Gesundheit ist alles

Heilen mit der Kraft der Natur
Von Renato Diekmann

Seit Urzeiten hat es Menschen gegeben, die bei erkrankten Mitmenschen erfolgreicher Hilfe leisten konnten als andere. Heilkundige mit natürlichen Heilbegabungen gab es schon bei den Schamanen. In Deutschland war die Äbtissin Hildegard von Bingen die namhafteste Vertreterin der Kräuterheilkunde und Klostermedizin, Paracelsus galt als Verfechter einer universellen naturheilkundlichen Tätigkeit über die Alchemie und Spagyrik, und den Fuhrmann Johann Schroth nannte man den Begründer des Heilfastens mit der Schrothkur. Pfarrer Sebastian Kneipp kämpfte für die Erneuerung der Wasserheilkunde und der Arzt Samuel Friedrich Christian Hahnemann war der bedeutendste Wegbereiter der Homöopathie. Heilen aus der Kraft der Natur war auch das Thema des 12. Heilpraktikerkongresses in Neuss bei Düsseldorf. Von der Augendiagnostik über die Eigenblutbehandlung bis zur Magnetfeldtherapie reichte das umfangreiche Vortrags- und Seminarangebot. Vieldiskutierter Schwerpunkt war die Homöopathie, die momentan in der Kritik der Stiftung Warentest steht, weil sie die gewünschte Heilwirkung, die sie vorgibt zu leisten, angeblich nicht erzielt. Trotz aller Unkenrufe nimmt die Homöopathie einen immer breiteren Raum in der Behandlung von akuten und chronischen Erkrankungen ein. Tendenz steigend. Diese Menschen, die diese Medizin und Therapieerfahrung  der Naturheilkunde in Anspruch nehmen, vertrauen auf tausendjähriges Heilwissen – und ihre eigenen positiven Erfahrungen bestätigen diese Entscheidung. Die „sanfte“ Alternativ-Therapie ist eine Reiz- und Regulationstherapien, die sich nicht darauf beschränkt, das einzelne erkrankte Organ zu betrachten, sondern den ganzen Menschen als Einheit aus Körper, Seele und Geist. „Ist diese Einheit gestört,“ weiß der Heilpraktiker Dieter SiewertsenSiewertsen Heilpraktiker, „erkrankt der Mensch.“ Aus diesem Grunde versucht die Homöopathie, die Selbstheilungskräfte im Menschen zu mobilisieren bzw. die körpereigene Abwehr zu stabilisieren. Gerade die Homöopathie ist eine Arzneimitteltherapie der ganz besonderen Art. In der Homöopathie gibt es weder „Anti“-biotika, oder „Anti“-hypertonika“ noch „Anti“-rheumatika, sondern Reiz- und Umstimmungsmittel, die den Organismus zur Selbstheilung anregen. Diese Wirkstoffe werden aber nur in kleinsten Mengen verabreicht, um den Körper nicht durch eine chemische, fremde Substanz und deren Nebenwirkungen zu belasten. Es geht bei der Homöopathie also vielmehr darum, mit Hilfe des Arzneimittels, eine Information, eine Anregung zu übermitteln, die der Körper für die Heilung benötigt. „Die therapeutischen Schwächen der Schulmedizin im 19. Jahrhundert waren ohne Zweifel die Stärken der Homöopathie“, resümiert Siewertsen in einem Interview in Neuss. „Vor allem die nebenwirkungsarme Behandlungsmethode Hahnemanns fand immer mehr Anhänger. Heute hat sich jedoch die Erkenntnis durchgesetzt, das Homöopathie und Schulmedizin sich nicht unvereinbar gegenüberstehen, sondern sich vielmehr gegenseitig ergänzen.“

Weniger Schmerz durch individuelle Behandlung

Mehr als 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen. Sie  müssen häufig viel ertragen, bis sie endlich mit Hilfe eines besonders ausgebildeten Arztes die richtige Behandlung erfahren. Der Schmerz-Patient muss sich nicht alles gefallen lassen, sondern hat grundsätzlich Anspruch auf eine innovative schmerzlindernde Therapie, die seinen individuellen Bedürfnissen entspricht. Individuell sind auch seine Schmerzen und Erwartungen an den behandelnden Arzt. Demzufolge kann eine Schmerztherapie auch nur individuelle Behandlungsziele haben. Ziel einer modernen Schmerztherapie ist in erster Linie, den Schmerz so weit zu lindern, dass der Patient wieder aktiv am Leben teilnehmen kann. Ein weit verbreitetes Problem ist leider, dass viele Patienten selbst bei starken Schmerzen nur schwache Schmerzmittel verordnet bekommen. „Statt diese schwach wirksamen Mittel in hoher Dosierung zu verabreichen, sollten Patienten mit Bewegungsschmerzen besser sofort starke Opioide erhalten, dafür aber mit einer geringen Anfangsdosis“, forderten die bundesweit anerkannten Schmerztherapeuten Dr. med. Gerhard Müller-Schwefe und PD Dr. med. Michael A. Überall auf einer Pressekonferenz vor Medizinjournalisten in Hamburg.

Deutsche Sc

„Innovative Opioide in niedriger Dosierung stellen eine neue Option der Schmerztherapie dar, denn starke Opioide machen weniger müde und verursachen seltener Konzentrationsstörungen, Übelkeit oder Erbrechen. Von einem starken Opioid in niedriger Dosierung profitieren alle Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates. Diese entstehen etwa bei Erkrankungen der Wirbelsäule oder der Rückenmuskulatur, bei Osteoporose, Arthrose oder rheumatischen Erkrankungen. Der rasche Wirkungseintritt innerhalb nur einer Stunde bei gleichzeitig langer Wirkdauer ist dabei der wichtigste Vorteil“, betonten die beiden Experten unisono und beriefen sich hierbei auf die Ergebnisse einer Studie mit 443 Patienten mit starken chronischen Rückenschmerzen. „Mit der Ausrichtung der neuen, innovativen Schmerztherapie auf individuelle Behandlungsziele ist ein hohes Maß an Aufklärungsarbeit gegenüber Patienten und Ärzten verbunden. Deshalb müssen alle Fragen klar beantwortet werden“, schlussfolgerte Harry Kletzko, Vizepräsident der Deutschen Schmerzliga e.V. Aus diesem Grund hat der Verein im Rahmen seiner Initiative www.schmerzmessen.de die Kampagne „Schmerztherapie ohne Umwege“ gestartet. Die Experten riefen die Schmerz-Patienten vor allem dazu auf, ihre Schmerzen ernst zu nehmen und beim Arztbesuch unbedingt darauf zu bestehen, dass auch der Arzt ihre Schmerzen erst nimmt! Sei dies nicht der Fall, sollten die Patienten die Behandlung durch einen anerkannten Schmerztherapeuten verlangen.

Universitätsklinikum Düsseldorf eröffnet Kompetenzzentrum

Die Ursache der Multiplen Sklerose – kurz MS genannt – konnte bis heute nicht genau geklärt werden. Betroffen ist das zentrale Nervensystem (Gehirn, Rückenmark, Sehnerv). Im Verlauf der Erkrankung werden die Schutzhüllen der Nerven zerstört, so dass es zu Lähmungen und anderen körperlichen Störungen kommt. Allein in Deutschland sind etwa 120.000 Menschen an MS erkränkt – und jedes Jahr kommen drei- bis fünftausend Patienten hinzu. Die Krankheit beginnt meist im frühen Erwachsenenalter und bricht nur selten nach dem 40. Lebensjahr aus. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Zwar kann das Fortschreiten der Erkrankung vielfach verzögert werden, eine Heilung ist jedoch bislang noch nicht möglich. Demzufolge ist die Diagnose MS für jeden Betroffenen ein schwerer Schicksalsschlag. Multiple Sklerose ist eine neurologische Erkrankungen, die in Schüben auftritt. Wie bei jeder chronischen Erkrankung drängen sich auch bei der Multiplen Sklerose viele Fragen auf. Die Betroffenen und ihre Angehörigen müssen wissen, wie sie mit der neuen und schwierigen Lebenssituation zurechtkommen können, welchen Verlauf die Erkrankung nimmt, was die typischen MS-Symptome sind und welche therapeutischen Möglichkeiten heute zur Verfügung stehen, um das Fortschreiten der chronischen Erkrankung langfristig zu vermindern. Um diese Fragen künftig besser beantworten zu können, eröffnete das Universitätsklinikum Düsseldorf im September das erste deutsche Kompetenzzentrum zur Diagnostik von Autoimmunerkrankungen der Muskulatur und des Nervensystems (häufigste Erkrankung ist die MS). Das neue Zentrum stellt die gesamte Bandbreite moderner Labordiagnostik zur Verfügung. Die fachliche Voraussetzung für die Neugründung gewährleistet die enge Kooperation der Neurologischen Klinik und das Institut für Klinische Chemie des Universitätsklinikums, vertreten durch die Direktoren Prof. Professoren Hartung & Boege (links)Hans-Peter Hartung und Prof. Fritz Boege. Das Kompetenzzentrum berät den Einsender über die reine Labordiagnostik hinaus zu Bedeutung und Konsequenz der Befunde. „Dabei kann das Labor auch Therapieerfolge unter immunsuppressiven und –modulatorischen Behandlungen ermessen. Außerdem werden wissenschaftliche Daten und Erkenntnisse zu weiteren neuroimmunologischen Erkrankungen gewonnen. Die Zentralisierung ermöglicht uns, in großem Umfang und in kurzer Zeit statistisch ausreichend große Datenmengen über neuroimmunologische Erkrankungen zu erhalten“, sagte Professor Hartung vor Fachjournalisten in Düsseldorf. Das neue Kompetenzzentrum will von der EU als internationales Referenzzentrum auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose anerkannt werden und wäre im Falle der Zertifizierung neben London und Turin dann eines von drei international unabhängigen Testlaboratorien in Europa und das einzige in Deutschland, das seine Messmethoden und Werte auf diesem Sektor mit anderen europäischen Laboratorien abgleicht.

Inkontinenz nimmt die Lebensqualität

Häufig herrscht nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bei Ärzten die weit verbreitete Ansicht, dass Inkontinenz eine typische Alterserscheinung ist und schicksalhaft hingenommen werden muss. Das ist nicht richtig. Auch die im Alter entstehende Harninkontinenz hat viele Ursachen. Hierzu gehören nicht nur die Degeneration der Blasen- und Beckenbodenmuskulatur, sondern zahlreiche Alterskrankheiten und Medikamenteneinnahme, deren Nebenwirkungen auch die Funktion des Harntraktes beeinträchtigen. „Inkontinenz bringt zwar keinen um, aber sie nimmt einem die Lebensqualität.“, erklärten die Professoren Klaus-Peter Jünemann und Ingo Füsgen vor Fachjournalisten auf einem Ärztekongress in Bamberg. So sah es auch Professor Daniela Schultz-Lampel vom Kontinenzzentrum Südwest in Villingen-Schwenningen. „Blasenfunktionsstörungen und insbesondere die Harninkontinenz sind infolge ihrer medizinischen, psychischen und sozialen Konsequenzen ein zentrales Problem des alten Menschen. So liegt die Inkontinenz an vierter Stelle der Alterserkrankungen.“ Jeder ältere Mensch sollte deshalb in der ärztlichen Praxis oder Klinik auf das Problem einer Blasenfunktionsstörung oder Harninkontinenz angesprochen werden. Grundlage für die Abklärung ist die Basisdiagnostik. Sie besteht aus einer gezielten Anamnese, klinischen Untersuchung, der Harnanalyse, einer Restharnbestimmung und dem Trink- und Blasentagebuch. Regelmäßiges Trinken ist das wichtigste, so die Experten. Die Annahme, wer wenig trinkt, bildet weniger Urin, ist grundsätzlich falsch. Flüssigkeitsmangel kann die Blase eher schädigen. Bei geringer Flüssigkeitszufuhr bildet der Körper nämlich einen besonders stark konzertierten Urin, der die Blasenwände reizen und somit die Symptome der Inkontinenz noch erheblich steigern kann. Zudem wächst – besonders bei Frauen – die Gefahr, Harnwegsinfekte zu entwickeln. Wenn Blase, Niere und Harnleiter nicht regelmäßig „durchspült“ werden, erhöht sich das Risiko um ein Vielfaches. Wer unter Blasen- und Darmschwäche leidet und Inkontinenz vermeiden will, wendet sich direkt an die Zentrale der Deutschen Kontinenzgesellschaft in Kassel unter www.kontinenz-gesellschaft.de

Schreibe einen Kommentar