Die Auswärtige Presse e.V.

Internationale Journalistenvereinigung Hamburg
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Artikel der Kategorie ‘Gesellschaft’

Eine Probe auf Rechtsstaat und Kultur: Anders Breivik

April 18, 2012 Von: Wöhlke Kategorie: Gesellschaft, Kunst und Kultur, Politik, Redaktionelle Beiträge Noch keine Kommentare →

Von Johanna R. Wöhlke

Am Rande gesagt…

Der moderne Rechtsstaat ist über Jahrhunderte gewachsen und hat sich entwickelt unter Qualen und Schmerzen vieler Menschen. Sie haben gekämpft und gelitten, überzeugt und argumentiert, insistiert und nicht aufgegeben, die Suche nach und den Begriff von Gerechtigkeit zu entwickeln und zu festigen.

Für kultivierte Menschen ist es in diesen Tagen besonders schwer, die Zeitung aufzuschlagen und einem Gesicht zu begegnen, das zu einem menschlichen Monster gehört, dessen selbstgefällige und menschenverachtende Selbstdarstellung der Inhalte und Antriebe seines Handelns die Grenzen dessen erreicht, was in einem funktionierenden Rechtsstaat als gewährleistet betrachtet werden muss: Das Recht auf rechtliches Gehör und das Recht auf ein faires Verfahren vor dem Richter. (weiterlesen …)

Domenica: Das Fotobuch

April 12, 2012 Von: Falbe Kategorie: Gesellschaft, Kunst und Kultur Noch keine Kommentare →

Domenica: Das Fotobuch.

Domenica Niehoff (1945 – 2009), Deutschlands bekannteste Hure, war eine Frau, die ihre Energien verschleuderte, sie hatte ein weites Herz für Viele, und das nicht nur für Männer. »Ich hatte alles. Alle Schichten. Sie waren winselnd, bettelnd, fordernd, gemein.

Brav, lieb, reich, arm, jung, alt«, sagte sie 2008. Prominente wie die Thurn und Taxis ließen sich gern mit ihr fotografieren, die Popgruppe Trio präsentierte ihr Dekolleté auf einem Plattencover – unter dem Titel »Bum Bum«, bei entwürdigenden Promi- und Medienevents wurde sie verheizt.

Ende der 80er Jahre begann sie, sich als Streetworkerin für junge drogenabhängige Prostituierte zu engagieren, bis an die Grenzen ihrer Kräfte. Sie selbst stieg aus dem Milieu (weiterlesen …)

Ginny von Bülow in der Hamburger Spielbank

April 04, 2012 Von: Wöhlke Kategorie: DAP aktuell, Gesellschaft, Hamburg im Fokus, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge, Veranstaltungen Noch keine Kommentare →

Große Dame mit Vergangenheit: Lesung aus dem Werk Ginny G. von Bülows am 26. März 2012 in der Spielbank Hamburg

Von Uta Buhr

Es war schon ein Genuss, der Lesung von Doris Kunstmann  aus dem Werk der Autorin  Ginny von Bülow zuzuhören. Das rauchig-sinnliche Timbre der Stimme der bekannten Hamburger Schauspielerin  verlieh den amüsanten Episoden der Weltenbummlerin und geistreichen Erzählerin, die am Roulettetisch ebenso zu Hause ist wie auf der Rennbahn, einen unverwechselbaren Reiz. Obwohl die Texte unverhohlene biographische Züge tragen, nimmt man Ginny von Bülow das „Leben einer Tagediebin“ – so der Titel eines ihrer Bücher – nicht so recht ab. Die Dame von Welt  gehörte mit Sicherzeit nie zu jenen Zeitgenossen, die dem lieben Gott den langen Tag stehlen, wie es (weiterlesen …)

Bacardi feiert 150jähriges Jubiläum

Februar 11, 2012 Von: Wöhlke Kategorie: Ausland, Geschichte, Gesellschaft, Lifestyle, Reisen, Wirtschaft Noch keine Kommentare →

erschienen in der PAZ vom 4. Februar 2012

Von Angelika Fischer

Politik im Zeichen der Fledermaus: Bacardi feiert 150jähriges Jubiläum

Größtes Familienunternehmen der Spirituosenbranche/ Geheimer Kampf gegen Castro

In Cataño auf Puerto Rico steht die größte Rumfabrik der Welt. Das Besucherzentrum informiert über die Geschichte und die Produkte des Konzerns

Der Name Bacardi steht weltweit nicht nur für eine Rummarke, sondern für karibisches Lebensgefühl: Sommer, Sonne, Strand und Meer, dazu ein tropischer Cocktail… Diese Werbebotschaft zieht bis heute und hat Bacardi zum meistverkauften Rum der Welt gemacht. Allerdings steht der Name auch für ein starkes politisches Engagement.
Vor genau 150 Jahren, am 4. Februar 1862,  wurde die Brennerei in Santiago de Cuba gegründet von Facundo Bacardi y Mazó und hat sich bis heute zum größten Familienunternehmen der Spirituosenbranche und „Global Player“ entwickelt. Der Firmensitz befindet sich seit 1992 auf den Bermudas, Chairman ist seit 2005 Facundo L. Bacardi, ein direkter Nachfahre des Firmengründers. (weiterlesen …)

Gefahr von Rechts bleibt vorhanden

Februar 07, 2012 Von: Wöhlke Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Hamburg im Fokus, Politik Noch keine Kommentare →

erschienen in gekürzter Form im Hamburger Abendblatt am 30. Januar 2012

Von Johanna R. Wöhlke

Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus
Die „Initiative Gedenken in Süderelbe“ lud zu Erinnerungsgang und Diskussion ein.
Referent: Dr. Manfred Murck, Leiter des Hamburger Landesamtes für Verfassungschutz

Vor dem Gedenkstein

„Wir gedenken der Frauen aus dem KZ-Außenlager Neugraben und der wenigen mutigen Menschen, die ihnen geholfen haben.“ Mit diesen Worten begann Pastorin Bettina von Thun von der Michaelisgemeinde in Neugraben ihre Rede an der Gedenktafel vor dem Bürgeramt Neugraben.

Etwa dreißig Neugrabener hatten sich auf Einladung der Initiative „Gedenken in Süderelbe“ wie in jedem Jahr  dort eingefunden, um am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ein Gebinde abzulegen, der immer am 27. Januar begangen wird, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945. (weiterlesen …)

Deutschlands erstes Krimihotel

Januar 23, 2012 Von: Wöhlke Kategorie: Gesellschaft, Hotels, Kunst und Kultur, Lifestyle, Reisen Noch keine Kommentare →

Dieser Artikel erschien bereits in folgenden Medien: Rheinische Post am 10. September 2011, Schleswig-Holstein am Sonntg (SaS) am 12. Dezember 2012 und  PAZ am 31. Dezember 2011
RENDEZVOUS MIT JAMES BOND UND DERRICK IN DEUTSCHLANDS ERSTEM KRIMIHOTEL
Von Uta Buhr

Das Krimihotel

Oh schaurig ist’s, durch die Eifel zu wandern, möchte man angesichts der zahlreichen Krimis mit Eifeler Lokalkolorit ausrufen. Beim Lesen der spannenden Romane Jacques Berndorfs besteht laut Aussagen von Experten geradezu Suchtgefahr. Hobbydetektiv Siggi Baumeister, der die zum Teil grausigen Mordfälle zwischen geheimnisvollen Maren und verträumten Ortschaften mit Verstand und einer gehörigen Portion Humor löst, ist heute in aller Munde und sein geistiger Vater ein weit über die Landesgrenzen hinaus berühmter Autor.

Was lag da näher, als am Ort der fiktiven Verbrechen eine Eifel-Krimilandschaft zu erschaffen!  Hillesheim, ein romantischer, gerade einmal 2 800 Seelen zählender Ort mit mittelalterlicher Stadtmauer und berüchtigtem Hexenturm bot sich als Standort für das erste Krimihotel Deutschlands an. Das Gebäude an der Ecke der Hauptstraße mit (weiterlesen …)

Wilhelm Voigt – der “Hauptmann von Köpenick”

Januar 12, 2012 Von: Wöhlke Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Politik 1 Kommentar →

Von Dr. Manuel Ruoff

Er war der »Hauptmann von Köpenick« Vor 90 Jahren starb Wilhelm Voigt – Der Ostpreuße zog den preußischen Militarismus durch den Kakao wie kein anderer
Seine Köpenickiade gehört zu den komischsten Episoden der preußischen Geschichte. Nichtsdestoweniger war der Ostpreuße Wilhelm Voigt eine traurige Figur. Tragik zieht sich durch sein Leben vom Anfang bis zum Ende.

Der am 13. Februar 1849 in Tilsit geborene Sohn eines Schuh­ma­cher­meisters, der den Beruf seines Vaters ergreift, wird schon mit 14 Lebensjahren straffällig. Es folgt eine Karriere als Kleinkrimineller mit einem halben Dutzend Verurteilungen wegen Diebstahls und Urkundenfälschung. 1890 versucht er dann mittels einer Brechstange, sich in Wongrowitz, Provinz Posen in den Besitz der Gerichtskasse zu bringen. Er wird erwischt und im Februar des darauffolgenden Jahres „wegen schweren Diebstahls im Rückfalle zu 15 Jahren Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht“ verurteilt. Voigt sitzt die Haftstrafe ab und wird einen Tag vor seinem 57. Geburtstag aus der Haft entlassen. (weiterlesen …)

Dr. Oetker – Sein Backpulver verschaffte ihm den Durchbruch

Januar 11, 2012 Von: Wöhlke Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Lifestyle, Wirtschaft Noch keine Kommentare →

Von Dr. Manuel Ruoff

Vor 150 Jahren wurde August Oetker geboren.  Den Tod seines einzigen Sohnes konnte der Unternehmensgründer nicht verwinden

Wie kann die Welt wissen, dass Du etwas Gutes tust, wenn Du es ihr nicht anzeigst?“ Diese Suggestivfrage stammt von August Oetker, dem Gründer des Lebensmittelkonzerns „Oetker-Gruppe“ mit der berühmten Marke „Dr. Oetker“. Heute besteht ein weitgehender Konsens, dass es insbesondere Werbung und Marketing waren, die den Erfolg des Firmengründers erklären. Ein weiterer Faktor war seine fachlich-naturwissenschaftliche Qualifikation. Er war der Sohn eines Bäckermeisters und durch seine Mutter, eine Rechtsanwalts­tochter, Enkel eines Akademikers. Nach dem Besuch der Bürgerschule und dem Abitur machte der am 6. Januar 1862 in Obernkirchen geborene Niedersachse erst eine Apothekerlehre und studierte dann Pharmazie. Er schloss das Studium in Berlin mit der Note „sehr gut“ ab und promovierte anschließend in Freiburg über die Frage „Zeigt der Pollen in den Unterabtheilungen der Pflanzen-Familie charakteristische Unterschiede?“ (weiterlesen …)

Der rote Welfe

Januar 11, 2012 Von: Wöhlke Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Politik, Redaktionelle Beiträge Noch keine Kommentare →

von Dr. Manuel Ruoff

Hinrich Wilhelm Kopf gehörte zu den westdeutschen SPD-Landesvätern, die eher Pragmatiker als Ideologen waren
Wie seine Zeit- und Amtsgenossen in den nordwestdeutschen Stadtstaaten Hamburg und Bremen Max Brauer und Wilhelm Kaisen war Hinrich Wilhelm Kopf eher vom Typus Landesvater als Arbeiterführer. Der „Rote Welfe“ wurde er genannt, und er hörte es ganz gerne, entsprach es doch seinem Selbstverständnis. Mit einer Mischung aus Respekt gegenüber dem politischen Instinkt und Miss­achtung ob des Fehlens einer Ideologie, die den Intellektuellen zu faszinieren vermag, spricht der „Spiegel“ seinerseits von einem „Bonhomme der Vernunft“. (weiterlesen …)

Usbekistan Snapshot

Januar 11, 2012 Von: Wöhlke Kategorie: Ausland, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge, Reisen Noch keine Kommentare →

Von Dr. Ferenc Horvath

Taschkent, die Hauptstadt, wird aus Bischkek angeflogen. Die Boeing der Usbekischen Fluggesellschaft fliegt parallel zu wunderbar Schnee- bedeckten Bergen. Majestätischer Blick.  Vor einem Jahr war ich hier zum letzten Mal. Man würde denken, wahrscheinlich nichts Neues zu sehen. Fehlanzeige!

Der Flughafen wurde weiter ausgebaut, die Flotte weiter entwickelt. Überall moderne Flugzeuge der Uzbekistan Airways. Die Formalitäten werden ganz zügig erledigt, die Partner warten auf uns draußen. Es ist sofort anzumerken, die Anzahl der alten Ladas hat sich dezimiert. Die im Lande zusammengebaute Daewoo gewinnt stark Oberhand, obwohl wie es erzählt wird ein vergleichbares Modell aus der Usbekischer Herstellung kostet in Moskau weniger, und kann auch sofort übernommen werden. In Usbekistan gibt es Wartezeiten, oder alternativ der Gang zu Schwarzmarkt. (weiterlesen …)