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	<title>Die Auswärtige Presse e.V. &#187; Politik</title>
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	<description>Internationale Journalistenvereinigung Hamburg</description>
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		<title>Gefahr von Rechts bleibt vorhanden</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 14:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wöhlke Johanna Renate]]></category>

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		<description><![CDATA[erschienen in gekürzter Form im Hamburger Abendblatt am 30. Januar 2012 Von Johanna R. Wöhlke Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus Die „Initiative Gedenken in Süderelbe“ lud zu Erinnerungsgang und Diskussion ein. Referent: Dr. Manfred Murck, Leiter des Hamburger Landesamtes für Verfassungschutz „Wir gedenken der Frauen aus dem KZ-Außenlager Neugraben und der wenigen mutigen Menschen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>erschienen in gekürzter Form im Hamburger Abendblatt am 30. Januar 2012</p>
<p>Von Johanna R. Wöhlke</p>
<p><strong>Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus</strong><br />
Die „Initiative Gedenken in Süderelbe“ lud zu Erinnerungsgang und Diskussion ein.<br />
Referent: Dr. Manfred Murck, Leiter des Hamburger Landesamtes für Verfassungschutz</p>
<div id="attachment_13026" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/Vor-dem-Gedenkstein-klein.jpg"><img class="size-medium wp-image-13026" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/Vor-dem-Gedenkstein-klein-300x180.jpg" alt=" " width="300" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Vor dem Gedenkstein</p></div>
<p>„Wir gedenken der Frauen aus dem KZ-Außenlager Neugraben und der wenigen mutigen Menschen, die ihnen geholfen haben.“ Mit diesen Worten begann Pastorin Bettina von Thun von der Michaelisgemeinde in Neugraben ihre Rede an der Gedenktafel vor dem Bürgeramt Neugraben.</p>
<p>Etwa dreißig Neugrabener hatten sich auf Einladung der Initiative „Gedenken in Süderelbe“ wie in jedem Jahr  dort eingefunden, um am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ein Gebinde abzulegen, der immer am 27. Januar begangen wird, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945.<span id="more-13018"></span></p>
<p>Hinter ihnen lag an diesem Vormittag schon eine Stunde Weges in der Kälte des an diesem Freitagmorgen unerwartet eingebrochenen Winters im Schnee und Frost zu drei Stationen im Neugrabener Zentrum. Die Frauen des Lagers mussten  dort selbst im Winter in leichten Sommeroveralls arbeiten, den ganzen Tag ohne Essen und Wasser. Sie wurden unter den unmenschlichsten Bedingungen beim Siedlungsbau eingesetzt.</p>
<p>Von einigen Neugrabenern aber erfuhren sie Hilfe: einen Teller Suppe, Kleidung, Wolle, Kartoffeln, dicken süßen Brei, Schuhe für die erfrorenen Füße, gute Worte, einen Gang zur Toilette, um nicht die Notdurft zwischen Bäumen und Büschen zu verrichten, wie es sonst geschah. Das alles geschah mit Angst vor den Wächtern und der körperlichen und psychischen Belastung der schweren Zwangsarbeit: „Wieviel Stunden wir arbeiteten, wussten wir nicht; am Vorabend gingen wir zu Fuß nach Neugraben. Abends bekamen wir einen Schöpflöffel Suppe &#8211; nach menschlichem Gutachten ungenießbar &#8211; welche wir mit unseren Tränen salzten und eine Schnitte Brot – womöglich steinhart“, erinnert sich Helena B. in ihren Aufzeichnungen.</p>
<p>Die Teilnehmer des Rundganges hörten an allen Stationen Texte aus dem Leben der Frauen, die sie selbst danach aufgeschrieben hatten und in denen sie ihre schrecklichen Erlebnisse beschreiben, aber gleichzeitig auch erzählen, wie ihnen von einigen wenigen geholfen wurde.</p>
<p>Eine andere Gefangene, Helena B. schrieb: „Einen Lichtpunkt während meiner zweieinhalbjährigen Konzentration der Nazi- Deutschen will ich hinzufügen, was lebenswichtig für uns war in der irdischen Hölle von der SS Zeit: im November – Dezember bis anfangs Jänner – bis wir nach Tiefstack gingen – hatten wir einen Polier, Hermann Rose, Harburg – als Aufsichtsperson, der unter größter Gefahr für ihn – uns im Regen in die Bude schickte und nur, wenn er von der Ferne einen SS sah, zu uns sagte „schnell an die Arbeit!“ Hermann war ein älterer Herr; sehr oft morgens brachte er uns warmen Kaffee und manchmal auch etwas Brot &#8211; er hatte ja auch nur seine Zuteilung. Ich persönlich versprach ihm: Falls ich vielleicht doch überlebe diese Hölle, so werde ich ihn zu uns einladen, und es geschah vom ersten Geld der Wiedergutmachung, kaufte ich bei der Zim-Schiffsgesellschaft ein Billet für beide Reisen: hin und zurück und sandte es ihm ein. Er war bei uns in Israel 3 Monate&#8230;“</p>
<p>Weitere Namen hilfsbereiter Menschen sind Familie Storm, die ein Gemüsegeschäft betrieb; ein altes Ehepaar am Scheideholzweg; die beiden Mitarbeiter Rose und Stankowitz der Firma Prien und deren Baubaracken.</p>
<div id="attachment_13021" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/Gruppenbild-klein.jpg"><img class="size-medium wp-image-13021" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/Gruppenbild-klein-300x241.jpg" alt="" width="300" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">:Pastorin Bettina von Thun und Andreas Winter ( Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der katholischen Heilig Kreuz Gemeinde) sowie Eberhard Reinhard ( Mitglied des Pfarrgemeinderates der katholischen Heilig Kreuz Gemeinde) hatten Dr. Manfred Murck als Referenten für ihre Veranstaltung gewinnen können.</p></div>
<p>Dem morgendlichen Rundgang schloss sich eine Abendveranstaltung im Gemeindehaus der Michaeliskirche an. Zum Thema &#8220;Wehrhafte Demokratie. Was können wir als Bürgerinnen und Bürger gegen die Gefahr von Rechts tun?“ hatte die Initiative „Gedenken in Süderelbe“ zu einem Vortrag und Gespräch mit Dr. Manfred Murck, dem Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz, Hamburg, eingeladen.</p>
<p>Um es vorweg zu nehmen: Aus den geplanten zwei Stunden wurden drei und auch danach waren noch nicht alle Fragen beantwortet.  Murck erläuterte zuerst  die Entstehungsgeschichte des Verfassungsschutzes seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland und seine verfassungsmäßige Basis. Sie beruht auf dem Prinzip der wehrhaften Demokratie des Grundgesetzes und dem darauf basierenden Prinzip, dass die Liberalität der Verfassung und des Staates nicht von innen heraus ausgehöhlt und zerstört werden darf. Wer in seinen Bestrebungen und Aktivitäten gegen das Grundgesetz und seine Werte agiert, darf vom Verfassungsschutz  beobachtet werden, um Informationen zu sammeln, mehr nicht.</p>
<p>So wurden zum Beispiel schon 1952 die Sozialistische Reichstpartei verboten, die sich als Nachfolgeorganisation der NSDAP verstand. Im Jahre 1956 folgte mit dem Verbot der KPD das zweite Parteienverbot der Bundesrepublik auf der Basis des Prinzips der wehrhaften Demokratie. In diesen und vergleichbaren Fällen können die Informationen des Verfassungsschutzes dazu beitragen, Gerichtsentscheidungen zu stützen.</p>
<p>Mit Bedauern diskutierten die Teilnehmer die Tatsache, dass nach der Zeit des Hitler-Regimes das rechtsradikale Gedankengut nicht verschwunden ist, in Deutschland und Europa gleichermaßen. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung werden diesem Gedankengut zugerechnet, zehn Prozent einem relativ geschlossenen rechtsextremem Weltbild. Murck: „Die Gedanken und Köpfe waren ja nicht weg.“ Die Hoffnung darauf wurde 1964 mit der Gründung der NPD zerschlagen, die zuerst nennenswerte Wahlerfolge hatte, dann aber doch wieder aus „der Taktung der Republik verschwand“.</p>
<p>Das was zu Beginn der Nachkriegszeit mit „Neonazis“ beschrieben werden konnte, Menschen also, die sich bewusst in der Nachfolge der NSDAP sahen, wechselte im Laufe der Jahre, so Murck, in die Fraktion der „ewig Gestrigen“ und „Revisionisten“ und bezog Jugendliche mit ein, die keine Erfahrung mit der Geschichte des Nationalsozialismus hatten. Hier waren wie auch bis heute junge Männer die Träger des aktiven Teils dieser Gruppierungen. Man schätzt, dass um die 2o Prozent der jungen Männer anfällig für extrem rechtes Gedankengut sind, deren politische Kultur und soziale Grundierung die der Verlierer ist aber auch im bürgerlichen Lager Unterstützung findet, ohne dass dies zu öffentlichen Aktionen führt.</p>
<p>Die liberale Auslegung des Versammlungsrechtes gibt diesen Gruppen Spielräume, sich zu treffen. Sie haben ihre Organisationsformen verlegt, agieren nicht mehr in Vereinen und Parteien, sondern sogenannten „Kameradschaften“. Die Vernetzung durch die Möglichkeiten der modernen Technik fördert dies. Das Internet macht klassische Strukturen überflüssig. Murck: „Die Leugnung des Holocaust steht unter Strafe. Aber das Versammlungsrecht erlaubt das Aufmarschieren. Das nutzen diese Gruppierungen für sich aus.“ War es bei den Nazis und Neonazis unter anderem die Idee des „Volkes ohne Raum“, so ist es bei diesen modernen Gruppierungen die Idee des „unseren Raum freihalten von Fremdem“, die ihren Aktivitäten zugrunde liegt.</p>
<p>Die Weiterentwicklung rechtsextremen Gedankengutes ist demnach nicht aufzuhalten, eine bittere Erkenntnis dieses Abends. Die „moderne“ Ausprägung in der Form sogenannter „ Autonomer Nationalisten“, die einem „arischen Herrenmenschentum“ das Wort reden, prägt das Bild. Hier spielen Faktoren hinein wie bestimmte Musik als Radikalisierungsmechanismus oder martialische Auftritte, die mit Fremdenhass gepaart sind, der sich zunehmend auch antiislamisch zeigt.</p>
<p>Murck: „Gewalttaten bewegen sich im Promillebereich, sind aber natürlich öffentlichkeitswirksam.“ Der Hamburger Verfassungsschutz legt in seinem jährlichen Bericht für alle offen, welche Gruppen von ihm beobachtet werden. Dazu gehören seit den Ereignissen des 11. September auch Aktivitäten radikaler Islamisten, die die Scharia als Rechtsgrundlage ihrer Aktivitäten hier behaupten.</p>
<p>Fazit eines in all seinen Fragen und Antworten nur anzureißenden Abends: Die Makroebene der Gesellschaft reagiert nur sehr träge und zähflüssig und muss darauf setzen, dass dies ein Generationenwerk ist und bleibt. Murck: „Ich glaube an diese Demokratie. Einfache Lösungen bleiben immer attraktiv, aber treffen nicht die komplexe Wirklichkeit.“</p>
<p>Fotos: Wöhlke<br />
</p>
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		<title>Wilhelm Voigt &#8211; der &#8220;Hauptmann von Köpenick&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 22:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Er war der »Hauptmann von Köpenick« Vor 90 Jahren starb Wilhelm Voigt – Der Ostpreuße zog den preußischen Militarismus durch den Kakao wie kein anderer Seine Köpenickiade gehört zu den komischsten Episoden der preußischen Geschichte. Nichtsdestoweniger war der Ostpreuße Wilhelm Voigt eine traurige Figur. Tragik zieht sich durch sein Leben vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Er war der »Hauptmann von Köpenick« Vor 90 Jahren starb Wilhelm Voigt – Der Ostpreuße zog den preußischen Militarismus durch den Kakao wie kein anderer</strong><br />
Seine Köpenickiade gehört zu den komischsten Episoden der preußischen Geschichte. Nichtsdestoweniger war der Ostpreuße Wilhelm Voigt eine traurige Figur. Tragik zieht sich durch sein Leben vom Anfang bis zum Ende.</p>
<p>Der am 13. Februar 1849 in Tilsit geborene Sohn eines Schuh­ma­cher­meisters, der den Beruf seines Vaters ergreift, wird schon mit 14 Lebensjahren straffällig. Es folgt eine Karriere als Kleinkrimineller mit einem halben Dutzend Verurteilungen wegen Diebstahls und Urkundenfälschung. 1890 versucht er dann mittels einer Brechstange, sich in Wongrowitz, Provinz Posen in den Besitz der Gerichtskasse zu bringen. Er wird erwischt und im Februar des darauffolgenden Jahres „wegen schweren Diebstahls im Rückfalle zu 15 Jahren Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht“ verurteilt. Voigt sitzt die Haftstrafe ab und wird einen Tag vor seinem 57. Geburtstag aus der Haft entlassen.<span id="more-12808"></span></p>
<p>Mit zusammengerechnet fast 30 Jahren Haft hat Voigt bis dahin mehr als die Hälfte seines Lebens hinter Gittern verbracht. Der Staat ist gewarnt und tritt Voigt mit der entsprechenden Skepsis entgegen. Tragischerweise versucht Voigt, nun, da sein Ruf ruiniert ist, offenkundig ernsthaft, auf den früh verlassenen Pfad der Tugend zurückzukehren. Der Anstaltsgeistliche hat ihm Arbeit in seinem erlernten Beruf in Wismar vermittelt und er führt sich gut. Da wird er im Mai seines Entlassungsjahres aufgrund seiner Vorstrafen aus dem Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin ausgewiesen. Der Preuße zieht nach Berlin zu seiner älteren Schwester Bertha und findet in der Millionenmetropole auch Arbeit in einer Schuhwarenfabrik. Am 24. August 1906 erhält er jedoch als „eine für die öffentliche Sicherheit und Moralität gefährliche Person“ vom zuständigen Polizeipräsidenten auch für Berlin ein Aufenthaltsverbot. Voigt taucht daraufhin unter. Er behält zunächst seine Arbeitsstelle, hat aufgrund seines illegalen Status jedoch kaum Aussicht auf dauerhafte Beschäftigung.</p>
<p>In dieser Situation geht Voigt sein nächstes Verbrechen an, das als Köpenickiade in das kollektive Gedächtnis Eingang gefunden hat. Carl Zuckmeyer übernimmt zwar in seinem Drama „Der Hauptmann von Köpenick. Ein deutsches Märchen in drei Akten“ Voigts Rechtfertigung, er habe nur einen Pass ergaunern wollen, um ungestört ein rechtschaffenes Leben als wertvolles Mitglied der Gesellschaft führen zu können, doch bei allem Wohlwollen für Voigt müssen wir wohl davon ausgehen, dass den Hochstapler eher die Aussicht auf eine Millionen-Beute reizte. Pässe wurden nämlich auf dem Landratsamt des Kreises Teltow ausgestellt. Von Köpenick hingegen hieß es seinerzeit in der Presse, dass in der Stadt fast 65000 Mark erwirtschaftet worden seien und für Wertpapiere im Werte von zwei Millionen Mark ein neuer Tresor angeschafft werden müsse. Nachdem Voigt sich vorher in diversen Trödelläden die Bestandteile einer Uniform eines Hauptmannes im 1. Garde-Regiment beschafft hatte, zog er am 16. Oktober derartig kostümiert los. Er unterstellte sich in Berlin zwei Wachkommandos, denen er begegnet war, und fuhr mit ihnen nach Köpenick, wo er mit deren Hilfe das Rathaus besetzte, den Bürgermeister gefangen nahm und sich vom Kassenrendanten die Stadtkasse aushändigen ließ. Dabei stieß er auf keinerlei Widerstand. Der „Hauptmann von Köpenick“, wie er sich später selber nannte, gab dann noch ein paar Befehle und Anweisungen und begab sich anschließend mit einer Beute von 3557,45 Mark in bar und Zinsscheinen in Höhe von 443,25 Mark alleine auf den Rückweg nach Berlin, wo er sich an einem stillen Örtchen wieder umzog und in den Zivilisten Voigt zurückverwandelte.</p>
<p>Möglicherweise hätte man Voigt nie erwischt, wenn nicht einer seiner Mitgefangenen sich seiner damaligen Worte, dass er „einfach Soldaten von der Straße holen“ werde, erinnert und ihn verpfiffen hätte. Am 26. Oktober 1906 wurde er verhaftet und am 1. Dezember des Jahres „wegen unbefugten Tragens einer Uniform, Vergehens gegen die öffentliche Ordnung, Freiheitsberaubung, Betruges und schwerer Urkundenfälschung“ zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.</p>
<p>Statt sich vorgeführt zu fühlen und nach Rache zu dürsten, reagierte der Kaiser und preußische König bemerkenswert gelassen. Ob Wilhelm II. Voigt als „genialen Kerl“ bezeichnet und dessen Tat lachend mit den Worten kommentiert hat „Da kann man sehen, was Disziplin heißt. Kein Volk der Erde macht uns das nach!“, sei dahingestellt, jedenfalls ließ er sich unverzüglich über die Tat seines Landsmannes berichten und begnadigte ihn 1908.</p>
<p>Voigt gelang es, sein Schelmenstück zu vermarkten. Sein Prozess war bereits von der Öffentlichkeit mit großem Interesse verfolgt worden und das Gleiche galt auch für seine Auftritte nach der Haftentlassung. Schon wenige Tage nach der Entlassung wurde in seiner Anwesenheit eine Wachsfigur von ihm im damals bekannten Berliner Wachsfigurenkabinett „Castans Panoptikum“ enthüllt. Er bereiste ganz Deutschland und auch das Ausland, um in Lokalen und auf Jahrmärkten aufzutreten, gerne auch in der Rolle des „Hauptmannes von Köpenick“. 1909 erschien in Leipzig seine Autobiografie „Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde. Mein Lebensbild“.  Voigt kam darüber zu Geld, wurde jedoch nichtsdestotrotz von der Staatsmacht kritisch beäugt, stand weiterhin unter Polizeiaufsicht. Erneut geriet er in Konflikt mit dem Gesetz. Diesmal wurde ihm Verletzung der Gewerbeordnung vorgeworfen.</p>
<p>Der Deutsche entzieht sich weiteren Querelen mit den Staatsorganen in seiner Heimat durch einen Wohnortwechsel ins Ausland. Genügend Geld hatte er inzwischen. 1910 ließ er sich einen luxemburgischen Ausweis ausstellen und zog in das Großherzogtum. 1912 kaufte er dort ein Haus, wohin er sich aus der Öffentlichkeit zurückzog, um dort seinen Ruhestand zu genießen.  Letzteres war ihm allerdings nicht vergönnt. Der Erste Weltkrieg und die anschließende Inflation vereitelten dies. Wie vor der Köpenickiade wieder mittellos verstarb er von einer schweren Lungenerkrankung gezeichnet am 3. Januar 1922 in Luxemburg, wo er auch begraben liegt.<br />
</p>
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		<title>Der rote Welfe</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 22:21:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Redaktionelle Beiträge]]></category>
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		<description><![CDATA[von Dr. Manuel Ruoff Hinrich Wilhelm Kopf gehörte zu den westdeutschen SPD-Landesvätern, die eher Pragmatiker als Ideologen waren Wie seine Zeit- und Amtsgenossen in den nordwestdeutschen Stadtstaaten Hamburg und Bremen Max Brauer und Wilhelm Kaisen war Hinrich Wilhelm Kopf eher vom Typus Landesvater als Arbeiterführer. Der „Rote Welfe“ wurde er genannt, und er hörte es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p>Hinrich Wilhelm Kopf gehörte zu den westdeutschen SPD-Landesvätern, die eher Pragmatiker als Ideologen waren<br />
Wie seine Zeit- und Amtsgenossen in den nordwestdeutschen Stadtstaaten Hamburg und Bremen Max Brauer und Wilhelm Kaisen war Hinrich Wilhelm Kopf eher vom Typus Landesvater als Arbeiterführer. Der „Rote Welfe“ wurde er genannt, und er hörte es ganz gerne, entsprach es doch seinem Selbstverständnis. Mit einer Mischung aus Respekt gegenüber dem politischen Instinkt und Miss­achtung ob des Fehlens einer Ideologie, die den Intellektuellen zu faszinieren vermag, spricht der „Spiegel“ seinerseits von einem „Bonhomme der Vernunft“.<span id="more-12792"></span></p>
<p>Der am 6. Mai 1893 zur Welt gekommene bauernschlaue Bauernsohn aus Neuenkirchen (Land Hadeln) bei Cuxhaven brach mit 16 die Schulausbildung ab, um in Amerika sein Glück zu suchen. Das fand er dort jedoch nicht. Stattdessen erkrankte er am Blinddarm und kehrte bereits ein Jahr nach seiner Auswanderung in die Heimat zurück, wo er das Abitur nachholte, eine landwirtschaftliche Lehre absolvierte und Jura studierte.</p>
<p>Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete Kopf sich als Freiwilliger. In der Novemberrevolution wurde der Angehörige der Marineartillerie Soldatenratsmitglied in Cuxhaven. Eben noch selber Soldatenrat, trat Kopf kurze Zeit später dem Freikorps Landesjäger bei, das unter Generalmajor Georg Ludwig Rudolf Maercker auch gegen Arbeiter- und Soldatenräte eingesetzt wurde. Dort diente er als Presseoffizier.</p>
<p>1919 wechselte er in analoger Funktion ins Zivilleben. In Bielefeld richtete er ein Städtisches Presseamt ein. Dabei lernte er führende Sozialdemokraten kennen, darunter Carl Severing, mit dem er sich anfreundete und in dessen Partei er eintrat. Kaum SPD-Mitglied wurde er noch 1919 persönlicher Referent des sozialdemokratischen Reichsinnenministers Eduard David. 1920 holte ihn Severing ins preußische Innenministerium, von wo aus er schon bald nach Thüringen wechselte, wo er als Regierungsrat die dortige Landespolizei aufbaute.</p>
<p>Nach der Inflation wechselte Kopf in die Banken- und Versicherungsbranche, kehrte jedoch bereits 1928 wieder als Landrat seines Heimatkreises in den Dienst am Staate zurück. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung infolge des sogenannten Preußenschlages verblieb Kopf im Staatsdienst, bis die Nationalsozialisten nach ihrer „Machtergreifung“ den Sozialdemokraten entließen. Kopf kehrte in seinen vor 1928 ausgeübten Beruf zurück.</p>
<p>Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete Kopf als Vermögensverwalter für die Haupttreuhandstelle Ost. Da diese Behörde im Generalgouvernement Beschlagnahmungen polnischen Vermögens veranlasste, verlangte 1948 die polnische Regierung von den Briten Kopfs Auslieferung. Doch der hatte unter der Obhut der britischen Besatzungsmacht längst Karriere gemacht.</p>
<p>1945 machten die Engländer Kopf zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hannover. Nachdem die Siegermächte den preußischen Staat für aufgelöst erklärt hatten, wurde Kopf Ministerpräsident des Landes Hannover. Dem nordwestdeutschen Politiker, dem die Reichsreformpläne der 20er Jahre sehr wohl vertraut waren, nutzte die Umbruchsituation, um das Projekt Niedersachsen voranzutreiben, bei dem es sich um einen Zusammenschluss seines Landes mit den kleineren Territorien Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe handelte. Nachdem sein Ziel erreicht, das Land gegründet war, wurde Kopf dessen erster Ministerpräsident. In dieser Eigenschaft nahm er auch maßgeblich auf die niedersächsische Verfassung Einfluss. Legendär ist sein Besuch der damals noch zu Niedersachsen gehörenden Insel Neuwerk, wo er sich 1947 auf dem noch legendäreren Neuwerker Leuchtturm seine Gedanken über das 1951 verabschiedete Verfassungswerk machte.</p>
<p>1955 wurde Kopfs Dienst am Allgemeinwesen ein weiteres Mal unterbrochen. Nach der vorausgegangenen Landtagswahl wurde seine Allparteienkoalition durch eine bürgerliche unter Führung Heinrich Hellweges von der Deutschen Partei (DP) abgelöst. Ähnlich wie SPD-Bürgermeister Brauer 1953 in Hamburg zog sich auch Kopf nach dem Amtsverlust kurzfristig aus der Politik zurück. Das Drücken der Oppositionsbank war beider Ding nicht.</p>
<p>Doch anders als Brauer kehrte Kopf noch während der Legislaturperiode als Innenminister und wenigstens stellvertretender Ministerpräsident zurück. Möglich wurde dieses durch die Erweiterung der Regierungskoalition um die SPD im Jahre 1957. Nach der dritten Landtagswahl von 1959 gelang es der SPD, den Gesamtdeutschen Block/Bund der Heimatvertriebenen und die FDP für eine von ihr geführte Regierungskoalition zu gewinnen. Kopf übernahm erneut das Amt des Ministerpräsidenten. Schon seit Jahren von Kreislaufstörungen und Leberbeschwerden geplagt, verstarb der in Preußen geborene Niedersachse im Amt am 21. Dezember 1961.<br />
</p>
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		<title>Hamburg darf auch weiterhin „Elbphilharmonie Konzerte“ veranstalten und fördern</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Dec 2011 18:41:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburger Senat]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wöhlke Johanna Renate]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Johanna Renate Wöhlke Verband der deutschen Konzertdirektionen e.V. unterliegt im Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg Es ist die Zeit der Konzerte und des kulturellen Erlebens an festlichen Tagen. Wir machen uns hübsch &#8211; vielleicht auch nicht &#8211; und gehen ins Theater, ins Konzert. Erwartungsvoll und in festlicher Stimmung nehmen wir unsere Plätze ein. Unsere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Johanna Renate Wöhlke</em></p>
<p><strong>Verband der deutschen Konzertdirektionen e.V. unterliegt im Rechtsstreit vor dem Landgericht Hamburg</strong></p>
<p>Es ist die Zeit der Konzerte und des kulturellen Erlebens an festlichen Tagen. Wir machen uns hübsch &#8211; vielleicht auch nicht &#8211; und gehen ins Theater, ins Konzert. Erwartungsvoll und in festlicher Stimmung nehmen wir unsere Plätze ein. Unsere Gedanken sind beim Gestern und Heute. Sie kreisen um das Schöne und Gute, wahrscheinlich. Wir erwarten Anregendes und auch Aufregendes. Vielleicht verlangt die Seele &#8211; man erwarte an dieser Stelle keine Defnition von Seele &#8211; vielleicht also verlangt die Seele danach, gestreichelt zu werden.<span id="more-12473"></span></p>
<p>Oben auf der Bühne agieren diejenigen, die unsere Erwartungen erfüllen sollen. Haben wir uns jemals an solchen Tagen Gedanken über sie gemacht? Hat uns interessiert, welche privaten Gedanken hinter ihren Stirnen und in ihren Köpfen herumwabern und nicht zu verdrängen sind &#8211; und trotzdem muss in diesem einen Augenblick alles funktionieren: der Ton, das Wort, der Satz, der Sprung, der Schwung von Beinen und Armen, die Finger auf den Tasten des Klaviers, der Atem des Flötisten &#8211; alles abgerufen und perfekt erwartet in der Sekunde. Kein Schnitt möglich. Kein Filmcutter am Schneidetisch zur Hilfe. Die Zeit ist unbarmherzig. Sie verzeiht nichts.</p>
<p>Oben auf der Bühne geschieht aber auch noch etwas anderes: Jede Vorstellung ist auch &#8220;Markt&#8221;, ist auch Wettbewerb, ist auch Teil eines Kulturbetriebes, in dem gerechnet werden muss. Deshalb und gerade in diesen Tagen, soll an dieser Stelle auf einen Gerichtsentscheid in Hamburg hingewiesen werden &#8211; ein Beispiel dafür, dass es auch immer ein &#8220;Theater&#8221; und ein &#8220;Konzert&#8221; hinter den Kulissen gibt.</p>
<p>Das Landgericht Hamburg hat heute die Klage des Verbands der deutschen Konzertdirektionen e.V. abgewiesen, mit der dieser erreichen wollte, dass der Stadt Hamburg verboten wird, auf die bisherige Art und Weise die sog. „Elbphilharmonie Konzerte“ zu veranstalten bzw. finanziell zu fördern.</p>
<p>Der Verband der deutschen Konzertdirektionen e.V. ist ein Zusammenschluss privater Konzertveranstalter in der Bundesrepublik Deutschland. Zu seinen Mitgliedern zählen Vermittler, Veranstalter, Tourneeunternehmen und Arrangeure. Der Verband wandte sich mit seiner Klage gegen die von der beklagten HamburgMusik gGmbH unter dem Titel „Elbphilharmonie Konzerte“ z.T. in der Laeiszhalle veranstaltete Konzertreihe. An der HamburgMusik gGmbH hält die ebenfalls beklagte Freie und Hansestadt Hamburg eine Mehrheitsbeteiligung von 95,2%. Der Kläger argumentierte, die Beklagten betrieben mit ihren Orchesterveranstaltungen unlauteres Preisdumping. Die Preisgestaltung sei auf Kostenunterdeckung angelegt, und zwar mit dem Ziel, Wettbewerber vom Markt zu verdrängen.</p>
<p>Das Gericht hingegen verneinte die Voraussetzungen eines unlauteren Preisdumpings. Preisunterbietungen seien als Form des Wettbewerbs grundsätzlich zulässig. Ein Wettbewerbsverstoß könne erst dann angenommen werden, wenn die Unterbietung gezielt dazu eingesetzt werde, Mitbewerber vom Markt zu verdrängen, und das sei hier nicht ersichtlich.</p>
<p>Allerdings müsse davon ausgegangen werden, dass die HamburgMusik gGmbH einen Teil ihrer Konzerte nicht kostendeckend kalkuliert habe und es selbst bei Verkauf aller Eintrittskarten zu Verlusten gekommen wäre. Das ergebe sich aus den vom Kläger für die Konzerte der Reihe „Nordic Concerts“ vorgelegten Berechnungen, die von den Beklagten nicht widerlegt worden seien.</p>
<p>Die nicht kostendeckend angebotenen Konzerte machten jedoch nur einen äußerst geringen Anteil der von der HamburgMusik gGmbh durchgeführten Veranstaltungen aus. Letztlich komme es auf die Frage der Kostendeckung ohnehin nicht an, da jedenfalls keine unlautere Verdrängungsabsicht der HamburgMusik gGmbH angenommen werden könne. Vielmehr gebe es für die Kostenunterdeckung einen sachlich gerechtfertigten Grund. Die HamburgMusik gGmbH habe in dem Rechtsstreit dargestellt, dass bestimmte Konzerte nur deshalb günstig angeboten worden seien, um das Angebot besonders attraktiv zu gestalten und dadurch neue Zuschauerkreise für diese Art der Musik zu erschließen. Letzteres sei nur bei relativ niedrigen Eintrittspreisen und einem zugkräftigen, attraktiven Programm mit bekannten Musikern möglich. Ziel sei es, dass die neu gewonnenen Zuschauer später weitere Konzerte besuchten. Dies könnten dann genauso Konzerte von privaten Veranstaltern wie solche von der HamburgMusik gGmbH sein. Das Gericht entschied, allein durch den Umstand, dass die Konzertreihe „Nordic Concerts“ nicht kostendeckend kalkuliert worden sei, lasse sich diese von der Beklagten angegebene Zielsetzung nicht widerlegen. Denn aus wirtschaftlicher Sicht sei es nachvollziehbar, dass einige besonders attraktive Konzerte nicht kostendeckend angeboten würden, um damit Interesse an anderen Veranstaltungen zu wecken. Auch ein Verstoß gegen das Kartellrecht liege daher nicht vor.</p>
<p>Das Aktenzeichen des Verfahrens lautet 315 O 80/11. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sollte gegen die Entscheidung Berufung eingelegt werden, wäre hierfür das Hanseatische Oberlandesgericht zuständig.</p>
<p>Quelle dieser Information: die Pressestelle des Hamburger Senats</p>
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		<title>Russen fürchten Stillstand</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 19:35:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenthal- Kappi Manuela]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Manuela Rosenthal-Kappi »Einiges Russland« erleidet Wahlschlappe − Massenproteste gegen Putin und Medwedjew Am 4. Dezember waren die Russen zur landesweiten Parlamentswahl aufgerufen. Dass die Regierungspartei „Einiges Russland“ wieder die Mehrheit erlangen würde, stand längst fest. Umso überraschender ist der Ausgang: Dass die Partei trotz großzügiger Wahlversprechen, massiver Beeinflussung der Wähler und Unterdrückung der Opposition [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Manuela Rosenthal-Kappi</em></p>
<p>»Einiges Russland« erleidet Wahlschlappe − Massenproteste gegen Putin und Medwedjew</p>
<p>Am 4. Dezember waren die Russen zur landesweiten Parlamentswahl aufgerufen. Dass die Regierungspartei „Einiges Russland“ wieder die Mehrheit erlangen würde, stand längst fest. Umso überraschender ist der Ausgang: Dass die Partei trotz großzügiger Wahlversprechen, massiver Beeinflussung der Wähler und Unterdrückung der Opposition rund ein Drittel ihrer Sitze in der Staatsduma verlieren würde, kam für die meisten völlig überraschend.</p>
<p>Schon bei der Vorbereitung des Wahlkampfes wuss-te die Regierung, dass die Zustimmung für ihre Partei „Einiges Russland“ diesmal geringer ausfallen würde als bei den vorangegangenen Wahlen. Seit längerem ist die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der „Partei der Bürokraten“ sowie der Unmut über die Regierung spürbar. Bei einer Wahlveranstaltung wurde Wladimir Putin sogar ausgepfiffen, eine für ihn  bislang nie dagewesene Situation, mit der er sichtlich nicht umzugehen wusste.<span id="more-12409"></span></p>
<p>Die Angst vor einer starken Opposition muss groß gewesen sein, denn der Kreml sorgte im Vorfeld dafür, dass „Einiges Russland“ erneut die Mehrheit der Stimmen erhalten würde: durch Druck auf Gouverneure, Wahlkommissionen und Medien und nicht zuletzt auf Oppositionspolitiker. In Moskau erhielten vergangene Woche die Parteichefs Eduard Limonow von „Ein anderes Russland“, Sergej Udalzow von der „Linken Front“ und Politiker anderer Vereinigungen, die alle nicht zur Wahl zugelassen waren, Vorladungen vom Polizeirevier, weil sie Protestkundgebungen am Wahltag angekündigt hatten. Die Hauptstadt hatte deshalb schon Tage vor der Wahl aufgerüstet. Über 50000 Polizisten und Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um Straßen und Plätze abzuriegeln.</p>
<p>Galt die Opposition in Russland bislang als nicht existent oder lediglich als Betätigungsfeld weniger Spinner, muss dieses Bild spätesten seit vergangenem Sonntag  revidiert werden. Nicht nur, dass Oppositionelle in jedem Monat mit 31 Tagen am Monatsletzten Proteste organisieren − bei denen die Organisatoren regelmäßig verhaftet werden −, am Wahltag gingen trotz massiver Polizeipräsenz bis zu 10000 Menschen allein in Moskau auf die Straße, um gegen Putin und Medwedjew zu demonstrieren. „Eure Wahl ist eine Farce“ und „Ohne Opposition ist die Wahl ein Verbrechen“ lauteten ihre Parolen. „Reporter ohne Grenzen“ berichtet von Behinderungen der Presse. Journalisten wurden bei ihrer Arbeit behindert, im Internet waren die Online-Ausgaben der letzten unabhängigen Medien einfach abgeschaltet. Davon betroffen waren auch der Radiosender „Moskauer Echo“ sowie die Zeitungen „Kommersant“ und „Gazeta.ru“.</p>
<p>Trotz aller Bemühungen fiel am Wahlabend das Ergebnis für „Einiges Russland“ schlechter aus als erwartet. Hatte das Regierungstandem mit 52 bis 55 Prozent gerechnet, waren es am Ende nur knapp 50. Statt der absoluten Mehrheit verfügt die Partei nur noch über eine einfache. In den Regionen zeigten sich große Unterschiede. Während die Partei im Kaukasus weiterhin die absolute Mehrheit erhielt, verlor sie besonders stark in Zentralrussland und im Nordwesten, hier besonders im Königberger Gebiet, in St. Petersburg und Karelien. „Russland ist zweigeteilt: In das ,Einige‘ und das andere“, sagte ein Beobachter.</p>
<p>Die Menschen in Russland haben offensichtlich die Nase voll von ihrer Regierung. Die Frage, ob das Ergebnis wohl anders ausgefallen wäre, wenn Putin mit seiner Ankündigung des geplanten Ämtertauschs mit Medwedjew bis nach der Wahl gewartet hätte, ist mit einem klaren Nein zu beantworten. Denn die Menschen sind auch von Medwedjew enttäuscht. Bei seinem Amtsantritt hatte er die Hoffnung geweckt, durch die angekündigte Modernisierung ein liberales Russland zu schaffen. Zeitweise schien es sogar so, als würde Medwedjew sich von seinem Ziehvater Putin emanzipieren und eigene Ziele und Vorstellungen durchsetzen, doch als sich immer klarer abzeichnete, wer das Zepter in der Hand hält und dass das Thema Modernisierung ein mediales und kein reales war, konnten viele den Präsidenten nicht mehr ernstnehmen.</p>
<p>Vor Putins Rückkehr auf den Präsidentensessel fürchten sich indessen nicht nur Oppositionelle. Auch diejenigen, denen Politik im Großen und Ganzen egal ist, befürchten eine Zeit des Stillstands und dass Russland sich unter Putin in eine Art Post-Sowjetunion zu­rück­entwickeln wird. Denn soviel ist sicher: Wenn Wladimir Putin erst einmal Präsident ist, wird er es für viele Jahre bleiben. Weil er schon kurz nach Übernahme des Premierministerpostens per Gesetz die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sechs Jahre erhöhen ließ, kann „Putin 2.0“, wie er scherzhaft bezeichnet wird, bis 2024 regieren. Vorausgesetzt er schafft es, sein Volk ohne allzu große Repressalien von sich zu überzeugen.</p>
<p>Vor der Präsidentschaftswahl am 4. März 2012 bleibt dem Premier also noch genügend Zeit, sein angeschlagenes Image zu verbessern. Das dürfte ihm nicht schwer fallen, denn er versteht es wie kein anderer, sich der Medien zu bedienen, um sich ins rechte Licht zu rücken. Auch vor der jüngsten Parlamentswahl hatten diese einseitig zugunsten „Einiges Russland“ berichtet. Für die  Wahlschlappe werden Dmitrij Medwedjew und vielleicht noch ein paar Parteigrößen geradestehen müssen. Das glauben zumindest die Kritiker.<br />
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		<title>Queen Victorias bessere Hälfte&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 22:09:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Redaktionelle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Albert von Sachsen, Coburg und Gotha: Vor 150 Jahren starb der wohl bekannteste Prinzgemahl aller Zeiten Wohl kein anderer Prinzgemahl wurde von seiner Königin so sehr geliebt wie Albert und kein zweiter hat eine derartige Bedeutung für die Heimat seiner Ehefrau gewonnen wie er. Verkuppelt wurden die beiden Liebenden von ihrem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Albert von Sachsen, Coburg und Gotha: Vor 150 Jahren starb der wohl bekannteste Prinzgemahl aller Zeiten</strong></p>
<p>Wohl kein anderer Prinzgemahl wurde von seiner Königin so sehr geliebt wie Albert und kein zweiter hat eine derartige Bedeutung für die Heimat seiner Ehefrau gewonnen wie er. Verkuppelt wurden die beiden Liebenden von ihrem gemeinsamen Onkel Leopold. Dieser Sachse war nämlich nicht nur König der Belgier, sondern auch der Bruder von Queen Victorias Mutter, Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld, und von Alberts Vater, Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha. Die beiden Liebenden verband jedoch nicht nur der gemeinsame Onkel sowie ihre Liebe zu Romantik und Musik, sondern auch der frühe Verlust eines Elternteils. Victoria verlor ihren Vater, den Duke of Kent and Strathearn Edward Augustus, bereits in ihrem ersten Lebensjahr. Und Albert verlor seine Mutter gleich doppelt. Sie wurde schuldig geschieden und musste 1824 Familie und Land verlassen. Da war Albert gerade fünf Jahre alt. Wenige Jahre später, 1831, ist die damals gerade 30-Jährige dann fern von Heimat und Familie in Paris an Gebärmutterkrebs gestorben.<span id="more-12335"></span></p>
<p>Für Victoria wie Albert war Leopold mehr oder weniger Elternteilersatz. Er arrangierte es, dass sich die beiden 1836 auf ihrem 17. Geburtstag in London kennenlernten. Victoria war sofort von ihrem deutschen Cousin begeistert, wie denn überhaupt sie der verliebtere Part war. Ihrem Onkel Leopold offenbarte sie, dass Albert alle Eigenschaften besitze, die sie sich wünsche, und sie zum ersten Mal Aussicht „auf ein großes Glück“ habe.</p>
<p>Leopold nutzte die nun folgenden Jahre, Albert für höhere Aufgaben vorzubereiten. In seiner Hauptstadt Brüssel lernte sein Neffe das Funktionieren einer liberalen westeuropäischen Monarchie. Danach ging es nach Bonn zum Studium des Staatsrechts, der Finanzwissenschaft und der Volkswirtschaft an der dortigen Universität.</p>
<p>1839, Victoria war mittlerweile Königin, arrangierte Leopold einen zweiten Besuch Alberts in London. Wieder wusste der Sachse die Hannoveranerin von sich zu begeistern und so machte sie ihm einen Heiratsantrag. Der Prinz war weniger euphorisch, doch glaubte er mit der Königin eine gute Wahl getroffen zu haben. Seiner geliebten Großmutter schrieb er: „Ich bin fest überzeugt, der Himmel hat mich in keine schlechten Hände gegeben, und wir werden zusammen glücklich sein. Seit jenem Augenblick tut Victoria alles, was sie mir an den Augen absehen kann.“ 1840 wurde geheiratet.</p>
<p>Wenn Viktoria Albert auch geradezu abgöttisch liebte, so versuchte sie ihn doch von den Regierungsgeschäften fernzuhalten. Zu prägend waren für das gebrannte Kind die Versuche in ihrem Umfeld gewesen, sie zu bevormunden. „Ich mag nicht, dass er meine Rolle in Staatsgeschäften übernimmt“, ließ sie ihren Premierminister wissen.</p>
<p>Während ihrer Schwangerschaften musste sie jedoch ihren Mann nolens volens als Vertreter gewähren lassen. Und bereits bei der zweiten Schwangerschaft zeigte der bestens ausgebildete Albert, dass er dem britischen Regierungssystem konsequenter Rechnung trug als seine Frau. Während Victoria partout einen Regierungswechsel von den Whigs zu den Torries vermeiden wollte aus Anhänglichkeit gegenüber dem Premier und weil alle ihre Hofdamen dem Whig-Lager zuzurechnen waren, erkannte Albert, dass zum Überleben der Monarchie im parlamentarischen System dessen Überparteilichkeit vonnöten war. Er einigte sich mit dem späteren Torry-Premier Robert Peel auf den Verbleib der meisten Hofdamen mit Ausnahme von dreien und ermöglichte so den reibungslosen Übergang von der Whig- zur Torry-Regierung des Jahres 1841.</p>
<p>Schließlich wusste Albert seine Frau wie auch deren Land von seinen politischen Qualitäten zu überzeugen. Er wurde ihr wichtigster Ratgeber und vertrat sie gerade auch dort, wo ihre Defizite lagen, wie beispielweise auf dem Gebiet der Sozial- oder Kulturpolitik. Von ihm stammte die Initiative zur ersten Weltausstellung in London von 1851.</p>
<p>Außer als Ehemann lernte Victoria Albert auch als klugen Ratgeber und liebevollen Vater ihrer vielen Kinder zu schätzen. Entsprechend groß war der Jammer, als Albert erst 42-jährig am 14. Dezember 1861 wohl an Magenkrebs verstarb. Mit der Königin trauerte ihr ganzes Land. Ein geflügeltes Wort besagt, dass hinter jedem guten Mann eine noch bessere Frau stehe. Im Falle der Queen und ihres Prinzgemahls ließe sich der Spruch umdrehen.<br />
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		<title>In Ostpreußen wird aufgerüstet</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 20:06:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausland]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenthal-Kappi]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Manuela Rosenthal-Kappi In Ostpreußen wird aufgerüstet Radarsystem in Neukuhren ist einsatzbereit − »Iskander«-Raketen sollen vor Nato-Angriffen schützen Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew trumpft in den letzten Monaten seiner auslaufenden Amtszeit noch einmal auf. In einer Fernsehansprache wandte er sich am 23. November zum Thema Raketenabwehr an das russische Volk: Das Militär wird mit neuester Ausrüstung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Manuela Rosenthal-Kappi</em></p>
<p>In Ostpreußen wird aufgerüstet</p>
<p>Radarsystem in Neukuhren ist einsatzbereit − »Iskander«-Raketen sollen vor Nato-Angriffen schützen</p>
<p>Russlands Präsident Dmitrij Medwedjew trumpft in den letzten Monaten seiner auslaufenden Amtszeit noch einmal auf. In einer Fernsehansprache wandte er sich am 23. November zum Thema Raketenabwehr an das russische Volk: Das Militär wird mit neuester Ausrüstung ausgestattet, gegen die Nato-Erweiterung in traditionell russischen Interessengebieten wird Russland verstärkt militärische Präsenz zeigen. Er gab den Befehl, zum 1. Dezember die Funkmessstation „Woronosch-DM“ bei Neukuhren [Pionersk] in Dienst zu stellen.<span id="more-12314"></span></p>
<p>Dass Russland mit der Aufstellung eines US-Raketenschutzschildes in Europa Probleme hat, ist nichts Neues. Was überrascht, ist der Zeitpunkt, zu dem Noch-Präsident Medwedjew seinen Aufrüstungsbefehl ausspricht. Will er seinem Volk noch einmal zeigen, was in ihm steckt oder nutzt er vielmehr die Gunst der Stunde, da sowohl die USA als auch EU-Staaten vordergründig mit der Bewältigung der Schudenkrise beschäftigt sind? Beides scheint plausibel.</p>
<p>Wiederholt hatte Medwedjew bei G8-Gipfeln den europäischen Staatslenkern zu verstehen gegehen, dass er sich als Partner nicht ebenbürtig angenommen fühle, Russland aber eine Partnerschaft auf Augenhöhe erwarte. Immer wieder hatte er Gegenmaßnahmen in Aussicht gestellt für den Fall, dass der We­sten sich Verhandlungen mit Russland zum Thema Raketenabwehr verschließt. Doch die Forderungen des Russen gingen den Nato-Partnern zu weit. Er verlangte eine Zusicherung per Vertrag, dass der Raketenschild nicht gegen Russland gerichtet sei. USA und EU wurden indessen nicht müde zu betonen, dass der geplante Schutzschild keine Bedrohung für Russland darstelle und deshalb ein schriftliches Dokument nicht vonnöten sei. Die Ankündigung des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama, vom Raketenschirm abzulassen, sorgte in Moskau zunächst für Entspannung. Dann wurde aber klar, dass die USA doch daran festhalten, wenn auch in abgespeckter Form. Nachdem Rumänien, Polen und auch die Türkei ihre Bereitschaft erklärt haben, Radarsysteme auf ihren Territorien zuzulassen, sieht Medwedjew sich offenbar gezwungen zu handeln.</p>
<p>Die Radarstation in Neukuhren hat einen Radius von 5000 Kilometern. Sie kann Raketen und andere Flugobjekte in ganz Europa bis zum Atlantik aufspüren. Insgesamt sind bereits drei weitere Funkmessstationen vom Typ „Woronesch-DM“ im Einsatz, zwei im Raum St. Petersburg und eine weitere im Gebiet Krasnodar. Eine weitere soll bald im Raum Irkutsk installiert werden mit dem Ziel, den chinesischen Luftraum zu kontrollieren. Parallel dazu hat Medwedjew die Stationierung moderner Raketen im Süden und Westen der Russischen Föderation angekündigt. Im Königsberger Gebiet könnten also demnächst schon „Iskander“-Raketen stationiert werden.</p>
<p>Die Ausweitung der Radarsysteme kann als Antwort auf die Raketenabwehr des Westens gesehen werden, vieles spricht jedoch für eine zunehmende Nervosität der Russen, denn auch andernorts baut der Kreml seine Verteidigungsbereitschaft aus: In einer sich rasch ändernden Weltlage gilt es, das militärische Gleichgewicht zu sichern. Überall dort, wo die Nato ihre Präsenz erweitert, versucht auch Russland, Einfluss zu nehmen, sei es militärisch oder wirtschaftlich. Erst kürzlich hat der Kreml Kriegsschiffe in Richtung Syrien verlegen lassen, unter anderem einen U-Boot-Zerstörer. Der russische General­stabschef Nikolaj Makarow begründete den Standortwechsel mit einem Manöver, doch geht es um die Präsenz im Mittelmeer. Mit seinem Stützpunkt an der syrischen Küste setzt Russland ein Gegengewicht zur Nato, die durch ihren Einfluss in der Türkei und ihren Einsatz im Irak in dem Raum präsent ist. Wirtschaftlich sichert Russland sein Interesse an mehr Präsenz im Mittelmeerraum, indem es dem hoch verschuldeten Zypern Kredite gewährt.<br />
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		<title>Das Grauen der anderen &#8211; Ein Besuch im Stasiknast Hohenschönhausen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 16:14:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Buhr Uta]]></category>

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		<description><![CDATA[ Dieser Artikel erschien gerade in der PAZ am 3. Dezember 2011 Von Uta Buhr „Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren…“ Diese Verszeile aus Dantes Göttlicher Komödie fällt mir spontan ein, als ich die „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“ in der Genslerstraße 66 im Osten der Stadt betrete. Im Gästezentrum, einem tristen grauen Gebäude, wartet schon eine große [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong>Dieser Artikel erschien gerade in der PAZ am 3. Dezember 2011</p>
<p><em>Von Uta Buhr</em></p>
<div id="attachment_11938" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4182.jpg"><img class="size-full wp-image-11938 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4182.jpg" alt="" width="400" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Edda Schönherz vor dem Knast, in dem sie einst einsaß</p></div>
<p><strong> </strong>„Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren…“ Diese Verszeile aus Dantes Göttlicher Komödie fällt mir spontan ein, als ich die „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“ in der Genslerstraße 66 im Osten der Stadt betrete. Im Gästezentrum, einem tristen grauen Gebäude, wartet schon eine große Zahl von Besuchern auf die nächste Führung. Auch viele junge Leute sind dabei. Darunter eine Schulklasse, deren Interesse den in Schaukästen ausgestellten Erinnerungsstücken an eines der schlimmsten Gefängnisse aus real-sozialistischer Zeit gilt.<span id="more-11934"></span></p>
<div id="attachment_11962" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4172.jpg"><img class="size-medium wp-image-11962" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4172-300x225.jpg" alt="Gefängniszelle" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Gefängniszelle</p></div>
<p>Bei der Vorführung des Films, der akribisch die Geschichte der „Zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit“ nachzeichnet, kann man eine Stecknadel zu Boden fallen hören. Der Gebäudekomplex – ursprünglich eine Großküche – wurde 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht in das „Speziallager Nr. 3“ umgewandelt.  Hier vegetierten zeitweise 4.200 Inhaftierte unter unmenschlichen Verhältnissen auf engstem Raum  dahin. Es gab weder eine Heizung noch Decken. In den Jahren 1945/46 starben nach vorsichtigen Schätzungen über dreitausend Menschen, viele davon an Unterernährung. Ihre Leichen wurden auf Müllhalden und in Bombentrichtern verscharrt. Die Sowjets machten nicht einmal vor zwölfjährigen Kindern halt. Besonders perfide waren die in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts angewandten Methoden gegen prominente Dissidenten, wie unter anderen den Schriftsteller Jürgen Fuchs, der während der Verhöre höchstwahrscheinlich mit Gammastrahlen kontaminiert wurde. Er und manche seiner Leidensgenossen starben später an Leukämie.</p>
<div id="attachment_11941" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4169.jpg"><img class="size-medium wp-image-11941" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4169-300x225.jpg" alt="Das &quot;Vorzimmer zur Hölle&quot;, das Besucher-Empfangszentrum" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das &quot;Vorzimmer zur Hölle&quot;, das Besucher-Empfangszentrum</p></div>
<p>Trotz des strahlenden Herbstwetters – es ist warm, und ein azurblauer Himmel wölbt sich über Berlin – fröstelt es jeden Besucher beim Anblick des Wachturms und der um das Stasi-Gelände gezogenen hohen Mauer. „Hereinspaziert“, lädt Herbert Krebs seine Gäste ein und weist ihnen den Weg in die Kellergewölbe des Gefängnisses. Er selbst war kurz vor der Wende einige Zeit hier inhaftiert, und das „nur weil ick schriftlich een paar Verbesserungsvorschläge bei der Regierung einjereicht hatte“, lacht der bärtige Mann. Sämtliche Führungen werden von Personen durchgeführt, die selbst einmal in diesem Knast interniert waren. Der ist die Hölle, wie selbst Dante sie nicht besser hätte ersinnen  können. Winzige fensterlose Verliese, nackte Holzpritschen und ein Eimerchen für die Notdurft. „Is ja wie im finstersten Mittelalter“, entfährt es einer jungen Frau, die sich schaudernd in ihren Schal verkriecht. Das Grauen erreicht seinen Höhepunkt in der „Nasszelle.“ Herbert Krebs erklärt die chinesische Wasserfolter, bei der dem kahlgeschorenen Häftling in regelmäßigen Abständen eiskaltes Wasser auf den Kopf getropft wurde. „Migräne ist nichts dagegen“, sagt  Krebs. Meistens wurden den Gefangenen nur die Folterwerkzeuge gezeigt mit dem Hinweis auf einen Roman von Karl May, in welchem diese Methode präzise geschildert wird. Viele Stasiopfer kapitulierten bereits vor der Anwendung und gaben alles zu, was sie nicht getan hatten. In den gerade einmal 10 Quadratmeter großen Zellen waren zeitweise bis zu 15 Menschen untergebracht. Die mussten sitzen und durften sich nicht bewegen. Kam einer vom Verhör zurück und hatte nicht gestanden, wurde er gezwungen, stundenlang bewegungslos dazustehen.  „Nicht mal die Nase durfte der sich wischen“, erzählt  Krebs. Überwacht wurde diese Folter von unerbittlichen Stasischergen, die bei dem geringsten Verstoß sofort „tätig“ wurden. Da kam schon mal der „sozialistische Wegweiser“ zum Einsatz, wie die Insassen den Gummiknüppel nannten. Später rückte die Staatsmacht von allzu großer physischer Gewalt ab und wandte ausgeklügelte psychologische Verhörmethoden an, um die Häftlinge weich zu kochen.</p>
<p>Durchatmen an der frischen Luft im Gefängnishof. Einige Gebäude sind eingerüstet und werden gerade originalgetreu restauriert. Treppauf geht es in ein Nebengebäude, das nahezu einladend wirkt gegenüber dem „U-Boot“, wie der Kellerknast so treffend hieß. Die Zellen sind sogar mit Waschbecken versehen. Geradezu human für DDR-Verhältnisse. Dennoch beklagte sich der gefürchtete ehemalige Stasichef Erich Mielke, der dort nach der Wende kurz einsaß, über unzumutbare  Haftbedingungen!</p>
<div id="attachment_11967" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4178_600x600_800KB.jpg"><img class="size-medium wp-image-11967" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4178_600x600_800KB-300x225.jpg" alt="Herbert Krebs bei der Führung" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Herbert Krebs bei der Führung</p></div>
<p>Wer diese Welt des Grauens verlässt, braucht  einen Schnaps oder einen starken Kaffee! In der Cafeteria treffe ich eine der prominentesten Ex-Häftlinge von Hohenschönhausen. Edda Schönherz, die ehemalige Moderatorin im DDR-Fernsehen, verdankte ihre Inhaftierung dem Umstand, dass sie sich in den Siebzigern während eines Urlaubs in Ungarn  in den Botschaften der Bundesrepublik Deutschland und der USA lediglich nach Ausreisemöglichkeiten erkundigte. „Die waren doch alle verwanzt“, erzählt die sympathische Frau mit den strahlend blauen Augen.  „Zurück in Berlin, stand die Stasi bei mir auf der Schwelle.“ Dem Martyrium in Hohenschönhausen mit Schlafentzug und brutalsten Verhörmethoden folgte ein dreijähriger Aufenthalt auf der Burg Hoheneck im Erzgebirge. „Der schlimmste Frauenknast der DDR“, sagt Edda Schönherz. Man hatte sie, die politische Gefangene, mit Kindes- und Gattenmörderinnen in eine Zelle gesperrt. Kaputt gemacht hat sie das nicht. Eher noch stärker. Ihre Vorträge und Führungen erfreuen sich großer Beliebtheit. „Und Dokumentarfilme mache ich auch noch“, sagt sie zum Abschied. „Diese Schande darf niemals in Vergessenheit geraten.“</p>
<p><strong>Infokasten</strong>: Das einstige Stasigefängnis wird inzwischen jährlich von mehr als 314.000 Menschen besucht, darunter fast die Hälfte Schüler und Studenten.</p>
<p><strong>Anschrift: </strong>Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Genslerstraße 66, 13055 Berlin, Telefon: 030 – 98 60 82 30 – 32 – <a href="http://www.stiftung-hsh.de/">www.stiftung-hsh.de</a></p>
<p>Öffentliche Rundgänge für Einzelpersonen ohne Voranmeldung:</p>
<p>Montag bis Freitag 11 bis 13 Uhr</p>
<p>Dienstag und Donnerstag zusätzlich um 15 Uhr</p>
<p>Sonnabend und Sonntag stündlich zwischen 10 und 16 Uhr</p>
<p>Die Gedenkstätte ist bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln – Straßen- und S-Bahn – zu erreichen.</p>
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		<title>40 Jahre Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 17:36:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer - Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wöhlke Johanna Renate]]></category>

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		<description><![CDATA[ Von Johanna R. Wöhlke Frieden war das Thema, denn der Jubilar hieß Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik ( IFSH) an der Universität Hamburg – bestehend seit 40 Jahren. „Wenn wir den ewigen Frieden miteinander definieren wollten, ginge das schnell an einem Nachmittag zu bewältigen. Allerdings, je näher wir der Wirklichkeit kommen, umso schwieriger wird es!“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> Von Johanna R. Wöhlke</em></p>
<div id="attachment_11812" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Professor-Michael-Brzoska-Egon-Bahr-Dorothee-Stapelfeldt.jpg"><img class="size-medium wp-image-11812 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Professor-Michael-Brzoska-Egon-Bahr-Dorothee-Stapelfeldt-300x246.jpg" alt="Professor Michael Brzoska, Egon Bahr, Dorothee Stapelfeldt" width="300" height="246" /></a><p class="wp-caption-text">Michael Brzoska, Egon Bahr, Dorothee Stapelfeldt</p></div>
<p>Frieden war das Thema, denn der Jubilar hieß Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik ( IFSH) an der Universität Hamburg – bestehend seit 40 Jahren.</p>
<p>„Wenn wir den ewigen Frieden miteinander definieren wollten, ginge das schnell an einem Nachmittag zu bewältigen. Allerdings, je näher wir der Wirklichkeit kommen, umso schwieriger wird es!“ Als Egon Bahr – Architekt der historischen Ostverträge &#8211;  diese Worte auf dem Podium sprach, hatten Ehrengäste und Publikum der Jubiläumsfeier in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg schon einiges an Reden gehört und verarbeitet.<span id="more-11810"></span></p>
<div id="attachment_11818" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Siegfried-Stiehl.jpg"><img class="size-medium wp-image-11818" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Siegfried-Stiehl-300x294.jpg" alt="Siegfried Stiehl" width="300" height="294" /></a><p class="wp-caption-text">Siegfried Stiehl</p></div>
<p>Diese 40 Jahre IFSH würdigte der Senat mit einem Empfang und die Zweite Bürgermeisterin, Dr. Dorothee Stapelfeldt, begrüßte die Gäste. Sie würdigte die Arbeit des IFSH: „Die Stadt Hamburg kann stolz auf das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik sein. Als eine der renommiertesten Friedensforschungseinrichtungen Deutschlands profitiert nicht nur Hamburg von der Verbindung zwischen Wissenschaft und gesellschaftlicher Praxis, von der Internationalität sowie der Interdisziplinarität, von Forschung, Lehrtätigkeit und Politikberatung.“ Professor H. Siegfried Stiehl, Vizepräsident der Universität Hamburg, sprach ebenfalls ein Grußwort.</p>
<p><strong> </strong>Der wissenschaftliche Direktor des Institutes, Professor Dr. Michael Brzoska erläuterte in seiner Rede unter anderem  die Arbeit und Schwerpunkte des Institutes heute: „In diesem Jahr, in dem das IFSH seinen 40. Geburtstag feiert, haben wir ein knappes Dutzend Tagungen und Workshops organisiert, die überwiegende Zahl mit starker internationaler Beteiligung.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_11821" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Detlef-Bald.jpg"><img class="size-medium wp-image-11821" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Detlef-Bald-300x296.jpg" alt="Detlef Bald" width="300" height="296" /></a><p class="wp-caption-text">Detlef Bald</p></div>
<p>Bereits seit 1971 erforscht das IFSH zielstrebig und mit großem Erfolg Strategien zur Konfliktlösung, Friedenswahrung und Gewaltprävention mit Blick auf Handlungsoptionen der Bundesrepublik Deutschland. Das IFSH wurde über die Jahre zu einer der renommiertesten internationalen Einrichtungen der Friedensforschung und ist als Mitherausgeber des Friedensgutachtens sowie Herausgeber des OSZE-Jahrbuchs über die Grenzen Hamburgs bekannt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Historiker und Publizist Dr. Detlef Bald hatte es übernommen, den Festvortrag zu halten und zeigte darin die Geschichte des Institutes auf: von den Anfängen unter Wolf Graf Baudissin bis heute. Bald kennt und begleitet das Institut seit seiner Gründung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_11824" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Das-Podium.jpg"><img class="size-medium wp-image-11824" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Das-Podium-300x139.jpg" alt="Das Podium" width="300" height="139" /></a><p class="wp-caption-text">Das Podium</p></div>
<p>Schließlich diskutierten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Podiums, moderiert von NDR Redakteur Andreas Flocken, in welchem Spannungsfeld Friedensforschung und Sicherheitspolitik sich seit 40 Jahren bewegen: Winfried Nachtwei, früherer Bundestagsabgeordneter; Alyson  J.K. Bailes, University on Iceland and College of Europe; Egon Bahr, Bundesminister a.D. und  Direktor des IFSH von 1984-1994 und Dr. Regine Mehl, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_11827" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Egon-Bahr-und-IFSH-40-Jahre-048.jpg"><img class="size-medium wp-image-11827" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Egon-Bahr-und-IFSH-40-Jahre-048-300x189.jpg" alt="Egon Bahr und Regine Mehl" width="300" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">Egon Bahr und Regine Mehl</p></div>
<p>Einige Stichworte und Fragen mögen die breite Palette der kontrovers angesprochenen Themen umreißen: Wie wirkt Friedensforschung auf die Politik ein? Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang der Begriff der Beratungsresistenz und ist die Politik überhaupt an substanziellen Forschungsergebnissen aus der Wissenschaft interessiert? Sollte Friedensforschung nicht auch immer mehr mit ihren Ergebnissen von der Gesellschaft verstanden werden?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Besonders Egon Bahr wies darauf hin, dass es auch in der Politik so etwas wie einen mainstream gäbe, von dem auch die Forschung nicht frei sei, ein „Mitsegeln auf politischen Moden“. Alle seien zum Beispiel zu seiner Zeit davon ausgegangen, dass die Sowjetunion ewig existieren würde. Egon Bahr: „Hat die Friedensforschung denn etwas zu Themen zu sagen, die nicht in der Zeitung stehen, die zukunftsweisend sind?“ Von Moderator Andreas Flocken danach befragt, was für ein Thema dieser Art ihm denn vorschwebe, antwortete Egon Bahr spontan: „Das Internet.“ Diese Gesellschaft werde immer mehr auch durch ein globales Internet bestimmt, dessen Regeln aber noch weit davon entfernt seien, eine globale Beachtung  in den politischen Gremien gefunden zu haben – ein Gedanke, der vielleicht in der Zukunft noch intensive Forschungsvorhaben initiieren könnte.</p>
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<p>Fotos: Wöhlke</p>
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		<title>Elisabeth Schwarzhaupt: Sie wollte &#8220;Ministerin&#8221; sein</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:43:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin, Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Konrad Adenauers und Ludwig Erhards Frau für die Gesundheit Sicher war es ein Erfolg, was die Frauen angeht, dass wir zunächst durch meine Ministerschaft gewissermaßen den Fuß in eine bisher verschlossene Tür gesetzt haben … das Ergebnis war …, dass bisher kein Kabinett mehr ohne Frau gebildet worden ist.“ Elisabeth Schwarzhaupt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Konrad Adenauers und Ludwig Erhards Frau für die Gesundheit</strong></p>
<div id="attachment_11589" class="wp-caption alignleft" style="width: 203px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/images.jpg"><img class="size-full wp-image-11589" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/images.jpg" alt=" " width="193" height="261" /></a><p class="wp-caption-text">Elisabeth Schwarzhaupt</p></div>
<p>Sicher war es ein Erfolg, was die Frauen angeht, dass wir zunächst durch meine Ministerschaft gewissermaßen den Fuß in eine bisher verschlossene Tür gesetzt haben … das Ergebnis war …, dass bisher kein Kabinett mehr ohne Frau gebildet worden ist.“ Elisabeth Schwarzhaupt, von der diese Worte stammen, war nicht nur der erste Bundesgesundheitsminister, sondern auch die erste Bundesministerin der Bundesrepublik Deutschland. Überhaupt war diese emanzipierte Frau ihrer Zeit voraus. Während Birgit Breuel noch Jahrzehnte später als „Frau Minister“ angeredet werden wollte, bat sie schon damals um die Anrede „Frau Ministerin“.<span id="more-11585"></span></p>
<p>In einer Zeit, als andere Eltern bei ihren Töchtern noch bei der Ausbildung sparten, da sie ja doch bald heiraten würden, konnte die noch zu Kaisers Zeiten am 7. Januar 1901 in Frankfurt am Main geborene Tochter eines Oberschulrats Abitur machen und Jura studieren. Gerne wäre die junge Juristin nun Vormundschafts- oder Jugendrichterin geworden, doch fehlte ihr damals noch der Mut sich zu bewerben. So griff die Frauenrechtlerin gerne zu, als sich ihr die Chance bot, an der „Rechtsschutzstelle für Frauen“ ihrer Geburtsstadt anzufangen. Nach der „Macht­ergreifung“ der Nationalsozialisten schied die Verlobte eines jüdischen Arztes, die sich in einem Artikel kritisch mit der NS-Frauenpolitik auseinandergesetzt hatte, aus dem Staatsdienst aus und kam in der Kirchenkanzlei der Deutschen Evangelischen Kirche unter.</p>
<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg lernte sie in der Verfassungskommission der Evangelischen Kirche in Deutschland den Christdemokraten Hermann Ehlers kennen. Der Bundestagspräsident von 1950 bis 1954 gewann sie für die Bundespolitik. 1953 zog sie für die CDU in den Bundestag ein. Dort profilierte sie sich unter anderem durch ihr Eintreten für die Zugewinngemeinschaft, die Ehefrauen bei der Scheidung besser stellt.</p>
<p>1961 setzten die Frauen der Unionsfraktion mit einer Sitzblockade die Aufnahme einer Frau in die Bundesregierung durch. Die Wahl fiel auf Schwarzhaupt. Allerdings musste kein Mann weichen. Da sie und die anderen Unions-Frauen sich mit einem „Sonderministerium für Frauenfragen“ nicht abspeisen lassen wollten, wurde für die Dame in der erlauchten Herrenrunde mit dem Gesundheitsministerium ein neues Ressort geschaffen. In ihre Amtszeit fallen das Krisenmanagement während des Contergan-Skandals, die Einführung der Bundesgebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte, der Beginn der Schluckimpfung gegen Kinderlähmung und die Gründung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Schwarzhaupt überlebte als Ministerin den Kanzlerwechsel von Adenauer zu Erhard, aber nicht mehr den Wechsel zur Großen Koalition. 1969 schied sie auch aus dem Bundestag aus. Die erste Trägerin des Großkreuzes des Bundesverdienstordens starb am 30. Oktober 1986 in ihrer Geburtsstadt.<br />
</p>
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		<title>Persönliches vom Guerillero</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Oct 2011 18:37:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tekook</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Tekook Dr. Wolf]]></category>

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		<description><![CDATA[Selbstporträt Che Guevara Von Dr. Wolf Tekook Es gibt Bücher, bei denen die Urheberschaft nicht so einfach zu ermitteln ist. Das Selbstporträt Che Guevara gehört in diese Gruppe: Der argentinischstämmige Revolutionär erscheint als Autor auf de Bild- und Textband. Als Herausgeber wird der kubanische Autor Víctor Casaus genannt. Besucht man dessen Homepage, so werden zahlreiche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Selbstporträt Che Guevara</strong><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/c7edff4ab0f9429d939bace2ee2c6df7" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><em>Von Dr. Wolf Tekook</em></p>
<div class="mceTemp">
<dl id="attachment_11285" class="wp-caption alignright" style="width: 310px;">
<dt class="wp-caption-dt"><img class="size-full wp-image-11285" title="SelbstportraetCheGue" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/10/SelbstportraetCheGue.jpg" alt="" width="300" height="300" /></dt>
<dd class="wp-caption-dd"></dd>
</dl>
</div>
<p>Es gibt Bücher, bei denen die Urheberschaft nicht so einfach zu ermitteln ist. Das <strong>Selbstporträt Che Guevara</strong> gehört in diese Gruppe: Der argentinischstämmige Revolutionär erscheint als Autor auf de Bild- und Textband. Als Herausgeber wird der kubanische Autor Víctor Casaus genannt. Besucht man dessen <a title="Victor Casaus" href="http://www.victorcasaus.com/" target="_blank">Homepage</a>, so werden zahlreiche Romane, Lyrikbände und Filme gelistet; doch das Buch über Che Guevara fehlt. Als Verleger der <em>englischsprachigen</em> Originalausgabe aus dem Jahre 2004 firmieren das <em>Che Guevara Studies Center </em>und <em>Aleida March</em>. Ins Deutsche schließlich hat Hans- Joachim Hartstein den englischen Text übersetzt. Erschienen ist das Buch 2005 bei Kiepenheuer &amp; Witsch in Köln, gedruckt hat es MOHN Media in Güterloh. Wieviel an (spanischem) Originaltext mag wohl auf diesen verschlungenen Pfaden verändert worden sein?</p>
<p>Ungeachtet dieser Sprachen- und Bearbeiter- Odyssee bietet dieses Buch für Geschichtsinteressierte und übriggebliebene Fans des lateinamerikanischen Revolutionärs Lesens- und Sehenswertes. Chronologisch geordnet werden Briefe, Essays, Berichte und Fotos von Ernesto Che Guevara vorgestellt &#8211; jeweils kapitelweise einleitend kommentiert &#8211; von Victor Casaus.<span id="more-11284"></span></p>
<p>In einem bunten Kaleidoskop, das mit Dokumenten aus der Kindheit beginnt und mit Tagebuchnotizen kurz vor seiner Ermordung in Bolivien endet, ensteht das Bild eines neugierigen, zunehmend radikalisierten und willensstarken Mannes, der seine <em>Unschuld </em>bei den Kämpfen, die zum Sturz der Regierung Arbenz in Guatemala führten, verlor. Reiste er zuvor neugierig durch <em>sein</em> Lateinamerika, so ändert sich der Ton seiner erhaltenen schriftlichen Dokumente nach diesen Ereignissen. Seine Sprache wird härter, er wird zum Revolutionär, zum Guerillero. Über Mexico, wo er Fidel Castro kennenlernt, geht es nach Kuba, wo er bei dem Sturz von Batista eine entscheidende Rolle spielt. Aus seiner Zeit als Industrieminister im nun sozialistischen Kuba sind mehrere Interviews abgedruckt. Den Rastlosen zieht es weiter in den Kongo, wo er erfolglos die dortige Regierung bekämpft. In Bolivien schließlich wird er von Regierungstruppen gefangenengenommen und getötet.</p>
<p>Interessant an den vielen abgedruckten Dokumenten ist die von Anfang an akzentuierte, nuancenreiche Sprache, die Beobachtungen genau uns plastisch weitergibt &#8211; ob in Briefen an seine Eltern oder in Tagebucheinträgen. Guevaras eigene Fotos zeigen ein plastisches Bild vom Lateinamerika der 50er Jahre. Dem aufmerksamen Leser fällt die Änderung des Sprachduktus im Laufe der Jahre auf, der Verlust an Kompromisswillen und die zunehmende Härte der Formulierungen, aber auch der Hang des Viellesers Che zur Lyrik, der in seinem Briefdialog mit dem mexikanischen Dichter Léon Felipe besonders zum Ausdruck kommt.</p>
<p><strong>Fazit: Ein lese- und betrachtenswertes Buch für die Freunde des lateinamerikanischen Revolutionärs, der der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch in Europa seinen Stempel aufgedrückt hat. Es ersetzt keine Biographie, zeigt aber intensiv die persönliche Seite von Che Guevara.</strong><br />
<strong>Che Guevara<br />
Selbstproträt Che Guevara</strong></p>
<ul>
<li><strong>Gebundene Ausgabe:</strong> 305 Seiten</li>
<li><strong>Verlag:</strong> Kiepenheuer &amp; Witsch GmbH; Auflage: 1 (April 2005)</li>
<li><strong>Sprache:</strong> Deutsch</li>
<li><strong>ISBN-10:</strong> 3462036009</li>
<li><strong>ISBN-13:</strong> 978-3462036008</li>
<li><strong> Größe: </strong> 24,8 x 21,4 x 2 cm</li>
<li><strong>Preis: </strong>10,00 €</li>
</ul>

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		</item>
		<item>
		<title>Ökonomie als Waffe</title>
		<link>http://die-auswaertige-presse.de/2011/10/okonomie-als-waffe/</link>
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		<pubDate>Sat, 08 Oct 2011 11:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tekook</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchrezension]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Tekook Dr. Wolf]]></category>

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		<description><![CDATA[Nicht NUR eine Buchkritik Von Dr. Wolf Tekook Es gibt Bücher, deren prophetische Wirkung man erst nach einiger Zeit erfasst. Ein solches Buch ist Bekenntnisse eines Economic Hit Man von dem amerikanischen Autor John Perkins. Das Buch ist keine Fiktion, sondern die Autobiographie eines Mannes, Jahrgang 1946, der vom amerikanischen Geheimdienst NSA und der internationalen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/30a4ba4c082148febddcc5996584ad0b" alt="" width="1" height="1" /><br />
<strong>Nicht NUR eine Buchkritik</strong></p>
<p><em>Von Dr. Wolf Tekook</em></p>
<p><img class="alignright size-full wp-image-11256" title="BekenntnisseEinesEconomic" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/10/BekenntnisseEinesEconomic.jpg" alt="" width="300" height="259" />Es gibt Bücher, deren prophetische Wirkung man erst nach einiger Zeit erfasst. Ein solches Buch ist <strong>Bekenntnisse eines Economic Hit Man </strong>von dem amerikanischen Autor <strong>John Perkins</strong>.</p>
<p>Das Buch ist keine Fiktion, sondern die Autobiographie eines Mannes, Jahrgang 1946, der vom amerikanischen Geheimdienst NSA und der internationalen Beratungsfirma MAIN für den titelgebenden Beruf ausgebildet wurde. Seine Aufgabe: Entwicklungs- und Schwellenländer durch bewusst übertrieben optimistische Wirtschaftsprognosen zu überdimensionierten Technikprojekten zu drängen. Diese Projekte wurden oft von der Weltbank finanziert, von stets amerikanischen Konzernen ausgeführt und trieben die Länder durch sich anhäufende Schulden in eine wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von den USA.</p>
<p>Von 1970 bis 1982 arbeitete John Perkins bei der Firma MAIN. Detailliert beschreibt der die Projekte, an denen er gearbeitet hat &#8211; und die politischen Ziele der Vereinigten Staaten bei diesen Mammutunternehmen:<span id="more-11255"></span></p>
<ul>
<li>Die Elektrifizierung von Java in Indonesien &#8211; um dieses große Land zu Zeiten der kalten und heißen Kriege vor dem Einfluss der damaligen Sowietunion zu &#8220;bewahren&#8221;.</li>
<li>Die Bewahrung des status quo in der Kanalzone von Panama &#8211; um die Pläne der Japaner, die einen neuen Kanal dort bauen wollten, zu boykottieren.</li>
<li>Die Entwicklung einer modernen Infrastruktur und enorme militärische Aufrüstung in Saudi- Arabien &#8211; gegen Liefergarantien für Öl an die USA.</li>
<li>Der &#8211; fehlgeschlagene &#8211; Versuch, den Iran durch diese Methode an die USA zu binden &#8211; ebenfalls, um die Erdölreserven in das &#8220;Land der unbegrenzten Möglichkeiten&#8221; umzuleiten.</li>
<li>Energie- Investitionen in Ecuador &#8211; um die riesigen Vorräte an fossilen Brennstoffen für die USA zu sichern.</li>
</ul>
<p>Nicht immer war das Ziel, die Länder durch immense Schulden an die USA zu binden. Saudi- Arabien und der Iran konnten dank ihrer riesigen Erdölreserven die Kosten für die Projekte mühelos aus dem eigenen Staatshaushalt bezahlen. In diesen Fällen wurde den Ländern Hochtechnologie im zivilen &#8211; und dem militärischen! &#8211; Sektor inklusive Wartungsverträgen verkauft. Immer profitierten ausschließlich amerikanische Konzerne, und immer wurde die politische Abhängigkeit zementiert.</p>
<p>Und wenn ein Land den Verlockungen der Vereinigten Staaten nicht erliegen wollte?</p>
<p>Dann wurden die Stufen zwei und drei eingesetzt!</p>
<p><strong>Stufe zwei</strong> &#8211; das waren und sind die <em>Schakale, </em>Operationen der amerikanischen Geheimdienste, um nicht kooperationswillige ausländische Politiker zu eliminieren. Perkins nennt explizit zwei Beispiele:</p>
<ul>
<li>Der Absturz eines Flugzeugs mit dem ecuadorischen Präsidenten Jaime Roldós am 24. Mai 1981. Der neugewählte Präsident hatte einen Kampf gegen die Abhängigkeit seines Landes von den US- amerikanischen Ölkonzernen begonnen, die Riesengewinne aus seinem Land abzogen, während die Bevölkerung Ecuadors weiter am Existenzminimum kämpften.</li>
<li>Ein weiterer Flugzeugabsturz am 31. Juli 1981. An Bord der kleinen Privatmaschine war der panamesische Präsident Omar Torrijos, der jahrelang dafür gekämpft hatte, dass die Kanalzone in Panama endlich wieder inländischer Kontrolle unterstellt wurde. Der friedensliebende amerikanische Präsident Jimmy Carter hatte ein solches Abkommen unterzeichnet, sein Nachfolger, der Republikaner Ronald Reagan, wollte diesen Schritt wieder rückgängig machen.</li>
</ul>
<p>Weitere Beispiele &#8211; etwa in den 50ern die Entmachtung des iranischen Präsidenten Mossadeq zugunsten des wieder inthronisierten Schahs &#8211; werden kurz angerissen.</p>
<p><strong>Stufe drei </strong>- Führten auch diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, so kam es zu einer letzten Steigerung: Der militärischen Invasion der USA in die betreffenden Länder. Beispiele: Afghanistan und zwei Mal Irak.</p>
<p>John Perkins bekam im Laufe seiner &#8211; sehr erfolgreichen &#8211; Tätigkeit Gewissensbisse und schied 1982 bei MAIN auf eigenen Wunsch aus. Doch er beschreibt den Fortgang dieser Geschichte aus der Sicht des kenntnisreichen Beobachters &#8211; die wirtschaftlichen Verflechtungen der beiden Präsidenten George und George W. Bush, denen Ölfirmen und Anteile an der United Fruit Company gehören, und deren Reaktionen auf &#8220;Probleme&#8221;.</p>
<p>Interessant gegen Ende des Buches ist die Beschreibung, wie Pläne für eine de facto- Machtübenahme in Venezuela durch den Anschlag auf das Word Trade Center am 11.9.2001 und die nachfolgenden Kriege in Afghanistan und dem Irak nicht zur Ausführung kamen. Der venezolanische Präsident Hugo Chávez wollte sein &#8211; auch erdölreiches &#8211; Land aus der <em>freundschaftlichen</em> Umklammerung des nordamerikanischen Nachbarn lösen. Die Verstaatlichung der Ölindustrie hätte das Eingreifen der USA nach den oben beschriebenen Mustern erfordert. Doch die Jagd auf Saddam Hussein rettete Chávez augenscheinlich den Kopf.</p>
<p><strong>Parallelbetrachtung &#8211; Wie ist es heute?</strong></p>
<p>Am 8. Oktober 2011 schreibt die <em>Rheinische Post </em>auf der Titelseite:</p>
<ul>
<li>Die &lt;US- amerikanische&gt; Rating- Agentur Moody&#8217;s senkt die Bonitätsnoten von zwölf britischen Banken, darunter Lloyds und die Royal Bank of Scotland</li>
<li>Moody&#8217;s erteilt neun portugiesischen Banken eine schlechtere Bonitätsnote.</li>
</ul>
<p>Im Innenteil wird weiter über die hoffnungslose Lage des schuldengeplagten Griechenland diskutiert. Wie äußerte sich vor drei Tagen erneut der aktuelle amerikanische Präsident Barack Obama? Die Europäer sollten sich gefälligst Mühe geben, <em>ihre </em>Bankprobleme in Ordnung zu bringen, sonst drohe der amerikanischen Wirtschaft Schaden. Hatte der Präsident vergessen, wo die aktuelle Wirtschaftskrise ursächlich entstanden ist?</p>
<p>Parallelen zu den <em>Bekenntnissen eines Economic Hit Man</em>?</p>
<p>Honi soit, qui mal y pense!</p>
<p><strong>Fazit: Ein SEHR wichtiges Buch &#8211; nicht nur für historische Betrachtungen!</strong></p>
<p><strong>John Perkins<br />
Bekenntnisse eines Economic Hit Man</strong></p>
<ul>
<li><strong>Taschenbuch:</strong> 384 Seiten</li>
<li><strong>Verlag:</strong> Goldmann Verlag (12. März 2007)</li>
<li><strong>Sprache:</strong> Deutsch</li>
<li><strong>ISBN-10:</strong> 3442154243</li>
<li><strong>ISBN-13:</strong> 978-3442154241</li>
<li><strong>Originaltitel:</strong> Confessions of an Economic Hit Man</li>
<li><strong> Größe: </strong> 18,2 x 12,4 x 2,8 cm</li>
<li><strong>Preis: 9,95 €</strong></li>
</ul>

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		</item>
		<item>
		<title>Was Ehec und Cholera verbindet</title>
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		<pubDate>Sat, 13 Aug 2011 07:55:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin, Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Auch bei der Hamburger Epidemie von 1892 kollidierte das Allgemeinwohl mit Lobbyinteressen Wie die aktuelle Ehec- hatte auch die Hamburger Chloleraepidemie von 1892 ihren Schwerpunkt in Norddeutschland. Dieses ist jedoch nicht die einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden Epidemien. „Nein, ich auch nicht und ich finde, wenn das Robert-Koch-Institut diese Warnungen ausspricht, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Auch bei der Hamburger Epidemie von 1892 kollidierte das Allgemeinwohl mit Lobbyinteressen</strong></p>
<p>Wie die aktuelle Ehec- hatte auch die Hamburger Chloleraepidemie von 1892 ihren Schwerpunkt in Norddeutschland. Dieses ist jedoch nicht die einzige Gemeinsamkeit zwischen den beiden Epidemien.</p>
<p>„Nein, ich auch nicht und ich finde, wenn das Robert-Koch-Institut diese Warnungen ausspricht, dann gilt das erst mal.“ So antwortete die grüne Landwirtschaftsministerin von Rheinland-Pfalz, Ulrike Höfken, am 8. Juni in einem Interview mit dem Deutschlandfunk (DLF) auf die Frage, ob sie im Moment Gurken esse. Da einer Grünen kaum zu unterstellen ist, dass sie in ihrem Privatleben einer Empfehlung von staatlicher Seite Folge leistet, ohne an deren Sinnhaftigkeit zu glauben, hielt Höfken zum Zeitpunkt des Interviews offenkundig den Verzehr von Gurken für ein Gesundheitsrisiko.<span id="more-10099"></span></p>
<p>Dass die Landwirtschaftsministerin die entsprechende Warnung des Robert-Koch-Instituts (RKI) also als begründet erachtete, hielt sie jedoch nicht davon ab, im selben DLF-Interview diese Warnung mehr oder weniger verklausuliert zu kritisieren – aus Rück­sicht auf die Agrarlobby. So antwortet sie auf die Frage, ob die aus der Gurkenwarnung resultierenden „Wegwerforgien unvermeidlich“ seien: „Na ja, also ich will da in diese Empfehlungen des Robert-Koch-Institutes nicht eingreifen. Was aber vielleicht nötig wäre, das wäre &#8230;“ Die Ministerin zieht dann die Glaubwürdigkeit der RKI-Empfehlung in Zweifel, indem sie „erhebliche Kritik“ an den Befragungen anmeldet, die ihr zugrunde lagen, und antwortet auf die Frage, ob nur dann gewarnt werden solle, wenn wissenschaftliche Beweise vorliegen, was bei der Gurken-Warnung des RKI nicht der Fall war: „Nein, man kann nicht sagen, dass Verbraucher nicht gewarnt werden sollen, wenn ein Verdacht besteht. Das wäre in manchen Fällen dann auch fahrlässig. Aber &#8230;“ Und dann kommt sie auf die Interessen ihrer Klientel zu sprechen: „Aber man muss die Sachen zusammenbinden, und da hakt es eher dran, das heißt, was die Erzeuger erwarten können. Die sind ja im Moment, finde ich, arg außen vor gelassen und sehen mit Entsetzen diesem ganzen Geschehen zu.“</p>
<p>Eine derartige Missachtung des unbedingten Primats der Volksgesundheit vor separaten Lobbyinteressen führte maßgeblich zum letzten großen Ausbruch der Cholera in Deutschland im Jahre 1892 in Hamburg. In der Stadtrepublik waren es nicht die Sonderinteressen von Agrariern, sondern von Vermietern, sogenannten Hausagrariern, die mit dem Allgemeininteresse kollidierten. Von dem als „Reichs-Commissar für die Gesundheitspflege im Stromgebiet der Elbe“ von Berlin nach Hamburg entsandten Entdecker des Cholera-Erregers, Robert Koch, stammt die denkwürdige Einschätzung: „Ich habe noch nie solche ungesunden Wohnungen, Pest­höhlen und Brutstätten für jeden Ansteckungskeim angetroffen wie in den sogenannten Gängevierteln, die man mir gezeigt hat, am Hafen, an der Steinstraße, in der Spitalerstraße oder an der Niedernstraße.“ Berühmt sind seine zusammenfassenden Worte: „Ich vergesse, dass ich in Europa bin.“</p>
<p>Zu diesem menschlichen Versagen kamen ungünstige natürliche Bedingungen in diesem Sommer 1892. Es war heiß, der Pegel der Elbe, aus der für Hamburg das Leitungswasser – im Gegensatz zur preußischen Nachbarstadt Altona – ungefiltert entnommen wurde, war niedrig und das Flusswasser ungewöhnlich warm. In dieser Situation bedurfte es nur noch eines Funkens, eines Auslösers für die Katastrophe. Es besteht die Vermutung, dass Russen, die über Hamburg in die Neue Welt auswandern wollten, die Seuche aus ihrer Heimat eingeschleppt haben. Diese Theorie wird allerdings mittlerweile aus der Historikerzunft als angeblich ausländerfeindlich abgelehnt – denn Ursachensuche unter Migranten für ein Problem oder einen Missstand verstößt gegen die poltische Korrektheit.</p>
<p>Das erste bekannte Todesopfer der Epidemie war ein Kanalarbeiter, der den Auslass der Kanalisation am Kleinen Grasbrook überwachte. Er starb am 17. August 1892. Im Oktober galt die Epidemie als erloschen. Bis zum Februar 1893 kamen allerdings noch vereinzelte Erkrankungen und auch Todesfälle vor. Insgesamt wurden 16596 Erkrankungen und 8605 Todesfälle registriert.</p>
<p>Zur vollen Wahrheit über die Hamburger Choleraepidemie gehört aber auch, dass die Bürgerrepublik aus der Katastrophe lernte und ihre Konsequenzen zog. Dieses geschah langsam sowie unter teilweise erheblichem Druck von außen und aus der eigenen Arbeiterschaft, aber es geschah. In dem der Epidemie folgenden Kalenderjahr wurde das Filtrierwerk der Hamburger Wasserwerke auf Kaltehofe fertiggestellt, am Bullerdeich die erste Müllverbrennungsanlage Deutschlands errichtet und Bernhard Nocht als Hafenarzt nach Hamburg gerufen, dessen 1900 eingeweihtes Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten (Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin) Weltruf erlangte.</p>
<p>Nach dem großen Hafenarbeiterstreik von 1896 konnte die Stadtregierung 1898 schließlich gegen den erbitterten Widerstand der Grundeigentümer ein Wohnungspflegegesetz durchsetzen, das gesundheitliche Mindeststandards für die Wohnungen festsetzte. Nach dessen Verschärfung im Jahre 1907 verfügten die Hamburger über eines der schärfsten und modernsten Regelwerke auf diesem Gebiet des gesamten Kaiserreiches.</p>
<p>Es ist zu hoffen, dass in analoger Weise auch die politische Führung der Bundesrepublik aus der Ehec-Epidemie lernt und ihre Konsequenzen für den Schutz der Bevölkerung vor Seuchen ziehen wird.<br />
</p>
]]></content:encoded>
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		<title>smp11: Internationale Tagung für Schiffsantriebe der Technischen Universität in Hamburg</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Jun 2011 16:29:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Hamburg im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Schiffsreisen]]></category>
		<category><![CDATA[Technik und Multimedia]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wöhlke Johanna Renate]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Johanna R. Wöhlke Angetrieben wovon stellen sich 140 Herren und Damen bereitwillig im Kreis auf, schauen und winken entspannt in eine Kamera, die sich aus dem vierten Stock des „Rilano Hotel Hamburg“ in Finkenwerder am Ufer der Elbe auf sie richtet, um sie zu fotografieren? Vielleicht von den Themen dieser großen, mit renommierten Wissenschaftlern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Von Johanna R. Wöhlke</p>
<div id="attachment_8593" class="wp-caption alignleft" style="width: 492px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Gruppe-winkt.jpg"><img class="size-full wp-image-8593   " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Gruppe-winkt.jpg" alt=" " width="482" height="299" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Angetrieben wovon stellen sich 140 Herren und Damen bereitwillig im Kreis auf, schauen und winken entspannt in eine Kamera, die sich aus dem vierten Stock des „Rilano Hotel Hamburg“ in Finkenwerder am Ufer der Elbe auf sie richtet, um sie zu fotografieren? Vielleicht von den Themen dieser großen, mit renommierten Wissenschaftlern besetzten Tagung, einem internationalen Symposium für Schiffsantriebe, „smp11“: „Second International Symposium On Marine Propulsors“.<span id="more-8580"></span></p>
<div id="attachment_8604" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Konferenzdesk.jpg"><img class="size-medium wp-image-8604" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Konferenzdesk-300x219.jpg" alt=" " width="300" height="219" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Aus der ganzen Welt sind sie nach Finkenwerder angereist, um an drei Tagen miteinander die neuesten Entwicklungen auf dem Gebiet der Schiffsantriebssysteme zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen, vom 15. bis 17. Juni. Es ist das zweite in einer Reihe von Symposien, die alle zwei Jahre in wechselnden maritimen Metropolen der Welt durchgeführt werden – 2009 war es Trondheim und 2013 wird es Tasmanien sein.</p>
<div id="attachment_8607" class="wp-caption alignleft" style="width: 486px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Empfang-im-Rathaus1.jpg"><img class="size-full wp-image-8607      " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Empfang-im-Rathaus1.jpg" alt=" Empfang im Kaisersaal des Rathauses " width="476" height="256" /></a><p class="wp-caption-text">Empfang im Kaisersaal des Rathauses</p></div>
<p>Organisatoren der diesjährigen Tagung sind das Institut für Fluiddynamik und Schiffstheorie (FDS) der Technischen Universität Hamburg-Harburg und die Schiffbautechnische Gesellschaft (STG). Ein Hauptaugenmerk des Symposiums lag auf der Verbesserung des Wirkungsgrades von Schiffsantrieben im Hinblick auf die Verringerung der Umweltbelastung sowie auf der Entwicklung neuer Antriebssysteme. Ein großer Teil der mehr als 60 Fachvorträge befasste sich mit dem Thema „Green Propulsion“.</p>
<div id="attachment_8619" class="wp-caption alignleft" style="width: 239px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Beim-Empfang-im-Rathaus.jpg"><img class="size-medium wp-image-8619  " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Beim-Empfang-im-Rathaus-229x300.jpg" alt="  " width="229" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Präsentation im Kaisersaal</p></div>
<p>Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Gewinnung erneuerbarer Energien aus der Meeresströmung. Hier standen besonders Gezeitenkraftwerke im Blickpunkt. Im Anschluss an die Tagung finden verschiedene Workshops statt, um mit Hilfe moderner Rechenverfahren das Verhalten von Schiffsantrieben unter realen Bedingungen zu simulieren. Dies ermöglicht mittel- und langfristig den Herstellern von Schiffsantrieben eine kostengünstigere und die Ressourcen schonende Entwicklung und Produktion.</p>
<div id="attachment_8622" class="wp-caption alignright" style="width: 168px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Professor-Abdel-Maksoud.jpg"><img class="size-full wp-image-8622 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Professor-Abdel-Maksoud.jpg" alt=" " width="158" height="421" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Prof. Dr.-Ing. Moustafa Abdel-Maksoud, Leiter des FDS und Hauptorganisator des Symposiums: „Dieses Treffen ist eine einzigartige Plattform für den Gedankenaustausch zwischen international anerkannten hochrangigen Wissenschaftlern und namhaften Vertretern  der Schiffsindustrie aus aller Welt im Hinblick auf die Verringerung des Energieverbrauchs und damit des CO<sub>2</sub>-Ausstoßes.“</p>
<p>Die Umwelthauptstadt Hamburg ehrte die Gäste mit einem Empfang im Kaisersaal des Rathauses.</p>
<div id="attachment_8631" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Eingangshalle-des-Rathauses.jpg"><img class="size-medium wp-image-8631 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/06/Eingangshalle-des-Rathauses-300x202.jpg" alt="" width="300" height="202" /></a><p class="wp-caption-text">Die historische Pracht der Eingangshalle</p></div>
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<p>Fotos: Wöhlke<br />
</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Georg August Zinn: ein Preuße an der Spitze Hessens</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 07:51:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Mit Hilfe der Vertriebenen wurde Georg August Zinn zum langjährigsten Regierungschef des Bundeslandes Besucht man in Hessen den Mi­nis­terpräsidenten in seiner Staatskanzlei, so befindet man sich in der Georg-August-Zinn-Straße. Der so Geehrte stand von 1950 bis 1969 als Ministerpräsident an der Spitze des von Wiesbaden aus regierten Bundeslandes. Geboren wurde er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p>Mit Hilfe der Vertriebenen wurde Georg August Zinn zum langjährigsten Regierungschef des Bundeslandes</p>
<p>Besucht man in Hessen den Mi­nis­terpräsidenten in seiner Staatskanzlei, so befindet man sich in der Georg-August-Zinn-Straße. Der so Geehrte stand von 1950 bis 1969 als Ministerpräsident an der Spitze des von Wiesbaden aus regierten Bundeslandes. Geboren wurde er am 27. Mai 1901 in Frankfurt am Main. Er ist also als Ergebnis des Deutschen Krieges von 1866, in dessen Folge die heutige Bankenstadt ihre Bundesunmittelbarkeit verlor, ein gebürtiger Preuße.</p>
<p>Kurz nach dem Abitur an der Oberrealschule in Kassel im Jahre 1920 verlor der Sohn eines Oberingenieurs seinen Vater. Gezwungen, zum Unterhalt der Familie beizutragen, schloss sich dem Schulbesuch nicht sofort ein Studium, sondern erst eine Tätigkeit in der Kasseler Verwaltung an. Erst drei Jahre später ließ er sich nach der Prüfung für den gehobenen Dienst ohne Bezüge beurlauben und studierte in Göttingen und Berlin Rechts- und Staatswissenschaften. 1927 machte er das erste und 1931 das zweite Staatsexamen. Es folgte eine Tätigkeit als Rechtsanwalt beim Amts- und Landgericht in Kassel.<span id="more-8525"></span></p>
<p>Politisch war Zinn seit dem Jahr des Abiturs in der SPD organisiert. Der Sozialistischen Studentenver­einigung und dem Republikanischen Studentenbund gehörte der Student ebenso an wie dem Allgemeinen Studentenausschuss (AStA) und dem Reichsbanner. Ab seiner Referendarszeit saß er für seine Partei in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung.</p>
<p>Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten war damit Schluss. Aber seinen Anwaltsberuf konnte er weiter ausüben. 1941 wurde er Soldat. Nachdem er bereits vorher wiederholt inhaftiert worden war, sollte er nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 verhaftet werden, aber eine Namensverwechslung ersparte ihm diesmal die Haft.</p>
<p>Seine Kriegsgefangenschaft bei den US-Amerikanern war kurz. Bereits im Oktober 1945 begann seine Karriere in Staat und Politik Nachkriegsdeutschlands. In jenem Monat wurde er als Landgerichtsdirektor in den Justizdienst und als Justizminister in die hessische Regierung übernommen.</p>
<p>Der hessische Politiker engagierte sich auch in der überregionalen Politik. Dem Wirtschaftsrat der Bizone gehörte er ebenso an wie dem Parlamentarischen Rat. Nachdem er 1949 in den neuen Bundestag gewählt worden war, gab er noch im selben Jahr sein hessisches Ministeramt auf.</p>
<p>Nach Hessens zweiter Nachkriegslandtagswahl vom 19. November 1950, bei der die SPD erstmals die absolute Mehrheit der Parlamentssitze gewann und auf die Unterstützung der CDU nicht mehr angewiesen war, kehrte Zinn als Nachfolger von Minis­terpräsident Christian Stock in die Landespolitik zurück. Am 14. Dezember wählte ihn der Landtag zum Regierungschef. Zusätzlich übernahm er wieder das Justizministerium. Es folgten fast zwei Jahrzehnte als Landesvater seines Heimatlandes.</p>
<p>Fünf Legislaturperioden stand Zinn an der Spitze des Bundeslandes. In der nächsten Landtagswahl von 1954 verlor seine SPD zwar die Mehrheit der Landtagsmandate, doch konnte er an der Spitze einer Koalition mit der neu ins Parlament gewählten Interessenvertretung der Heimatvertriebenen und Entrechteten erneut die Regierung bilden.</p>
<p>Die Koalition wurde 1958 durch den Wähler bestätigt und auch 1962 fortgesetzt, als es der SPD gelang, nicht nur die absolute Mehrheit der Mandate zurück-, sondern erstmals auch die Stimmenmehrheit zu gewinnen. Bei der Landtagswahlen 1966 konnte Zinns Partei ihren Erfolg von 1962 noch einmal übertreffen. Mit 51 Prozent erzielten die Sozialdemokraten das beste Ergebnis, das eine Partei in diesem Bundesland erzielt hat. Der Koalitionspartner verfehlte jedoch den Wiedereinzug ins Parlament, und so war Zinns fünfte und letzte wieder eine SPD-Alleinregierung. Hessens Landesvater stand auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Meinungsforscher gaben ihm 100 Prozent Bekanntheitsquote.</p>
<p>Der Ministerpräsident begann sich jedoch Sorgen um die Entwicklung des Föderalismus in der Bundesrepublik zu machen. Seit 1955 amtierte er als der vom Bundesrat bestimmte Co-Vorsitzende des Vermittlungsausschusses von Länderkammer und Bundestag. Die nur schleppenden Fortschritte bei der 1969 verabschiedeten Finanzreform deprimierten ihn. Er dachte an Rück­tritt.</p>
<p>Hinzu kamen Querelen auf Landesebene. Während Zinn als deren Vorsitzender die SPD Hessen-Nord im Griff hatte, begann der südhessische Parteiapparat aufzumucken. Wenn seine eigene Person auch nicht zur Disposition stand, so wurde doch seitens seiner eigenen Parlamentsfraktion nun eine entschiedene Verjüngung der Regierungsmannschaft gefordert.</p>
<p>Als der mittlerweile fast 68-Jährige am 12. April 1969 einen leichten Schlaganfall erlitt und sich herausstellte, dass die Genesung auf sich warten ließ, erklärte Hessens Rekordministerpräsident nach 19 Jahren seinen Rücktritt. Am 3. Oktober 1969 endete seine Regierungszeit.</p>
<p>Als am 8. November des darauffolgenden Jahres der Landtag, dem Zinn seit 1954 angehörte, neu gewählt wurde, trat er nicht mehr an. Im selben Monat trat er auch vom Vorsitz des Bezirks Nord-Hessen seiner Partei zurück. Knapp sechs Jahre später, am 27. März 1976, starb Zinn in einem Krankenhaus seiner Geburtsstadt. Beigesetzt wurde er mit einem Staatsbegräbnis auf dem Nordfriedhof der Landeshauptstadt Wiesbaden.</p>
<p>Georg August Zinn versuchte in den prägenden Jahren seiner Amtszeit für das neu geschaffene Bundesland, dessen Grenzen wie die vieler Länder „weniger originär als originell“ waren, um mit Theodor Heuss zu sprechen, eine verbindende Identität zu schaffen. So regte er 1953 die Gründung der Hessischen Landeszentrale für Heimatdienst, der heutigen Landeszentrale für politische Bildung, an und initiierte 1961 den sogenannten Hessentag als jährliche Festveranstaltung an wechselnden Orten des Bundeslandes.</p>
<p>In diese Integrationsarbeit wurden auch die zahlreichen Flüchtlinge aus Ost- und Mitteldeutschland einbezogen. Mit ihrer politischen Interessenvertretung, dem Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten, hatte Zinn bereits frühzeitig eine vertrauensvolle Zusammenarbeit begonnen und damit die Fortsetzung seiner Regierung über den Verlust der SPD-Landtagsmehrheit im Jahre 1954 hinaus ermöglicht.<br />
</p>
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		<title>Zwölf Sterne auf blauem Grund</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jun 2011 21:18:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Vor 25 Jahren wurde die Europaflagge erstmals als EG-Symbol vor dem Gebäude der Europäischen Kommission gehisst Das Emblem besteht aus einer blauen rechteckigen Flagge, deren Breite das Anderthalbfache der Höhe misst. Auf einem unsichtbaren Kreis … sind in gleichmäßigem Abstand zwölf goldene Sterne angeordnet … Jeder Stern hat fünf Zacken, deren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Vor 25 Jahren wurde die Europaflagge erstmals als EG-Symbol vor dem Gebäude der Europäischen Kommission gehisst</strong></p>
<p>Das Emblem besteht aus einer blauen rechteckigen Flagge, deren Breite das Anderthalbfache der Höhe misst. Auf einem unsichtbaren Kreis … sind in gleichmäßigem Abstand zwölf goldene Sterne angeordnet … Jeder Stern hat fünf Zacken, deren Spitzen einen unsichtbaren Umkreis mit dem Radius von jeweils 1/18 der Rechteckhöhe berühren. Alle Sterne stehen senkrecht, das heißt, ein Zacken weist nach oben, während zwei weitere auf einer unsichtbaren Geraden ruhen, die die Senkrechte zum Fahnenschaft bildet. Die Sterne sind wie die Stunden auf dem Zifferblatt einer Uhr angeordnet. Ihre Zahl ist unveränderlich.“</p>
<p>Dieses Emblem werden vor allem die Jüngeren als Symbol der Europäischen Union kennen. Ursprünglich war es jedoch – und das ist es auch noch heute – die Flagge des Europarates.<span id="more-8404"></span></p>
<p>Vier Jahre war der Europarat bereits alt, als seine Beratende Versammlung 1953 eine Flagge mit 15 goldenen Sternen auf blauem Grund beschloss. Analog zur Flagge der USA, die zumindest damals von Westeuropa als Vorbild bewundert wurden, sollte auch bei diesem Sternenbanner jedes Mitglied durch einen Stern repräsentiert sein. Ein 15-Sterne-Banner symbolisierte jedoch neben den zehn Gründungsmitgliedsstaaten Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Norwegen und Schweden sowie Türkei, Giechenland, Deutschland und Island auch das Saarland als eigenständiges Glied der Gemeinschaft. Eine Präjudizierung der dauerhaften Abspaltung des Saarlandes wollte jedoch Deutschland verhindern. Aus analogem Grund lehnte Frankreich nur 14 Sterne ab.</p>
<p>Um dem deutsch-französischen Streit um die Behandlung des Saarlands zu beenden, wurde auf einen Zusammenhang zwischen Stern- und Mitgliederanzahl verzichtet. Statt dessen entschied sich das Ministerkomitee des Europarates für zwölf Sterne. Der entsprechende Beschluss des Ministerkomitees aus dem Jahre 1955 wurde wie folgt begründet: „Gegen den blauen Himmel der westlichen Welt stellen die Sterne die Völker Europas in einem Kreis, dem Zeichen der Einheit, dar. Die Zahl der Sterne ist unveränderlich auf zwölf festgesetzt, diese Zahl versinnbildlicht die Vollkommenheit und die Vollständigkeit … Wie die zwölf Zeichen des Tierkreises das gesamte Universum verkörpern, so stellen die zwölf goldenen Sterne alle Völker Europas dar, auch diejenigen, welche an dem Aufbau Europas in Einheit und Frieden noch nicht teilnehmen können.“</p>
<p>Während andere peinlich darauf bedacht sind, dass nur sie ihr Zeichen benutzen, forderte der Europarat die anderen europäischen Institutionen auf, seine Flagge zu übernehmen. Jahrzehnte später griff das Europaparlament die Anregung auf. 1983 stimmte es mit überwältigender Mehrheit für die Übernahme des Sternenbanners. 1985 schlug der im Vorjahr vom Europäischen Rat zur Überwindung von Brüssels Bürgerferne eingesetzte Ausschuss für das „Europa der Bürger“ in seinem Abschlussbericht unter anderem die Einführung der Europaflagge als EG-Symbol vor. Dem Vorschlag wurde „zur Stärkung des Bildes und der Identität der Gemeinschaft“ nachgekommen. Am 21. April 1986 wurde das neue EG-Symbol erstmals feierlich vor dem Gebäude der Europäischen Kommission zu den Klängen der Europahymne gehisst.<br />
</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Deutschland: Motor in Europa – Industrieland mit Zukunft</title>
		<link>http://die-auswaertige-presse.de/2011/05/deutschland-motor-in-europa-%e2%80%93-industrieland-mit-zukunft/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 21:11:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wöhlke Johanna Renate]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Johanna Renate Wöhlke Wirtschaftstag 2011 des Wirtschaftsrates der CDU in Berlin &#8211; zwischen Visionen und Realismus „Deutschland: Motor in Europa – Industrieland mit Zukunft“, unter dieses Motto hatte in diesem Jahr der Wirtschaftsrat der CDU seine Jahrestagung in Berlin gestellt. Im Dorint Hotel Convention Center Berlin waren mehr als 2000 Mitglieder und Gäste versammelt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Johanna Renate Wöhlke</em></p>
<p><strong>Wirtschaftstag 2011 des Wirtschaftsrates der CDU in Berlin &#8211; zwischen Visionen und Realismus<br />
</strong></p>
<div id="attachment_8026" class="wp-caption alignleft" style="width: 190px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Lauk.jpg"><img class="size-medium wp-image-8026" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Lauk-180x300.jpg" alt=" " width="180" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Professor Kurt J. Lauk, Präsident des Wirtschaftsrates</p></div>
<p>„Deutschland: Motor in Europa – Industrieland mit Zukunft“, unter dieses Motto hatte in diesem Jahr der Wirtschaftsrat der CDU seine Jahrestagung in Berlin gestellt. Im Dorint Hotel Convention Center Berlin waren mehr als 2000 Mitglieder und Gäste versammelt. Professor Kurt J. Lauk, Präsident des Wirtschaftsrates, empfing die Gäste in seiner Rede auf der Eröffnungsveranstaltung mit einem positiven Votum: „Die deutsche Wirtschaft hat sich in Höchstform aus der Krise zurückgemeldet. Der Arbeitsmarkt zieht an, und Made in Germany ist weltweit erste Wahl. Unsere Nachbarn beneiden uns um die gesunde, breit aufgestellte Wirtschaftsstruktur unseres Landes.“</p>
<p>Bei der Eröffnungsveranstaltung des Wirtschaftstages wirkten außerdem der Notenbankchef Italiens, Prof. Mario Draghi, sowie Prof. Dr. Jürgen Stark, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, und der Vorstandsvorsitzende der RWE AG, Dr. Jürgen Großmann, mit.<span id="more-8024"></span></p>
<div id="attachment_8029" class="wp-caption alignright" style="width: 251px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Draghi.jpg"><img class="size-medium wp-image-8029" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Draghi-241x300.jpg" alt="" width="241" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Professor Mario Draghi, Notenbankchef Italien</p></div>
<p>Mit Mario Draghi sprach der wahrscheinlich nächste Präsident der Europäischen Zentralbank zu den Delegierten und Gästen. In einem wichtigen Punkt zur EU- Schuldenkrise und anderen deckten sich seine Ausführungen mit der Position des Wirtschaftsrates: Hilfeleistungen an Pleiteländer solle es nur geben, wenn deren Sozialleistungen nicht höher sind als die der Geberländer. Eine Dramatisierung gegenüber den angesprochenen Ländern in Südeuropa verbietet sich allerdings nach diesen Ausführungen, denn ihr Anteil an der Wertschöpfung in ganz Europa beträgt nur etwa 6 Prozent.</p>
<div id="attachment_8033" class="wp-caption alignleft" style="width: 236px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Großmann.jpg"><img class="size-full wp-image-8033 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Großmann.jpg" alt=" " width="226" height="219" /></a><p class="wp-caption-text">Jürgen Großmann</p></div>
<p>Jürgen Großmann sprach mit bekannter Deutlichkeit und Witz über die seiner Meinung nach mit einem schnellen Atomausstieg verbundenen Risiken für die Stromversorgung, insbesondere der Gewährleistung der erforderlichen zuverlässig vorhandenen Grundlastversorgung in einem Land, dessen Industrie ein wichtiger Teil der Infrastruktur des Landes darstelle. Energiepolitik sei immer auch Industriepolitik. Ohne wettbewerbsfähige Energieversorgung sei kein Industriestandort denkbar.</p>
<div id="attachment_8069" class="wp-caption alignleft" style="width: 201px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Merkel.jpg"><img class="size-medium wp-image-8069 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Merkel-239x300.jpg" alt=" " width="191" height="240" /></a><p class="wp-caption-text">Angela Merkel</p></div>
<p>Im weiteren Verlauf des Wirtschaftstages trafen auf hochkarätig besetzten Podien Vertreter aus Politik und Wirtschaft aufeinander. Die diskutierten Themen: „Globalisierung nach der Krise: Weltwirtschaft zwischen Währungsdumping und neuem Protektionismus“; „Weltmarktführer oder Protestnation: Industriestandort Deutschland am Scheideweg“; „Innovationsfähigkeit international: Kampf um Rohstoffe, Arbeitsplätze und kluge Köpfe.“</p>
<div id="attachment_8039" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Reinfeldt.jpg"><img class="size-medium wp-image-8039   " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Reinfeldt-300x257.jpg" alt=" " width="300" height="257" /></a><p class="wp-caption-text"> Angela Merkel und Kurt J. Lauk gratulieren Fredrik Reinfeldt (links)</p></div>
<p>Bundeskanzlerin Angela Merkel  hielt, wie in den vergangenen Jahren, die Hauptrede auf der Abendveranstaltung zum Thema „Soziale Marktwirtschaft: Die europäische Lösung aus der Schulden- und Währungskrise“. Solidarität, so Merkel, könne es in Europa nur geben, wenn jeder für sich daran arbeite, seine eigene Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Europa arbeite zur Zeit daran, die Sünden der Vergangenheit aufzuarbeiten. Für Deutschland geht die Bundeskanzlerin von einem Wachstum von um die 3 Prozent aus.  Schwedens Ministerpräsident Fredrik Reinfeldt erhielt in diesem Jahr die Ludwig-Erhard-Gedenkmünze in Gold für seine „stabilitätsorientierte und wirtschaftsfreundliche Reformpolitik…die Schweden gestärkt aus der Krise geführt hat“.</p>
<div id="attachment_8078" class="wp-caption alignleft" style="width: 279px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Reinfeldt-Rede.jpg"><img class="size-medium wp-image-8078 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Reinfeldt-Rede-269x300.jpg" alt=" " width="269" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Fredrik Reinfeldt</p></div>
<p>Reinfeldt erläuterte in seinem anschließenden Vortrag die Grundprinzipien dieser Politik, die er im Kern als ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Interessen des Einzelnen, eingebettet und integriert in eine Gemeinschaft, darlegte.</p>
<p><em>Eine Form von Demut gelernt</em></p>
<div id="attachment_8043" class="wp-caption alignright" style="width: 290px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Hatakka.jpg"><img class="size-medium wp-image-8043" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Hatakka-280x300.jpg" alt=" " width="280" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Tuomo Hattaka</p></div>
<p>Dass sich gerade zu diesem Zeitpunkt während des Tagesverlaufs in den Podien alle Fragen zum Industriestandort immer wieder mit der Energiefrage verknüpften, lag auf der Hand. Auf dem Podium des Panels „Weltmarktführer oder Protestnation: Industriestandort Deutschland am Scheideweg“, stellte der Vorstandsvorsitzende der Vattenfall Europe AG, Tuomo Hatakka, in bemerkenswerter Klarheit fest: „Man braucht Visionen, aber man braucht auch Realismus.“ Er habe im Verlauf seiner Arbeit im Bereich der Energieversorgung eine Form von Demut gelernt. Die Zusammenhänge der Netze seien hochkomplex. Er schätze die Zeitspanne einer konsequenten Umstellung auf grünen Strom auf 40 bis 50 Jahre, in denen grundlastfähige Energieerzeuger den Markt sicher versorgen könnten. Die enormen Kosten dieser Umstellung müssten kommuniziert werden. Schon heute investiere das Unternehmen 5 bis 8 Milliarden Euro jährlich. Mit einer an der möglichen Praxis nachzuvollziehenden Vision schloss er seine Ausführungen auf dem Podium: „ Solange es noch keine Stromausfälle gibt, ist noch nichts los. Das Problem ist, alle nehmen ganz selbstverständlich an: Der Strom kommt aus der Steckdose.“</p>
<div id="attachment_8046" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Winkeljohann.jpg"><img class="size-medium wp-image-8046" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Winkeljohann-300x271.jpg" alt=" " width="300" height="271" /></a><p class="wp-caption-text">Professor Dr. Norbert Winkeljohann</p></div>
<p>Norbert Winkeljohann, Vorstandssprecher der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers AG,  unterstützte Hatakka  und führte aus, dass Investitionssicherheit in diesem Zusammenhang die wichtige Standortfrage eines Industrielandes sei: „Meine Sorge ist, dass wir gar nicht mehr über Investitionen nachdenken und damit darüber, wie viele Produktivarbeitskräfte wir mittelfristig behalten.“</p>
<div id="attachment_8048" class="wp-caption alignright" style="width: 231px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Solms.jpg"><img class="size-medium wp-image-8048" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Solms-221x300.jpg" alt=" " width="221" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Hermann Otto Solms</p></div>
<p>Hermann Otto Solms (FDP), Vizepräsident des Deutschen Bundestages, betonte, dass solche Umbrüche, wie wir sie gerade im Bereich der Energiepolitik erleben, nötig seien. Man müsse damit leben und reagieren, wenn die Bürger die Kernenergie ablehnten. Allerdings müsse die Politik nicht emotional, sondern rational handeln und eine Politik entwickeln, die sowohl die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit als auch Energieverträglichkeit berücksichtige.</p>
<p>Thomas Richterich, Vorstandsvorsitzender der Nordex SE, die Windkraftanlagen baut, berichtete davon, dass nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Ländern der Widerstand der Bevölkerung auch gegen grüne Energieformen wie Windkraftanlagen existiere. „Man muss überall kämpfen.“</p>
<div id="attachment_8051" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/dreiergruppe-links.jpg"><img class="size-medium wp-image-8051" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/dreiergruppe-links-300x179.jpg" alt=" " width="300" height="179" /></a><p class="wp-caption-text">Tuomo Hattaka, Thomas Richterich, Michael Fuchs ( von links)</p></div>
<p>Auch in Amerika gebe es „Fledermäuse“, deren Bedrohung ins Feld geführt werde und den Ausbau dieser Energieerzeugungsart bremse. „Nur in China ginge es wohl schneller“, fügte er hinzu und betonte in diesem Zusammenhang, als wie wichtig er in einer Demokratie den Interessenausgleich ansehe. Intelligente Lösungen für Energieerzeugung, Energieeffizienz und Effizienz der demokratischen Prozesse seien gefragt. „Diese Prozesse müssen unbedingt entwickelt werden“, so Richterich.</p>
<div id="attachment_8054" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/dreiergruppe.jpg"><img class="size-medium wp-image-8054  " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/dreiergruppe-300x215.jpg" alt=" " width="300" height="215" /></a><p class="wp-caption-text"> Hermann Otto Solms, Hans Helmut Schetter, Klaus Betz ( von links)</p></div>
<p>Hans Helmut Schetter, Aufsichtsratsvorsitzender des Immobilienkonzerns Bilfinger Berger Budownictwo S.A. und Vizepräsident des Wirtschaftsrates, hielt die Einschätzung des Industriestandortes Deutschland auf dem Podium für zu wohlwollend. „Die Großprojektmöglichkeit kommt uns abhanden, siehe Stuttgart 21, und ohne Großprojekte geht es nicht. Da ist mir um die Zukunft bange.“ Klaus Betz, Geschäftsführer der Imtech Deutschland GmbH, betonte die Notwendigkeit, Energie einzusparen durch Entwicklung effizienter Produkte, Anlagen und Bauten. Er setzt auf einen vernünftigen Energiemix.</p>
<div id="attachment_8061" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Fuchs-Winkeljohann.jpg"><img class="size-medium wp-image-8061" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Fuchs-Winkeljohann-300x261.jpg" alt=" " width="300" height="261" /></a><p class="wp-caption-text">Dr. Michael Fuchs, Professor Dr. Norbert Winkeljohann (von links)</p></div>
<p>Der Bundestagsabgeordnete Michael Fuchs, Vorsitzender des Parlamentskreises Mittelstand, fragte in  seiner Schlussbemerkung den Saal: „Muss der Eisbär schwimmen lernen?“ und erntete nachdenkliches Schmunzeln. Als Fazit der Diskussionen kann festgehalten werden: Kurzfristige Taktik bindet nicht. Langfristige Konzepte sind gefragt, in die alle eingebunden werden müssen.</p>
<p>Die Position des Wirtschaftsrates dazu: „Es reicht nicht, dass sich Bundesregierung, Bundestag und  Bundesrat auf den Ausstieg und über den Zeitpunkt des Ausstiegs aus der Kernenergie verständigen. Wir brauchen Verlässlichkeit und Klarheit, wie wir die Energie-Infrastruktur &#8211; Speicher, Netze, Kraftwerke &#8211; so ausbauen, dass wir die neuen Energien auch rechtzeitig und sicher integrieren können. Eines ist zwingend: Wir können aus den alten Strukturen nicht aussteigen, bevor die neuen stehen. Jeder  nationale Alleingang zerstört den europäischen Binnenmarkt. Importverbote sind ein Schritt in die Isolation. Der Schutz der Bevölkerung kann nur gelingen, wenn wir europaweit aus der Kernenergie aussteigen. 40 von 146 Kernkraftwerken stehen in bis zu 50 Kilometern Entfernung zu unserer Grenze.“</p>
<p>Fotos: Wöhlke<br />
</p>
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		<title>Gegen das Vergessen</title>
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		<pubDate>Sun, 22 May 2011 18:07:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Kova Dr. László]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. László Kova Graue Zeiten in Ungarn (Vortrag bei der Hamburger Literaturvereinigung am 11.05.2011) Es fällt mir schwer über die grauen Zeiten im meinem Land Ungarn zu sprechen. Leider machten sich die damaligen Regierungen an Menschenverachtung und Menschenvernichtung schuldig, besonders während der Nazi-Okkupierung Ungarns im Zweiten Weltkrieg. Aber es gab auch in diesen grauen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. László Kova</em></p>
<p>Graue Zeiten in Ungarn (Vortrag bei der Hamburger Literaturvereinigung am 11.05.2011)</p>
<p>Es fällt mir schwer über die grauen Zeiten im meinem Land Ungarn zu sprechen. Leider machten sich die damaligen Regierungen an Menschenverachtung und Menschenvernichtung schuldig, besonders während der Nazi-Okkupierung Ungarns im Zweiten Weltkrieg. Aber es gab auch in diesen grauen Zeiten Menschen, die waghalsig menschlich geblieben sind und unter eigener Lebensgefahr viele Ungarn jüdischer Abstammung vor dem Holocaust retteten.</p>
<p>Das Datum 31. Oktober 1918 bedeutete das Auflösen der Österreichisch-Ungarische Monarchie. Danach folgte die Zeit von politischen Unsicherheiten. Nach dem sowjetischen Beispiel wurde die kommunistische Räterepublik Ungarn am 21. März 1919 ausgerufen, die nach 121 Tage Herrschsaft (am 01. August 1919) durch tschechische und rumänische Streitkräfte besiegt wurde. Am 01. März 1920 wählte die <a title="Ungarische Nationalversammlung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ungarische_Nationalversammlung">ungarische Nationalversammlung</a> den Sieger über die Räterepublik, den Admiral Miklós Horthy zum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reichsverweser#Reichsverweser_in_Ungarn">Reichsverweser</a>. Horthy stammte aus einer ungarischen Kleinadelsfamilie. Von Anfang an entschloss er sich zu einer militärischen Karriere, er war von Februar 1918 an der letzte <a title="Oberbefehlshaber" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Oberbefehlshaber">Befehlshaber</a> der k.u.k. Kriegsmarine.<span id="more-7940"></span></p>
<p>1919 nahmen an der Leitung der kommunistischen Räterepublik  viele Juden teil. Dort war der mächtige Mann der Jude Béla Kun, der in der russischen Kriegsgefangenschaft zum Anhänger der russischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bolschewiki">Bolschewiki</a> geworden war. Der so genante ´Weiße Terror´ wandte sich gegen die Bolschewisten, Sozialisten, Kommunisten und Juden. Das erste antijüdische Gesetz unter Horthy – ein spezieller <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Numerus_clausus">Numerus clausus</a> für jüdische Studenten – stammte aus dem September 1920. Den <a title="Juden in Ungarn" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Juden_in_Ungarn">Juden Ungarns</a> wurde vorgeworfen, die ungarische Kultur zu gefährden.</p>
<p>Ab dem Jahr 1938 wurde in Ungarn eine Reihe antijüdischer Gesetze erlassen. Diese Gesetze trugen Züge der <a title="Nürnberger Rassengesetze" href="http://de.wikipedia.org/wiki/N%C3%BCrnberger_Rassengesetze">Nürnberger Rassengesetze</a>. Entgegen den Wünschen von Adolf Hitler weigerte sich Ungarn unter der Leitung vom Reichsverweser Horthy, seine jüdischen Einwohner auszuliefern bzw. deren Transport in Lager zuzulassen.</p>
<p>Daraufhin am 19. März 1944 fielen acht Nazi-Divisionen in Ungarn ein, es heißt, Ungarn wurde okkupiert. Der Reichsverweser Miklós Horthy wurde von den verbündeten Deutschen zur Abdankung gezwungen und sein Anwesen bombardiert. Man verhaftete ihn anschließend am 16. Oktober 1944, nachdem er versucht hatte, mit der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sowjetunion">Sowjetunion</a> einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Waffenstillstand">Waffenstillstand</a> abzuschließen.</p>
<p>Mit den deutschen Invasionstruppen kam ein 200 Mann starkes <a title="Eichmann-Kommando" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eichmann-Kommando">Sondereinsatzkommando</a> mit dem Auftrag von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Eichmann">Adolf Eichmann</a>, die „<a title="Endlösung" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Endl%C3%B6sung">Endlösung</a>“ einzuleiten. Die deutschen Schätzungen gingen von etwa einer Million <a title="Juden in Ungarn" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Juden_in_Ungarn">Juden</a> aus. Die Stufen der Endlösung waren: Erfassung, Kennzeichnung, Entrechtung, Ghettoisierung, Zwangsarbeit, Enteignung und Deportation. Das von der Hitler-Armee okkupierte Ungarn wurde von der Partei der ungarischen faschistischen Pfeilkreuzlern beherrscht. An der Spitze der Pfeilkreuzer war der grausame Hitlerfreund Ferenc Szálasi. Ab dem 5. April 1944 hatten alle Juden in Ungarn den <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/holocaust/gelberstern/index.html">gelben Stern</a> zu tragen. Innerhalb von zwei Monaten wurden bereits Juden, Sintis und Romas  deportiert.  Bis Ende Juni 1944 stieg die Zahl der deportierten Juden nach Auschwitz auf Rund 440.000, die vorwiegend aus den ländlichen Provinzen stammten.</p>
<p>Über 200.000 ungarische Juden verblieben zunächst in Budapest. Dort wurden sie ab Juni 1944 in speziell gekennzeichneten &#8220;Judenhäusern&#8221;, ab November auch in Ghettos interniert. Noch vor der vollständigen <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/budapest/index.html">Einschließung der Hauptstadt</a> durch die vorrückende Rote Armee Weihnachten 1944 wurden Zehntausende Budapester Juden in Konzentrationslager nach Deutschland deportiert, um dort in der Rüstungsindustrie <a href="http://www.dhm.de/lemo/html/wk2/kriegsverlauf/zwangsarbeit/index.html">Zwangsarbeit</a> zu verrichten. So gelangen z.B. der später berühmte Filmemacher Gyula Trebitsch und der mit dem Nobelpreis 2002 ausgezeichnete Literat Imre Kertész nach Hitlerdeutschland. Vor der unmittelbaren Ermordung der Zwangsarbeiter wurde zunächst abgesehen. Bereits auf den Fußmärschen zur Grenze zum Deutschen Reich kamen jedoch Tausende um.</p>
<p>Viele Juden in Budapest konnten zunächst gerettet werden.</p>
<p>Unter den Rettern der Juden erwähne ich hier Henryk Slawik (*1894; †<a title="24. August" href="http://de.wikipedia.org/wiki/24._August">24.</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/25._August">25. August</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/1944">1944</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Mauthausen">KZ Mauthausen</a>). Er war ein <a title="Polen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Polen">polnischer</a> Politiker, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Diplomat">Diplomat</a> und Sozialarbeiter, der während des <a title="Zweiter Weltkrieg" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zweiter_Weltkrieg">Zweiten Weltkrieges</a> durch Ausstellen falscher polnischer Pässe mehr als 5.000 <a title="Ungarn" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ungarn">ungarische</a> und polnische <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Juden">Juden</a> aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Budapest">Budapest</a> vor dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Holocaust">Holocaust</a> bewahrte. Er wurde später in das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Konzentrationslager">Konzentrationslager</a> <a title="KZ Mauthausen" href="http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Mauthausen">Mauthausen</a> gebracht, wo er, wahrscheinlich im August 1944, erschossen wurde. Seine Ehefrau überlebte das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Ravensbr%C3%BCck">KZ Ravensbrück</a> und fand nach dem Krieg ihre Tochter wieder, die in Ungarn von der Familie József Antall Senior versteckt worden war. Der Sohn von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B3zsef_Antall">József Antall</a> Senior, also <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B3zsef_Antall">József Antall</a> Jr., war nach der Wende vom 1990 bis 93 ungarischer Premierminister.</p>
<p>Bis Ende Oktober 1944 stellte der salvadorianischer Konsulatssekretär <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/George_Mandel-Mantello">George Mandel-Mantello</a> über 1600 <a title="Schutzbrief (Diplomatie)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzbrief_%28Diplomatie%29">Schutzpässe</a> aus. Unter den weiteren Rettern muss der Apostolische <a title="Nuntius" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nuntius">Nuntius</a> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Angelo_Rotta">Angelo Rotta</a> erwähnt  werden.</p>
<p>Der schwedische Raoul Wallenberg (geb. 1912-1947) verteilte als Diplomat sogenannte <em>schwedische Schutzpässe</em>. Diese Dokumente identifizierten die Inhaber als schwedische Staatsbürger. Er organisierte gemeinsam mit dem Schweizer Gesandten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Lutz">Carl Lutz</a> (1895-1975), Harald Feller und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Born">Friedrich Born</a>die Unterbringung seiner Schützlinge in über 30 Schutzhäusern, die als „Schwedische Bibliothek“ oder „Schwedisches Forschungsinstitut“ ausgewiesen &#8211; und mit <a title="Flagge Schwedens" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flagge_Schwedens">schwedischen Flaggen</a> dekoriert wurden. Die Schutzhäuser bildeten ein internationales <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto">Ghetto</a> um die <a title="Große Synagoge (Budapest)" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fe_Synagoge_%28Budapest%29">Große Synagoge in Budapest</a>, in dem sich etwa 30.000 Menschen befanden. Wallenberg gelang es dank amerikanischer Dollars, die große Zahl seiner Schützlinge zu versorgen, richtete in jedem Haus eine Krankenstation ein und bewahrte sie vor dem sicheren Tod. So konnte Wallenberg den mehr als 80.000 Juden helfen.</p>
<p>Während sich die Hitler-Armee im Rückzug befand, wurde ein fünfstufiges Verteidigungssystem in Ungarn mit jüdischen Zwangsarbeitern gebaut. Mit dem Herannahen der Roten Armee erging Ende März 1945 in den Lagern entlang der Befehl, die jüdischen Schanzarbeiter in Richtung Mauthausen zu evakuieren.</p>
<p>In den meisten Fällen mussten die Zwangsarbeiter einen Teil des Weges zu Fuß zurücklegen. Die täglich zurückgelegten Strecken und die mangelhafte Ernährung nahmen ihre Opfer. Dazu kam noch der Befehl, die körperlich Schwachen zu erschießen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Falls jemand von der Zivilbevölkerung den marschierenden Zwangsarbeitern etwas überreichte, z.B. Trinkwasser oder Nahrung, wurden sie von den Aufsehern im besten Fall brutal geschlagen und getreten oder einfach erschossen.</p>
<p>Die Morde an Tausenden ungarischen Juden passierten im Zuge der Evakuierung. Die Erschießung von Kranken und Nichtmarschfähigen bei den Evakuierungen aus Konzentrationslagern war eine gängige Praxis. Es gab einen von der SS ausgeführten Befehl, Juden in Kampfgebieten zu erschießen.</p>
<p>Diese unmenschliche Zeit der neueren Geschichte ging mit der Ausdrängung der Hitler-Armee aus Ungarn zu Ende. Das <a title="Budapester Ghetto (Seite nicht vorhanden)" href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Budapester_Ghetto&amp;action=edit&amp;redlink=1">Budapester Ghetto</a> wurde am 18. Januar 1945 von der Roten Armee befreit. Von den 825.000 Personen, die in Ungarn innerhalb der Grenzen von 1941-45 lebten und als Juden angesehen wurden, kamen im Holocaust etwa 565.000 ums Leben, während 260.000 die Kriegsjahre überlebten.</p>
<p><em>Ein Dichter als Holocaust-Opfer:</em><strong> </strong>Wir hören in Ungarn immer noch die Stimme eines wunderbaren Dichters aus der Ferne. Seine Gedichte sind nicht einfach nur Reflexionen eines Holocaust-Opfers, sondern ein Mahnmal eines Genies. Er ist Miklós Radnóti, der ungarische Dichter jüdischer Abstammung.</p>
<p>Miklós Radnóti (1909 – 1944) verlor bei seiner Geburt 1909 die Mutter und den Zwillingsbruder. Als er 12 Jahre alt war, starb der Vater. 1935 erwarb er das Diplom als Gymnasiallehrer. In den späten dreißiger Jahren war er als freischaffender Schriftsteller und Übersetzer (u.a. Rilke, Shakespeare, La Fontaine, Appolinaire) sowie als Mitarbeiter der renommierten Literaturzeitschrift „Nyugat“ (Westen) tätig. Während des II. Weltkrieges wurde er zur Zwangsarbeit einberufen. Während eines „Gewaltmarsches“ durch Ungarn Anfang November 1944 wurde der kranke und extrem geschwächte Dichter in Abda bei Györ/Ungarn von einem Aufseher erschossen. Seine letzten Gedichte wurden nach seiner Exhumierung in seiner Manteltasche &#8211; handgeschrieben in einem Heft &#8211; gefunden.</p>
<p><strong>Gewaltmarsch<br />
</strong><br />
Narr, der, zu Boden sinkend, aufsteht, sich neu entlang bringt,<br />
als wandelnder Gelenkschmerz kaum Fuß und Knie in Gang bringt,<br />
Sich trotzdem aufrafft, dem gleich, der leicht beflügelt geht,<br />
und ruft der Graben, &#8220;bleib doch&#8221;, dem Lockruf widersteht,<br />
denn eben, ihn erwarte die Frau, antwortet er,<br />
und auch ein Tod, sinnvoller und würdiger als der.<br />
Der fromme Narr, &#8211; wo Menschen daheimgewesen sind,<br />
dort kreist seit langem nur noch der brandversengte Wind,<br />
Hauswand und Pflaumenbaum sind dem Boden gleichgemacht,<br />
und Angst zerrauht den Sammet der heimatlichen Nacht.<br />
O wenn ich glauben könnte, dass ich, was noch von Wert ist,<br />
nicht nur im Herzen trage, nein, dass es unversehrt ist,<br />
die Heimkehr einen Sinn hat, und in den Laubengängen<br />
im Schatten, wo das Maus kühlt, des Friedens Bienen sängen,<br />
Spätsommer still sich sonnte im ungestörten Traum<br />
der Gärten, blanke Früchte schaukelten im Baum,<br />
und Fanni würde warten blond, vor dem roten Hag,<br />
und Schatten schiebe langsam der träge Vormittag,-<br />
noch kann&#8217;s ja sein! so rund läuft der Mond heut seinen Lauf!<br />
Halt ein und schrei mich an, Freund! und ja, ich stehe auf!<br />
Bor, 15.September 1944</p>
<p>Vor ein paar Tagen habe ich die Möglichkeit gehabt,  das Buch „Nichts zu lachen – Die Erinnerungen“, herausgegeben vom Verlag LangenMüller München, zu lesen. Dort beschreibt der aus Ungarn stammende israelische Schriftsteller Ephraim Kishon unter anderem – wie er auf der Seite 7 sagt – „meine Jahre unter dem Joch des Hakenkreuzes“. Sein Bericht ist mehr als grausam. Zum Schluss möchte ich einige Zitate aus den Seiten 66 und 77 vorlesen: „Auch wurde mit dem Tode bestraft, wer Juden bei der Flucht half. Die Chancen, von den Ungarn oder den Slowaken nicht ausgeliefert zu werden, waren also gleich Null. Aber wieder stand das Glück auf meiner Seite und setzte mich tapferen Menschen gegenüber, die nicht bereit waren, zu kollaborieren. Ich hab es nicht vergessen, und man sollte sich immer daran erinnern, dass es auch solche Menschen in dieser furchtbaren Zeit gab.“ „Diese Menschen haben so gehandelt, weil sie gar nicht anders konnten, weil es für sie einfach selbstverständlich war. Manchmal haben sie Freunde oder Nachbarn gerettet, manchmal auch Verfolgte, die sie überhaupt nicht kannten.“</p>
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<p>Dank für die Mutigen, die Menschlichkeit erwiesen. Ihr Verhalten gibt uns für die Zukunft viel Hoffnung.</p>
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		<title>Energiesparen total &#8211; bis  zum Allerallerletzten&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 03 May 2011 06:15:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Glosse]]></category>
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		<category><![CDATA[Wöhlke Johanna Renate]]></category>

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		<description><![CDATA[erschienen im Hamburger Abendblatt am 3. Mai 2011 Von Johanna R. Wöhlke Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Die Leistung lässt uns nicht los. Wehe, wir leisten nicht, dann ist was los. Ich habe nichts gegen Leistung, im Gegenteil. Ich erbringe sie gerne und wenn es geht auf hohem Niveau, aber muss es denn immer und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>erschienen im Hamburger Abendblatt am 3. Mai 2011</p>
<p><em>Von Johanna R. Wöhlke</em></p>
<div id="attachment_7552" class="wp-caption alignleft" style="width: 215px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Energiesparen-total.jpg"><img class="size-medium wp-image-7552 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Energiesparen-total-293x300.jpg" alt=" " width="205" height="210" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Wir leben in einer Leistungsgesellschaft. Die Leistung lässt uns nicht los. Wehe, wir leisten nicht, dann ist was los. Ich habe nichts gegen Leistung, im Gegenteil. Ich erbringe sie gerne und wenn es geht auf hohem Niveau, aber muss es denn immer und in jedem Augenblick meines Lebens sein?</p>
<p>Ich lerne. Ich lerne in jedem Augenblick. Ja, es muss in jedem Augenblick meines Lebens sein! Zum Beispiel auch dort, wo ich es gar nicht vermute: in meinem Haushalt. Was kann ich da nicht alles leisten!<span id="more-7550"></span></p>
<p>Die neue Disziplin heißt Energiesparen. Ich habe das als Aufforderung zur Faulheit aufgefasst und meinem Mann das mitgeteilt. Schließlich spare ich die meiste Energie, wenn ich gar nichts tue. In diesem Moment habe ich meinen Mann endlich einmal sprachlos erlebt. Dann fasste er sich wieder und meinte, diese Aufforderung bezöge sich dann wohl auch auf ihn. Da müssten wir wohl beide Energie einsparen.</p>
<p>Gut. Wir setzten uns hin und sparten Energie dadurch, dass wir nichts taten. Wir stellten die Heizung ab und holten uns die Wolldecken. Wir tranken den Tee kalt. Der Weißwein kam warm auf den Tisch und auf gekochte Eier kann man auch mal verzichten beim Abendbrot. Auch unsere Gespräche stellten wir ein. Das verbraucht gemeinsam mit Denken einfach zu viel Energie.</p>
<p>Mein Mann stellte den Fernsehapparat an. Oh, nein, so geht das nicht. Ausschalten, das spart Energie. Mein Mann meinte – das Radio aber vielleicht wegen Nachrichten? Oh nein, war meine konsequente Antwort, das verbraucht zu viel Energie. Und die Lampen wegen etwas Helligkeit? Auch das geht nicht. Das verbraucht zu viel Energie. So saßen wir da im Dunkeln und sparten Energie. Schließlich meinte mein Mann, wenn gar nichts mehr ginge, vielleicht wäre dann Liebe möglich?</p>
<p>Da hatte er aber die Rechnung ohne mich gemacht! <span style="text-decoration: underline"> </span>Wenn ich Energie spare, dann konsequent!<br />
</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Stuttgart &#8211; vom Winzerort zur Autometropole</title>
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		<pubDate>Mon, 02 May 2011 19:14:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freizeit und Hobby]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
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		<category><![CDATA[Buhr Uta]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 2/11 des Magazins „Sehnsucht Deutschland“ Von Uta Buhr Wer heute von Stuttgart spricht, versteht nur noch Bahnhof! Stuttgart 21 ist in aller Munde. Der Bauzaun rund um den Bahnhof gleicht einer Klagemauer. Eine kunterbunte Sammlung von lässig angepinnten Zetteln, teilweise sehr drastischen Inhalts, künden vom Unmut der Bürger, den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Artikel erschien in der Ausgabe 2/11 des Magazins „Sehnsucht Deutschland“</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Von Uta Buhr</em></p>
<div id="attachment_7543" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/IMG_3738.jpg"><img class="size-medium wp-image-7543" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/IMG_3738-300x224.jpg" alt=" " width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Wer heute von Stuttgart spricht, versteht nur noch Bahnhof! Stuttgart 21 ist in aller Munde. Der Bauzaun rund um den Bahnhof gleicht einer Klagemauer. Eine kunterbunte Sammlung von lässig angepinnten Zetteln, teilweise sehr drastischen Inhalts, künden vom Unmut der Bürger, den Schienenverkehr unter die Erde zu verlegen und dafür unter anderem Teile  eines großen Parks zu opfern.</p>
<div id="attachment_7546" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/IMG_3739.jpg"><img class="size-medium wp-image-7546" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/IMG_3739-300x224.jpg" alt=" " width="300" height="224" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>„Das ist nur die Kurzform. Es gibt noch viele andere Gründe für die Volkserhebung“, erklärt mein Taxichauffeur in unverkennbarem Schwäbisch, als er mich durch die Stadt  kutschiert. Seine Empfehlung an mich  lautet allerdings, die Baustelle einfach links liegen zu lassen und das wirklich sehenswerte „Stuagaa“ auf mich wirken zu lassen. Stolz klingt mit, als er erzählt, die Stadt habe es  vom einstigen Weinort  zu Deutschlands Autostadt Nummer eins gebracht. <span id="more-7541"></span>Vor einhundertfünfzig Jahren lebte nämlich noch jeder zweite Einwohner vom Weinanbau. „Und das wissen bestimmt nicht viele Menschen bei Ihnen im Norden“, schließt der Mann und liefert mich vor den Toren des Weingutes Stuttgart am Kurpark ab. Was gibt es Besseres als eine Stadtbesichtigung mit einem guten Tropfen zu beginnen. Wohl gemerkt, aus eigenem Anbau. Denn rund um das in einem Kessel gelegene Stuttgart erheben sich grüne Weinberge. In dem milden Klima des Neckartals gedeiht eine Reihe edler Gewächse, darunter Trollinger, Lemberger, Riesling, Weiß- und Grauburgunder. Die Stadt verfügt über eine Rebfläche von –höre und staune &#8211;  423 Hektar. „Das sind mehr als 2% der gesamten Stadtfläche“, erläutert Weinexperte Bernhard Nanz, während er mir einen spritzigen Riesling einschenkt, dem er einen samtigen Saint Laurent folgen lässt. Meinen ersten Tag in Stuttgart lasse ich in dem behaglichen Ambiente des angesagten <strong>Arcotel Camino </strong>ausklingen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Die Schwaben sind bescheidene Leute. Und das gilt ganz besonders für die Stuttgarter. Gern machen sie den Fremden mit den kleinen Anfängen ihrer „Groß- und Genussstadt  zwischen Wald und Reben“ vertraut. Um 950 nach unserer Zeitrechnung soll Herzog Liudolf von Schwaben hier ein Gestüt – den Stuotgarten &#8211; gegründet haben. Aha, daher also der heutige Name. Aber vor den schwäbischen Adligen waren schon die Römer hier, denen das milde Klima des Neckartals sicher sehr gelegen kam. Neben dem Rebensaft gab es Thermalwasser. Und Bäder gehörten nun einmal zum römischen „way of life.“ Auch heute aalt man sich noch gern in den warmen Quellen, die hier üppig aus dem Boden sprudeln. Sehr  zu empfehlen ist daher eine Verschnaufpause im MineralBad Cannstatt. Der Badetempel unter einem eleganten Glasdach hat inzwischen Kultstatus erlangt. Zum Kreis der „Bergianer“ gehört, wer regelmäßig das nostalgische  Mineral-Bad Berg ganz in der Nähe besucht, das sich  trotz aller Modernisierungen seinen unwiderstehlichen Charme bewahrt hat. „Das Allerbeschte bei uns isch“, sagt meine Nachbarin im Schwimmbecken, „ dass wir durch die hohe Schüttungsmenge unserer Quellen unser Wasser nicht aufbereiten müssen. Und auch Chlor isch völlig überflüssig.“</p>
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<div id="attachment_7638" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/SchPlatz_Brunnen_23.jpg"><img class="size-medium wp-image-7638" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/SchPlatz_Brunnen_23-300x199.jpg" alt=" " width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Während des Zweiten Weltkrieges ereilte Stuttgart das gleiche Schicksal wie viele  andere deutsche Städte. Weite Teile der Altstadt wurden total zerbombt. Alteingesessene Stuttgarter erinnern sich noch mit Grauen an den Feuersturm vom 12. September 1944, „als die Welt unterging“, wie eine freundliche weißhaarige Dame mir erzählt. Der Wiederaufbau nach Kriegsende folgte – wie anderswo auch – eher praktischen als ästhetischen Kriterien. Wer durch die Stadt bummelt, wird dennoch eine  Harmonie zwischen alter und moderner Bauweise feststellen. Eine wahre  Augenweide ist der monumentale Schlossplatz im Zentrum der Stadt. Er zählt zu den schönsten Barockgärten  Europas. Einst herzoglicher Lustgarten, diente er ab Mitte des 18. Jahrhunderts als Exerzier- und Paradeplatz. Die barocke Gartenanlage entstand erst um 1850 und durfte von den Stuttgarter Bürgern als Flaniermeile genutzt werden.</p>
<div id="attachment_7640" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/SchPlatz_8571.jpg"><img class="size-medium wp-image-7640" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/SchPlatz_8571-300x200.jpg" alt=" " width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Beim Entwurf des Neuen Schlosses stand wie  bei vielen deutschen Potentaten das Château de Versailles Pate. Carl Eugen von Württemberg gab den Bau zwar bereits 1764 in Auftrag. Doch die Vollendung des Schlosses ließ noch lange auf sich warten. Heute ist es Sitz einiger Ministerien der Landesregierung. Die Bebauung rund um den Platz nimmt sich aus wie ein Architekturwettbewerb. Die eleganten, im  klassizistischen Stil erbauten Königsbau-Passagen, die barocke Fassade des Schlosses sowie der prächtige Brunnen und der orientalisch anmutende gusseiserne Musikpavillon verschmelzen zu einer einzigartigen Synthese. Es gehörte schon einiger Mut dazu, dieses prächtige Ensemble durch das 2005 erbaute Kunstmuseum auf dem Kleinen Schlossplatz gleich nebenan zu erweitern. Der von zahlreichen Stuttgartern ungeliebte gläserne Kubus bildet jedoch  einen reizvollen  Kontrapunkt zu dem traditionellen Konzept.</p>
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<div id="attachment_7642" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/SchPlatz_Brunnen_40.jpg"><img class="size-medium wp-image-7642" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/SchPlatz_Brunnen_40-300x199.jpg" alt=" " width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Die schönen Künste und genüssliches Flanieren liegen in der Neckar-Metropole nur einen Atemzug voneinander entfernt. Ein Schlenker, und wir  befinden uns auf der Königsstraße. In dieser 1,2 Kilometer langen Fußgängerzone schlägt das mondäne Herz der Stadt. Hier reiht sich eine schicke Boutique an die nächste, lädt ein Café, eine betörend nach süßen Leckereien duftende Konditorei  zum Verweilen ein. Ein Tipp für Schleckermäulchen: Biegen Sie vom Schillerplatz kommend in die Dorotheenstraße ein und delektieren Sie sich nicht nur  an den Auslagen der Confiserie Selbach. Hier wird die hohe Kunst der „Chocolaterie“  zelebriert. Vergessen Sie Ihren Diätplan und lassen Sie sich verwöhnen. Überflüssige Pfunde werden Sie lässig während der Begehung verschiedener Stadtteile wieder los, die bergauf, bergab und treppauf, treppab  zu mancherlei Sehenswürdigkeiten führt. Nächste Station auf unserem Rundgang ist die  im Jugendstil erbaute Markthalle. Unter der gläsernen Kuppel dieses eleganten Bauwerks aus Stahlbeton wähnt man sich in südliche Breiten versetzt. Mediterran ist auch das Angebot an Obst und Gemüse. Dazwischen blitzblanke Stände mit typisch schwäbischen Spezialitäten wie hausgemachten Spätzle, Maultaschen und natürlich Wein aus den umliegenden Reblagen. Auch hier droht wieder Gefahr für die Linie. Denn wer lässt sich nicht von einer charmanten Marktfrau zum „Koschten“ dieses oder jenes „Sößle“ verführen!</p>
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<div id="attachment_7644" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/CHGarten_See_3.jpg"><img class="size-medium wp-image-7644" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/CHGarten_See_3-300x225.jpg" alt=" " width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">im chinesischen Garten</p></div>
<p>In das Bohnenviertel, einen von im klassizistischen und historistischen Stil erbauten Häusern geprägten Stadtteil, verliebt sich jeder Tourist auf Anhieb. Hier leben in erster Linie junge Familien und Studenten. Hinter Torbögen verbergen sich Innenhöfe mit Cafés und originellen Läden. Eine Fundgrube für jene, die stets auf der Suche nach dem Besonderen sind. Den Namen verdankt das Viertel übrigens den  Handwerkern und Winzern, die sich im 15. Jahrhundert hier ansiedelten und ihren kleinen Vorgärten Bohnen anpflanzten. Ein reizvoller Gegenentwurf zum nostalgischen Bohnenviertel bildet die Weißenhofsiedlung hoch über den Dächern Stuttgarts. Dieses Paradebeispiel des „Bauhauses“ wurde 1927 von führenden Mitgliedern des Neuen Bauens unter der Leitung des weltberühmten Architekten Ludwig Mies van der Rohe errichtet. In nur einundzwanzig Wochen entstanden einundzwanzig Häuser mit insgesamt dreiundsechzig Wohnungen. Ein Leckerbissen für alle, die an moderner humaner  Architektur ihre Freude haben. Die Palette reicht von einem Doppelhaus des Schweizers Le Corbusier über ein schlichtes Reihenhaus bis hin zu mehrgeschossigen Bauten mit breiten Fenstern mitten im Grünen. Es war das Anliegen dieser genialen Baumeister, die Städter vom Mief stickiger Unterkünfte zu befreien und sie in gesunden, Licht durchfluteten Räumen unterzubringen. Natürlich fanden die Nationalsozialisten wenig Gefallen an  dieser modernen, zukunftweisenden Architektur. Ein Glück für die Nachwelt, dass das Kriegsende den Abriss der Siedlung verhinderte.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Nun aber auf zum Fernsehturm, dem Wahrzeichen Stuttgarts! Bereits 1956 erbaut, gilt er als  die Mutter aller Fernsehtürme in Deutschland. Aus der Vogelperspektive des 217 Meter hohen Turmes genießt man den schönsten Blick auf Stuttgart. Unter uns breiten sich die grünen Rebflächen aus, schrumpfen Kirchtürme zu kurzen Stümpfen, glitzert in weiter Ferne das silberne Band des Neckars. Umwerfend!</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_7646" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Magnolien-mit-Belvedere-01.jpg"><img class="size-medium wp-image-7646" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Magnolien-mit-Belvedere-01-300x219.jpg" alt=" " width="300" height="219" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Nun heißt es Treppen – pardon – „Stäffele“ steigen. Da kann einem schon mal die Luft ausgehen. Doch auch da ist für Abhilfe gesorgt. Denn eine Zahnradbahn, im Volksmund „Zacketse“, nimmt die Höhenunterschiede mühelos und liefert hungrige Gäste direkt vor der Tür des ersten Kochs von Stuttgart ab. Das mit einem Michelinstern geadelte Restaurant <strong>Wielandshöhe</strong> des Maître de Cuisine Vincent Klink ist eine Offenbarung für Feinschmecker.  Wo haben wir je einen so leckeren Rehrücken genossen, der buchstäblich auf der Zunge zergeht. Der joviale Chef  macht stets seine Runde durch das elegant minimalistisch gestylte Restaurant und schenkt jedem Gast seine Aufmerksamkeit. Doch es geht auch eine Nummer kleiner. In Stuttgart gibt es viele Gaststätten und Weinstuben, die schwäbische Hausmannskost vom Feinsten auf die blank gescheuerten Tische bringen. Vergnüglich ist ein Abend in der <strong>Weinstube am</strong> <strong>Schellenturm</strong> mitten im historischen Bohnenviertel. Der Schellenturm wurde 1564 als Teil der Stadtmauer erbaut. Hier waren weiland Verbrecher untergebracht. Der Name des Turms geht auf die Fußfesseln zurück, welche die Delinquenten bei ihrer Arbeit im Freien tragen mussten. Die holzgetäfelte Weinstube ist urgemütlich, das Essen vorzüglich und der im Henkelglas kredenzte Wein frisch und spritzig. Als weiteres Highlight gilt der <strong>Stuttgarter Schlachthof </strong>im Stadtteil Cannstatt. Hierher gelangt man sehr bequem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wie zu allen übrigen Destinationen. Neben einer leckeren rustikalen Küche bietet das Haus den „größten Sauhaufen der Welt“ – in zivilem Deutsch das „Schweinemuseum“ genannt. Hier geht es rund um das Schwein als das dem Menschen ähnlichste Tier in allen Lebenslagen, unterlegt mit gängigen Sprüchen und Wortschöpfungen wie Schweinehund, Sauwetter, Schwein gehabt usw. Durch die Ausstellung führt  allwissend bezüglich all der Schweinereien ein charmanter junger Mann namens Holger Siegle.</p>
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<p>Stuttgart deine Museen. Sie sind an Vielfalt kaum zu übertreffen: Weinbaumuseum, Bauhaus-Freilichtmuseum in luftiger Höhe,  Schweinestall im Museum! Bleiben nur noch die beiden weltweit einzigartigen Kultstätten des Automobils – Porsche und Mercedes-Benz. Dies vorweg: Wer bislang kein Autofan war, wird es hier mit absoluter Sicherheit! Das <strong>Porsche Imperium</strong> residiert in Stuttgart-Zuffenhausen rund um den Porsche-Platz. Allein der gigantische postmoderne Museumsbau – im Volksmund „die schönste Garage Stuttgarts“ &#8211; würde eine Fahrt lohnen. Im Inneren stellt sich die Nobelschmiede mit ihren rund achtzig Modellen vor. Schon die ersten Sportwagen des genialen Autokonstrukteurs Ferdinand Porsche suchen an Eleganz und  Schnittigkeit ihresgleichen. Völlig anders, aber nicht minder eindrucksvoll präsentiert sich <strong>Mercedes-Benz </strong>in Untertürkheim. Auch hier eine imposante Architektur aus Stahl und Glas, die den Besucher schon in die Magie der Marke mit dem berühmten Stern einführt. Am Eingang treffe ich Anselm Vogt-Moykopf, einen sehr gebildeten  Stadtführer, der mich auf meinem Rundgang durch die  plastisch mit Bildern,</p>
<div id="attachment_7648" class="wp-caption alignleft" style="width: 235px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Schlaich_Turm_5.jpg"><img class="size-medium wp-image-7648" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/05/Schlaich_Turm_5-225x300.jpg" alt=" " width="225" height="300" /></a><p class="wp-caption-text"> </p></div>
<p>Fotos, Schautafeln und nie zuvor gesehenen Modellen ausgestatteten Hallen begleitet. Hier wird die Geschichte des Automobils lebendig. Der „Kraftwagen“ wurde in dieser Region erfunden. Drei klugen schwäbischen Köpfen – Carl Benz, Gottfried Daimler und Wilhelm Maybach – verdankt die Welt den für uns Heutige unentbehrlichen fahrbaren Untersatz. Diese epochale Erfindung feiert dieses Jahr  ihren 125. Geburtstag! Herzlichen Glückwunsch. Auf der riesigen Ausstellungsfläche des Museums tritt der Besucher eine spannende Zeitreise durch die Welt der Mobilität an. Eine große Zahl von  Fahrzeugen ist zu bestaunen – vom ersten Automobil weltweit über die berühmten Silberpfeile bis zu den mit modernster Technologie ausgestatteten Produkten von heute. Den krönenden Abschluss bildet eine halsbrecherische Fahrt im Simulator über die  berühmtesten Rennstrecken der Welt. Ein tolles Erlebnis &#8211; allerdings nur für Menschen mit  stabilem Magen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Das wäre also  in aller Kürze die Einführung in eine der  interessantesten und freundlichsten Städte Deutschlands. Und wer jetzt bei Stuttgart immer noch Bahnhof versteht, hat selber Schuld. Ja, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen!<br />
</p>
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