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Ho Tschi Minh nutzt das Machtvakuum

Oktober 20, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Ausland, Geschichte, Gesellschaft, Politik, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Ho Tschi Minh nutzt das Machtvakuum

erschienen in der PAZ von Dr. Manuel Ruoff
Am Tage von Japans Kapitulation rief der Vietnamese auf Hanois Ba-Dinh-Platz die Unabhängigkeit seines Heimatlandes aus
Die Niederlage der Französischen Republik gegen das Deutsche Reich im Zweiten Weltkrieg eröffnete dem antikolonialen Widerstand in Französisch-Indochina neue Möglichkeiten. Im Mai 1941 gründeten Vietnamesen auf einem Kongress im chinesischen Grenzstädtchen Tien Tsi die „Liga für die Unabhängigkeit Vietnams“ (Vietminh). Mit ihr gelang es den vietnamesischen Kommunisten wie kaum einer anderen kommunistischen Partei, nationalgesinnte Nicht-Kommunisten zur Unterstützung zu bewegen. Nach der „Niederwerfung der japanischen Faschisten und der französischen Imperialisten“ sollte eine „Revolutionsregierung der Demokratischen Republik Vietnams“ gebildet werden. Zum Präsidenten der Vietminh wurde Ho Tschi Minh gewählt. (mehr …)

Ungewollter Ersatz für Sachsen

Mai 11, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Ungewollter Ersatz für Sachsen

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Vor 200 Jahren nahm Preußen als Folge Metternichscher Politik die Rheinprovinz und Westfalen in Besitz
Stärker noch als von der Restauration war die Neuordnung Europas nach den napoleonischen Kriegen von dem Streben nach einem kontinentalen Gleichgewicht geprägt. Auf dem Wiener Kongress vor 200 Jahren waren es vor allem der Brite Castlereagh und der Österreicher Metternich, die dieses Prinzip durchzusetzen versuchten.
Der britische Delegationsleiter und Außenminister Robert Stewart, 2. Marquess of Londonderry und Viscount Castlereagh wollte verhindern, dass abermals eine Macht auf dem Kontinent so stark werden konnte, dass sie die britische Seeherrschaft in Frage stellen konnte. Auch der österreichische Kongress­präsident und Staatskanzler Clemens Wenceslaus Nepomuk Lothar Fürst von Metternich-Winneburg zu Beilstein wollte keinen zweiten Napoleon erleben. Das Habsburgerreich, dessen (mehr …)

Er hat sich um die Rechtsgleichheit verdient gemacht: Carl Heymann

April 17, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Politik, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Er hat sich um die Rechtsgleichheit verdient gemacht: Carl Heymann

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff
Vor 220 Jahren wurde Carl Heymann geboren – Der Verleger publizierte die erste Textausgabe des Bürgerlichen Gesetzbuches
Ideengeschichtlich stand vor dem Kampf der Sozialisten um soziale Gleichheit und dem der Demokraten um politische Gleichheit jener der Liberalen um Rechtsgleichheit. Von allen drei Gleichheiten ist letztgenannte die unumstrittenste. Schon Friedrich der Große machte sich für Rechtsgleichheit stark ,als an politische, geschweige denn soziale noch gar nicht zu denken war. Bis heute gilt Rechtsgleichheit als ein hohes juristisches Ideal, höher als Gerechtigkeit, denn Gerechtigkeit bedarf der politischen Interpretation durch den Gesetzgeber, Rechtsgleichheit nicht. (mehr …)

Man nannte ihn »Mr. Jaguar«

April 17, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Auto, Freizeit und Hobby, Geschichte, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Lifestyle, Redaktionelle Beiträge, Technik und Multimedia, Wirtschaft Kommentare deaktiviert für Man nannte ihn »Mr. Jaguar«

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Ein kultivierter V12 klingt wie Musik.

Und wie ein Autohersteller sollte auch ein Dirigent Sinn für Ästhetik und Freude am Schönen haben. Vielleicht ist das das verbindende Element zwischen Vater und Sohn Lyons. Der am 4. September 1901 in Black­pool geborene Dirigenten- und Musikersohn William Lyons brachte eher durchschnittliche Noten nach Hause und seine beruflichen Anfänge zeugen nicht gerade von Zielstrebigkeit. Im Motorradsport war er jedoch mit seiner Harley Davidson erfolgreich und nach Erreichen der Volljährigkeit gründete er mit dem acht Jahre älteren William Walmsley und der Unterstützung der beiden Väter die Swallow Sidecar Company, um Motorradbeiwagen her­zu­stellen. Später kamen Autokarosserien hinzu. (mehr …)

Der Mann hinter Carl Zeiss

März 26, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Geschichte, Kunst und Kultur, Politik, Redaktionelle Beiträge, Technik und Multimedia, Wirtschaft Kommentare deaktiviert für Der Mann hinter Carl Zeiss

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff
Vor 175 Jahren wurde der Physiker, Unternehmer und Sozialreformer Ernst Abbe als Arbeitersohn in Eisenach geboren
Ernst Abbe ist als Begründer der modernen Mikroskopie bezeichnet worden wie auch der Weltstellung der deutschen optischen Industrie. Das ist viel und richtig, aber nicht genug. Denn Abbe war außer einem Wissenschaftler und einem Unternehmer auch ein Sozialreformer von großer Bedeutung. Mit Sinn und Verstand hat man einmal „Carl Zeiss“ sein Pseudonym genannt.

Carl Zeiss steht für Hochtechnologie, für deutsche Wirtschaftskraft sowie für arbeitnehmerfreundliche Arbeitsbedingungen und sozialreformerisches Engagement. Dass wir all dieses heute gemeinhin mit dem Namen von Carl Zeiss und nicht mit dem Ernst Abbes verbinden, ist auf die Bescheidenheit von Letzterem zurückzuführen, ein Grund mehr, diesen Mann zu ehren. (mehr …)

Bismarcks Partner im Zweibund

Februar 26, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Bismarcks Partner im Zweibund

Von Dr. Manuel Ruoff

erschienen in der PAZ
Gyula Andrássy brachte es vom in effigie hingerichteten Revolutionär bis zum Außenminister einer Großmacht
Wer bei der „Sissi“-Trilogie beim zweiten Teil „Sissi – Die junge Kaiserin“ oder aber im Geschichtsunterricht beim Thema Berliner Kongress aufgepasst hat, kennt
Gyula Andrássy. Vor 125 Jahren ist der ungarische Graf gestorben.

Gyula Graf Andrássy von Csík-Szent-Király und Kraszna-Horka stand seinem Herrscherhaus, den Habsburgern, ambivalent, hingegen den Preußen gleich in doppelter Hinsicht positiv gegenüber. Beides resultierte aus seinem ungarischen Nationalismus, den er mit vielen anderen Angehörigen der ungarischen Oberschicht seiner Zeit teilte. (mehr …)

Das Ende der Dänenherrschaft

November 09, 2014 Von: Wöhlke Kategorie: Geschichte, Politik, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Das Ende der Dänenherrschaft

erschienen in der PAZ, von Dr. Manuel Ruoff

Vor 150 Jahren gingen Schleswig, Holstein und Lauenburg an die beiden deutschen Großmächte über
Der Deutsch-Dänische Krieg von 1864 endete mit dem Frieden von Wien. In ihm trat der dänische König Christian IX. seine Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an die Herrscher Österreichs und Preußens ab.

Wegen seiner Gleichgewichtspolitik unterstützte Großbritannien in der Schleswig-Holstein-Frage das kleinere Dänemark gegen das größere Deutschland. So wurde 1852 auf einer in seiner Hauptstadt tagenden internationalen Konferenz der fünf Großmächte und der zwei skandinavischen Staaten Dänemark und Schweden das Londoner Protokoll beschlossen, dem zufolge entgegen dem (mehr …)

Bach widmete ihm Meisterwerk

Oktober 28, 2014 Von: Wöhlke Kategorie: Deutschland, Geschichte, Gesellschaft, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Bach widmete ihm Meisterwerk

erschienen in der PAZ

von Dr. Manuel Ruoff

Der jüngste Sohn des Großen Kurfürsten, Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt
Wie die böse Stiefmutter im Märchen trachtete auch die Mutter von Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt, die zweite Ehefrau des Großen Kurfürsten Dorothea Sophie, danach, das materielle Wohl ihrer leiblichen Kinder zu mehren. Wenn ihr auch unterstellt wurde, ihren Stiefkindern nach dem Leben zu trachten, so konnte sie doch ihren eigenen Nachwuchs nicht in den Besitz eines Fürstentums bringen, aber sie konnte Vermögen anhäufen und dieses ihren Kindern vererben. Sie erwarb Schwedt und Umgebung und schuf damit die materielle Grundlage für die (mehr …)

Der Arbeiterführer starb wie ein Aristokrat

Oktober 12, 2014 Von: Maren Schönfeld Kategorie: DAP aktuell, Geschichte, Gesellschaft, Kunst und Kultur Kommentare deaktiviert für Der Arbeiterführer starb wie ein Aristokrat

Von Dr. Manuel Ruoff

Foto: Maren Schönfeld

Foto: Maren Schönfeld

Vor 150 Jahren erlag Ferdinand Lassalle den Folgen eines Duelles mit dem Verlobten seiner Ex-Geliebten Helene von Dönniges

Schon fast grotesk, um nicht zu sagen komisch, ist der Anachronismus, dass Ferdinand Lassalle, der als Sozialist eine nachbürgerliche Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung wollte, einem vorbürgerlichen Ritual zum Opfer fiel und dass das Ende des begnadeten Führers des erst aus der modernen Industrialisierung hervorgegangenen Vierten Standes an eine antike Tragödie erinnert. Beide Hauptprotagonisten der Liebestragödie haben ihr Fehlen später eingesehen und bereut – aber da war es zu spät, um die Katastrophe zu verhindern.

Erschöpft vom politischen Kampf gönnte sich der 1825 in Breslau geborene Hauptinitiator und Präsident der ältesten SPD-Vorläuferorganisation ADAV ab Mitte Juli 1864 einen Kuraufenthalt in der Schweiz, im Kurort Kaltbad auf dem Rigi. Als die damals 21-jährige Helene von Dönniges hiervon (mehr …)

Das Brandenburger Tor – Erstmals mit dem Eisernen Kreuz

September 15, 2014 Von: Wöhlke Kategorie: Deutschland, Geschichte, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Das Brandenburger Tor – Erstmals mit dem Eisernen Kreuz

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Vor 200 Jahren wurde das Brandenburger Tor in seiner heutigen Form der Öffentlichkeit vorgestellt

Mit oder ohne Eisernes Kreuz? Diese Frage spaltete zeitweise die Deutschen. Das SED-Regime ließ das Kreuz wie auch den Preußenadler von der Quadriga entfernen, nach der kleinen Wiedervereinigung kehrten sie zurück. Vor zwei Jahrhunderten wurden die beiden Symbole erstmals mit der Quadriga des Brandenburger Tores verbunden.

In einem Tiefpunkt preußischer Geschichte, der Phase napoleonischer Fremdherrschaft, erwachsen erst Preußen und später auch Deutschland zwei identitätsstiftende Symbole, die mehr oder weniger bis in unsere Gegenwart Bestand haben. Da ist zum einen das Brandenburger Tor. Dieses Tor gibt es schon seit 1791, aber erst durch den Raub der Quadriga durch Napoleon nach dem Vierten Koalitionskrieg von 1806/07, der die Figurengruppe als Kriegsbeute in seine Hauptstadt verbrachte, (mehr …)