Gut hören, gut leben

Von Renato Diekmann

Über unsere Ohren nehmen wir nicht nur die Sprache, sondern auch wichtige Geräusche und Informationen auf. Die Bedeutung des Hörens für zwischenmenschliche Beziehungen und das Verständnis zu unserer Umwelt ist enorm. Das Gehör ist „ein Tor zur Welt“, sagte Professor Ursula Lehr, Bundesministerin a. D., anlässlich der Verleihung des Goldenen Akustikus an die dänische Sängerin Gitte Haenning in München „und das sollten wir so lange wie möglich offen halten“.
Die Minderung oder gar der Ausfall des Hörvermögens bedeuten immer eine massive Belastung für die Betroffenen und ihr Umfeld – sowohl im Privatleben als auch im Beruf. Die meisten Menschen nehmen ihre Defizite beim Hören häufig zu selten wahr, andere wollen sie nicht wahrhaben und verdrängen sie. Missverständnisse, Kommunikationsprobleme und Einschränkungen der persönlichen Lebensqualität sind häufig die Folgen. Gutes Hören hingegen sichert Aktivität, Lebensfreude und geistige Leistungsfähigkeit.

Neueste Studien belegen: 14 Millionen Bundesbürger haben eine Hörminderung, aber nur ein kleiner Teil (etwa 3 Millionen) unternimmt etwas dagegen. Sogar rund 500.000 Kinder und Jugendliche weisen bereits lärmbedingte Hörschäden auf. Als Ursache gelten zu viel und zu laute Musik, aber auch extrem laute Knalle aus Computerspielen, Spielzeugpistolen, Silvesterknaller etc.

Zu viel, wie die Fördergemeinschaft Gutes Hören (FGH) mit Sitz in Marburg meint. Deshalb hat sie in Zusammenarbeit mit HNO-Fachärzten, Hörgeräte-Akustikern und der Hörgeräte-Industrie eine Woche des Hörens (vom 18. bis 22. September 2006) initiiert. Die bundesweite Aktionswoche will Aufmerksamkeit für das Thema erzeugen und Menschen zum Handeln motivieren. In entspannter Atmosphäre lädt sie ein zu kostenlosen Hörtests und Informationen rund um das Hören. Der Startschuss fiel am 8. September in München, wo Experten das Thema Hören anschaulich schilderten.

Hörgeräte, einst traditionell stigmatisiert, haben sich mit elegantem Design und innovativer Technik im Markt völlig neu positioniert Auch hier hat die digitale Revolution innerhalb der letzten Jahre große Fortschritte und Qualitätsverbesserungen erzielt. Die innovativen Hörsysteme sind weitaus leistungsfähiger als allgemein angenommen, aber auch erheblich teurer aufgrund der neuen Technik (die Preise pro Ohr beginnen bei 500 Euro und enden bei 3.500 und mehr). Zudem hat sich die Optik der hoch modernen Hörhilfen positiv verändert. Nicht mehr klobig und fleischfarben, sondern klein, leicht und bunt präsentieren sich die digitalen Geräte. Zuverlässig werden sie heute im bzw. am Ohr getragen und haben das Zeug dazu, wie Brillen zum modischen Accessoire zu werden. Früher fühlten die meisten Menschen ihre Ohren mit einem Hörsystem verschlossen. Die neuen digitalen Systeme haben sich von dieser unangenehmen Eigenschaft des Verschlusseffekts längst verabschiedet.

Infos : www.fgh-gutes-hoeren.de

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