Automobile Welt

Von Renato Diekmann
Charakterwagen

Wenn der neue Alfa 159 einen Schönheitswettbewerb absolvieren müsste, Alfa 159würde er zweifellos auf Platz eins landen. Mit klaren Linien, starken Motoren und guter Verarbeitung tritt die Mailänder Sportlimousine unmissverständlich an gegen die Premiummarken Audi A4, 3er BMW, Mercedes C-Klasse und Jaguar X-Type. Der neue Alfa 159 macht eine gute Figur! Die Designer verpassten dem Neuling ein Charakter-Gesicht mit provozierender Note. Die tief platzierte Kühlernase und zwei schräg nach oben verlaufende schlitzförmige Augen signalisieren eine aggressive Optik. Seine keilförmige Schnauze und der markant aufstrebende Hintern mit schmalen Leuchtbändern veredeln den rassigen Italiener, ausgestellte Kotflügel und doppelte Endschalldämpfer betonen die Kraft des Motors, der per Knopfdruck gestartet wird. Der Innenraum des Alfa 159 ist gewachsen und wirkt recht luxuriös. Klassische Stilelemente der italienischen Avantgarde und helle Farben bestimmen das Interieur und sorgen für ein exklusives Ambiente. Die hochwertigen Materialien fühlen sich gut an und vermitteln erstklassige Qualität. Alle Instrumente sind klar gegliedert, Tankanzeige, Wassertemperatur und Ladedruck sind Alfa-typisch auf den Fahrer fokussiert und thronen in Reihe über Bordcomputer und Klimaanlage in der Mittelkonsole. Obwohl das neue Modell 22 Zentimeter länger ist als der Vorgänger, ist das Raumangebot besonders hinten knapp bemessen. Natürlich reicht der Platz für vier Personen, wenngleich der Kofferraum mit 405 Liter Volumen nicht an die Größe seiner Mitbewerber heranreicht. Dafür überzeugt der Alfa mit ausgezeichneten Fahreigenschaften. Das ausgewogene und komfortable Sportfahrwerk garantiert Fahrspaß pur und schluckt mühelos alle Unebenheiten. Das Handling auf kurvigen Strecken ist geradezu perfekt. Die aktive wie passive Sicherheit lässt kaum Wünsche offen und genügt selbst anspruchvollen Fahrern. Alle sechs neu konzipierten Motoren laufen leise und kultiviert. Die Benziner leisten 160 PS, 185 PS und in der Topversion sogar 260 PS. Der 3,2-Liter-Sechszylinder mit permanentem Vierradantrieb verspricht zudem viel Kraft und Fahrdynamik. Wer lieber Diesel fährt, ist mit dem 200 PS starken 2,4-Liter-Fünfzylinder bestens bedient. Das Aggregat gibt sich sportlich-agil und temperamentvoll, beschleunigt das 1,7 Tonnen schwere Fahrzeug in 8,4 Sekunden flott auf 100 km/h und ist, wie die beiden anderen Dieselmotoren mit 120 und 150 PS, serienmäßig mit einem wartungsfreien Partikelfilter ausgerüstet. Der Alfa 159 ist ein elegantes Auto mit italienischem Charme, gelungenem Design, niveauvoller Ausstattung und dynamischen Fahreigenschaften. Im Kaufpreis (Benziner ab 26.700 €, Diesel ab 25.900 €) sind die Kosten der programmierten Wartung inkl. Motorenöl und Filterwechsel für die ersten Jahre nach Erstzulassung bis maximal 120.000 km enthalten. Das ist ein Novum bei den Italienern, erfreut besonders die „Alfisti“ und wird die Zulassungen in Deutschland gewiss deutlich in die Höhe treiben. Infos: www.alfaromeo.de

Genuss ohne Reue

Sinkende Erdölreserven und rasant steigende Spritpreise belasten Autofahrer und Automobilindustrie immer stärker. Obwohl die Konzerne weiter kräftig mit den Muskeln spielen und mit immer mehr PS protzen, gehört Fahrzeugen mit Erdgas, Biomasse und Hybridantrieb die Zukunft. Während deutsche Hersteller noch an serienreifen Modellen mit der innovativen Technik feilen und auf der IAA nur Studien präsentierten, hat Toyota die Entwicklung von Brennstoffzellen und Hybridantrieb bereits verzahnt und hierzu drei alltagstaugliche Modelle (Toyota Prius, Lexus RX 400h & Lexus GS 450h) auf den Markt gebracht. In den USA wurde der Prius bereits mehr als 320.000 Mal verkauft. Auch Brad Pitt und Cameron Diaz fahren das Fahrzeug, das nach Angaben von Toyota nur 4,3 Liter auf 100 Kilometer verbraucht. Viel Aufmerksamkeit erzeugen die neuen Hybrid-Autos der Edelmarke Lexus. Sowohl der brandneue GS 450h als auch der im Juni 2005 eingeführte RX 400h beweisen,Lexus RX 400h wie sinnvoll innovative Hybridtechnik eine harmonische Verbindung mit klassischen Benzin- und Dieselmotoren eingehen, ohne dabei auf Fahrspaß und Leistung verzichten zu müssen. Bislang war das Verhältnis der Deutschen zu Lexus ja immer etwas unterkühlt. Angesichts der verbrauchsarmen Dieselmotoren und der Einführung der innovativen Hybrid-Technik nimmt die Zurückhaltung aber deutlich ab. Bei Umfragen und Studien zum Lexus belegen die Japaner bei uns auch stets die ersten Plätze, nur die Verkaufszahlen lassen zu wünschen übrig. Wer jedoch den neuen RX oder GS Probe fährt, fragt sich warum. Die neuen Modelle zeigen eigenständiges Design, überzeugen durch technisches Know How und komfortable Ausstattung. Das neue Lexus GS 300computergestützte Antriebssystem ist zudem wegweisend und wechselt, für den Fahrer kaum spürbar, zwischen dem herkömmlichen Benzinmotor und den E-Generatoren, wobei das sehr früh einsetzende Drehmoment der Elektromotoren noch gewöhnungsbedürftig ist. Einziger Hinweis auf die umweltfreundliche Technik ist statt des üblichen Drehzahlmessers ein Power-Meter links neben dem Tacho. Über das optional erhältliche Navigations-Display in der Mittelkonsole kann der Fahrer die Energieflüsse der sportlichen Fahrzeuge genau verfolgen. Auch die gesamte Elektronik für die Fahrdynamik wurde neu entwickelt und aufwändig miteinander verbunden, was für hervorragende Fahreigenschaften sorgt. Anti-Blockier-System, Elektronische Stabilitätsprogramm, Antriebsschlupfregelung und die elektronische Servolenkung sind clever vernetzt und machen GS und RX zu fahraktiven Autos. Die japanische Top-Qualität hat allerdings seinen Preis. Der Lexus RX 400h kostet in Deutschland 49.750 Euro, der GS 300 beginnt bei 40.500, der GS 430 mit 55.600 Euro. Beim GS 450 h, der voraussichtlich im 2. Quartal 2006 im Handel ist, steht der Preis noch gar nicht fest. Packt man bei den jeweiligen Modellpreisen noch die Luxury Line obendrauf, ist alles an Bord, was das Fahrerherz begehrt. Infos: www.lexus.de

Der amerikanische Freund

Wer einen Chrysler 300C sein eigen nennt, braucht sich um Aufmerksamkeit nicht zu sorgen. Die stattliche chrombeladene Reiselimousine und der bullige über fünf Meter lange Kombi mit 20 Zoll-Rädern sind echte Power-Pakete; sie signalisieren Luxus und Charakter. Mit der langen Motorhaube und der geduckten Dachkonstruktion heben sich beide Varianten markant vom üblichen Modell-Einerlei ab. Der Chrysler 300C ist übrigens eines der am meisten mit Preisen ausgezeichneten neuen Modelle in der Geschichte des Automobils, und auch in Deutschland behaupten sich Limousine und Touring erstaunlich gut im Markt. Nun haben die US-Amerikaner ihre 300C Benziner zusätzlich um einen Dreiliter-6-Zylinder-Dieselmotor ergänzt und sich dabei aus dem Fundus von Mercedes bedient. Befeuert wird der 300C CRD von einem 218 PS starken Dreiliter-V6-Motor aus der E-Klasse. Der auf der IAA in Frankfurt präsentierte Chrysler 300C CRD TouringChrysler 300C CRD ist der erste amerikanische Pkw, der serienmäßig mit einem Dieselpartikelfilter angeboten und folglich auch bei uns neue Zielgruppen ansprechen wird. Ab dem 18. November steht der „amerikanische Freund“ bei deutschen Händlern auf dem Hof, zum Preis von 36.600 Euro für die Limousine und 39.000 Euro für den Touring. Obwohl der Motor mit einem maximalen Drehmoment von 510 Nm das knapp zwei Tonnen schwere Fahrzeug in weniger als acht Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt, bleibt der 300C CRD ein Cruiser, der mit durchschnittlich 8.1 Liter Diesel souverän über den Asphalt gleitet und ein cooles Feeling vermittelt. Trotz seiner Größe ist er auch im Stadtverkehr überraschend leicht zu händeln. Die sauber schaltende Fünfgang-Automatik passt gut zum Charakter des Autos und bietet viel Fahrvergnügen, was durch die reichhaltige Ausstattung zusätzlich unterstützt wird. So gehören beispielsweise Xenon-Scheinwerfer, eine Ultraschall-Einparkhilfe und die automatische Klimaanlage zur üppigen Serienausstattung. Leider ist die Servolenkung zu leichtgängig, die Zuladung von 365 Kilogramm für ein Fahrzeug dieser Größe zu gering. Auch der Federungskomfort könnte bei dem kraftstrotzenden Modell komfortabler sein, damit Querfugen, kurze Bodenwellen und grobe Schlaglöcher besser geschluckt werden. Beim Cruisen vermittelt der Chrysler 300C CRD, der bei MAGNA STEYR im österreichischen Graz komplett montiert wird, ein sicheres Fahr- und Raumgefühl. Mit dem neuen 3-Liter-Diesel wird Chrysler aus seiner Nische heraustreten und über den Preis gewiss auch Audi A6- und BMW 5er-Sympathisanten faszinieren. Der neue CRD ist ein schöner Wagen geworden, arbeitet mit modernster Mercedes-Benz Technologie, ist sparsam, sauber verarbeitet, sehr bequem und bietet großzügig Platz für eine fünfköpfige Familie. Infos: www.chrysler.de
Ein Reifen, der greiftGoodyear UltraGrip 7

Regen, Matsch und Schnee, klirrende Kälte und Eis sind die Feinde der Autofahrer im winterlichen Straßenverkehr. Der verantwortungsbewusste Autofahrer geht da auf Nummer Sicher und wechselt rechtzeitig von Sommer- auf Winterreifen. Beim aktuellen ADAC Winterreifentest haben sieben von 37 Reifen das Urteil „besonders empfehlenswert“ erhalten. Nur zwei Pneus fielen mit der Note „nicht empfehlenswert“ durch (Hankook W 440 Ice Bear &  Goodyear Vector 5). Getestet wurden die speziell für Kleinwagen und Kompaktklasse gängigen Reifengrößen. Sieger ist der Goodyear UltraGrip 7, der in den Reifendimensionen 175/64 R 14 und 195/65 R 15 jeweils Platz eins belegte. Die Prüfer verliehen dem sehr ausgewogenen Reifen Bestnoten auf Nässe, Schnee und Eis sowie beim Geräusch. Gelobt wurden zudem die guten Fahreigenschaften auf trockener Fahrbahn, der geringe Verschleiß und Rollwiderstand. Goodyear setzt mit dem neu entwickelte Reifenprofil neue Maßstäbe: Die hohe Dichte der Waffel-Lamellen bewirken maximale Traktion bei winterlichen Straßenbedingungen, die neue Polymertechnologie bringt besseren Grip bei Nässe und die V-förmigen Doppelrillen sorgen für außergewöhnlich guten Fahrbahnkontakt bei Schnee sowie für zusätzlichen Aquaplaningschutz bei Matsch- und Wasserlachen. Infos: www.adac.de und www.goodyear.de

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