Entlang der lieblichen Tauber

Von Uta Buhr
Als einzigartiges Schmuckkästchen in deutschen Landen wird das Taubertal bezeichnet. Wie Perlen auf einer Schnur reiht sich entlang der Tauber ein touristisches Highlight an das andere. Da ist das romantische Rothenburg, die Fechterhochburg Tauberbi- schofsheim sowie die Deutschordensstadt Bad Mergentheim. Für den Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl, der Mitte des 19. Jahrhunderts die Region durchstreifte, war „der Gang durch’s Taubertal ein Gang durch die deutsche Geschichte, durch das alte Reich.“ Die Faszination ist geblieben. Menschen aus aller Welt lieben die Synthese aus Naturerlebnis, Burgenromantik und weinseliger Gastlichkeit.

Stolz thront Rothenburg, das „fränkische Jerusalem“ über dem Tal der Tauber. Schon aus der Ferne zeichnet sich die märchenhafte Silhouette aus Wehr- und Kirchentürmen, Zinnen und mittelalterlichen Giebeln gegen den blauen Himmel ab. Rund um den trutzigen Sieberturm klicken die Kameras der Touristen, während Kunstfreunde in der St.-Jakobs- Kirche in stiller Andacht den filigranen Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider auf sich wirken lassen. Im kaum 20 Minuten entfernten Creglingen gibt es neben der gotischen Herrgottskirche im Fingerhutmuseum Exponate zu besichtigen, die – man staune – 30.000 Jahre alt sind. Tauberrettersheim, ein verschlafenes 900-Seelen-Dorf wartet gleich mit zwei Kostbarkeiten auf: der anmutigen, vom Baumeister der Würzburger Residenz Balthasar Neumann konstruierten Brücke und einem spritzigen Frankenwein, der seinesgleichen sucht. Nächste Station ist Weikersheim, wo es das Renaissanceschloss derer von Hohenlohe zu besuchen gilt. Hinter der schlichteleganten Fassade verbirgt sich ein verspielter Barockgarten mit Springbrunnen, Putten und bunten Blumenrabatten. Sensationell sind der Rittersaal und der komplett erhaltene Spiegelsaal.
Der Weg führt weiter in die quirlige, vom imposanten Deutschordensschloss beherrschte Kurstadt Bad Mergentheim. Der Marktplatz besticht durch die Geschlossenheit der um 1500 entstandenen Fachwerkhäuser. Nach einem Stadtrundgang lautet das Motto: Von der Kultur in die Kur. Eine salzhaltige Sole, die verschwenderisch aus dem Boden sprudelt, reinigt Leber und Galle . Eine Wohltat nach dem reichlichen Genuss von Riesling und Tauberschwarz. Ein Abstecher nach Stuppach (6 km südlich) führt zur Kapelle mit der legendären Madonna von Matthias Grünewald.

Die Fechterstadt Tauberbischofsheim ist ein Ort wie aus dem Bilderbuch. Den schönsten Blick genießt man vom Turm des Kurmainzischen Schlosses. Und weiter geht es in Richtung Bronnbach. In den Annalen ist die Gründung des „castrum Brunnebach“ um das Jahr 1150 festgehalten. Mönche des einst hier ansässigen Zisterzienserordens unterwiesen die Bauern der Gegend in der Kunst des Ackerbaus und stellten fest, dass der Muschelkalkboden sich vorzüglich für den Weinanbau eignete. Anlässlich der „Bronnbacher Kulturen“ erklingen im schönen Kreuzgang heute Serenadenkonzerte.

Letzte Station ist Wertheim. Die rötlichen Sandsteinmauern der Burgruine auf felsigem Grund spiegeln sich in den dunklen Fluten der Tauber. Eine fröhliche Stadt mit einer Reihe gemütlicher Wirtshäuser und uriger Weinstuben. Am Abend trifft man sich am Engelsbrunnen. Die Namensgeber – zwei anmutige Engel – halten das Wertheimer Wappen schützend über die Stadt.

Auskunft:
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Touristikgemeinschaft „Liebliches Taubertal“
Gartenstraße 1
97941 Tauberbischofsheim
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Telefon: 09341/82 294
Internet: www.liebliches-taubertal.de

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