Hochgebirgsklima schafft Ruhe in den Atemwegen

Von Renato Diekmann
Der Schweizer Urlaubsort Davos steht für Luxus und Exklusivität. Aber auch ganz normale Menschen zieht es nach Graubünden. Sie wollen nur eins: Die Linderung ihrer Asthma-Beschwerden und endlich wieder tief durchatmen. Versteckte Allergene, z. B. in Lebensmitteln, Asthma bronchiale, COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) und Neurodermitis können das Leben der erkrankten Menschen schwer belasten und sogar seelische Störungen zur Folge haben. Hochgebirgsklinik Davos
Intakte Atemwege sind das A&O für eine gesunde Lunge. Mit jedem Atemzug strömt pure Lebensenergie in unseren Körper. In Ruhe werden die rund 300 Millionen Lungenbläschen 14-mal pro Minute mit Sauerstoff geflutet – beim Joggen oder Mountainbike-Fahren sogar die zwei- bis dreifache Menge. Von der Lunge wird die lebensnotwendige Energie an alle Körperzellen gerecht verteilt. Schleimhaut und zarte Flimmerhärchen sorgen schließlich dafür, dass mit der Frischluft eindringende Staubpartikel und Krankheitserreger abtransportiert werden. Durch Ausatmen, Hüsteln und das Schlucken von Schleim wird letztendlich die Lunge gereinigt.

„Leider machen sich viele das Atmen unnötig schwer. Rund 43 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen rauchen regelmäßig – und teeren ihre Atemwege, so dass die vielen Härchen die Schleimhäute nicht mehr reinigen können: eine Hauptursache für chronische Bronchitis, die zu einer schweren Asthmaerkrankung ausarten kann“,  erläuterte Prof. Dr. J. Christian Virchow, Pneumologe an der Klinik für Innere Medizin an der Universität Rostock anlässlich des 22. Symposium in Davos.
„Asthma bronchiale ist eine Volkskrankheit. Jedes 10. Kind und jeder 20. Erwachsene sind von ihr betroffen. Meist beginnt die Erkrankung schleichend und wird kaum wahrgenommen. Vor allem wenn Beschwerden nur bei körperlichen Aktivitäten auftreten oder mit einer Allergie einhergehen“, so PD Dr. med. Günther Menz, Ärztlicher Direktor Deutsche Hochgebirgsklinik Davos.
„Gerade in Ländern mit „westlichem Lebensstil“ ist eine explosionsartige Zunahme von Asthma- und Allergienerkrankungen wie etwa Neurodermitis zu verzeichnen. Schon jedes 5. Kind kommt wegen einer Allergie in die Sprechstunde eines Kinderarztes“, ergänzte sein Kollege, Dr. med. Hans-Joachim Mansfeld, Chefarzt Allergieklinik, Zentrum für Kinder und Jugendliche an der Hochgebirgsklinik Davos. „Asthma ist eine Entzündung der Atemwege, die sich nicht chronifizieren darf“, warnt der Pädiater, „Früherkennung und Frühintervention sind deshalb ausschlaggebend für eine Erfolg versprechende Therapie.“
Radfahrer in Davos
Vor dem Hintergrund der drastisch gestiegenen Patientenzahlen bei Asthma und Allergien (30 % der Bevölkerung sind davon betroffen) genießt die Therapie im Hochgebirge einen hohen Stellenwert. Besonders hervorgetan hat sich hier die Deutsche Hochgebirgsklinik Davos, wo Erwachsene, Kinder und Jugendliche mit Atemwegserkrankungen sowie allergischen Haut- und Augenerkrankungen eine kompetente und umfassende Betreuung erfahren. Die 1.600 m über den Meeresspiegel gelegene Klinik bietet eine ideale und für keine andere vergleichbare Fachklinik zutreffende Allergen-, Keim- und Schadstoffarmut. Schon Thomas Mann logierte im Privat-Sanatorium „Zauberberg“ und kurierte sein Asthma in luftiger Höhe. Was dem bekannten Schriftsteller (Der Zauberberg) gut tat, ist erst recht gut für die Patienten von heute. Denn nach der Behandlung kann auch unter den heimatlichen klimatischen Bedingungen der Patienten eine über Monate und Jahre anhaltende Stabilisierung allergischer Atemwegs- und Hauterkrankungen erzielt werden – selbstverständlich unterstützt durch eine sachgerechte moderne medikamentöse Therapie.
Geografische wie meteorologische Gegebenheiten machen den Schweizer Hochgebirgsort für eine wirkungsvolle Therapie so interessant. Davos ist absolut frei von Hausstaubmilben. Bedingt durch hohe Gipfel rings um den Ort, gibt es nur geringe Mengen an Pollen mit extrem kurzer Flugdauer. Niedrige Luftschadstoffbelastung, trockene Luft, Sonne und relativ gleichbleibende Temperaturen im Winter wie im Sommer unterstützen die Therapie. Die Kosten werden bei entsprechender Indikation von deutschen Kranken- und Rentenversicherungsträgern übernommen, denn die Hochgebirgsklinik Davos ist den Krankhäusern bzw. Reha-Einrichtungen in Deutschland völlig gleichgestellt und damit als in- und nicht ausländische Klinik einzuordnen.
„Jeder Versicherte hat ein Anrecht darauf, bei uns stationär behandelt zu werden, wenn es medizinisch erforderlich ist“, betonte Dieter Ohnmacht, Geschäftsführer Hochgebirgsklinik Davos, in einem Hintergrundgespräch und verwies in diesem Zusammenhang auf die hundertjährige Geschichte der Klinik sowie auf das ebenso lange und erfolgreiche Wirken im Dienste von allergie- und lungenkranken Menschen.

Infos: www.asthma-hilfe.de
www.eacd.net

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