Dynamischer Sportsfreund

Von Renato Diekmann. Fotos: Honda

Es gibt nur wenige Kompakt-Fahrzeuge in Deutschland, die mit originellem Design verblüffen. Anders als seine Vorgänger zeigt der Civic Mut zur Eigenständigkeit. Das Herz der Marke Honda hat an Dynamik gewonnen, die Civic Typen S und R sind die sportlichen Stars und eine echte Alternative zu Opel Astra GTC, Renault Mégane RS oder Golf GTI.Honda CivicHonda Civic
Kompakt und stark, in Silber, Schwarz und Hondarot macht der Civic auf 17 Zoll-Felgen und breiten Schlappen eine gute Figur. Die gläserne Schnauze mit Emblem und Xenon-Scheinwerfern grinst breit. Die keilförmige Linienführung, die weit in die Seiten gezogenen Blinker und die stabilen Türgriffe (beim Fünftürer in der C-Säule versteckt) unterstreichen die sportliche Note mit Italo-Touch. Sexy ist auch der knackige Hintern mit schmalem, leicht geschwungenen Leuchtenband, Honda Civic Rdominantem Heckspoiler und zwei verchromten Auspuffecken, aus denen satt wohlklingender Sound dringt.
GTI-Power aus Fernost bietet der Civic Typ R mit einem Zwei-Liter-Vierzylinder-Kraftwerk und der stattlichen Leistung von 148 kW/201 PS. Wenn die Nadel im Drehzahlmesser bis auf 8000 Umdrehungen schnellt, kommt hinterm Steuer Freude auf. Die Maschine zieht mühelos hoch, katapultiert den 1,3 Tonnen schweren Sportsfreund in 6,6 Sekunden auf 100 km/h und erreicht die Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h spielend. Etwas zahmer gibt sich der Civic Typ S, wahlweise angetrieben vom i-VTEC mit 1,8 Liter Hubraum oder 2,2 Liter-Diesel. Beide Motoren leisten 103 kW/140 PS, wobei der Diesel im Gegensatz zum Benziner mit seinen 174 Nm maximalen Drehmoment auf satte 340 Nm kommt. Benziner wie Diesel sind völlig ausreichend motorisiert, spurten unter 9 Sekunden von 0 auf 100 km/h und fahren 205 km/h schnell. Entsprechend sportlich lassen sich die Typen S und R fahren. Wie auf Schienen hält der Civic seine Spur, nimmt enge Kurven souverän, brettert mühelos über holprige Straßen, lässt sich agil händeln und präzise schalten. Wie bei Fahrzeugen mit sportlichem Fahrwerk Usus, wollen Civic Typ S und Typ R häufig geschaltet und drehfreudig gefahren werden. Honda CivicHonda Civic
Innen geht es zu wie im Spaceshuttle. Das innovative Konzept der futuristisch gestylten Armaturen mit der zweistufigen Instrumentenanordnung ist gewöhnungsbedürftig und wird nicht jedem gefallen. Hat man erst mal hinterm Lenkrad Platz genommen, wird schnell klar, dass alles optimal passt und gut durchdacht ist. Im oberen Teil der Kommandozentrale befindet sich der digitale Tacho, links daneben die Dioden für den Drehzahlbegrenzer, rechts die Economic-Anzeige. Außerdem gibt es die Displays für Radiochannel, 2-Zonen-Klimaautomatik, Digital-Uhr und Navigation. Der untere Teil wird dominiert vom runden Drehzahlmesser mit integriertem Bord- und Diagnosecomputer. Rechts und links befinden sich die Wassertemperatur- und Tankanzeige. Trotz der ungewöhnlichen Aufmachung wirkt das Cockpit aufgeräumt und übersichtlich. Schalter und Anzeigen sind unverwechselbar, gut zu erkennen, schnell erreichbar und leicht zu bedienen. Außerdem lassen sich alle wichtigen Funktionen zusätzlich über das Lenkrad regeln.
Der Sitzkomfort ist top. Ausreichend Kopffreiheit, viel Platz auf den gut geformten Sportsitzen vorn und den umklappbaren Rücksitzen hinten. Auch der Gepäckraum unter der weit aufschwingenden Heckklappe fasst mit 456 Litern genauso viel wie der sparsame Civic 1.4 mit automatisiertem Schaltgetriebe (i-Shift), das für Wirtschaftlichkeit steht, weniger Kraftstoff verbraucht und weniger Schadstoff ausstößt.
Honda HybridHonda Hybrid
Für Öko-Freunde gibt es den Civic Hybrid. Wer sich für den alternativen Antrieb entscheidet, muss allerdings auf die futuristische Fließheck-Version verzichten und mit einer konservativen Stufenheck-Variante Vorlieb nehmen. Auch die Armaturen sind nicht so spacig, was älteren Semestern gewiss besser gefällt. Unter der Haube arbeiten ein 1,3 Liter-Benzinmotor mit 70 kW/95 PS und ein Elektromotor mit 15 kW/20 PS harmonisch zusammen, wobei der Elektromotor mit seiner geringen Leistung das Fahrzeug beim Anfahren und Beschleunigen intelligent unterstützt. In 12,1 Sekunden ist der Civic Hybrid auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird lautstark erreicht und endet bei 185 km/h. Dank der Stopp & Start-Automatik, macht sich der Antrieb besonders im Stadtverkehr positiv bemerkbar. Ausschlaggebend sind hier der niedrige Verbrauch von durchschnittlich 4,6 Litern auf 100 km und der geringe Schadstoffausstoß mit 109 Gramm CO2 pro Kilometer, der deutlich unter der Schadstoffemissionsgrenze von durchschnittlich 130 g/km für 2012 liegt und somit Vorbild ist für Mitbewerber und Umwelt.
Außer beim Hybrid, lässt die Rundumsicht zu wünschen übrig. Nach hinten sieht man nur sehr eingeschränkt, Die Heckscheibe (lediglich im oberen Teil beheizbar) ist schmal und zudem durch den Spoiler geteilt. Hat der Fahrer keine Heckkamera geordert, wird die breite C-Säule das Einparken zusätzlich erschweren. Die A-Säulen, ebenfalls breit und weit nach vorne gezogen, machen selbst einfache Kurven zum Abenteuer. Auch hier gibt’s keine freie Sicht. Wer an Kreuzungen den Kopf nicht immer nach vorn und hinten bewegt, so ein Hondianer in seinem Erfahrungsbericht, kann böse Überraschungen erleben.

Trotz dieses Mankos ist der Civic ein faszinierendes Auto, das bei Sicherheit und Verarbeitung kaum Wünsche offen lässt – ein zuverlässiger Sportsfreund, extravagant und spitzig. Die Basisausstattung beginnt beim Civic 1.4 i-Shift mit 16.558 Euro und endet bei 26.900 Euro für den Civic Typ R, der ab dem 31. März 2007 bei den Händlern zur Probefahrt bereit steht. Den Hybrid angetriebenen Civic gibt es ab 23.800 Euro. Infos: www.honda.de

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