Honda Power

Von Renate Diekmann

Zu Wasser, zu Lande – und seit neuestem auch in der Luft – vertrauen Menschen auf Honda. Viele ahnen dabei jedoch nicht, wie eng die technische Verwandtschaft zwischen den verschiedenen Fortbewegungsmitteln und Arbeitsgeräten ist. Sieht man genau hin, wird schnell deutlich, wie gut Automobiltechnik auf dem Wasser funktioniert und wie sich die Detaillösungen eines Quad oder Motorrades in Rasenmähern bewähren.Honda Civic R
Gelegenheit, alles unter die Lupe zu nehmen, hatten Motor-Journalisten während der Honda Testtage Anfang Mai 2007 in ganz Deutschland. Während Kollegen auf dem Testgelände des ADAC Fahrsicherheitszentrum Lüneburg Rasentraktor-Rennen veranstalten, mit dem Honda ATV und Civic R auf dem Parcours ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen oder mittels 4-Takt Außenbordmotor über das Wasser brettern, widme ich mich den Limousinen, von denen genügend zur Probefahrt bereit stehen.

Honda QuadSeit es in Deutschland Honda gibt, schwärme ich vom Legend, der Nobelkarosse des Japanischen Automobilherstellers. Im dezent-eleganten Graphite Pearl parkt er unübersehbar zwischen Civic und Accord und kann sich, was Styling und Maße betrifft, locker mit der S-Klasse, dem Audi A8 oder BMW 7er messen. Obwohl die deutschen Mitbewerber dem Legend um Längen voraus sind, wenn es um die Zulassungszahlen geht, hält er technisch durchaus mit. Unter der Haube hat er 295 PS, die im unteren Drehzahlbereich mit etwas mehr Biss agieren könnten. Als sanft dahin gleitender Riese mit niedrigem Geräuschpegel auf Autobahn und Landstraße fällt diese Schwäche aber kaum ins Gewicht, denn wer das V6 Aggregat mit 3,5 Liter Hubraum erst einmal aus der Reserve lockt, spürt, welche Kraft im Motor steckt. Der powert die Limousine in 7,3 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht mühelos 250 km/h. Dabei fährt der Wagen ausgesprochen komfortabel und sehr sicher. Zu den innovativen Technologien des neuen Legend, seit Herbst 2006 auf dem deutschen Markt, gehört der einzigartige Super Handling-Allradantrieb, der die Verteilung des Drehmoments nicht nur variabel zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern auch zwischen den beiden Hinterrädern ermöglicht. Zudem überzeugt der Legend mit zahlreichen Assistenzsystemen. Diese machen die 2 t schwere Limousine erstaunlich agil und sorgen für hohe Souveränität und neutrales Fahrverhalten auf trockener wie nasser Fahrbahn. Honda Legend außen
Was es bei deutschen Marken dieser Klasse nur gegen horrenden Aufpreis gibt, gehört beim Legend zum Preis von 56.600 Euro zur Serienausstattung. Nur zwischen den Farben muss man sich noch entscheiden. Allerdings sind Kommandozentrale und die für meinen Geschmack zu schmal geratene Mittelkonsole mit vielen Knöpfen und Funktionstasten überladen und unübersichtlich. Ansonsten ist alles vom Feinsten und vorbildlich verarbeitet. Der Legend strotzt vor Luxus und ist komplett ausgestattet mit Bose-Soundsystem, Sechsfach-DVD-Wechsler, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Schiebedach und Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht. Innen glänzet er mit Aluminium, Honda Legend IntrieurEdelholz und feinem Leder. Er heizt nicht nur die Sitze, sondern kühlt sie auch, wenn es draußen unerträglich heiß ist und die Sonne erbarmungslos aufs Blech brennt. Er filmt beim Rückwärtsfahren, was hinten passiert, setzt beim ersten Regentropfen den Scheibenwischer in Bewegung und bremst, wenn man den Vordermann zu sehr bedrängelt. Platz ist reichlich vorhanden, bis auf den zu kleinen 452 Liter fassenden Kofferraum mit störenden Ecken und Kanten.
Leider gibt es den Legend nur als Benziner, der im Schnitt auf 100 Kilometer zwischen 14 und 15 Liter schluckt. Mehr Zulassungserfolge hätte Honda bei uns gewiss mit einem zusätzlichen partikelgefilterten Selbstzünder im Programm, der weniger Diesel verbraucht, weniger Schadstoff in die Luft bläst und trotzdem durchzugsstark abzieht.

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