Schlank durch Palm- und Haferöl?

Von Renato Diekmann

Steht der Frühling vor der Tür, beginnt auch schon der Kampf gegen die lästigen Pfunde, die sich über den Winter angesammelt haben. Von 100 Frauen, so der Göttinger Ernährungspsychologe Professor Volker Pudel, wünschen sich 100 die Konfektionsgröße 36, aber nur 10 Prozent von ihnen passen da rein. Die restlichen 90 Prozent sind übergewichtig und frustriert. Auch viel zu viele Männer sind zu dick (ganz zu schweigen von den Kindern). Also entscheiden Mann und Frau sich für eine Diät. Mit wenig Aufwand soll sie möglichst schnell Erfolge zeigen und zudem noch gut verträglich sein.
Die meisten Menschen, die an Übergewicht leiden, haben schon vieles ausprobiert. Oft gelingt es, kurzfristig Gewicht zu verlieren. Doch wie qualvoll die Diät auch war. Die meisten Diäterfolge sind schnell Vergangenheit. Kaum hat man ein paar Pfunde abgespeckt, sind sie auch schon wieder dran – häufig sogar mehr, als einem lieb ist. Schuld ist der JoJo-Effekt. Aber nicht nur er allein.
Gewicht verliert nämlich nur, wer weniger Kalorien zu sich nimmt, als der Körper braucht. Weil viele beim Abnehmen aber viel zu wenig essen und deshalb ständig (Heiß)Hunger haben, halten viele ihre Diät nicht durch. Hinzu kommt, dass unser Essverhalten sehr emotional ist und die kognitive Ernährungsaufklärung der letzten 50 Jahre wenig gebracht hat, weiß Professor Pudel. Nicht der Nährstoffbedarf, sondern die Essbedürfnisse steuerten das Essverhalten.
Nachhaltige Gewichtsstabilisierung kann also nur gelingen, wer akzeptiert, dass kurzfristige Diäten kontraproduktiv sind, solange der Lebensstil nicht gleichzeitig nachhaltig verändert wird. Ausgewogene Kost und regelmäßige körperliche Bewegung müssen künftig Bestand des Alltags sein. Aus frischen Zutaten das Abendessen selbst kochen, statt Cola, Fastfood und Fertiggerichte vor laufender Glotze oder zwischen Tür und Angel zu verschlingen, wäre ein Anfang.

Übergewichte Menschen können zwischen unzähligen Diäten wählen und auf allerlei Hilfsmittel zugreifen. Es gibt tausend Möglichkeiten, die ungeliebten Fettpolster loszuwerden. Ob die angebotenen Mittel für die betroffenen Menschen tatsächlich den gewünschten Erfolg bringen, ist bei der unüberschaubaren Fülle an Produkten auf dem Markt schwer zu beurteilen. Es wird viel versprochen und wenig gehalten. Wer abnehmen muss und wirklich will, sollte grundsätzlich den Rat seines behandelnden Arztes befolgen, einen anerkannten Ernährungsberater hinzuziehen und sich mit Gleichgesinnten, die ebenfalls abnehmen wollen, zusammenschließen, denn gemeinsam geht es leichter. Möglicherweise kann auch das eine oder andere Mittel das Abnehmen unterstützen – gesünder und aktiver leben müssen Sie allerdings selbst.

Burger-Sujet

Neben SLIMdirekt und Slim Fast gibt es nun ein weiteres Produkt namens SLIMCUP auf dem Markt, das bei regelmäßiger Einnahme dem Körper mitteilt, ausreichend Nahrung zu sich genommen zu haben. Nach Einnahme passiert es unverdaut den Magen. Der Dünndarm interpretiert die Fette als Nahrungsüberschuss und signalisiert an das Hirn: der Körper ist satt. Das Verlangen nach Zwischenmahlzeiten wird geringer und die Portionen demzufolge um einiges kleiner. Nach Angaben des Herstellers soll es das Hungergefühl bis zu 8 Stunden eindämmen und dadurch die Kalorienzufuhr bei der nächsten Mahlzeit bis zu 25% reduzieren. Das in Apotheken erhältliche Nahrungsergänzungsmittel besteht aus Wasser, Palm- und Haferöl. Es ist für Diabetiker ebenso geeignet wie für Menschen mit Laktoseunverträglichkeit. Aufgrund seiner rein pflanzlichen Wirkstoffe soll die Emulsion keine Nebenwirkungen aufweisen und gut verträglich sein, so Professor Martin H. Imhof, Endokrinologe an der Medizinischen Universität Wien. Wer SLIMCUP zum Preis von 34,90 Euro ersteht, verwendet es am besten im Salatdressing für ein leichtes Mittagessen.

Unabhängig davon gilt auch künftig:

1. Ausgewogen, vielseitig, d. h. vitamin- und ballaststoffreich und in kleinen Portionen essen.
2. Ausreichend Flüssigkeit trinken – am besten Wasser, Früchte- oder Kräutertee – mindestens 1,5 l pro Tag. Auch eine Brühe mit Gemüseinlage ist akzeptabel.
3. Als Basis Vollkornprodukte, Reis und Kartoffeln verwenden und pro Tag 5 Portionen Obst und Gemüse essen
4. Täglich Milchprodukte verzehren, öfters Fisch essen, Fleisch, Wurst und fettreiche Nahrungsmittel reduzieren
5. Jede Mahlzeiten in Ruhe genießen, Stress wird bei Gewichtsproblemen stark unterschätzt.
6. Immer in Bewegung bleiben. Pro Woche 2 Kilometer Laufen sind zu wenig! Nicht nur mit dem Auto fahren, stattdessen kleine Besorgungen mit dem Rad oder zu Fuß erledigen. Der Gang zum Bäcker, Friseur, Zeitungshändler, zur Bank oder Post, hält den Kreislauf in Schwung, den Geist frisch und den Körper gesund.

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