Die Auswärtige Presse e.V.

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STATIONÄR – DIGITAL – GRENZENLOS

November 25, 2012 Von: Knoke Kategorie: Wirtschaft 1 Kommentar →

Die schöne, neue Handelswelt


Der alljährlich im November stattfindende Handelskongress, veranstaltet vom HDE und vom Managementforum/Handelsblatt, führte  auch in diesem Jahr wieder rund 1200 Teilnehmer in Berlin zu einem intensiven Erfahrungsaustausch zusammen. In einem gelungenen Mix aus Fachvorträgen, Workshops und Celebrity Keynote Speakern wurde hinterfragt und beleuchtet, wie die Megatrends Multichannel und Digitalisierung die Handelslandschaft  verändern.
Neben Unternehmern und Top-Entscheidern aus dem Handel ist dieses Ereignis zugleich auch eine gern genutzte Plattform zum Diskurs für Politiker aller Parteien. Prominente Vertreter in diesem Jahr waren Ursula von der Leyen, Peer Steinbrück und Wolfgang Schäuble.

Mit 3 Millionen Beschäftigten in über 400000 Betrieben und einem Anteil von 60 % am Bruttoinlandsprodukt ist der Handel ein maßgeblicher Konjunkturfaktor. Die Branche befindet sich momentan im Umbruch. Neue Technologien sind die Treiber dieser Veränderungen. Nach jüngsten Prognosen wird der Onlinehandel, der bereits jetzt den Kataloghandel überrundet hat, im Jahre 2020 ca. 20 % aller Handelsumsätze auf sich vereinen. Für 2012 rechnet man mit knapp 29 Mrd. Umsatz im Onlinehandel, was einem Plus von 13 % entspricht. Mehr als 20 % aller stationären Anbieter tragen diesem Trend bereits Rechnung und haben zusätzlich zum stationären Geschäft einen Multichannelvertrieb eingeführt. (mehr …)

Moskau – eine Reise ins Land des digitalen Lächelns

November 05, 2012 Von: Knoke Kategorie: Ausland, Redaktionelle Beiträge, Reisen Kommentare deaktiviert für Moskau – eine Reise ins Land des digitalen Lächelns

Die Zwiebeltürme der Basilius Kathedrale am Roten Platz



Moskau, als das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Russlands mit seinen zahlreichen Kirchen, Theatern, Museen,   Galerien, sowie den optischen Höhepunkten Roter Platz, Kreml und Christ Erlöser Kirche, ist allemal eine Reise wert. Wenn dann ein Flug mit Lufthansa zum unglaublichen Preis von 143,80 € (Hin- und Rückflug!) dazukommt, zögert man nicht lange. Die erste Erfahrung, die man macht: Moskau besteht aus Staus! Gut 2 Stunden Flug, aber fast 2 ½ Stunden Taxifahrt vom Flughafen Vnukovo, einem der drei Flughäfen Moskaus, in die Innenstadt, sind bezeichnend. Aber eine U-bahn Strecke zum Flughafen existiert leider nicht, wobei die Moskauer Metro ansonsten gut, effizient und sehr preiswert ist: 28 Rubel (69 Cent) für die einfache Fahrt.  Die Fahrweise in Moskau ist kreativ, jede Lücke wird genutzt, größere Autos und solche mit Blaulicht haben immer Recht! Parkgebühren kennt man bislang noch nicht, es wird daher auch geparkt, wo Platz ist.
Meine Reise nach Moskau anlässlich eines Vortragstermins auf einer Messe über digitale Medien hatte neben dem Messebesuch auch das Ziel, die Stadt vom Gesichtspunkt eines Einzelhandelsfachmanns aus zu betrachten. Wie stellt sich diese Metropole im internationalen Vergleich als Einkaufsstadt dar, und besonders: inwieweit haben dort im Handel bereits moderne, digitale Kommunikationsmedien Einzug gehalten?
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Friedrich – ein deutscher König

Juli 11, 2012 Von: Knoke Kategorie: Filmrezensionen Kommentare deaktiviert für Friedrich – ein deutscher König

Von Josef-Wilhelm Knoke

Friedrich – ein deutscher König

90 Minuten sind viel Zeit für eine Doku, aber wohl doch nicht genug für diesen Protagonisten, um alle Facetten seines Lebens   gebührend auszuleuchten. Soviel vorab.

Es ist eine Doku, die in durchaus ansprechender Weise das Leben Friedrichs des Großen darstellt, wobei  dies in einer gelungenen Mischung aus filmischen Elementen, eingestreuten Fachkommentaren von Historikern und gesprochenen Kommentaren erfolgt. Allerdings  focussiert man primär auf die Phase der Adoleszens und die ersten zweieinhalb Dekaden seiner Herrschaft als König bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges. Über die danach noch folgenden zwei Dekaden seiner Herrschaft erfährt man relativ wenig. In der Doku werden sie subsummiert unter der Aussage: In seinen späteren Jahren wandelte er sich vom Frauenverächter zum Menschenfeind. Dieses Bild eines alten Misanthropen, der Liebe wohl nur zu seinen Windhunden empfand, ist eine sehr verkürzte Sichtweise. Denn diese Jahre waren durchaus geprägt von vielen richtungweisenden Entscheidungen für Preußen, die eine ausführlichere Würdigung verdient hätten. (mehr …)

Werbung im Handel: Der große Wandel?

März 08, 2012 Von: Knoke Kategorie: Redaktionelle Beiträge, Wirtschaft Kommentare deaktiviert für Werbung im Handel: Der große Wandel?

Von Josef Wilhelm Knoke


Im Rahmen einer Artikelserie  thematisieren wir den digitalen Medienumbruch. Teil 1:
„Konsumentenverhalten und neue Wege der Kommunikation mit dem Konsumenten“.

Dies war das Thema einer vom Managementforum aus dem Hause Handelsblatt durchgeführten Doppelveranstaltung Handelswerbekongress / Loyaltykongress am 27. / 28.02. in Mainz.
Angesichts der rasanten technischen Entwicklung im Bereich neuer Medien nimmt die Skepsis von Marketingfachleuten gegenüber der Effizienz rein klassischer Werbung zu. Unkonventionelle Werbeformen gewinnen an Attraktivität. Das Zauberwort in diesem, von englischen Fachausdrücken dominierten Bereich, heißt „Targeting“. Statt simpler Reichweitenmessung über die Menge von Kontaktzahlen geht es zunehmend darum, das „richtige“ Publikum zu erreichen. Wie, dazu gibt es viele neue Mittel und Wege mittels Crossmarketing.

Social Media sind ein Vehikel dazu. Mit Social Media bezeichnet man Medien  und Webplatt-formen, die dem gegenseitigen Austausch von Informationen, Erfahrungen, Meinungen und Bewertungen (Text, Bild, Audio und Video. Praxisbeispiel: www.seen-media.de) dienen. Man bezeichnet dies auch als „user generated content“. Fast jeder kennt inzwischen Twitter, Facebook & Co.

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Im Haus der Weisheit

November 05, 2011 Von: Knoke Kategorie: Geschichte Kommentare deaktiviert für Im Haus der Weisheit

Die Relevanz früher arabischer Wissenschaftler im Licht der europäischen Krise
Von Josef Wilhelm Knoke
Ein faszinierendes und überaus lesenswertes Buch bringt mich dazu, diesen Artikel zu schreiben. Es heißt „Im Haus der Weisheit“ und ist geschrieben von dem britisch-irakischen Wissenschaftshistoriker und Professor für theoretische Atomphysik Jim Al – Khalili (Originaltitel: Pathfinders. The Golden Age of Arabic Science. Penguin 2010). In dem Buch beschreibt er sehr anschaulich die Entwicklung der „arabischen Wissenschaft“ in der Zeit, die wir als Blütezeit des Islam betrachten, dem 9. bis 13. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Nach Beendigung der Lektüre wurde mir bewusst, wie sehr unsere modernen Geistes- und Naturwissenschaften ihre Wurzeln dort haben, und nicht nur in der, viel häufiger zitierten, griechisch-römischen Antike. Von den vielen Beispielen an Gelehrten, die in dem Buch mit ihrem Leben und Werken vorgestellt werden, ist mir ein Name besonders im Gedächtnis geblieben:

Ibn Khaldun (1332 bis 1406)

Bei seinem Tode befand sich die Wissenschaftstradition des Islam bereits im Niedergang. Die auf Vernunft basierende Deutung der Welt und der Politik der großen Philosophen des islamischen Rationalismus, wie sie noch im 9. – 11. Jahrhundert üblich war, wurde verdrängt durch die Weltsicht orthodoxer, rein schriftgläubiger Ulema Gelehrter, die alles mit dem von Gott persönlich diktierten Koran-Text erklären wollten.

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Fusion

Mai 05, 2011 Von: Knoke Kategorie: Glosse Kommentare deaktiviert für Fusion

Nachrichten über Fusionen, Mergers etc. sind uns allen präsent; aktuell und zuletzt das Drama um Hochtief. Als Teilnehmer eines Seminars wurde ich heute mit einer köstlichen Fabel konfrontiert. Der Referent erzählte uns die Fabel vom Huhn und dem Schwein, einer Geschichte, die wert ist, weiterverbreitet zu werden.
Ein besonders cleveres Huhn traf eines schönen Tages ein Schwein. Das Huhn sagte zum Schwein: Du, uns geht es gut. Aber es könnte uns noch besser gehen. Wie, sagte das Schwein?
In dem wir fusionieren, sagte das Huhn. Was bedeutet das, sagte das Schwein. Nun, so das Huhn, das ist ganz einfach. Wir beide könnten mit unseren Fähigkeiten viel mehr machen. Stell Dir nur mal vor: meine phantastischen Eier: jeden Tag frisch, biologisch einwandfrei, und Dein wunderbarer Schinken: ham and eggs, ein weltweit begehrtes Produkt! Lass uns fusionieren und dann dieses tolle Produkt vermarkten.
Gute Idee, sagte das Schwein. Dann stutzte es. “ Aber, was wird denn dann aus mir? Du kannst immer weiter Eier produzieren. Aber ich habe nur zwei Schinken. Wenn wir die nehmen, gehe ich doch dabei drauf?“
Tja, sagte das Huhn, so ist das nun leider mal bei Fusionen, man muss dran glauben, der eine mehr, der andere weniger!

05.03.2011 – Ogoh Ogohs, Nyepi, Ngrupuk

März 06, 2011 Von: Knoke Kategorie: Ausland, Reisen Kommentare deaktiviert für 05.03.2011 – Ogoh Ogohs, Nyepi, Ngrupuk

Fremd anmutende Buchstabenkombinationen formen Wörter, deren Sinn sich uns nicht erschließt. Wörter aus einer fremden Welt, aus einem anderen Kulturkreis. Was verbirgt sich dahinter?

Des Rätsels Lösung liegt auf Bali, jenem paradiesischen Teil der Inselwelt Indonesiens, der zu Recht als die Insel der Götter bezeichnet wird, und bei jedem Besucher bleibende Eindrücke hinterlässt.

Bali ist geprägt von Religion, in diesem Fall der hinduistischen Religion, vermischt mit animistischen Elementen. Sie bestimmt das Leben der Bevölkerung durch eine Vielzahl von Verhaltensregeln, Riten und Feiertagen, die genau einzuhalten sind. Ein solcher Tag ist Nyepi, der Tag der Stille und zugleich der Beginn des neuen Jahres nach balinesischem Kalender.

In der Nacht vor Nyepi werden Ogoh – Ogohs in Prozessionen, den Ngrupuk, durch die Straßen getragen, Abbilder mystischer Monster.

An Strassenkreuzungen und Weggabelungen werden diese jeweils dreimal gegen den Uhrzeigersinn gedreht, um sie zu verwirren, damit sie den Rückweg nicht finden. Denn sie sollen vor Beginn des neuen Jahres die Insel verlassen und nicht mehr zurückfinden. Das erreicht man mit Nyepi, dem folgenden Tag. An diesem Tag darf keine Aktivität verrichtet werden, der Verkehr ruht komplett, es wird nur flüsterleise gesprochen, man bleibt in den Häusern, ohne jeden Lärm, ohne Licht, ohne Feuer. (mehr …)

Von Paris nach Schoorldam

Februar 23, 2011 Von: Knoke Kategorie: Kunst und Kultur 2 Kommentare →


Von Josef Wilhelm Knoke

Vom 18. Februar bis zum 29. Mai ist in Amsterdam eine besondere Ausstellung  zu sehen: Picasso in Paris 1900 – 1907. Initiiert vom Van Gogh Museum in Amsterdam und dem Museu Picasso aus Barcelona werden dort 70 bekannte Werke Picassos aus seiner Pariser Zeit gezeigt, Leihgaben aus der ganzen Welt.

Die ganze Welt kennt Paris. Wer aber kennt Schoorldam in Nordholland, und was für eine Verbindung gibt es zwischen Paris und Schoorldam? Picasso ist die Antwort. Vor kurzem erst wurde ich gewahr, das zwischen dem kleinen, idyllischen Dörfchen am Nordhollandkanal nördlich von Alkmaar, in dem wir ein winziges Ferienhaus unser eigen nennen, und der Weltstadt Paris eine besondere Beziehung besteht. Picasso war während seiner Pariser Periode für einen Sommer lang quasi unser Nachbar. Allerdings ist das schon lange her, nämlich im Jahre 1905. Wie kam es dazu?

Als 19 jähriger, der kein Wort Französisch sprach, unternahm Picasso seine erste Parisreise von Oktober bis Dezember 1900. Seitdem signierte er seine Werke nicht mehr mit dem Vatersnamen Ruiz, sondern mit dem Namen seiner Mutter, Picasso. Seine zweite Parisreise unternahm er vom Mai bis Dezember 1901. Seine dritte von Oktober bis Dezember 1902, und ab 1904 verlagerte er seinen Lebensmittelpunkt für längere Zeit nach Paris. (mehr …)

VERSPROCHEN!

Oktober 28, 2010 Von: Knoke Kategorie: Glosse 3 Kommentare →

Von Josef-Wilhelm Knoke

Ach wie gern lachen wir doch einmal über kuriose Wortschöpfungen, vor allem, wenn es sich dabei um solche von prominenten Personen handelt, und besonders, wenn es dabei zu Wortschöpfungen kommt, die ansonsten eher nicht zum bürgerlichen Sprachgebrauch gehören.  Paradebeispiele der vergangenen Wochen lieferten uns zwei französische Politiker. Die frühere Justizministerin Rachida Dati, der man wegen ihrer turbulenten Privatsphäre schon vieles unterstellt hat, verdrehte in einem Interview zwei Begriffe. Anstatt von „inflation“ sprach sie von „fellation“. Ganz Paris lachte. Als einige Tage später der Innenminister Brice Hortefeux, ebenfalls in einem Interview, ein neues Kunstwort  schuf, indem er von „empreintes génitales“ sprach, also genitalen Fingerabdrücken anstelle der wohl gemeinten „empreintes digitales“, lachte ganz Frankreich.

Häufig hört man dann den Kommentar: „Freud´scher Versprecher“. Dies ist aber in den seltensten Fällen zutreffend. Denn so bezeichnet man die Aussprache eines unbewussten Gedankens, der eigentlich unterdrückt werden sollte, und das will den beiden Genannten dann doch wohl niemand unterstellen. An solches konnte man allerdings denken bei den grandiosen Versprechern von Andrea Ypsilanti, die von sich sagte, sie sei  „in Rüsselsheim als Sohn eines Opel Arbeiters geboren“, oder bei Angela Merkel, als sie von „Roland Kotz“ sprach. Auch Helmut Kohl  war mit seiner Aussage „wir haben ein gutes Koalitionsklima, in dem wir pfleglich miteinander untergehen“  wohl dieser Kategorie zuzurechnen, als er anlässlich einer Koalitionskrise über die weitere Zusammenarbeit zwischen CDU/CSU und FDP sprach. (mehr …)

Die eugenische Bewegung in den USA

Oktober 24, 2010 Von: Knoke Kategorie: Geschichte 4 Kommentare →

Von Josef Wilhelm Knoke

Die vieldiskutierten Thesen Sarrazins haben zu einer breiten Diskussion der von ihm aufgeworfenen Fragen in der deutschen Bevölkerung geführt. Vor allem der von ihm geäußerte Aspekt einer graduellen Degeneration der Bevölkerung auf lange Sicht wird von heutigen Wissenschaftlern als nicht haltbar angesehen. Dabei ist diese Diskussion absolut nicht neu. Vor allem im angelsächsischen Raum war dies eine weit verbreitete These zu Beginn des 20. Jahrhunderts, lange bevor der Nationalsozialismus mit seinen kruden Philosophien in Deutschland etabliert war. Wie kam es gerade im angelsächsischen Raum dazu?

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zu zahlreichen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen und Entdeckungen im Bereich der Vererbungslehre. In diesem Zusammenhang sind vor allem die grundlegenden Erkenntnisse Charles Darwins zur menschlichen Evolution zu nennen, die Formulierung der Keimplasmatheorie durch August Weismann in den 1880er Jahren und die Wiederentdeckung der Mendelschen Vererbungsregeln im Jahr 1900. Aber auch soziologische und kriminalanthropologische Erkenntnisse spielten eine Rolle bei der Formung einer neuen Lehre, deren Namen durch Francis Galton geprägt wurde. Diese Lehre übertrug die gewonnenen Erkenntnisse über die Vererbung aus Pflanzen und Tierzucht auf den Menschen, und strebte durch gezielte Eingriffe eine qualitative Verbesserung des menschlichen Geschlechts an. Galton nannte die neue Disziplin Eugenik, abgeleitet von dem griechischen Wort εύγενής = edelgeboren, von guter Art. (mehr …)