Mord an Bord, Mylord

Von Hans- Peter Kurr

Da sitzen zweihundert, frohgestimmt und hochgemut an langen Tafel , die an die „Table d’Hote“ .des 18. Jahrhunderts erinnern, bereits leise gesättigt durch Gänseleber, Krabbensuppe, Wein und warten, gaumenverwöhntz durch Serviceleiter Schulz,Küchenchef Schreiber und deren Mannschaft, auf den Höhepunkt einer Theaterperformance, die imgrunde keinen hat, und deren Handlungsfaden so verworren dahinplätschert, dass die Gespräche der Zuschauer die Dialoge der Darstellere häufig übertönen. Die Rede ist von einer Aufführung des Dinner-Krimis „Mord an Bord, Mylord“ im 8. Stock des Hamburger Steigenberger-Hotels am Hafen.
Die Steigenberg-Hotelkette gilt als beispielgebend in der Zusammenführung von Speise- und Unterhaltungskultur.Im Baden-Badener „Mutterhaus“ an der Oos mit hochliterarischen Veranstaltungen im Haus an der Elbe mit der Kombination von Atzung und Kriminal-Literatrur – weiter in Berlin, Güterslo etc., etc. Steigenberger Hamburg will sogar demnächst eine Premiere herausbringen mit dem Titel „Schwarze Nelken für den Don“.
Das ist die dritte Produktion der Darmstädter Firma „Theater on Tour“, an der der unermüdliche, brilliant karikierende Ludwig Richter ( Hier als Lord-Admiral Reginald Bromstroke) beteilgt ist, der – zumindest in „Mord an Bord“ – das übrige Ensemble weit hinter sich lässt.
Das Lustigste an diesem Abend war die Besetzung mehrerer Episodenrollen (In Theaterkreisen respektlos „Wurzen“ genannt ) mit spielfreudigen Zuschauern. Das führte hin und wieder zu einem Glücksfall wie hier bei dem jedweder Phytologie abholden Arzt Dr. Hyden.
Fazit: Ein für Gourmets erfüllter Abend mit starken (behebbaren!) Schwächen in der Performance und einem wirklichen Star in Person von Ludwig Richter.

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