Vor 25 Jahren starb Carl Orff in München

Von Manuel Ruoff

Carl Orff kam am 10. Juli 1895 in München zur Welt. Er entstammte einer alten bayerischen Offiziers- und Gelehrtenfamilie. Sein Elternhaus war sehr musikalisch. Sein Vater, wie seine beiden Großväter von Beruf Offizier, spielte Klavier und verschiedene Streichinstrumente und seine Mutter war gar ausgebildete Pianistin. Als Profi erkannte sie das musikalische Talent ihres Sohnes und förderte es entsprechend. Im Jahre 1912 verließ er vor dem Abitur das Gymnasium, um an der Münchner Akademie der Tonkunst zu studieren. Den Akademieunterricht empfand er jedoch als zu konservativ, und so bildete er sich im Selbststudium und mit Hilfe von Privatunterricht weiter fort.
Nach einer Tätigkeit als Kapellmeister an diversen Spielstätten und der Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Soldat arbeitete er ab 1919 als freischaffender Komponist in der Bayernmetropole. Mit der Gymnastiklehrerin, Graphikerin und Schriftstellerin Dorothee Günther gründete er 1924 die Günther-Schule. An dieser Ausbildungsstätte für Gymnastik, Rhythmik, Musik und Tanz entwickelte er das Orff-Schulwerk und die Orff-Instrumente.
Weder Aufstieg noch Fall der Nationalsozialisten unterbrachen oder beendeten gar Orffs Schaffen und Wirken. Olympia zeigt das beispielhaft. So komponierte er sowohl den „Kinderreigen“ für die Olympischen Spiele in Berlin von 1936 als auch den „Gruß der Jugend“ für die Spiele in München von 1972. Hatte Orff vorher vornehmlich als Musikpädagoge gegolten, so gelang ihm 1937 der Durchbruch als Komponist mit der Uraufführung seines bekanntesten Stückes. Wie es zu dieser in Frankfurt am Main uraufgeführten Komposition kam, beschrieb er selbst: „Fortuna hatte es mit mir gut gemeint, als sie mir einen Würzburger Antiquariatskatalog in die Hände spielte, in dem ich einen Titel fand, der mich mit magischer Gewalt anzog: Carmina Burana.“
Hochgeehrt starb Carl Orff am 29. März 1982 in seiner Geburtsstadt München.

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