewaltiger Anblick. Das Überwältigende, was die Sinne nicht bloß erfüllte, sonder sie zerriss, schien neue Organe im menschlichen Geist zu erschließen, er fühlte sich über den Moment, über seine Drangsale und seine gemeines Leid hinaus gehoben und überschaute die Gegenwart, wie von der Höhe der Geschichte herab. Mir wenigstens war es, als ob ich nichts Gegenwärtiges sähe, aber die ungeheuersten Bilder der Vergangenheit standen vor meinem Blick, ich sah Karthago mit dem zerschmelzenden Moloch, ich sah Persepolis und die tanzende Thais, ich sah Moskau und den Imperator, wie er unwillig und finster den Kremlin verließ. Ja, sogar in den Momenten, wo ich selbst mit Hand anlegte, war mir zumute, wie bei einer Tätigkeit im Traum. Aber das brennende Hamburg verwandelte sich in ein niedergebranntes, der Feuerdrache zog sich wieder zusammen in den Funken, aus dem er hervor gekrochen war, und der flammenrote Himmel wurde trübselig und grau. Nun war auch mir alles zur Gegenwart und anfangs zur Gegenwart ohne Zukunft.“

Diese Zukunft war wie eine Gloriole: Eine Prachtstadt, an Schönheit Venedig nicht nachstehend, entstand bald aus der Asche, alte Stiche und erste Photos, Daguerrotypiere genannt, vermitteln dazu ein lebendiges Zeugnis wie die seit dem 14. Jahrhundert bedeutendste deutsche Hansestadt, die sogar Klaus Störtebeker und seine Piraten unbeschadet überlebt hatte, deren Seelen allerdings heute noch – glaubt man dem Fremdenführer, der den Namen „He lücht“ trägt – durch den Hafen geistern, ihr Haupt stolz erhob, bis sie – noch einmal und hoffentlich zum letzten Mal – in den Bombennächten des Zweiten Weltkrieges beinahe jegliches Leben verlor, als fast 40.000 Menschen hier starben.

Erstes Apropos: Der Hafen. Der berühmteste Sailor, der hier jemals landete, war Ringelnatz’ Seemann Kuttel Daddeldu, der wichtigste Entertainer, der jenen besang, Hans Albers.

„Eine Bark lief ein in Le Haver,
von Sidnee kommend, nach elf Uhr drei.
Es roch nach Himbeeressig am Kai,
und nach Hundekadaver.
Kuttel Daddeldu ging an Land.
Die Rü Albani war ihm bekannt.
Er kannte nahezu alle Hafenplätze.
Weil vor dem ersten Hause ein Mädchen stand,
holte er sich im ersten Haus von dem Mädchen die Krätze.
Weil er das aber natürlich nicht gleich empfand,
ging er weiter – kreuzte toplastig auf wilder Fahrt.
Achtzehn Monate Heuer hatte er sich zusammen gespart.
In Nr. 6 traktierte er Eiwie und das Kätzchen,
in 8 besoff ihn ein neues, straff lederbusiges Weib.
Nebenan bei Pierre sind allein sieben gediegenen Mädchen,
ohne die mit dem Zelluloid-Unterleib.
Daddeldu, the old Seelerbeu Kuttel,
verschenkte den Albatrosknochen,
Das Haifischrückgrat, die Schals,
den Elefanten und die Saragossabeutel.
Das hatte er eigentlich alles der Mary versprochen,
der anderen Mary; das war seine feste Braut.
Daddeldu – Hallo! Daddeldu,
Daddeldu wurde fröhlich und laut.
Er wollte mit höchster Verzerrung seines Gesichts
Partu einen Niggersong singen
und „Blu beus blu“.
Aber es entrang sich ihm nichts.
Daddeldu war nicht auf die Wache zu bringen.
Daddeldu Duddel Kuttelmuttel, Katteldü
erwachte erstaunt und singend morgens um vier
zwischen Nasenbluten und Pomm de Schwall auf der Pier.
Daddeldu bedrohte zwecks Vorschuss den Steuermann.
Schwitzte den Spiritus aus. Und wusch sich dann.
Daddeldu ging nachmittags wieder an Land,
wo er ein Rentiergeweih, eine Schlangenhaut,
zwei Fächerpalmen und Eskimoschuhe erstand.
Das brachte er aus Australien seiner Braut.“

Zweites Apropos: Der Zweite Weltkrieg
In der Staatsbibliothek „Carl von Ossietzky“ gibt es Bücher über diese schrecklichste Katastrophe unseres Jahrhunderts, die zu lesen drei, siebzig Jahre währende, Leben erfordern würde. Deshalb geben wir, im Rahmen dieses Zeitungsberichtes, stellvertretend, zwei gewichtigen Söhnen Hamburgs das Wort dazu, dem ehemals amtierenden Landesbischof Schöffel:

„Damals in der Nacht vom 24. auf den 25. Juli 1943 stand unsere Hauptkirche in einem riesenhaften Flammenmeer. Finsterer Rauch umhüllte das Gotteshaus bis in den Morgen, und erst am Vormittag konnte man die Kirche verlassen. Etwa zweitausend Menschen waren damals im Gewölbe unserer Kirche, schutzsuchend, versammelt, und fast ebenso viele waren, von den Flammen getrieben, in das Gotteshaus selbst geeilt; und nicht nur Menschen flohen zum ‚Michel’, sondern auch Tiere. Unvergesslich ist mir eine schwarze Katze, die oben auf der Steintreppe, sich zusammen kauernd, saß, den von Menschen überfüllten Raum nicht zu betreten wagte, aber auch nicht mehr auf die Straße konnte, weil sie im heißen Asphalt und im rauchenden Holz der Straßendecke sofort verbrannt wäre. Hilfe suchend sah sie zu den Menschen empor, niemand tat ihr etwas. Mensch und Tier waren in der gleichen Schicksalsgemeinschaft – wie auch der Papagei, der als letzter in der Kirche zu hören war, als sie am Morgen des anderen Tages von Menschen leer war. Die Toten, die man von draußen brachte, und die Sterbenden lagen vor dem Altar; einige Kinder wurden mitten in diesem Flammenmeer in unserer Kirche geboren. Ein Wunder, das einen immer wieder erschauern machte, wenn man daran denkt, dass kein Mensch in unserer Kirche verletzt wurde, während draußen eine Großstadt anfing, zugrunde zu gehen.“
….. und dem früh verstorbenen Dichter Wolfgang Borchert, auf dessen Namen wir kürzlich eine Hafenbarkasse tauften, mit seinem „Manifest“.

„Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen – sondern Stahlhelme und Maschinengewehre, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Besitzer der Fabrik. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst statt Puder und Kakao Schießpulver verkaufen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Forscher im Laboratorium. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst einen neuen Tod erfinden gegen das alte Leben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Dichter in deiner Stube. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keine Liebeslieder, du sollst Hasslieder singen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Arzt am Krankenbett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst die Männer kriegstauglich schreiben, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Pfarrer auf der Kanzel. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst den Mord segnen und den Krieg heilig sprechen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Kapitän auf dem Dampfer. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst keinen Weizen mehr fahren – sondern Kanonen und Panzer, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Pilot auf dem Flugfeld. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Bomben und Phosphor über die Städte tragen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Schneider auf deinem Brett. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst Uniformen zuschneiden, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Richter im Talar. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst zum Kriegsgericht gehen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mann auf dem Bahnhof. Wenn sie dir morgen befehlen, du sollst das Signal zur Abfahrt geben für den Munitionszug und für den Truppentransport, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mann aus dem Dorf und Mann in der Stadt. Wenn sie dir morgen kommen und dir den Gestellungsbefehl bringen, dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mutter in der Normandie und Mutter in der Ukraine, du, Mutter in Frisko und London, du, am Hoangho und am Mississippi, du, Mutter in Neapel und Hamburg und Kairo und Oslo – Mütter in allen Erdteilen, Mütter in der Welt, wenn sie dir morgen befehlen, ihr sollt Kinder gebären, Krankenschwestern für Kriegslazarette und neue Soldaten für neue Schlachten, Mütter in der Welt, dann gibt es nur eins:
Sagt NEIN! Mütter, sagt NEIN!

Denn wenn ihr nicht NEIN sagt, wenn IHR nicht nein sagt, Mütter dann:
dann:
In den lärmenden dampfdunstigen Hafenstädten werden die großen Schiffe stöhnend verstummen und wie titanische Mammutkadaver wasserleichig träge gegen die toten vereinsamten Kaimauern schwanken, algen-, tang- und muschelüberwest den früher so schimmernden dröhnenden Leib, friedhöflich fischfaulig duftend, mürbe, siech, gestorben –
die Straßenbahnen werden wie sinnlose glanzlose glasäugige Käfige blöde verbeult und abgeblättert neben den verwirrten Stahlskeletten der Drähte und Gleise liegen, hinter morschen dachdurchlöcherten Schuppen, in verlorenen kraterzerrissenen Straßen –
eine schlammgraue dickbreiige bleierne Stille wird sich heranwälzen, gefräßig, wachsend, wird anwachsen in den Schulen und Universitäten und Schauspielhäusern, auf Sport- und Kinderspielplätzen, grausig und gierig, unaufhaltsam –
der sonnige saftige Wein wird an den verfallenen Hängen verfaulen, der Reis wird in der verdorrten Erde vertrocknen, die Kartoffel wird auf den brachliegenden Äckern erfrieren und die Kühe werden ihre totsteifen Beine wie umgekippte Melkschemel in den Himmel strecken –
in den Instituten werden die genialen Erfindungen der großen Ärzte sauer werden, verrotten, pilzig verschimmeln –
in den Küchen, Kammern und Kellern, in den Kühlhäusern und Speichern werden die letzten Säcke Mehl, die letzten Gläser Erdbeeren, Kürbis und Kirschsaft verkommen – das Brot unter den umgestürzten Tischen und auf zersplitterten Tellern wird grün werden und die ausgelaufene Butter wird stinken wie Schmierseife, das Korn auf den Feldern wird neben verrosteten Pflügen hingesunken sein wie ein erschlagenes Heer und die qualmenden Ziegelschornsteine, die Essen und die Schlote der stampfenden Fabriken werden, vom ewigen Gras zugedeckt, zerbröckeln – zerbröckeln – zerbröckeln –
dann wird der letzte Mensch, mit zerfetzten Gedärmen und verpesteter Lunge, antwortlos und einsam unter giftig glühenden Sonne und unter wankenden Gestirnen umherirren, einsam zwischen den unübersehbaren Massengräbern und den kalten Götzen der gigantischen betonklotzigen verödeten Städte, der letzte Mensch, dürr, wahnsinnig, lästernd, klagend – und seine furchtbare Klage: WARUM? wird ungehört in der Steppe verrinnen, durch die geborstenen Ruinen wehen, versickern im Schutt der Kirchen, gegen Hochbunker klatschen, in Blutlachen fallen, ungehört, antwortlos, letzter Tierschrei des letzten Tieres Mensch – all dieses wird eintreffen, morgen, morgen vielleicht, vielleicht heute nacht schon, vielleicht heute nacht, wenn
— wenn —

Wenn ihr nicht NEIN sagt.“

Auf nahezu achthundert Quadratkilometern begann der Wiederaufbau, der, dem Stadtschreiber Meier-Marwitz zufolge, sich schwierig gestaltete:

„Damit die Stadt überhaupt überleben konnte, war die Lage wesentlich anders als nach dem Großen Brande von 1842. Damals boten sich immerhin noch Möglichkeiten für eine geschlossene städtebauliche Konzeption, deren Ausführung dann überdies noch als ein städtebauliches Kunstwerk gerühmt wurde. Dieser Spielraum war nach 1945 nicht gegeben. Da galt es an allen Ecken und Enden anzupacken, und das gefährliche Wort ‚Provisorium’ stand einer großzügigen Planung oft im Wege. Trotzdem ist es den Stadtbaumeistern gelungen, die Einheit der Stadt zu wahren und – wie 1842 – aus manchen Schäden sogar Nutzen zu ziehen. Die Landschaft hat ihnen dabei sicher oft geholfen, vor allem bei der Bewahrung einer gewissen Ursprünglichkeit mit traditioneller Linienführung – einmal durch die dominierende Rolle, die das Wasser bei der Raumgestaltung spielt, zum anderen durch den mit vielen Gärten, Parks, Wäldern und Wiesen durchsetzten Raum des Staatsgebietes.“

Wer, wie der Autor, erst nach dem Großen Krieg und dem Wiederaufbau seinen Wohnsitz in Hamburg nahm, konnte sich schnell in die „neue, alte“ Stadt verlieben. Ob er am Elbuferweg flaniert, in Pöseldorf ein nächtliches Bier trinkt, eines der sechsundzwanzig Theater besucht oder eines der dreißig Kinos, ob er den „Dom“ oder andere Volksfeste mag, in einem der Hafenrestaurants einen „Butt“ genießt (der im Binnenland „Scholle“ heißt), in der Alten Speicherstadt den „Hamburger Jedermann“ sieht oder an der einzigen Straße Europas, die zwei Namen trägt, abenteuerlustige Touristen beschmunzelt (Die Reeperbahn heißt in ihrem Südverlauf „Spielbudenplatz“), immer durchströmt ihn das gute Gefühl, „zu Hause“ zu sein. Das erging, zahlreichen literarischen und musikalischen Zeugnissen zufolge, auch den Großen unter den Kulturschaffenden so, deren Namen sich mit Hamburg verbinden.

Brahms, Mendelssohn-Bartholdy, Lessing, Friedrich-Ludwig-Schröder, Kloppstock, Claudius, Heine, Gründgens, Springer, wer nennt die Namen…….? Und wer zählt neben den Zugereisten, hier liebevoll „Quietje“ genannt, und Eingesessenen die Touristen, die alljährlich an die Elbe reisen: In der Hansestadt gibt es etwa 250 Hotels, darunter international bekannte Hotels der Spitzenklasse, mit 27.000 Betten.

Wenn am Wochenende die Touristenströme über die Süder- und Norderelbbrücken schwappen, ziehe ich mich in mein Büro zurück, hanseatisch „Kontor“ (früher „Comptoir“) genannt. Es liegt an derjenigen Stelle, an der 1775 einander die alte Moorweidengasse und eine Ausfallstraße nach Eppendorf beim Gasthaus „Der schwarze Bär“ kreuzten. Der Weg nach Eppendorf war durch einen roten Schlagbaum gesperrt. Nach ihm trägt die Straße bis heute ihren Namen: Die Rothenbaumchaussee.

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