Die Auswärtige Presse e.V.

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Artikel der Kategorie ‘Gesellschaft’

Lyrischer Spaziergang an den Gestaden der Elbe

Juli 25, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, Freizeit und Hobby, Geschichte, Gesellschaft, Hamburg im Fokus, Kunst und Kultur, Literarisches, Lyrik, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Lyrischer Spaziergang an den Gestaden der Elbe

von Uta Buhr

(c) Wiesenburg Verlag

Dieses kleine Buch – es umfasst knapp 80 Seiten – hebt sich wohltuend von so manchem Werk ab, das sich wortreich mit den Befindlichkeiten Hamburgs beschäftigt und allzu oft dieselben Sujets in den Mittelpunkt stellt. Mit „Töne, metallen, trägt der Fluss“ hat Maren Schönfeld einen Band vorgelegt, der Lyrik und Prosa rund um Geschichten und Geschicke der Hansestadt elegant mit einander verbindet.

Postkartenromantik ist nicht die Sache der Autorin. Sie richtet ihr Augenmerk nicht auf die allseits bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt, sondern leuchtet völlig andere Aspekte aus. Und dies in der ihr eigenen klaren Sprache. Das Gedicht „Heute Nacht“ ist ein besonders schönes Beispiel ihres schnörkellosen Stils: „Durch die Zahnlücken / der Stadt pfeift / Sturm heute Nacht // das Lied der verlorenen / Gedanken, die wir suchen“ Dem Stadtteil Ottensen – im Volksmund „Mottenburg“, in welchem Maren Schönfeld seit Langem wohnt, widmet sie vier Strophen, in welchen sie den Wandel eines ehemaligen Industriestandortes  mit rauchenden  Schornsteinen und rußigen  Häuserfassaden in einen sogenannten „In“-Stadtteil beschreibt. Hier im ehemaligen Quartier der armen Glasbläser, deren Lungen durch ihr aufreibendes Metier irreparable Schäden erlitten, die der Volksmund sarkastisch „Motten“ nannte, leben heute vornehmlich Künstler und arrivierte junge Leute, die gern ihren Latte Macchiato in einem der vielen Cafés und Bistros genießen. Sie wissen nichts von dem Elend, in welchem die Altvorderen dieses Quartiers einst ihr Leben fristeten. (mehr …)

Mutter der »Wurzelkinder«

Juli 20, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Freizeit und Hobby, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Mutter der »Wurzelkinder«

Die Kinderbuchautorin und -illustratorin Sibylle von Olfers

von Dr. Manuel Ruoff

Buchcover
(c) Esslinger Verlag

Wenn einer Kinderbücher macht, kann es nicht schaden, wenn er pädagogisch begabt, zu bildhafter Darstellung fähig sowie phantasievoll ist, um nicht zu sagen verträumt. Für die Macherin des Jugendstil-Klassikers „Etwas von den Wurzelkindern“ traf alles drei zu. Die am 8. Mai 1881 auf Schloss Metgethen bei Königsberg geborene Sibylle von Olfers entstammte einer Schriftstellerfamilie. Zu ihren Tanten gehörte die Schriftstellerin, Illustratorin und Salonnière Marie von Olfers, die unter dem Pseudonym Maria Werner neben Gedichten und Novellen auch Kinderbücher herausgab, die sie selbst illustrierte. In den Sommermonaten besuchte Maria von Olfers die Familie ihres Bruders und hatte auf ihre Nichte dabei großen Einfluss.

Dass die Natur in Sibylle von Olfers Werk eine derart große Rolle spielt, kommt nicht von ungefähr. Ihr Vater war Naturforscher und Naturfreund und ließ mit seiner Frau die reiche Kinderschar für damalige Verhältnisse ziemlich ungezwungen von gesellschaftlichen Konventionen und Zwängen aufwachsen. Der Vater konnte das Gut nicht halten und mit 17 Jahren kam Sibylle zu ihrer Tante nach Berlin. Sibylle von Olfers, die ihre Naturverbundenheit auch in der Großstadt bewahrte, wurde durch ihre Tante nun noch systematischer in Zeichnen und Malen ausgebildet, als es vorher schon während der Sommerbesuche der Fall gewesen war.

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Kurzgeschichtenpreis der Hamburger Autorenvereinigung vergeben

Juli 02, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Kurzgeschichtenpreis der Hamburger Autorenvereinigung vergeben

von Maren Schönfeld

Heike S. Hartmann-Heesch, Birgit Rabisch, Karsten Meyer (Foto: Detlef Heesch)

Birgit Rabisch (1. Platz), Karsten Meyer (2. Platz) und Heike Suzanne Hartmann-Heesch (3. Platz) sind die Gewinner des zum zweiten Mal ausgeschriebenen Kurzgeschichtenpreises.

„Heimat“ lautete das Motto des Preises, an dem nur Mitglieder der Hamburger Autorenvereinigung teilnehmen konnten. Sechs Texte schafften es in die Endrunde, das Publikum kürte am 28. Juni die drei Gewinner. Vor mehr als 80 Gästen fand die öffentliche Lesung in den Bethanien-Höfen in Eppendorf statt. Nachdem die Vorsitzende Sabine Witt die Anwesenden begrüßt hatte, führte Wolf-Ulrich Cropp (Stellvertretender Vorsitzender) durch den Abend.

Die sechs Finalisten hatten das Thema ganz unterschiedlich umgesetzt

Naheliegend ist es, Lebens- oder Kindheitserinnerungen mit dem Motto zu verknüpfen, wie es in einigen Erzählungen auch geschah. Erinnerungen an Kriegszeit und Flucht, an eine Kindheit in einer deutschen Kolonie in Oranienbaum, einmal von Cordula Scheel in nahezu lyrischen, detailreichen Bildern geschildert, einmal von Heidrun Schaller wie ein Blitzlicht ins Gestern gesetzt. Mit einer bildkräftigen und leidenschaftlich vorgetragenen Hommage an den Hamburger Dom präsentierte Hans Krech seine Variante des Wettbewerbsthemas.

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BuchEntdecker 2018

Juni 19, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Freizeit und Hobby, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Pressemitteilungen, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für BuchEntdecker 2018

Foto: Sinje Hasheider

Hamburgs längster Tag der Kinder- und Jugendliteratur mit umfangreichen Programm vorm und im Altonaer Museum am Freitag, dem 22. Juni 2018 von 10 bis 22 Uhr

Ohne Anmeldung & Eintritt frei!

Deutschlands Kinderbuchhauptstadt Hamburg feiert Premiere: Zum ersten Mal laden die Hamburger Literaturinitiativen gemeinsam alle Kitas, Schulklassen, Familien und Jugendlichen zu einem bunten, für die Besucher kostenlosen Festtag rund um die Literatur ein! Am Freitag, den 22. Juni 2018 stellen sich von morgens um 10 Uhr bis zum Sonnenuntergang um 22 Uhr in und um das Altonaer Museum zahlreiche Hamburger AutorInnen, Illustratoren, Bücherkünstler und Lese-Initiativen in Lesungen und Workshops ihrem Publikum vor. Dabei richtet sich das Programm vormittags vor allem an Schulklassen und Kitagruppen, nachmittags an Kinder und Familien und abends an Jugendliche und junge Erwachsene.

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HOPE FOR CHANGES – die 7. Triennale der Photographie in Hamburg hat begonnen

Juni 11, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Gastartikel, Gesellschaft, Hamburg im Fokus, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für HOPE FOR CHANGES – die 7. Triennale der Photographie in Hamburg hat begonnen

Text: Ele Runge und Maren Schönfeld
Fotos: Ele Runge

Wie lange können wir noch so weitermachen wie bisher? Für Krzysztof Candrowicz, Kurator der 7. Triennale der Photographie 2018 in Hamburg, ist dies eine der zentralen Fragen, vor der die Welt heute steht. Eine Frage, die auch für das Thema der Triennale  BREAKING POINT – SEARCHING FOR CHANGE einen Antrieb bildet. Und so haben sich in dem kollaborativen Projekt, das drei Jahre lang vorbereitet wurde, 90 verschiedene Kunstorte zusammengefunden, um 25 000 fotografische Arbeiten von 320 Künstlern zu zeigen, die sich alle mit der Frage beschäftigt haben, wo Veränderungen angesetzt und in Bewegung gesetzt werden können. Die Photographie sei dabei auch eine Möglichkeit Themen zu übermitteln, die sich verbal nur schwer ausdrücken lassen, sagt Krzysztof Candrowicz.

PHOBOS EX MACHINA

In diese Kategorie gehören sicherlich die beiden polnischen Künstler Ewa Ciechanowska und Artur Urbanski, die ihre Installation PHOBOS EX MACHINA in einem der Schiffscontainer ausstellen, die rund um die Hamburger Deichtorhallen zu finden sind. Sie zeigen Videos von Bäumen, die bei Stürmen entwurzelt werden. Auf dramatische Weise heben sich in langsamem Tempo Asphalt und Erdreich, die großen Bäume fallen … auf Häuser, Autos, Menschen, die vielleicht gerade so der Gewalt entkommen können. Daneben können die Besucher anhand von Statistiken nachlesen, wie viele Menschen pro Jahr von umfallenden Bäumen verletzt oder sogar erschlagen werden. Am Stellvertreterbeispiel der ‚Bedrohung durch fallende Bäume‘ werfen die Künstler die Frage auf, wie stark wir durch die Medien manipuliert werden, indem diese bestimmte Ängste schüren und die Menschen dadurch in eine gewünschte Richtung lenken. Wie würde sich unsere Wahrnehmung ändern, so fragen die beiden Künstler, wenn Bäume, denen die Bevölkerung bislang kaum ängstlich gegenüber steht, uns künftig zunehmend als massive Gefahrenquelle präsentiert würden?

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Art&Cake heute eröffnet

Juni 09, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Lyrik, Musik, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Art&Cake heute eröffnet

Text und Fotos: Maren Schönfeld

„Hüllen“ von Katharina Holstein-Sturm (Installation)

Die Pop-up-Galerie Art&Cake öffnete heute mit der Vernissage zur Ausstellung „Hüllen“ von Katharina Holstein-Sturm. Sie zeigt fragile MenschenSkulpturen aus Papier. Umringt werden sie von zarten Tuschezeichnungen aus Schellack. Körper, Stärke und Verletzlichkeit sind das Thema ihrer ungewöhnlichen und sehr berührenden Installation. Der kleine Ausstellungsraum wird für vier Monate von verschiedenen Künstlerinnen, Autoren und Autorinnen, Musikerinnen und Musikern bespielt.

Die Ausstellungen wechseln alle drei Wochen und werden von unterschiedlichen Rahmenprogrammen begleitet. So sind Lesungen, Performances und musikalische Darbietungen zu hören. Kunst zu erleben und über sie zu sprechen, Kunstschaffende und -interessierte zusammenzuführen und nicht zuletzt den Menschen aus der Nachbarschaft zu begegnen sind die Ziele der Künstlerinnen.

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Ungarn? Europa?

Mai 31, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Politik, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Ungarn? Europa?

von Ferenc Horvath

Foto: Ferenc Horvath

Ungarn befindet sich geografisch gewiss in Europa.  Wenn man aber die heutige Presse hört, bekommt man irgendwie das Gefühl, als ob sich Ungarn irgendwo auf dem Mond befände und als ob die Ungarn ein wirklich seltsames, eigentlich fast außerirdisches  Volk wären. Genauso fühlen sich die Ungarn, wenn es um die Politik der EU geht. Die beiden Parteien scheinen einander nicht mehr verstehen zu können und verstanden zu werden. 

Diese Tatsache  macht das Leben für ungarisch Stämmige in Deutschland heutzutage seit einiger Zeit ganz schwer.  Sie fühlen sich ein wenig gebrandmarkt und wollen sich über das Thema lieber nicht austauschen.In diesem Fall nutzen aber nur ein ständiger Dialog, eine ständige Feinabstimmung und eine gegenseitige, aufeinander zugehende Aufklärung.

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Das Schweigen der Mütter

Mai 28, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, Gesellschaft, Literarisches, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Das Schweigen der Mütter

von Maren Schönfeld

Buchcover

zu dem Roman „Die Kuschellüge“ von Brigitte Cleve

Als die Protagonistin Laura nach fast zwanzig Jahren wieder in das Ferienhaus der Familie zurückkehrt, um dort die Haushaltsauflösung voranzutreiben, ergreifen sie traumatische Erinnerungen. Ihren Freund, der sie begleitet, weist sie aggressiv zurück. Ihr Aufenthalt in dem Haus beschert ihr ein Déjà-vu nach dem anderen, ausgelöst von Dingen wie dem Kacheldekor in der Dusche. Was war geschehen in dem einen Sommer mit Onkel Edi, der auf die damals Elfjährige aufpassen sollte? Und wer wusste davon?

Brigitte Cleves klar und taktvoll geschriebener Roman basiert auf einer wahren Begebenheit. Diese Geschichte könnte sich überall abgespielt haben, denn in den meisten Fällen findet Missbrauch in der eigenen Familie oder im engeren sozialen Umfeld statt. Wie die Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung von Kindesmissbrauch in einer Studie 2016 ermittelte, waren in 70 Prozent der 200 untersuchten Fälle die Täter aus Familie und sozialem Umfeld. Dass die Familien den Opfern nicht glauben, dass die Mütter meistens Bescheid wissen und wegsehen, ist für die Opfer sehr verstörend.[1]

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Revolutionäres Potenzial

Mai 23, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Lifestyle, Politik, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Revolutionäres Potenzial

von Götz Egloff

Buchcover

Rezension zu Zana Ramadani: Die verschleierte Gefahr. Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen. Europa-Verlag, Berlin, 2017

Politische Korrektheit ist zu einem Menetekel geworden. Einst als sprachbewusste Kategorie gestartet, hat sich der Begriff von Gegenständen und Sachverhalten abgelöst und rückverwandelt nun die Realität in bloße Sprachspiele. Wenn alles eingeebnet ist und gut Begründetes gleichrangig neben schlecht oder gar nicht Begründetem steht, ist alles gleichwertig. Kultur heißt aber auch, Unterscheidungen treffen zu können. Politische Korrektheit ist eben nicht wissenschaftliche, auch nicht epistemologische Korrektheit, sondern ein politischer Imperativ, den man teilen kann oder eben nicht. In der jetzigen Handhabung ist er brandgefährlich, nicht nur weil er gesellschaftliche Machtstrukturen verschleiert mitsamt Denunziation und Exkommunikation ihrer Gegner, sondern weil Bedeutungsfelder ausgeblendet werden, die latent bleiben, aber erspürt werden.

Zum Glück hat die ehemalige Femen-Aktivistin Zana Ramadani das begriffen und letztes Jahr ein Buch vorgelegt, das ihr – wie könnte es anders sein – einiges an Scherereien gebracht hat. Doch mutig genug, heiße deutsche Eisen anzufassen, konnte sie schon bei Femen ihr Engagement unter Beweis stellen, als sie im Jahr 2013 mit ihren Kolleginnen Heidi Klums Verkennungs-Wettbewerb, genannt ´GNTM´, bloßstellte. Im Nachgang zu der Aktion kam bei Femen-Aktivistin Hellen Langhorst ein seltsamer Rechtfertigungsdruck auf, den jene jedoch angemessen agierte: Femen kämpfe gegen Sexindustrie, Religion und Diktatur. ´Diktatur, wo?´ mochten manche fragen, ´in Nord-Korea?´ Oder vielleicht in unseren Köpfen? Nichts weniger als die allumfassende Diktatur des marktradikalen Neoliberalismus war kurzerhand Thema. So machten Femen einen gesellschaftlichen blinden Fleck mittels situativer Objektivierung sichtbar, und deren Bild-(Ver)störung bewirkte allerhand Unruhe, die im kurzatmigen medialen Raum gleichermaßen Wellen schlagen wie verhallen musste.

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“I Love You, You’re Perfect, Now Change – The New Play at the English Theatre of Hamburg

Mai 05, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Englisch, Freizeit und Hobby, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge, Theaterrezensionen Kommentare deaktiviert für “I Love You, You’re Perfect, Now Change – The New Play at the English Theatre of Hamburg

by Uta Buhr
Photos by Stefan Kock

Hey folks, listen to the wise words of Dr. William Masters

Ladies and Gentlemen, welcome to a hilarious Off-Broadway show, featuring four highly gifted actors! The best thing: in order to enjoy this outstanding comedy, you do not even have to fly to New York. Just buy ticket and make yourselves comfortable in one of the seats at the English Theatre of Hamburg. After the much talked about classic “The Picture of Dorian Gray” now a musical! Why not? The “regulars” – meaning those who have been loyal to the Mundsburg stage for many, many years – like diversity in the theatre’s choice: start with a drama, go on with a musical or a comedy and end up with a thriller.

By doing so, you attract people who like to go to plays.

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