Die Auswärtige Presse e.V.

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Artikel der Kategorie ‘Soziales’

„Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen“ (Isaac Asimov)

Oktober 12, 2017 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Deutschland, Gesellschaft, Literarisches, Politik, Redaktionelle Beiträge, Soziales Kommentare deaktiviert für „Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen“ (Isaac Asimov)

Text und Fotos: Maren Schönfeld

Roswitha Quadflieg; Bilder der Ausstellung: Hanna Malzahn

Am 11. Oktober hat Roswitha Quadflieg in der Ausstellung „Ansichtssache“ (Kunstforum der GEDOK Hamburg) aus ihrem Buch „Das kurze Leben des Guiseppe M.“ gelesen und das Projekt vorgestellt. Verarbeitet Hanna Malzahn Urbanität aus ganz verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Entstehungsarten bildlich, so bringt Roswitha Quadflieg mit ihrem der Reportage nahen Buch eine (An-)Sicht auf die Geschehnisse in einer Großstadt – Berlin – ein, die Fragen aufwirft und betroffen macht: Welche Seiten hat die Stadt, von denen wir nichts mitbekommen? Welche Rolle spielen Parallelgesellschaften, die sich gebildet haben und derer die Politiker sich eher nicht annehmen? Wie ist es möglich, dass in unserer aufgeklärten Gesellschaft derart archaische Gewalttaten passieren, und zwar ständig? (mehr …)

(Nichts) Neues vom unternehmerischen Selbst

September 23, 2017 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, DAP aktuell, Gesellschaft, Politik, Redaktionelle Beiträge, Soziales, Wirtschaft Kommentare deaktiviert für (Nichts) Neues vom unternehmerischen Selbst

von Götz Egloff

Martin Dornes: Macht der Kapitalismus depressiv?
Über seelische Gesundheit und Krankheit in modernen Gesellschaften.
Fischer, Frankfurt, 2016

Buchcover

Eine Gegenrede (Kurzversion)

 

Einführendes

Wie geht es uns denn so in der heutigen Bundesrepublik, lautet die von Martin Dornes gestellte Frage, und die Antwort heißt: danke, ganz gut! Warum auch nicht?! ´Good – better – best – bested´, wie schon Edward Albee wusste. Dass nebenan und um die Ecke man zu anderen Ergebnissen kommt, wen kümmert´s? Nicht der Rede wert, da empirisch nicht haltbar.

Etwas zugespitzt ließe sich die alte Einsicht wiederholen, dass mit dem Kopf im Eisschrank und den Füßen im Ofen eine angenehme Durchschnittstemperatur herrscht – was besagt, dass mit statistischen Durchschnittswerten nicht nur wenig über den Einzelfall gesagt werden kann, sondern oft ebenso wenig über die Menge an Fällen. Etwas verkürzend ist dies natürlich, und Statistiken (und deren vorsichtige Interpretationen) haben durchaus ihre Berechtigung; doch muss vor raschen – und auch scheinbar weniger raschen – Aussagen auf deren Grundlage dringend gewarnt werden. Man dachte ja, mit dem Beginn des neuen Jahrtausends seien die Torheiten der datensüchtigen Vergangenheit endgültig überwunden, doch weit gefehlt. Denn so oder so ähnlich wird immer wieder einmal von durchaus seriös auftretenden Personen argumentiert – egal worum es geht. Da werden Zahlen und Daten jede Menge herangezogen, und es wird suggeriert, dass dies Fakten seien, die sich geradezu von selbst interpretieren. (mehr …)

Von ZELLHAUFEN und SEPARATORENFLEISCH

September 02, 2017 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Aus dem Kalender, DAP aktuell, Gesellschaft, Literarisches, Politik, Redaktionelle Beiträge, Soziales, Veranstaltungen Kommentare deaktiviert für Von ZELLHAUFEN und SEPARATORENFLEISCH

von Maren Schönfeld

abschätziger bankjargonismus; hilmar kopper/ unwort 1994

Exponate und Aktionen aus der bildenden Kunst, der angewandten Kunst, der Literatur und dem darstellenden Spiel sowie der Musik kamen in der Ausstellung ALLES THEATER? zusammen. Zum Schluss werfen drei Künstler im wahrsten Sinne noch einige Wörter in die Runde: Aus Maren Schönfelds Projekt „WEICHE ZIELE und WOHLSTANDSMÜLL“, in dem sie jedes Wort zeilenweise in eine neue Anordnung bringt, damit den Lesefluss stoppt und neue Assoziationen herbeiruft, hat eine Auswahl Eingang in diese Veranstaltung gefunden. Mit Rede und Gegenrede, Benennung der tatsächlichen Bedeutung einiger Unwörter und gerügten Wörter entlarven die Akteurinnen Gewalt und Ausgrenzung in der Sprache, denn die vermeintlich harmlosen

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se Weisswörst änd se Brezl, Bäibie*

November 07, 2016 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, DAP aktuell, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Lyrik, Politik, Redaktionelle Beiträge, Soziales Kommentare deaktiviert für se Weisswörst änd se Brezl, Bäibie*

von Maren Schönfeld

Buchcover

Buchcover

Nach 30 Jahren hochdeutscher Dichtung, in der er sich vor allem durch eine sehr eigenwillige Art des Enjambements einen Namen machte, hat Anton G. Leitner nun seinen ersten Gedichtband in bairischer Mundart vorgelegt. Neben Fitzgerald Kusz mit Gedichten in fränkischer Mundart, häufig in der jährlich erscheinenden Zeitschrift DAS GEDICHT aus dem Anton G. Leitner Verlag vertreten, kenne ich eher plattdeutsch-hochdeutsche Bücher, was sicherlich an meinem nördlich gelegenen Wohnort liegt. Hat Kusz mir schon immer viel Freude bereitet, habe ich an Schnablgwax diebisches Vergnügen. Gar nicht so einfach für eine Hamburger Deern, das bairische Kauderwelsch auseinander zu tüdeln! Im Zuge dieser Bemühungen fange ich also an, laut zu lesen. Laut lesen, das ist ohnehin sehr gut bei Gedichten, und die mundartlichen Versionen laden förmlich dazu ein. Zwar gibt es auch Aufnahmen des Autors, jetzt sogar als Hörbuch, aber Spaß bringt es doch, es selbst zu versuchen. Oft kann man durch lautes Lesen hinter die Bedeutung der wirklich schräg aussehenden Wörter mit vielen Doppelmitlauten kommen. Schaut man dann auf die hochdeutsche Übersetzung, merkt man schnell, dass hier nicht einfach eine Handreichung zum Verständnis vorliegt, sondern dass Leitner auch in der hochdeutschen Variante seine satirische Komponente zu halten vermag. So wird aus „seina Oidn“ seine „Angetraute“ („Da Mezzgamoasda mediddiad“, S. 22/23) und „Gscheid (mehr …)

Zugänge zur Männerseele

März 02, 2016 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, Gesellschaft, Lifestyle, Literarisches, Medizin, Gesundheit, Redaktionelle Beiträge, Soziales Kommentare deaktiviert für Zugänge zur Männerseele

Rezension zu Andreas Schick: Selbsterfahrung Mann. Therapeutische Zugangswege zur Männerseele. Springer, Heidelberg, 2015.

von Götz Egloff

Selbsterfahrung Mann

Buchcover

Andreas Schick, langjähriger Heidelberger Präventionsforscher und Männertherapeut, hat ein überfälliges Buch vorgelegt, das Theorie und Praxis des therapeutischen Umgangs mit der männlichen Psyche schlüssig miteinander verbindet. Ebenso leicht zugänglich wie undogmatisch angelegt, nutzt der Autor die Stärken von C.G. Jungs Archetypenlehre eindrucksvoll, um zu den lebensweltlichen Belangen heutiger Männer vorzudringen und diese therapeutisch-beraterisch zu handhaben. Diese Belange werden in ihren Schattierungen und entlang ihrer Schnittpunkte durch Fallvignetten illustriert, sodass die Verbildlichungen, die auf diese Weise gelingen, als eindrucksvolle Hintergrundfolie für die Arbeit mit Männern im Einzel- und Gruppensetting dienen können. Die an W. Mauckners initiatisch-phänomenologischem Konzept orientierte Männer-Arbeit strebt dabei sowohl eine geschärfte Wahrnehmung (mehr …)

Mental Health Intervention in Pregnancy

Dezember 16, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Englisch, Gesellschaft, Medizin, Gesundheit, Redaktionelle Beiträge, Soziales, Wissenschaft Kommentare deaktiviert für Mental Health Intervention in Pregnancy

by Götz Egloff

Early Mental Health Intervention in Pregnancy: Three Approaches in Germany

pregnant woman with backache and medicine

pregnant woman with backache and medicine

Pills are not key to everything. Psychic trauma in pregnancy is best avoided by early non-pharmaceutical intervention. Although some progress has been accomplished, mothers-to-be and their offspring still seem to lack structured interventions that can prepare them for parenthood and childhood respectively. Recently, in Germany different yet similar interventional programs for mothers-to-be and their partners were developed. These programs more or less focus on bonding, relational issues and educational practices in parents-to-be. In the following survey an outline of three major programs in Germany is given so that the approaches´ objectives become accountable. Much of the knowledge available from prenatal psychology and medicine may be of relevance for secondary school education. Prenatal and perinatal educational tasks especially for teenagers in school can be derived from the programs depicted.

First of all, a quick retrospect of history is to recall the modes of infant health evaluation in time: in Philippe Ariès´ birth vignette (Ariès & Duby 1999) on Héroard and Ludwig XIII, who was born to Maria von (mehr …)

Sind Stilettos ein Problem?

Dezember 10, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Buchrezension, Gesellschaft, Medizin, Gesundheit, Redaktionelle Beiträge, Soziales, Wissenschaft Kommentare deaktiviert für Sind Stilettos ein Problem?

von Götz Egloff
Rezension zu Sarah Dangendorf: Kleine Mädchen und High Heels. Über die visuelle Sexualisierung frühadoleszenter Mädchen. Transcript Verlag, Bielefeld, 2012.

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Zunächst eine Vorwegnahme zum Thema: zu lesen in einem Artikel von Claudia Wallner mit dem Titel “Alles Cool!“ – Weiblichkeitsvorstellungen und Lebensperspektiven von Mädchen, erschienen im BZgA Forum Sexualaufklärung und Familienplanung, 3/2012, S. 14-18, der politisch-inhaltlich im Großen und Ganzen vertretbar ist, aber dennoch hin und wieder in sagenhaft unreflektierte Klischees verfällt, lässt die Autorin verlauten, weibliche Gleichberechtigung sei mehr Lebensgefühl als Realität, was zumindest etwas überzogen wirkt. Wenn Wallner dann weitergeht, wirkt die feministische Adaptation der marxistischen Klassenlehre gezwungen und unrealistisch; auffällig oft betont die Autorin gar Alpha-Mädchen, die hip, frech und selbstbestimmt seien, und gibt damit zu verstehen, dass sich im Vergleich zu früher eben doch eine Menge geändert hat. Was sich nicht geändert hat, sind hingegen die Phänomene von Marginalisierung und Viktimisierung, die jedoch recht unabhängig von Geschlechtern stattfinden und eher die (mehr …)

„Hop on – hop off“ mit der AIDAdiva

Oktober 07, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Ausland, Freizeit und Hobby, Gesellschaft, Lifestyle, Medizin, Gesundheit, Redaktionelle Beiträge, Reisen, Schiffsreisen, Soziales Kommentare deaktiviert für „Hop on – hop off“ mit der AIDAdiva

von Marita Weber-Hagel

Es geht gar nicht anders: Ein Trip mit der Rostocker AIDA Flotte heißt für Rollstuhlfahrer jede Menge Wellness und Genuss – aber auch jede Menge Action, Abenteuer & Kultur.

Unterwegs mit der Aida

Unterwegs mit der Aida

Wir sind auf der Ostsee Richtung St. Petersburg unterwegs. Erster Landgang in Tallinn nach einem Tag auf See. 23. Juni, bewölkt, 19 Grad. Fast gleichzeitig wollen an die 2000 Passagiere nach dem Frühstück von Bord der AIDAdiva. In drei bis sieben Stunden den malerischen Markt in der Altstadt, das gotische Rathaus besichtigen. Von der Aussichtsplattform den Kanonenturm, die mittelalterliche Stadtmauer bestaunen. Fotos in der Neustadt, an der Parkanlage Katharinental und der Sängerwiese schießen. In Souvenirshops zwischen Bernsteinanhängern, (mehr …)

Plötzlich sind sie da. Flüchtlinge in meinem Stadtteil

September 20, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Gesellschaft, Hamburg im Fokus, Politik, Redaktionelle Beiträge, Soziales, Wirtschaft Kommentare deaktiviert für Plötzlich sind sie da. Flüchtlinge in meinem Stadtteil

Von Johanna Renate Wöhlke
Flüchtlinge in meinem Stadtteil Hamburg Neugraben-Fischbek.

Ehemaliger OBI Markt wird zur Zentralen Aufnahme. Pavillonhäuser für 3000 Menschen bis Ende des Jahres 2015 geplant.

Die ersten Feldbetten stehen

Die ersten Feldbetten stehen

Beim Abverkauf wegen Geschäftsaufgabe vor zwei Jahren war gerade Vorweihnachtszeit. Alles reduziert, bis zu 50 Prozent und mehr. Da ging ich noch einmal hin, um „zuzuschlagen“. Wohin? In den OBI-Markt in Hamburg Neugraben. Wie würde sich mein Mann freuen über diese Weihnachtsüberraschungen, mehr ein Spaß natürlich. Ich sah ihn im Geiste schon Päckchen für Päckchen auspacken – die Familie drumherum und mit jedem Päckchen mehr in Lachen ausbrechend und erwartend, was denn wohl unter dem Weihnachtspapier zum Vorschein kommen würde. Aber genau so sollte es ja sein: Bauhandschuhe, Verlängerungskabel, Spachtel, Bänder, verschiedene Farben, (mehr …)

Deserteurdenkmal in Hamburg wird gebaut

Juli 10, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Hamburg im Fokus, Kunst und Kultur, Politik, Redaktionelle Beiträge, Soziales Kommentare deaktiviert für Deserteurdenkmal in Hamburg wird gebaut

Von Johanna Renate Wöhlke

Volker Lang

Volker Lang

Nur wenige Schritte entfernt vom Eingang in Hamburgs paradiesische Gärten von „Planten und Blomen“ und dem von ihnen ausgehenden Zauber des Schönen und des Genießens in Frieden ist heute in Hamburg eine historische Entwicklung von Tod und Qual, Folter und Martyrium der NS-Militärjustiz mit einem Symbol der Hoffnung und des Nichtvergessens zu einem guten Ende geführt worden: dem Baubeginn für das Denkmal zum „Gedenkort für Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz“ des Hamburger Künstlers Volker Lang. (mehr …)