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	<title>Die Auswärtige Presse e.V. &#187; Geschichte</title>
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	<description>Internationale Journalistenvereinigung Hamburg</description>
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		<title>Gefahr von Rechts bleibt vorhanden</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 14:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wöhlke Johanna Renate]]></category>

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		<description><![CDATA[erschienen in gekürzter Form im Hamburger Abendblatt am 30. Januar 2012 Von Johanna R. Wöhlke Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus Die „Initiative Gedenken in Süderelbe“ lud zu Erinnerungsgang und Diskussion ein. Referent: Dr. Manfred Murck, Leiter des Hamburger Landesamtes für Verfassungschutz „Wir gedenken der Frauen aus dem KZ-Außenlager Neugraben und der wenigen mutigen Menschen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>erschienen in gekürzter Form im Hamburger Abendblatt am 30. Januar 2012</p>
<p>Von Johanna R. Wöhlke</p>
<p><strong>Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus</strong><br />
Die „Initiative Gedenken in Süderelbe“ lud zu Erinnerungsgang und Diskussion ein.<br />
Referent: Dr. Manfred Murck, Leiter des Hamburger Landesamtes für Verfassungschutz</p>
<div id="attachment_13026" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/Vor-dem-Gedenkstein-klein.jpg"><img class="size-medium wp-image-13026" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/Vor-dem-Gedenkstein-klein-300x180.jpg" alt=" " width="300" height="180" /></a><p class="wp-caption-text">Vor dem Gedenkstein</p></div>
<p>„Wir gedenken der Frauen aus dem KZ-Außenlager Neugraben und der wenigen mutigen Menschen, die ihnen geholfen haben.“ Mit diesen Worten begann Pastorin Bettina von Thun von der Michaelisgemeinde in Neugraben ihre Rede an der Gedenktafel vor dem Bürgeramt Neugraben.</p>
<p>Etwa dreißig Neugrabener hatten sich auf Einladung der Initiative „Gedenken in Süderelbe“ wie in jedem Jahr  dort eingefunden, um am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus ein Gebinde abzulegen, der immer am 27. Januar begangen wird, dem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz am 27. Januar 1945.<span id="more-13018"></span></p>
<p>Hinter ihnen lag an diesem Vormittag schon eine Stunde Weges in der Kälte des an diesem Freitagmorgen unerwartet eingebrochenen Winters im Schnee und Frost zu drei Stationen im Neugrabener Zentrum. Die Frauen des Lagers mussten  dort selbst im Winter in leichten Sommeroveralls arbeiten, den ganzen Tag ohne Essen und Wasser. Sie wurden unter den unmenschlichsten Bedingungen beim Siedlungsbau eingesetzt.</p>
<p>Von einigen Neugrabenern aber erfuhren sie Hilfe: einen Teller Suppe, Kleidung, Wolle, Kartoffeln, dicken süßen Brei, Schuhe für die erfrorenen Füße, gute Worte, einen Gang zur Toilette, um nicht die Notdurft zwischen Bäumen und Büschen zu verrichten, wie es sonst geschah. Das alles geschah mit Angst vor den Wächtern und der körperlichen und psychischen Belastung der schweren Zwangsarbeit: „Wieviel Stunden wir arbeiteten, wussten wir nicht; am Vorabend gingen wir zu Fuß nach Neugraben. Abends bekamen wir einen Schöpflöffel Suppe &#8211; nach menschlichem Gutachten ungenießbar &#8211; welche wir mit unseren Tränen salzten und eine Schnitte Brot – womöglich steinhart“, erinnert sich Helena B. in ihren Aufzeichnungen.</p>
<p>Die Teilnehmer des Rundganges hörten an allen Stationen Texte aus dem Leben der Frauen, die sie selbst danach aufgeschrieben hatten und in denen sie ihre schrecklichen Erlebnisse beschreiben, aber gleichzeitig auch erzählen, wie ihnen von einigen wenigen geholfen wurde.</p>
<p>Eine andere Gefangene, Helena B. schrieb: „Einen Lichtpunkt während meiner zweieinhalbjährigen Konzentration der Nazi- Deutschen will ich hinzufügen, was lebenswichtig für uns war in der irdischen Hölle von der SS Zeit: im November – Dezember bis anfangs Jänner – bis wir nach Tiefstack gingen – hatten wir einen Polier, Hermann Rose, Harburg – als Aufsichtsperson, der unter größter Gefahr für ihn – uns im Regen in die Bude schickte und nur, wenn er von der Ferne einen SS sah, zu uns sagte „schnell an die Arbeit!“ Hermann war ein älterer Herr; sehr oft morgens brachte er uns warmen Kaffee und manchmal auch etwas Brot &#8211; er hatte ja auch nur seine Zuteilung. Ich persönlich versprach ihm: Falls ich vielleicht doch überlebe diese Hölle, so werde ich ihn zu uns einladen, und es geschah vom ersten Geld der Wiedergutmachung, kaufte ich bei der Zim-Schiffsgesellschaft ein Billet für beide Reisen: hin und zurück und sandte es ihm ein. Er war bei uns in Israel 3 Monate&#8230;“</p>
<p>Weitere Namen hilfsbereiter Menschen sind Familie Storm, die ein Gemüsegeschäft betrieb; ein altes Ehepaar am Scheideholzweg; die beiden Mitarbeiter Rose und Stankowitz der Firma Prien und deren Baubaracken.</p>
<div id="attachment_13021" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/Gruppenbild-klein.jpg"><img class="size-medium wp-image-13021" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/Gruppenbild-klein-300x241.jpg" alt="" width="300" height="241" /></a><p class="wp-caption-text">:Pastorin Bettina von Thun und Andreas Winter ( Vorsitzender des Pfarrgemeinderates der katholischen Heilig Kreuz Gemeinde) sowie Eberhard Reinhard ( Mitglied des Pfarrgemeinderates der katholischen Heilig Kreuz Gemeinde) hatten Dr. Manfred Murck als Referenten für ihre Veranstaltung gewinnen können.</p></div>
<p>Dem morgendlichen Rundgang schloss sich eine Abendveranstaltung im Gemeindehaus der Michaeliskirche an. Zum Thema &#8220;Wehrhafte Demokratie. Was können wir als Bürgerinnen und Bürger gegen die Gefahr von Rechts tun?“ hatte die Initiative „Gedenken in Süderelbe“ zu einem Vortrag und Gespräch mit Dr. Manfred Murck, dem Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz, Hamburg, eingeladen.</p>
<p>Um es vorweg zu nehmen: Aus den geplanten zwei Stunden wurden drei und auch danach waren noch nicht alle Fragen beantwortet.  Murck erläuterte zuerst  die Entstehungsgeschichte des Verfassungsschutzes seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland und seine verfassungsmäßige Basis. Sie beruht auf dem Prinzip der wehrhaften Demokratie des Grundgesetzes und dem darauf basierenden Prinzip, dass die Liberalität der Verfassung und des Staates nicht von innen heraus ausgehöhlt und zerstört werden darf. Wer in seinen Bestrebungen und Aktivitäten gegen das Grundgesetz und seine Werte agiert, darf vom Verfassungsschutz  beobachtet werden, um Informationen zu sammeln, mehr nicht.</p>
<p>So wurden zum Beispiel schon 1952 die Sozialistische Reichstpartei verboten, die sich als Nachfolgeorganisation der NSDAP verstand. Im Jahre 1956 folgte mit dem Verbot der KPD das zweite Parteienverbot der Bundesrepublik auf der Basis des Prinzips der wehrhaften Demokratie. In diesen und vergleichbaren Fällen können die Informationen des Verfassungsschutzes dazu beitragen, Gerichtsentscheidungen zu stützen.</p>
<p>Mit Bedauern diskutierten die Teilnehmer die Tatsache, dass nach der Zeit des Hitler-Regimes das rechtsradikale Gedankengut nicht verschwunden ist, in Deutschland und Europa gleichermaßen. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung werden diesem Gedankengut zugerechnet, zehn Prozent einem relativ geschlossenen rechtsextremem Weltbild. Murck: „Die Gedanken und Köpfe waren ja nicht weg.“ Die Hoffnung darauf wurde 1964 mit der Gründung der NPD zerschlagen, die zuerst nennenswerte Wahlerfolge hatte, dann aber doch wieder aus „der Taktung der Republik verschwand“.</p>
<p>Das was zu Beginn der Nachkriegszeit mit „Neonazis“ beschrieben werden konnte, Menschen also, die sich bewusst in der Nachfolge der NSDAP sahen, wechselte im Laufe der Jahre, so Murck, in die Fraktion der „ewig Gestrigen“ und „Revisionisten“ und bezog Jugendliche mit ein, die keine Erfahrung mit der Geschichte des Nationalsozialismus hatten. Hier waren wie auch bis heute junge Männer die Träger des aktiven Teils dieser Gruppierungen. Man schätzt, dass um die 2o Prozent der jungen Männer anfällig für extrem rechtes Gedankengut sind, deren politische Kultur und soziale Grundierung die der Verlierer ist aber auch im bürgerlichen Lager Unterstützung findet, ohne dass dies zu öffentlichen Aktionen führt.</p>
<p>Die liberale Auslegung des Versammlungsrechtes gibt diesen Gruppen Spielräume, sich zu treffen. Sie haben ihre Organisationsformen verlegt, agieren nicht mehr in Vereinen und Parteien, sondern sogenannten „Kameradschaften“. Die Vernetzung durch die Möglichkeiten der modernen Technik fördert dies. Das Internet macht klassische Strukturen überflüssig. Murck: „Die Leugnung des Holocaust steht unter Strafe. Aber das Versammlungsrecht erlaubt das Aufmarschieren. Das nutzen diese Gruppierungen für sich aus.“ War es bei den Nazis und Neonazis unter anderem die Idee des „Volkes ohne Raum“, so ist es bei diesen modernen Gruppierungen die Idee des „unseren Raum freihalten von Fremdem“, die ihren Aktivitäten zugrunde liegt.</p>
<p>Die Weiterentwicklung rechtsextremen Gedankengutes ist demnach nicht aufzuhalten, eine bittere Erkenntnis dieses Abends. Die „moderne“ Ausprägung in der Form sogenannter „ Autonomer Nationalisten“, die einem „arischen Herrenmenschentum“ das Wort reden, prägt das Bild. Hier spielen Faktoren hinein wie bestimmte Musik als Radikalisierungsmechanismus oder martialische Auftritte, die mit Fremdenhass gepaart sind, der sich zunehmend auch antiislamisch zeigt.</p>
<p>Murck: „Gewalttaten bewegen sich im Promillebereich, sind aber natürlich öffentlichkeitswirksam.“ Der Hamburger Verfassungsschutz legt in seinem jährlichen Bericht für alle offen, welche Gruppen von ihm beobachtet werden. Dazu gehören seit den Ereignissen des 11. September auch Aktivitäten radikaler Islamisten, die die Scharia als Rechtsgrundlage ihrer Aktivitäten hier behaupten.</p>
<p>Fazit eines in all seinen Fragen und Antworten nur anzureißenden Abends: Die Makroebene der Gesellschaft reagiert nur sehr träge und zähflüssig und muss darauf setzen, dass dies ein Generationenwerk ist und bleibt. Murck: „Ich glaube an diese Demokratie. Einfache Lösungen bleiben immer attraktiv, aber treffen nicht die komplexe Wirklichkeit.“</p>
<p>Fotos: Wöhlke<br />
</p>
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		<title>Die Flut in Hamburg 1962</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Feb 2012 13:40:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Buhr Uta]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Artikel erschien bereits  am 4. Februar in der PAZ Von Uta Buhr LAND UNTER IN HAMBURG – DIE AUSSTELLUNG  „DIE FLUT HAMBURG 1962“  IN DER BALLINSTADT Es war eine Naturkatastrophe biblischen Ausmaßes, die Hamburg  im Februar vor fünfzig Jahren heimsuchte. Ausgelöst wurde die Sturmflut vom Orkan „Vincinette“, der vom Nordpolarmeer über Island in Richtung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Artikel erschien bereits  am 4. Februar in der PAZ</p>
<p>Von Uta Buhr</p>
<p>LAND UNTER IN HAMBURG – DIE AUSSTELLUNG  „DIE FLUT HAMBURG 1962“  IN DER BALLINSTADT</p>
<div id="attachment_13006" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/IMG_4217.jpg"><img class="size-medium wp-image-13006" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/IMG_4217-300x225.jpg" alt=" " width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Rettungsaktion in Wilhelmsburg</p></div>
<p>Es war eine Naturkatastrophe biblischen Ausmaßes, die Hamburg  im Februar vor fünfzig Jahren heimsuchte. Ausgelöst wurde die Sturmflut vom Orkan „Vincinette“, der vom Nordpolarmeer über Island in Richtung Deutsche Bucht raste und die tief gelegenen südlichen Stadtteile der Hansestadt in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 mit voller Wucht traf. Insgesamt 340 Menschen ertranken in den sintflutartigen Wassermassen. Unter dem Titel „Die Flut Hamburg 1962“ erinnert das Auswanderermuseum in der Ballinstadt auf der Veddel mit einer Ausstellung an dieses tragische Ereignis, das als „Jahrhundertflut“ in die Annalen der Hansestadt einging.<span id="more-13002"></span></p>
<p>Im Haus 1 der Ballinstadt, einem schlichten roten Backsteingebäude, hat sich bereits am frühen  Morgen eine Schulklasse aus Harburg eingefunden. Mit Verwunderung betrachten die Sechzehnjährigen die im typischen Stil der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts eingerichtete Zimmerecke gegenüber dem Eingang. Neben zwei plüschigen Cocktailsesseln in rosa und hellblauen Bonbonfarben erweckt ein klobiges Radio ihr Interesse, aus dem gerade das Schluchzen einer Frau zu hören ist, die von den furchtbaren<br />
Ereignissen der vergangenen Nacht berichtet, unterbrochen von den schrillen Sirenentönen der Einsatzwagen und einer Warnung der Polizei, auf etwaige Plünderer würde ohne Vorwarnung geschossen. Eine Reportage im O-Ton  aus jenen Tagen, als Hamburg in den eiskalten Fluten der Elbe versank. Die Kinder schauen ihren Lehrer betroffen an, der die Sturmflut mit dem Tsunami in Südostasien vergleicht, an den sich alle noch erinnern können.</p>
<p>An den Wänden  prangen riesige Schwarz-Weiß Fotos, die das Drama in chronologischer Folge dokumentieren: Während ein Bild in schwere Decken gehüllte Menschen mit vor Angst verzerrten Gesichtern auf einem Schlauchboot zeigt, ist auf dem nächsten ein Haus zu sehen, von dem nur noch das obere Stockwerk aus den dunklen Fluten ragt. Ergänzt wird das Schreckensszenario durch eine Reihe von Gegenständen aus jener Zeit, die bei der Bekämpfung der Katastrophe eingesetzt wurden – Rettungswagen, altertümlich anmutende Wasserpumpen, hoch aufgetürmte Sandsäcke, Schlauchboote und medizinisches Gerät. Audio- und Videoeinspielungen runden das Bild der dramatischen Ereignisse im Winter des Jahres 1962 ab.</p>
<div id="attachment_13009" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/IMG_4211.jpg"><img class="size-medium wp-image-13009" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/02/IMG_4211-300x225.jpg" alt=" " width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Umfassende Innformationen</p></div>
<p>Im angrenzenden Raum melden sich Zeitzeugen auf großflächigen Tafeln zu<br />
Worte. Erschütternd ist der Bericht des seinerzeit einunddreißigjährigen Ewerführers Harry Braun, der seit 1960 bei der Feuerwehr tätig war. Eindringlich schildert er, wie er und seine Kollegen versuchten, Frau und Kinder des Neßsander Vogelwarts zu retten. Doch der Sturm hatte das Wasser so aufgewühlt, dass ihr Schlauchboot die Insel nicht erreichen konnte. Die Helfer<br />
mussten tatenlos zusehen, wie das Haus der Familie in den Fluten versank. Ein traumatisches Erlebnis, das Harry Braun bis heute nicht vergessen hat. Weitere Einsätze folgten, bei denen der junge Mann sein Leben erneut aufs Spiel setzte. Er war auch unter den 100.000 Menschen, die zehn Tage später an der Trauerfeier auf dem Rathausmarkt teilnahmen. Eine Auszeichnung  für seinen Einsatz aber lehnte er ab. Hanseaten nehmen keine Orden an. Lisa Hoffmann,<br />
eine Bewohnerin der Veddel, dem neben Wilhelmsburg  am heftigsten betroffenen Stadtteil, erinnert sich ebenfalls mit Grauen an die schrecklichen Tage, als die Flut ihr Viertel gänzlich unter Wasser setzte.<br />
Vollgelaufene Keller und Autos, die wie Streichholzschachteln auf dem Wasser trieben, waren vielleicht noch das kleinere Übel, verglichen mit den Toten und jenen Menschen, deren ganzes Hab und Gut von den Wassermassen verschlungen wurde.</p>
<p>Ein alter Herr aus Wilhelmsburg zeigt sich tief bewegt von der Ausstellung:<br />
„Genau so war es“, sagt er. „ Manche  Menschen haben in den elbnahen Vororten und Dörfern  auf den Dächern ihrer Häuser gestanden und auf Rettung durch einen Hubschrauber gehofft.“ Ihr Mann, so berichtet eine Frau in einer<br />
Rundfunkaufzeichnung,  habe  seine Unterhose an einem Besenstiel befestigt und diesen hin und hergeschwungen, um auf sich und die Seinen aufmerksam zu machen. Sämtliche Zeitzeugen aber sind sich in einem einig: Die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung sei überwältigend gewesen, viele Bürger hätten Flutopfer freiwillig in ihren Häusern und Wohnungen aufgenommen und versorgt, um schon einmal die schlimmste Not zu lindern. Plünderungen habe es äußerst selten gegeben. „Und einem typischen Hanseaten sind wohl alle, die dabei waren, bis heute dankbar“, nimmt der Wilhelmsburger den Faden wieder auf.  „Wenn unser damaliger Innensenator und späterer Bundeskanzler Helmuth Schmidt nicht so beherzt und unbürokratisch  eingegriffen hätte“, sagt er zum Abschied“, wäre alles mit Sicherheit  noch viel schlimmer gekommen.“</p>
<p>Die Ausstellung „Die Flut Hamburg 1962“ in der Ballinstadt auf der Veddel läuft bis zum 29. Februar 2012<br />
Öffnungszeiten täglich von 10 bis 16.30 Uhr<br />
Eintrittspreis: 12 €<br />
Info: www.ballinstadt.de<br />
</p>
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		<title>Wilhelm Voigt &#8211; der &#8220;Hauptmann von Köpenick&#8221;</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 22:00:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Er war der »Hauptmann von Köpenick« Vor 90 Jahren starb Wilhelm Voigt – Der Ostpreuße zog den preußischen Militarismus durch den Kakao wie kein anderer Seine Köpenickiade gehört zu den komischsten Episoden der preußischen Geschichte. Nichtsdestoweniger war der Ostpreuße Wilhelm Voigt eine traurige Figur. Tragik zieht sich durch sein Leben vom [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Er war der »Hauptmann von Köpenick« Vor 90 Jahren starb Wilhelm Voigt – Der Ostpreuße zog den preußischen Militarismus durch den Kakao wie kein anderer</strong><br />
Seine Köpenickiade gehört zu den komischsten Episoden der preußischen Geschichte. Nichtsdestoweniger war der Ostpreuße Wilhelm Voigt eine traurige Figur. Tragik zieht sich durch sein Leben vom Anfang bis zum Ende.</p>
<p>Der am 13. Februar 1849 in Tilsit geborene Sohn eines Schuh­ma­cher­meisters, der den Beruf seines Vaters ergreift, wird schon mit 14 Lebensjahren straffällig. Es folgt eine Karriere als Kleinkrimineller mit einem halben Dutzend Verurteilungen wegen Diebstahls und Urkundenfälschung. 1890 versucht er dann mittels einer Brechstange, sich in Wongrowitz, Provinz Posen in den Besitz der Gerichtskasse zu bringen. Er wird erwischt und im Februar des darauffolgenden Jahres „wegen schweren Diebstahls im Rückfalle zu 15 Jahren Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht“ verurteilt. Voigt sitzt die Haftstrafe ab und wird einen Tag vor seinem 57. Geburtstag aus der Haft entlassen.<span id="more-12808"></span></p>
<p>Mit zusammengerechnet fast 30 Jahren Haft hat Voigt bis dahin mehr als die Hälfte seines Lebens hinter Gittern verbracht. Der Staat ist gewarnt und tritt Voigt mit der entsprechenden Skepsis entgegen. Tragischerweise versucht Voigt, nun, da sein Ruf ruiniert ist, offenkundig ernsthaft, auf den früh verlassenen Pfad der Tugend zurückzukehren. Der Anstaltsgeistliche hat ihm Arbeit in seinem erlernten Beruf in Wismar vermittelt und er führt sich gut. Da wird er im Mai seines Entlassungsjahres aufgrund seiner Vorstrafen aus dem Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin ausgewiesen. Der Preuße zieht nach Berlin zu seiner älteren Schwester Bertha und findet in der Millionenmetropole auch Arbeit in einer Schuhwarenfabrik. Am 24. August 1906 erhält er jedoch als „eine für die öffentliche Sicherheit und Moralität gefährliche Person“ vom zuständigen Polizeipräsidenten auch für Berlin ein Aufenthaltsverbot. Voigt taucht daraufhin unter. Er behält zunächst seine Arbeitsstelle, hat aufgrund seines illegalen Status jedoch kaum Aussicht auf dauerhafte Beschäftigung.</p>
<p>In dieser Situation geht Voigt sein nächstes Verbrechen an, das als Köpenickiade in das kollektive Gedächtnis Eingang gefunden hat. Carl Zuckmeyer übernimmt zwar in seinem Drama „Der Hauptmann von Köpenick. Ein deutsches Märchen in drei Akten“ Voigts Rechtfertigung, er habe nur einen Pass ergaunern wollen, um ungestört ein rechtschaffenes Leben als wertvolles Mitglied der Gesellschaft führen zu können, doch bei allem Wohlwollen für Voigt müssen wir wohl davon ausgehen, dass den Hochstapler eher die Aussicht auf eine Millionen-Beute reizte. Pässe wurden nämlich auf dem Landratsamt des Kreises Teltow ausgestellt. Von Köpenick hingegen hieß es seinerzeit in der Presse, dass in der Stadt fast 65000 Mark erwirtschaftet worden seien und für Wertpapiere im Werte von zwei Millionen Mark ein neuer Tresor angeschafft werden müsse. Nachdem Voigt sich vorher in diversen Trödelläden die Bestandteile einer Uniform eines Hauptmannes im 1. Garde-Regiment beschafft hatte, zog er am 16. Oktober derartig kostümiert los. Er unterstellte sich in Berlin zwei Wachkommandos, denen er begegnet war, und fuhr mit ihnen nach Köpenick, wo er mit deren Hilfe das Rathaus besetzte, den Bürgermeister gefangen nahm und sich vom Kassenrendanten die Stadtkasse aushändigen ließ. Dabei stieß er auf keinerlei Widerstand. Der „Hauptmann von Köpenick“, wie er sich später selber nannte, gab dann noch ein paar Befehle und Anweisungen und begab sich anschließend mit einer Beute von 3557,45 Mark in bar und Zinsscheinen in Höhe von 443,25 Mark alleine auf den Rückweg nach Berlin, wo er sich an einem stillen Örtchen wieder umzog und in den Zivilisten Voigt zurückverwandelte.</p>
<p>Möglicherweise hätte man Voigt nie erwischt, wenn nicht einer seiner Mitgefangenen sich seiner damaligen Worte, dass er „einfach Soldaten von der Straße holen“ werde, erinnert und ihn verpfiffen hätte. Am 26. Oktober 1906 wurde er verhaftet und am 1. Dezember des Jahres „wegen unbefugten Tragens einer Uniform, Vergehens gegen die öffentliche Ordnung, Freiheitsberaubung, Betruges und schwerer Urkundenfälschung“ zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.</p>
<p>Statt sich vorgeführt zu fühlen und nach Rache zu dürsten, reagierte der Kaiser und preußische König bemerkenswert gelassen. Ob Wilhelm II. Voigt als „genialen Kerl“ bezeichnet und dessen Tat lachend mit den Worten kommentiert hat „Da kann man sehen, was Disziplin heißt. Kein Volk der Erde macht uns das nach!“, sei dahingestellt, jedenfalls ließ er sich unverzüglich über die Tat seines Landsmannes berichten und begnadigte ihn 1908.</p>
<p>Voigt gelang es, sein Schelmenstück zu vermarkten. Sein Prozess war bereits von der Öffentlichkeit mit großem Interesse verfolgt worden und das Gleiche galt auch für seine Auftritte nach der Haftentlassung. Schon wenige Tage nach der Entlassung wurde in seiner Anwesenheit eine Wachsfigur von ihm im damals bekannten Berliner Wachsfigurenkabinett „Castans Panoptikum“ enthüllt. Er bereiste ganz Deutschland und auch das Ausland, um in Lokalen und auf Jahrmärkten aufzutreten, gerne auch in der Rolle des „Hauptmannes von Köpenick“. 1909 erschien in Leipzig seine Autobiografie „Wie ich Hauptmann von Köpenick wurde. Mein Lebensbild“.  Voigt kam darüber zu Geld, wurde jedoch nichtsdestotrotz von der Staatsmacht kritisch beäugt, stand weiterhin unter Polizeiaufsicht. Erneut geriet er in Konflikt mit dem Gesetz. Diesmal wurde ihm Verletzung der Gewerbeordnung vorgeworfen.</p>
<p>Der Deutsche entzieht sich weiteren Querelen mit den Staatsorganen in seiner Heimat durch einen Wohnortwechsel ins Ausland. Genügend Geld hatte er inzwischen. 1910 ließ er sich einen luxemburgischen Ausweis ausstellen und zog in das Großherzogtum. 1912 kaufte er dort ein Haus, wohin er sich aus der Öffentlichkeit zurückzog, um dort seinen Ruhestand zu genießen.  Letzteres war ihm allerdings nicht vergönnt. Der Erste Weltkrieg und die anschließende Inflation vereitelten dies. Wie vor der Köpenickiade wieder mittellos verstarb er von einer schweren Lungenerkrankung gezeichnet am 3. Januar 1922 in Luxemburg, wo er auch begraben liegt.<br />
</p>
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		<title>Dr. Oetker &#8211; Sein Backpulver verschaffte ihm den Durchbruch</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 22:39:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Lifestyle]]></category>
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		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Vor 150 Jahren wurde August Oetker geboren.  Den Tod seines einzigen Sohnes konnte der Unternehmensgründer nicht verwinden Wie kann die Welt wissen, dass Du etwas Gutes tust, wenn Du es ihr nicht anzeigst?“ Diese Suggestivfrage stammt von August Oetker, dem Gründer des Lebensmittelkonzerns „Oetker-Gruppe“ mit der berühmten Marke „Dr. Oetker“. Heute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p>Vor 150 Jahren wurde August Oetker geboren.  Den Tod seines einzigen Sohnes konnte der Unternehmensgründer nicht verwinden</p>
<p>Wie kann die Welt wissen, dass Du etwas Gutes tust, wenn Du es ihr nicht anzeigst?“ Diese Suggestivfrage stammt von August Oetker, dem Gründer des Lebensmittelkonzerns „Oetker-Gruppe“ mit der berühmten Marke „Dr. Oetker“. Heute besteht ein weitgehender Konsens, dass es insbesondere Werbung und Marketing waren, die den Erfolg des Firmengründers erklären. Ein weiterer Faktor war seine fachlich-naturwissenschaftliche Qualifikation. Er war der Sohn eines Bäckermeisters und durch seine Mutter, eine Rechtsanwalts­tochter, Enkel eines Akademikers. Nach dem Besuch der Bürgerschule und dem Abitur machte der am 6. Januar 1862 in Obernkirchen geborene Niedersachse erst eine Apothekerlehre und studierte dann Pharmazie. Er schloss das Studium in Berlin mit der Note „sehr gut“ ab und promovierte anschließend in Freiburg über die Frage „Zeigt der Pollen in den Unterabtheilungen der Pflanzen-Familie charakteristische Unterschiede?“<span id="more-12801"></span></p>
<p>Schon früh trieb es Oetker in die Selbständigkeit. Mit der Beteiligung an einem Betrieb für Apotheken-Gerätschaften hatte er wenig Erfolg. Doch dann ermöglichte ihm die Mutter seiner 1889 geheirateten Ehefrau Caroline, sich etwas Eigenes aufzubauen, sein eigener Herr zu werden. Mit ihrer finanziellen Hilfe erwarb er 1891 in Bielefeld eine eigene Apotheke, ein Ereignis, an dem heute die Gründung von „Dr. Oetker“ festgemacht wird.</p>
<p>Oetker baute das Laboratorium seiner Apotheke aus und begann mit seinen naturwissenschaftlichen Fähigkeiten, an neuen Produkten zu experimentieren, die er dann – nicht ohne Erfolg – feilbot. Ein Gesundheitskakao gehörte ebenso zu den von ihm entwickelten und vertriebenen Produkten wie eine Fußcreme.</p>
<p>Der Durchbruch gelang ihm, als er sich einem Problem zuwandte, das er aus der väterlichen Back­stube kannte. In Oetkers Heimat wurden bis dahin Sauerteig oder Hefe verwandt, um den Brotteig aufzulockern – was allerdings mit Umständen verbunden war. In den Vereinigten Staaten war man auf diesem Gebiete bereits weiter. Dort wurde mit Backpulver gearbeitet. Der innovationsfreudige Oetker erfuhr davon. Inwieweit der Deutsche das Backpulver wirklich verbessert hat, ist umstritten. Unumstritten hingegen ist, dass er 1893 mit dem Vertrieb eines von ihm produzierten Back­pulvers namens „Backin“ begonnen hat und dass die Art der Vermarktung wesentlich zu dem Erfolg des Produktes beigetragen hat. Er verkaufte das Backpulver in kleinen Tütchen zu zehn Pfennig. Das war ein für breite Schichten erschwinglicher Preis, und viel falsch machen konnte man auch nicht, da die dafür erstandene Menge genau die richtige für ein Pfund Mehl war. Weitere Produkte folgten wie Vanillinzucker, Puddingpulver unterschiedlichster Geschmacksrichtungen und eine Speisestärke namens „Gustin“</p>
<p>Erfolgreich warb Oetker bei den Hausfrauen mit seinem Doktortitel um Vertrauen. Nicht umsonst heißt die Marke nicht „Oetker“, sondern „Dr. Oetker“. Dabei handelte es sich um eine der ersten gepflegten Herstellermarken überhaupt. 1903 wirkte er an der Gründung des „Verbandes der Fabrikanten von Markenartikeln“ mit. „Ein heller Kopf verwendet nur Dr. Oetkers Fabrikate“, lautete sein erster Werbespruch. Der daraus entwickelte sogenannte Hellkopf wurde 1899 als Wahrenzeichen eingetragen und ist noch heute Kernstück des Logos. Schon bald betrug der Anteil des Werbeetats am Umsatz mehr als ein Zwanzigstel.</p>
<p>Der Erste Weltkrieg brachte dem geschäftstüchtigen Unternehmer zusätzliche Profite. Das Militär trat als Großabnehmer auf, die Verwendung von Hefe für Backwaren wurde 1915 staatlicherseits verboten und der Import angelsächsischer Konkurrenzprodukte ging zurück. Wozu Oetker das Seinige beitrug mit Parolen wie: „Deutsche Hausfrauen! Kauft von jetzt an nur noch das deutsche Gustin statt des englischen Mondamin.“ Von 1914 bis 1918 verdoppelte sich Oetkers Umsatz.</p>
<p>Doch dieser betriebswirtschaftliche Nutzen des Völkerringens stand in keinem Verhältnis zum Verlust des einzigen Sohnes. Rudolf, so sein Name, war der Hoffnungsträger und wurde systematisch zum Nachfolger seines Vaters aufgebaut. Der 1889 geborene Filius besuchte das Realgymnasium, studierte und promovierte 1914 über „neue Ester einiger Monosaccharide mit Essigsäure, Benzoesäure, Zimtsäure und Kaffeesäure“, also ein durchaus einschlägiges Thema. Danach trat er in das väterliche Unternehmen ein, wo er sich bei Arbeitern wie Angestellten allgemeine Anerkennung erwarb. Doch dann kam der 8. März 1916. Wie so viele andere Deutsche fiel er in der Schlacht um Verdun. Der gebrochene Vater überlebte seinen Sohn um nicht einmal zwei Jahre. Noch vor dem Kriegs­ende starb August Oetker am 10. Januar 1918 in Bielefeld.  Mit den beiden Kindern seines Sohnes, einem Mädchen und einem Jungen, hatte er zwei Erben, die noch lange nicht so weit waren, das Unternehmen zu übernehmen. Die Folgen der Niederlage brachten weitere Belastungen für das Unternehmen. Überlebt hat „Dr. Oetker“ trotzdem, wie hierzulande wohl nicht nur jede Hausfrau weiß.<br />
</p>
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		<title>Der rote Welfe</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Jan 2012 22:21:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff]]></category>

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		<description><![CDATA[von Dr. Manuel Ruoff Hinrich Wilhelm Kopf gehörte zu den westdeutschen SPD-Landesvätern, die eher Pragmatiker als Ideologen waren Wie seine Zeit- und Amtsgenossen in den nordwestdeutschen Stadtstaaten Hamburg und Bremen Max Brauer und Wilhelm Kaisen war Hinrich Wilhelm Kopf eher vom Typus Landesvater als Arbeiterführer. Der „Rote Welfe“ wurde er genannt, und er hörte es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p>Hinrich Wilhelm Kopf gehörte zu den westdeutschen SPD-Landesvätern, die eher Pragmatiker als Ideologen waren<br />
Wie seine Zeit- und Amtsgenossen in den nordwestdeutschen Stadtstaaten Hamburg und Bremen Max Brauer und Wilhelm Kaisen war Hinrich Wilhelm Kopf eher vom Typus Landesvater als Arbeiterführer. Der „Rote Welfe“ wurde er genannt, und er hörte es ganz gerne, entsprach es doch seinem Selbstverständnis. Mit einer Mischung aus Respekt gegenüber dem politischen Instinkt und Miss­achtung ob des Fehlens einer Ideologie, die den Intellektuellen zu faszinieren vermag, spricht der „Spiegel“ seinerseits von einem „Bonhomme der Vernunft“.<span id="more-12792"></span></p>
<p>Der am 6. Mai 1893 zur Welt gekommene bauernschlaue Bauernsohn aus Neuenkirchen (Land Hadeln) bei Cuxhaven brach mit 16 die Schulausbildung ab, um in Amerika sein Glück zu suchen. Das fand er dort jedoch nicht. Stattdessen erkrankte er am Blinddarm und kehrte bereits ein Jahr nach seiner Auswanderung in die Heimat zurück, wo er das Abitur nachholte, eine landwirtschaftliche Lehre absolvierte und Jura studierte.</p>
<p>Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges meldete Kopf sich als Freiwilliger. In der Novemberrevolution wurde der Angehörige der Marineartillerie Soldatenratsmitglied in Cuxhaven. Eben noch selber Soldatenrat, trat Kopf kurze Zeit später dem Freikorps Landesjäger bei, das unter Generalmajor Georg Ludwig Rudolf Maercker auch gegen Arbeiter- und Soldatenräte eingesetzt wurde. Dort diente er als Presseoffizier.</p>
<p>1919 wechselte er in analoger Funktion ins Zivilleben. In Bielefeld richtete er ein Städtisches Presseamt ein. Dabei lernte er führende Sozialdemokraten kennen, darunter Carl Severing, mit dem er sich anfreundete und in dessen Partei er eintrat. Kaum SPD-Mitglied wurde er noch 1919 persönlicher Referent des sozialdemokratischen Reichsinnenministers Eduard David. 1920 holte ihn Severing ins preußische Innenministerium, von wo aus er schon bald nach Thüringen wechselte, wo er als Regierungsrat die dortige Landespolizei aufbaute.</p>
<p>Nach der Inflation wechselte Kopf in die Banken- und Versicherungsbranche, kehrte jedoch bereits 1928 wieder als Landrat seines Heimatkreises in den Dienst am Staate zurück. Abgesehen von einer kurzen Unterbrechung infolge des sogenannten Preußenschlages verblieb Kopf im Staatsdienst, bis die Nationalsozialisten nach ihrer „Machtergreifung“ den Sozialdemokraten entließen. Kopf kehrte in seinen vor 1928 ausgeübten Beruf zurück.</p>
<p>Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete Kopf als Vermögensverwalter für die Haupttreuhandstelle Ost. Da diese Behörde im Generalgouvernement Beschlagnahmungen polnischen Vermögens veranlasste, verlangte 1948 die polnische Regierung von den Briten Kopfs Auslieferung. Doch der hatte unter der Obhut der britischen Besatzungsmacht längst Karriere gemacht.</p>
<p>1945 machten die Engländer Kopf zum Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hannover. Nachdem die Siegermächte den preußischen Staat für aufgelöst erklärt hatten, wurde Kopf Ministerpräsident des Landes Hannover. Dem nordwestdeutschen Politiker, dem die Reichsreformpläne der 20er Jahre sehr wohl vertraut waren, nutzte die Umbruchsituation, um das Projekt Niedersachsen voranzutreiben, bei dem es sich um einen Zusammenschluss seines Landes mit den kleineren Territorien Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe handelte. Nachdem sein Ziel erreicht, das Land gegründet war, wurde Kopf dessen erster Ministerpräsident. In dieser Eigenschaft nahm er auch maßgeblich auf die niedersächsische Verfassung Einfluss. Legendär ist sein Besuch der damals noch zu Niedersachsen gehörenden Insel Neuwerk, wo er sich 1947 auf dem noch legendäreren Neuwerker Leuchtturm seine Gedanken über das 1951 verabschiedete Verfassungswerk machte.</p>
<p>1955 wurde Kopfs Dienst am Allgemeinwesen ein weiteres Mal unterbrochen. Nach der vorausgegangenen Landtagswahl wurde seine Allparteienkoalition durch eine bürgerliche unter Führung Heinrich Hellweges von der Deutschen Partei (DP) abgelöst. Ähnlich wie SPD-Bürgermeister Brauer 1953 in Hamburg zog sich auch Kopf nach dem Amtsverlust kurzfristig aus der Politik zurück. Das Drücken der Oppositionsbank war beider Ding nicht.</p>
<p>Doch anders als Brauer kehrte Kopf noch während der Legislaturperiode als Innenminister und wenigstens stellvertretender Ministerpräsident zurück. Möglich wurde dieses durch die Erweiterung der Regierungskoalition um die SPD im Jahre 1957. Nach der dritten Landtagswahl von 1959 gelang es der SPD, den Gesamtdeutschen Block/Bund der Heimatvertriebenen und die FDP für eine von ihr geführte Regierungskoalition zu gewinnen. Kopf übernahm erneut das Amt des Ministerpräsidenten. Schon seit Jahren von Kreislaufstörungen und Leberbeschwerden geplagt, verstarb der in Preußen geborene Niedersachse im Amt am 21. Dezember 1961.<br />
</p>
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		<title>&#8220;Jopi&#8221; Heesters &#8211; Größen von Gestern</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Jan 2012 20:14:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kurr Hans- Peter]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Hans-Peter Kurr Umstrittener über die Jahrhundertgrenze 20/21 hinweg konnte kein Mitglied des deutschsprachigen Showbiz sein als Grandseigneur Johannes Heesters, der am Weihnachtsfest 2011 endlich 108-jährig sterben durfte. Allerdings hat ihm diesen zweifelhaften Ruf in erster Linie die Boulevard-Presse eingebracht. Ja, gewiß: Der eine oder andere Neider, den es selbstverständlich auch (oder sogar: insbesondere?) in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Hans-Peter Kurr</em></p>
<div id="attachment_12670" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/01/Heesters.jpg"><img class="size-medium wp-image-12670" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2012/01/Heesters-300x200.jpg" alt=" " width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Simone Rethel und Johannes Heesters</p></div>
<p>Umstrittener über die Jahrhundertgrenze 20/21 hinweg konnte kein Mitglied des deutschsprachigen Showbiz sein als Grandseigneur Johannes Heesters, der am Weihnachtsfest 2011 endlich 108-jährig sterben durfte. Allerdings hat ihm diesen zweifelhaften Ruf in erster Linie die Boulevard-Presse eingebracht. Ja, gewiß: Der eine oder andere Neider, den es selbstverständlich auch (oder sogar: insbesondere?) in sogenannten Künstlerkreisen gibt, mag, Verständnislosigkeit s p i e l e n d, dümmliche Fragen in die Welt gesetzt haben, wie „Hat er denn das nötig?“ oder „Warum hört er nicht endlich auf!“ oder „Merkt er nicht, dass seine Auftritte heutzutage peinlichwirken und seinen guten Ruf zerstören?“ Mag alles sein. Aber: Wer hatte darüber zu entscheiden? Ausschließlich doch wohl er selber! Und, solange es, nach wie vor, eine schier unzählbare Fangemeinde gab, waren seine – ohnehin immer seltener werdenden – Auftritte selbstverständlich legitim.<span id="more-12664"></span></p>
<p>Seine charmante und gescheite zweite Frau, die begabte Schauspielerin Simone Rethel, gab sogar ihre eigene Karriere auf , um an seiner Seite zu leben und immer für ihn da zu sein. Der Chronist besinnt sich zurück auf jene Wochen des Jahres 1982, in denen er die liebreizende Nicodemi-Komödie „Scampolo“ mit ihr inszenierte oder durch die Gunst ihres Entdeckers, Axel von Ambesser, in dessen Gaunerkomödie „Die violette Mütze“ gemeinsam mit ihr vor der Kamera stand. Damals lebte sie privat in einer – wie sie nicht müde wurde, im Freundes- und Kollegenkreis zu berichten – sehr glücklosen Verbindung!<br />
Und die Erinnerung reicht ebenfalls zurück in das Jahr 1992, in dem – zur großen Überraschung auch im Freundeskreis der jungen Kollegin – Heesters und Rethel heirateten und, bei aller Einschränkung der öffentlichen Beobachtung, offenbar zu einem der glücklichsten Paare wurden, die es je unter der Sonne zu finden galt.</p>
<p>Alles, was ihm Neider und Boulevardpresse darüber hinaus vorwarfen, dass er eine 45 Jahre jüngere Frau geheiratet habe, versank bald wieder in politischen Sumpflöchern: Ein Auftritt 1941 im Konzentrationslager Dachau zum Beispiel. Gewiss keine schöne Erinnerung und keine kluge Entscheidung. Aber hat er sie überhaupt damals selber gefällt? Wie weit reichte seine Eigenständigkeit in jener wüsten Zeit? Ein Gericht versuchte (überflüssigerweise und erfolglos), die Frage noch vor wenigen Jahren zu klären, dabei ist es doch so einfach: Heesters war nie ein homo politicus, er war ein Entertainer, und zwar ein glänzender!<br />
Sein Platz war auf der Bühne vor mehreren hundert Zuhörern, die ihm zujubelten, nicht in einer Diskussionsrunde politisch versierter Journalisten an deren TV-Stammtisch. Dort musste er versagen, was seine nicht nachvollziehbaren Äußerungen über Hitler mehr als deutlich zeigten, als sie – unnötigerweise – an die Öffentlichkeit kamen, obwohl seine Frau Simone Rethel dies zu verhindern trachtete. Er trat zwar stets – auch gekleidet – wie ein Herr auf, aber er war nicht primär ein Herr, sondern er s p i e l t e einen solchen.</p>
<p>Er spielte überhaupt alle seine Rollen, auch seine Lebensrollen. Und wer ihn in seinem Haus am Starnberger See besuchten durfte, konnte dieses Verhalten eines Menschen, der nie etwas anderes sein wollte als ein homo ludens, interessiert und sattsam beobachten. Jene Art von Beobachtung gipfelte darin, einen Mann kennenzulernen, der 24 Stunden lang ein Entertainer und darum bemüht war, mit zunehmendem Alter, die Reste seiner ehemals wirklich grandiosen Publikumserfolge hinüberzuretten in die späten Greisenjahre. Dies scheint ihm bis zu dem Dezembertag 2011 gelungen zu sein, als ihm im Klinikum die letzten Entscheidungen aus der Hand genommen wurden. Der Chronist möchte am Ende dieses Nachrufes bekennen: Nicht nur die Liebe meiner zwei Freundinnen und Kolleginnen Nicole, der Tochter, und Simone, der Witwe, wird ihm erhalten bleiben, auch die meine.</p>
<p>foto: GODOT<br />
</p>
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		<title>Zum 300. Geburtstag von Kritijanas Donelaitis</title>
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		<pubDate>Sat, 31 Dec 2011 07:00:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kova Dr. László]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. László Kova Jubiläumsausstellung in Vilnius/Litauen Die Galerie ´Šv.Jono Gatves Galerija´ in Vilnius/Litauen fing rechtzeitig an, den großen Nationallyriker  in den Mittelpunkt des Kulturgeschehens zu stellen.  Im Kalenderjahr 2014 feiern die Litauen den 300. Geburtstag des namhaften  Poeten Kristijanas Donelaitis, der am 01. Januar 1714 (gest. 1780) geboren wurde. Er war ein protestantischer Pfarrer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. László Kova</em><br />
Jubiläumsausstellung in Vilnius/Litauen</p>
<div id="attachment_12612" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/Pecze-Zoltán-+-Kova-Witka+-Dr.-Kova-Laszlo.jpg"><img class="size-medium wp-image-12612 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/Pecze-Zoltán-+-Kova-Witka+-Dr.-Kova-Laszlo-300x169.jpg" alt=" " width="300" height="169" /></a><p class="wp-caption-text">Zotán Pecze (li.), Botschafter der Republik Ungarn in Vilnius, Witka Kova und der Künstler László Kova (re.) mit seiner Skulpturenkomposition „Frühling“</p></div>
<p>Die Galerie ´Šv.Jono Gatves Galerija´ in Vilnius/Litauen fing rechtzeitig an, den großen Nationallyriker  in den Mittelpunkt des Kulturgeschehens zu stellen.  Im Kalenderjahr 2014 feiern die Litauen den 300. Geburtstag des namhaften  Poeten Kristijanas Donelaitis, der am 01. Januar 1714 (gest. 1780) geboren wurde.<br />
Er war ein protestantischer Pfarrer einer deutsch-litauischen Gemeinde im ostpreußischen Preußisch-Litauen. Er predigte 37 Jahre lang in deutscher und in litauischer Sprache. Er war ein vielseitiger Gelehrter und lernte auch Griechisch, Hebräisch und Französisch. Seine Poesie schrieb er in Deutsch.  In der litauischen Sprache verfasste er sein Hauptwerk, das  den Titel „Metai“, deutsch „Die Jahreszeiten“ trägt.<span id="more-12611"></span><br />
Durch eine internationale Ausschreibung werden bis 2014 jährlich Ausstellungen für Bildhauer veranstaltet, die den Inhalt des Werkes „Matai“ von Donelaitis in Bronze oder in Stein gemeißelt darstellen. Zu diesem Werk schaffte László Kova eine dreiteilige Komposition mit dem Titel „Frühling“, die unter den 10 internationalen Künstlern am 19.11.2011  prämiert  und ausgestellt wurde. Zu der Ausstellung der Skulpturen erschien ein Katalog mit Texten in litauischer und englischer Sprache.<br />
Bei der Vernissage waren die führenden Persönlichkeiten der Stadt Vilnius und Auslandsvertretungen anwesend. Unten anderen Friedrich-Wilhelm Nehl, der Kanzler der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Vilnius und auch der Botschafter Zoltán Pecze von der Botschaft der Republik Ungarn in Vilnius.<br />
Die lukrative und rege besuchte Skulpturenausstellung in Vilnius wird nach 2014 in eine internationale Wanderausstellung für Europa umgewandelt, u.a. auch mit mehreren Stationen in Deutschland und planmäßig ebenso in Hamburg.<br />
</p>
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		<title>Wirklich besser als Weimar?</title>
		<link>http://die-auswaertige-presse.de/2011/12/wirklich-besser-als-weimar/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 19:40:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Warum in der Bundesrepublik statt des Volkes seine Repräsentanten herrschen Gerne wird in Sonntagsreden und zu runden Jahrestagen die Bundesrepublik als der demokratischste Staat gelobt, den die Deutschen je hatten. Zwar hat sich die Bundesrepublik mittlerweile als langlebiger denn die Weimarer Republik erwiesen, aber demokratischer und freiheitlicher ist sie deshalb nicht. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Warum in der Bundesrepublik statt des Volkes seine Repräsentanten herrschen</strong></p>
<p>Gerne wird in Sonntagsreden und zu runden Jahrestagen die Bundesrepublik als der demokratischste Staat gelobt, den die Deutschen je hatten. Zwar hat sich die Bundesrepublik mittlerweile als langlebiger denn die Weimarer Republik erwiesen, aber demokratischer und freiheitlicher ist sie deshalb nicht. Eher ist das Gegenteil der Fall. Unter den euphemistischen Überschriften „Lehren aus dem Scheitern Weimars“ und „wehrhafte Demokratie“ wurden und werden Freiheit und Demokratie in einer Weise eingeschränkt, die Weimar fremd war.<span id="more-12416"></span></p>
<p>Anders als die Weimarer Republik ging die Bundesrepublik nicht aus einer Revolution hervor, sondern wurde wie die DDR auf Geheiß der Besatzer gegründet. Wie in Mittel- zogen sich auch in Westdeutschland diese Besatzer sukzessive aus der direkten Regierungsausübung zurück und überließen diese einer von ihnen lizensierten politischen Klasse beziehungsweise Funktionärsschicht. Anders als in Weimar, aber wie in der DDR dürfen die Bürger in der Bundesrepublik weder über Gesetze noch über ihr Staatsoberhaupt abstimmen.</p>
<p>Ein wichtiger Unterschied zwischen Bundesrepublik und DDR besteht allerdings darin, dass die Bundesbürger auf die Entwick­lung der politischen Klasse und deren Verteilung auf die Staatsorgane in Wahlen Einfluss nehmen können. Sein Wahlrecht nützt dem Bürger allerdings wenig, wenn die politische Klasse sich als monolithischer unterschiedsloser Block wie weiland die Funktionärsschicht in der DDR erweist.</p>
<p>Bezeichnenderweise ist das nicht nur dann so, wenn es um die Privilegien der politischen Klasse geht, sondern in der Regel auch dann, wenn die Interessen der ehemaligen Besatzer der Bundesrepublik berührt sind. Bei derartigen Fragen – wie beispielsweise, ob die Bundeswehr die Vereinigten Staaten bei deren Krieg in Afghanistan unterstützen soll oder ob D-Mark und Souveränitätsrechte einer Währungsunion mit Frankreich und anderen Weichwährungsländern zu opfern seien, – wird die Kluft zwischen dem Willen des Volkes und den Taten seiner Repräsentanten und damit das Demokratiedefizit der Bundesrepublik besonders deutlich. Nicht nur dass die Mehrheitsverhältnisse im Volk und in dem es repräsentierenden Bundestag divergieren, der Mehrheitswille des Volkes wird in der Volksvertretung von keiner einzigen der von den Besatzungsmächten lizensierten Parteien vertreten.</p>
<p>Da nützt es den Deutschen wenig, dass sie inzwischen auch andere Parteien wählen dürfen. Nicht nur dass der Parteienstaat die bereits in den Parlamenten sitzenden Parteien gegenüber neuen Bewegungen sowohl finanziell als auch politisch stark bevorzugt, er sorgt auch mit der Fünf-Prozent-Hürde dafür, dass so schnell keine neue Kraft von außen den erlauchten Kreis dieser privilegierten etablierten Parteien aufmischt. Kontinuität, aber auch Starrheit sind die Folgen.<br />
</p>
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		<title>Russen fürchten Stillstand</title>
		<link>http://die-auswaertige-presse.de/2011/12/russen-furchten-stillstand/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 19:35:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenthal- Kappi Manuela]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Manuela Rosenthal-Kappi »Einiges Russland« erleidet Wahlschlappe − Massenproteste gegen Putin und Medwedjew Am 4. Dezember waren die Russen zur landesweiten Parlamentswahl aufgerufen. Dass die Regierungspartei „Einiges Russland“ wieder die Mehrheit erlangen würde, stand längst fest. Umso überraschender ist der Ausgang: Dass die Partei trotz großzügiger Wahlversprechen, massiver Beeinflussung der Wähler und Unterdrückung der Opposition [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Manuela Rosenthal-Kappi</em></p>
<p>»Einiges Russland« erleidet Wahlschlappe − Massenproteste gegen Putin und Medwedjew</p>
<p>Am 4. Dezember waren die Russen zur landesweiten Parlamentswahl aufgerufen. Dass die Regierungspartei „Einiges Russland“ wieder die Mehrheit erlangen würde, stand längst fest. Umso überraschender ist der Ausgang: Dass die Partei trotz großzügiger Wahlversprechen, massiver Beeinflussung der Wähler und Unterdrückung der Opposition rund ein Drittel ihrer Sitze in der Staatsduma verlieren würde, kam für die meisten völlig überraschend.</p>
<p>Schon bei der Vorbereitung des Wahlkampfes wuss-te die Regierung, dass die Zustimmung für ihre Partei „Einiges Russland“ diesmal geringer ausfallen würde als bei den vorangegangenen Wahlen. Seit längerem ist die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der „Partei der Bürokraten“ sowie der Unmut über die Regierung spürbar. Bei einer Wahlveranstaltung wurde Wladimir Putin sogar ausgepfiffen, eine für ihn  bislang nie dagewesene Situation, mit der er sichtlich nicht umzugehen wusste.<span id="more-12409"></span></p>
<p>Die Angst vor einer starken Opposition muss groß gewesen sein, denn der Kreml sorgte im Vorfeld dafür, dass „Einiges Russland“ erneut die Mehrheit der Stimmen erhalten würde: durch Druck auf Gouverneure, Wahlkommissionen und Medien und nicht zuletzt auf Oppositionspolitiker. In Moskau erhielten vergangene Woche die Parteichefs Eduard Limonow von „Ein anderes Russland“, Sergej Udalzow von der „Linken Front“ und Politiker anderer Vereinigungen, die alle nicht zur Wahl zugelassen waren, Vorladungen vom Polizeirevier, weil sie Protestkundgebungen am Wahltag angekündigt hatten. Die Hauptstadt hatte deshalb schon Tage vor der Wahl aufgerüstet. Über 50000 Polizisten und Sicherheitskräfte waren im Einsatz, um Straßen und Plätze abzuriegeln.</p>
<p>Galt die Opposition in Russland bislang als nicht existent oder lediglich als Betätigungsfeld weniger Spinner, muss dieses Bild spätesten seit vergangenem Sonntag  revidiert werden. Nicht nur, dass Oppositionelle in jedem Monat mit 31 Tagen am Monatsletzten Proteste organisieren − bei denen die Organisatoren regelmäßig verhaftet werden −, am Wahltag gingen trotz massiver Polizeipräsenz bis zu 10000 Menschen allein in Moskau auf die Straße, um gegen Putin und Medwedjew zu demonstrieren. „Eure Wahl ist eine Farce“ und „Ohne Opposition ist die Wahl ein Verbrechen“ lauteten ihre Parolen. „Reporter ohne Grenzen“ berichtet von Behinderungen der Presse. Journalisten wurden bei ihrer Arbeit behindert, im Internet waren die Online-Ausgaben der letzten unabhängigen Medien einfach abgeschaltet. Davon betroffen waren auch der Radiosender „Moskauer Echo“ sowie die Zeitungen „Kommersant“ und „Gazeta.ru“.</p>
<p>Trotz aller Bemühungen fiel am Wahlabend das Ergebnis für „Einiges Russland“ schlechter aus als erwartet. Hatte das Regierungstandem mit 52 bis 55 Prozent gerechnet, waren es am Ende nur knapp 50. Statt der absoluten Mehrheit verfügt die Partei nur noch über eine einfache. In den Regionen zeigten sich große Unterschiede. Während die Partei im Kaukasus weiterhin die absolute Mehrheit erhielt, verlor sie besonders stark in Zentralrussland und im Nordwesten, hier besonders im Königberger Gebiet, in St. Petersburg und Karelien. „Russland ist zweigeteilt: In das ,Einige‘ und das andere“, sagte ein Beobachter.</p>
<p>Die Menschen in Russland haben offensichtlich die Nase voll von ihrer Regierung. Die Frage, ob das Ergebnis wohl anders ausgefallen wäre, wenn Putin mit seiner Ankündigung des geplanten Ämtertauschs mit Medwedjew bis nach der Wahl gewartet hätte, ist mit einem klaren Nein zu beantworten. Denn die Menschen sind auch von Medwedjew enttäuscht. Bei seinem Amtsantritt hatte er die Hoffnung geweckt, durch die angekündigte Modernisierung ein liberales Russland zu schaffen. Zeitweise schien es sogar so, als würde Medwedjew sich von seinem Ziehvater Putin emanzipieren und eigene Ziele und Vorstellungen durchsetzen, doch als sich immer klarer abzeichnete, wer das Zepter in der Hand hält und dass das Thema Modernisierung ein mediales und kein reales war, konnten viele den Präsidenten nicht mehr ernstnehmen.</p>
<p>Vor Putins Rückkehr auf den Präsidentensessel fürchten sich indessen nicht nur Oppositionelle. Auch diejenigen, denen Politik im Großen und Ganzen egal ist, befürchten eine Zeit des Stillstands und dass Russland sich unter Putin in eine Art Post-Sowjetunion zu­rück­entwickeln wird. Denn soviel ist sicher: Wenn Wladimir Putin erst einmal Präsident ist, wird er es für viele Jahre bleiben. Weil er schon kurz nach Übernahme des Premierministerpostens per Gesetz die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sechs Jahre erhöhen ließ, kann „Putin 2.0“, wie er scherzhaft bezeichnet wird, bis 2024 regieren. Vorausgesetzt er schafft es, sein Volk ohne allzu große Repressalien von sich zu überzeugen.</p>
<p>Vor der Präsidentschaftswahl am 4. März 2012 bleibt dem Premier also noch genügend Zeit, sein angeschlagenes Image zu verbessern. Das dürfte ihm nicht schwer fallen, denn er versteht es wie kein anderer, sich der Medien zu bedienen, um sich ins rechte Licht zu rücken. Auch vor der jüngsten Parlamentswahl hatten diese einseitig zugunsten „Einiges Russland“ berichtet. Für die  Wahlschlappe werden Dmitrij Medwedjew und vielleicht noch ein paar Parteigrößen geradestehen müssen. Das glauben zumindest die Kritiker.<br />
</p>
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		<title>Queen Victorias bessere Hälfte&#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 22:09:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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		<category><![CDATA[Redaktionelle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Albert von Sachsen, Coburg und Gotha: Vor 150 Jahren starb der wohl bekannteste Prinzgemahl aller Zeiten Wohl kein anderer Prinzgemahl wurde von seiner Königin so sehr geliebt wie Albert und kein zweiter hat eine derartige Bedeutung für die Heimat seiner Ehefrau gewonnen wie er. Verkuppelt wurden die beiden Liebenden von ihrem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Albert von Sachsen, Coburg und Gotha: Vor 150 Jahren starb der wohl bekannteste Prinzgemahl aller Zeiten</strong></p>
<p>Wohl kein anderer Prinzgemahl wurde von seiner Königin so sehr geliebt wie Albert und kein zweiter hat eine derartige Bedeutung für die Heimat seiner Ehefrau gewonnen wie er. Verkuppelt wurden die beiden Liebenden von ihrem gemeinsamen Onkel Leopold. Dieser Sachse war nämlich nicht nur König der Belgier, sondern auch der Bruder von Queen Victorias Mutter, Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld, und von Alberts Vater, Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha. Die beiden Liebenden verband jedoch nicht nur der gemeinsame Onkel sowie ihre Liebe zu Romantik und Musik, sondern auch der frühe Verlust eines Elternteils. Victoria verlor ihren Vater, den Duke of Kent and Strathearn Edward Augustus, bereits in ihrem ersten Lebensjahr. Und Albert verlor seine Mutter gleich doppelt. Sie wurde schuldig geschieden und musste 1824 Familie und Land verlassen. Da war Albert gerade fünf Jahre alt. Wenige Jahre später, 1831, ist die damals gerade 30-Jährige dann fern von Heimat und Familie in Paris an Gebärmutterkrebs gestorben.<span id="more-12335"></span></p>
<p>Für Victoria wie Albert war Leopold mehr oder weniger Elternteilersatz. Er arrangierte es, dass sich die beiden 1836 auf ihrem 17. Geburtstag in London kennenlernten. Victoria war sofort von ihrem deutschen Cousin begeistert, wie denn überhaupt sie der verliebtere Part war. Ihrem Onkel Leopold offenbarte sie, dass Albert alle Eigenschaften besitze, die sie sich wünsche, und sie zum ersten Mal Aussicht „auf ein großes Glück“ habe.</p>
<p>Leopold nutzte die nun folgenden Jahre, Albert für höhere Aufgaben vorzubereiten. In seiner Hauptstadt Brüssel lernte sein Neffe das Funktionieren einer liberalen westeuropäischen Monarchie. Danach ging es nach Bonn zum Studium des Staatsrechts, der Finanzwissenschaft und der Volkswirtschaft an der dortigen Universität.</p>
<p>1839, Victoria war mittlerweile Königin, arrangierte Leopold einen zweiten Besuch Alberts in London. Wieder wusste der Sachse die Hannoveranerin von sich zu begeistern und so machte sie ihm einen Heiratsantrag. Der Prinz war weniger euphorisch, doch glaubte er mit der Königin eine gute Wahl getroffen zu haben. Seiner geliebten Großmutter schrieb er: „Ich bin fest überzeugt, der Himmel hat mich in keine schlechten Hände gegeben, und wir werden zusammen glücklich sein. Seit jenem Augenblick tut Victoria alles, was sie mir an den Augen absehen kann.“ 1840 wurde geheiratet.</p>
<p>Wenn Viktoria Albert auch geradezu abgöttisch liebte, so versuchte sie ihn doch von den Regierungsgeschäften fernzuhalten. Zu prägend waren für das gebrannte Kind die Versuche in ihrem Umfeld gewesen, sie zu bevormunden. „Ich mag nicht, dass er meine Rolle in Staatsgeschäften übernimmt“, ließ sie ihren Premierminister wissen.</p>
<p>Während ihrer Schwangerschaften musste sie jedoch ihren Mann nolens volens als Vertreter gewähren lassen. Und bereits bei der zweiten Schwangerschaft zeigte der bestens ausgebildete Albert, dass er dem britischen Regierungssystem konsequenter Rechnung trug als seine Frau. Während Victoria partout einen Regierungswechsel von den Whigs zu den Torries vermeiden wollte aus Anhänglichkeit gegenüber dem Premier und weil alle ihre Hofdamen dem Whig-Lager zuzurechnen waren, erkannte Albert, dass zum Überleben der Monarchie im parlamentarischen System dessen Überparteilichkeit vonnöten war. Er einigte sich mit dem späteren Torry-Premier Robert Peel auf den Verbleib der meisten Hofdamen mit Ausnahme von dreien und ermöglichte so den reibungslosen Übergang von der Whig- zur Torry-Regierung des Jahres 1841.</p>
<p>Schließlich wusste Albert seine Frau wie auch deren Land von seinen politischen Qualitäten zu überzeugen. Er wurde ihr wichtigster Ratgeber und vertrat sie gerade auch dort, wo ihre Defizite lagen, wie beispielweise auf dem Gebiet der Sozial- oder Kulturpolitik. Von ihm stammte die Initiative zur ersten Weltausstellung in London von 1851.</p>
<p>Außer als Ehemann lernte Victoria Albert auch als klugen Ratgeber und liebevollen Vater ihrer vielen Kinder zu schätzen. Entsprechend groß war der Jammer, als Albert erst 42-jährig am 14. Dezember 1861 wohl an Magenkrebs verstarb. Mit der Königin trauerte ihr ganzes Land. Ein geflügeltes Wort besagt, dass hinter jedem guten Mann eine noch bessere Frau stehe. Im Falle der Queen und ihres Prinzgemahls ließe sich der Spruch umdrehen.<br />
</p>
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		<title>Projekt &#8220;InsterJahr&#8221; &#8211; Ein Jahr, das Jahrzehnte dauernd wird</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 19:59:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Rosenthal- Kappi Manuela]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Manuela Rosenthal-Kappi Projekt »InsterJAHR« verbucht erste Erfolge − Interesse der örtlichen Bevölkerung blieb eher gering Die Idee zu einem der ehrgeizigsten Projekte im Königsberger Gebiet entstand vor zwei Jahren in Insterburg. „InsterJAHR“, ein gemeinsames Unternehmen von Bürgerinitiativen und Fachgruppen, will mit Unterstützung der Stadtgemeinde Insterburg das historische und kulturelle Erbe der Stadt erschließen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Manuela Rosenthal-Kappi</em></p>
<p>Projekt »InsterJAHR« verbucht erste Erfolge − Interesse der örtlichen Bevölkerung blieb eher gering</p>
<div id="attachment_12309" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/PAZ48_13_Suchin.jpg"><img class="size-medium wp-image-12309" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/PAZ48_13_Suchin-300x200.jpg" alt=" " width="300" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">Insterjahr</p></div>
<p>Die Idee zu einem der ehrgeizigsten Projekte im Königsberger Gebiet entstand vor zwei Jahren in Insterburg. „InsterJAHR“, ein gemeinsames Unternehmen von Bürgerinitiativen und Fachgruppen, will mit Unterstützung der Stadtgemeinde Insterburg das historische und kulturelle Erbe der Stadt erschließen und erneuern.</p>
<p>„Die ostpreußische Stadt, uns zugefallenes Erbe, ist mit der Zeit zu einem losen Gewebe geworden: Schaffen wir es, daraus ein passendes Gewand zu schneidern?“ Ausgehend von dieser Frage fanden Architekten, Heimatforscher und Stadtangestellte zusammen, um gemeinsam an dem Projekt „InsterJAHR 2010“ mitzuwirken. Alle Initiativen waren zunächst auf das Jahr 2010 beschränkt. Die Stadtverwaltung hatte aus ihrem Haushalt umgerechnet 12000<span id="more-12305"></span> Euro zur Verfügung gestellt. Das Ziel des Projekts ist, das baugeschichtliche Erbe der Stadt zur „Grundlage einer internationalen und interregionalen Entwicklungs- und Austauschstätte“ werden zu lassen, an der die forschende und lehrende Wissenschaft der Hochschulen teilhaben soll.</p>
<p>Dimitri Suchin, Architekt und Beirat der Scharoun-Gesellschaft in Berlin sowie Teilnehmer am diesjährigen 4. Deutsch-Russischen Forum in Nürnberg, führte sein Interesse am Wirken des Architekten Hans Scharoun, der zehn Jahre in Ostpreußen verbrachte, nach Insterburg. Ein Stadtrundgang genügte ihm, um zu sehen, dass das baugeschichtliche Erbe erhaltenswert ist. Heute arbeitet er tatkräftig bei „InsterJAHR“ mit, hält Vorträge, betreut den Internet-Auftritt und leitet Studenten an. 2010 wurde schnell klar, dass die umfangreichen und erst in Ansätzen angeschobenen Arbeiten auch 2011 fortgesetzt würden. Fünf Hauptziele wurden im ersten Jahr formuliert: Die Siedlung „Bunte Reihe“, von Hans Scharoun 1921 bis 1924 erbaut, wurde unter Denkmalschutz gestellt und Pläne zur Restaurierung wurden unter Heranziehung der jetzigen Bewohner erarbeitet. Insterburg galt einst als grüne Stadt, hatte einen Stadtpark und Gärten, die Direktor Hugo Kaufmann verwaltete. Der „Neue Städtische Friedhof“, 1916 von ihm angelegt, soll als „Frida-Jung-Gedächtnis-Poesiepark“ neu angelegt werden. Für das dritte und größte Projekt, die Rettung des um 1870 nach Entwürfen von Joseph Schwedler erbauten Lokomotiv-Rundschuppens, liegen Pläne vor, die eine Sanierung zu einem multifunktionalen Raum mit Parkhaus, Café, Büro- und Handelsflächen sowie einem Bildungszentrum vorsehen. Des Weiteren will man sich um die Parks der Stadt kümmern. Der ehemalige Kolonialwarenladen Weißenberg soll Sitz der neu gegründeten Gesellschaft für Hauseigentümer und Künstlerresidenz werden.</p>
<p>Im vergangenen Jahr fanden zahlreiche Veranstaltungen statt. Deutsche Architekten und Spezialisten kamen nach Insterburg, um ihr Wissen mit den Ansässigen zu teilen. Auch die Kreisgemeinschaft Insterburg beteiligte sich daran. Suchin lud Studenten verschiedener Hochschulen zu Sommerpraktika ein. Besonderes Interesse zeigten Schüler der Kasaner Bauhochschule. Während ihres Aufenthalts haben sie den Bismarckturm und die Scharoun-Häuser vermessen. Leider folgten andere Universitäten der Einladung nicht. Inzwischen haben die Stadt Insterburg, „InsterJAHR“ und die Bauhochschule Kasan einen Vertrag zur Renovierung der Häuser unterzeichnet. Das Ziel, den Informationsstand der Insterburger zu verbessern und die Bewohner der Scharoun-Häuser zur Mitarbeit zu bewegen, wurde nicht erreicht. Umso größer ist die Bereitwilligkeit zur Mitwirkung in Königsberg sowie inzwischen auch in St. Petersburg und Moskau. In diesem Jahr waren erstmals Hydrologen aus Moskau anwesend, um das Kanalsystem zu untersuchen.</p>
<p>Ein Problem bei der Umsetzung der Pilotprojekte ist neben der fehlenden Finanzierung der Mangel an Handwerkern. Selbst wenn das Geld für eine Baumaßnahme zusammen ist, gibt es vor Ort keine Zimmerer, Tischler, Maurer und Putzer, die Hand anlegen könnten. Deshalb wollen die Organisatoren in Zusammenarbeit mit der Königsberger Bauschule und der Denkmalakademie in Görlitz eine Bildungseinrichtung für Handwerker ins Leben rufen. Vereinbarungen zur Bildungszusammenarbeit wurden mit polnischen und deutschen Experten abgeschlossen. Lehrkräfte aus Görlitz werden jeweils für einige Monate in Insterburg Handwerker ausbilden und Lehrmaterial zur Verfügung stellen.</p>
<p>Der Einsatz für den Erhalt des städtebaulichen Erbes erfordert viel Geduld und Engagement aller Beteiligten. Die Verbreitung von Informationen per Internet und örtlichem Fernsehen sowie die Präsenz auf internationalen Ausstellungen wie der Moskauer Architektur Biennale 2009 und der Berliner Bautech 2010 zeigen Erfolge.</p>
<p>Die Taktik, sich internationale Unterstützung zu holen, wenn sich national wenig bewegt, scheint aufzugehen. Vereinbarte Kooperationen mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und anderen Organisationen außerhalb Ostpreußens überzeugen. Das „InsterJAHR“ wird es voraussichtlich noch viele Jahre geben.</p>
<p>Manuela Rosenthal-Kappi<br />
</p>
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		<title>Das Grauen der anderen &#8211; Ein Besuch im Stasiknast Hohenschönhausen</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 16:14:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Buhr Uta]]></category>

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		<description><![CDATA[ Dieser Artikel erschien gerade in der PAZ am 3. Dezember 2011 Von Uta Buhr „Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren…“ Diese Verszeile aus Dantes Göttlicher Komödie fällt mir spontan ein, als ich die „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“ in der Genslerstraße 66 im Osten der Stadt betrete. Im Gästezentrum, einem tristen grauen Gebäude, wartet schon eine große [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong> </strong>Dieser Artikel erschien gerade in der PAZ am 3. Dezember 2011</p>
<p><em>Von Uta Buhr</em></p>
<div id="attachment_11938" class="wp-caption aligncenter" style="width: 410px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4182.jpg"><img class="size-full wp-image-11938 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4182.jpg" alt="" width="400" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Edda Schönherz vor dem Knast, in dem sie einst einsaß</p></div>
<p><strong> </strong>„Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren…“ Diese Verszeile aus Dantes Göttlicher Komödie fällt mir spontan ein, als ich die „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“ in der Genslerstraße 66 im Osten der Stadt betrete. Im Gästezentrum, einem tristen grauen Gebäude, wartet schon eine große Zahl von Besuchern auf die nächste Führung. Auch viele junge Leute sind dabei. Darunter eine Schulklasse, deren Interesse den in Schaukästen ausgestellten Erinnerungsstücken an eines der schlimmsten Gefängnisse aus real-sozialistischer Zeit gilt.<span id="more-11934"></span></p>
<div id="attachment_11962" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4172.jpg"><img class="size-medium wp-image-11962" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4172-300x225.jpg" alt="Gefängniszelle" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Gefängniszelle</p></div>
<p>Bei der Vorführung des Films, der akribisch die Geschichte der „Zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit“ nachzeichnet, kann man eine Stecknadel zu Boden fallen hören. Der Gebäudekomplex – ursprünglich eine Großküche – wurde 1945 von der sowjetischen Besatzungsmacht in das „Speziallager Nr. 3“ umgewandelt.  Hier vegetierten zeitweise 4.200 Inhaftierte unter unmenschlichen Verhältnissen auf engstem Raum  dahin. Es gab weder eine Heizung noch Decken. In den Jahren 1945/46 starben nach vorsichtigen Schätzungen über dreitausend Menschen, viele davon an Unterernährung. Ihre Leichen wurden auf Müllhalden und in Bombentrichtern verscharrt. Die Sowjets machten nicht einmal vor zwölfjährigen Kindern halt. Besonders perfide waren die in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts angewandten Methoden gegen prominente Dissidenten, wie unter anderen den Schriftsteller Jürgen Fuchs, der während der Verhöre höchstwahrscheinlich mit Gammastrahlen kontaminiert wurde. Er und manche seiner Leidensgenossen starben später an Leukämie.</p>
<div id="attachment_11941" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4169.jpg"><img class="size-medium wp-image-11941" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4169-300x225.jpg" alt="Das &quot;Vorzimmer zur Hölle&quot;, das Besucher-Empfangszentrum" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Das &quot;Vorzimmer zur Hölle&quot;, das Besucher-Empfangszentrum</p></div>
<p>Trotz des strahlenden Herbstwetters – es ist warm, und ein azurblauer Himmel wölbt sich über Berlin – fröstelt es jeden Besucher beim Anblick des Wachturms und der um das Stasi-Gelände gezogenen hohen Mauer. „Hereinspaziert“, lädt Herbert Krebs seine Gäste ein und weist ihnen den Weg in die Kellergewölbe des Gefängnisses. Er selbst war kurz vor der Wende einige Zeit hier inhaftiert, und das „nur weil ick schriftlich een paar Verbesserungsvorschläge bei der Regierung einjereicht hatte“, lacht der bärtige Mann. Sämtliche Führungen werden von Personen durchgeführt, die selbst einmal in diesem Knast interniert waren. Der ist die Hölle, wie selbst Dante sie nicht besser hätte ersinnen  können. Winzige fensterlose Verliese, nackte Holzpritschen und ein Eimerchen für die Notdurft. „Is ja wie im finstersten Mittelalter“, entfährt es einer jungen Frau, die sich schaudernd in ihren Schal verkriecht. Das Grauen erreicht seinen Höhepunkt in der „Nasszelle.“ Herbert Krebs erklärt die chinesische Wasserfolter, bei der dem kahlgeschorenen Häftling in regelmäßigen Abständen eiskaltes Wasser auf den Kopf getropft wurde. „Migräne ist nichts dagegen“, sagt  Krebs. Meistens wurden den Gefangenen nur die Folterwerkzeuge gezeigt mit dem Hinweis auf einen Roman von Karl May, in welchem diese Methode präzise geschildert wird. Viele Stasiopfer kapitulierten bereits vor der Anwendung und gaben alles zu, was sie nicht getan hatten. In den gerade einmal 10 Quadratmeter großen Zellen waren zeitweise bis zu 15 Menschen untergebracht. Die mussten sitzen und durften sich nicht bewegen. Kam einer vom Verhör zurück und hatte nicht gestanden, wurde er gezwungen, stundenlang bewegungslos dazustehen.  „Nicht mal die Nase durfte der sich wischen“, erzählt  Krebs. Überwacht wurde diese Folter von unerbittlichen Stasischergen, die bei dem geringsten Verstoß sofort „tätig“ wurden. Da kam schon mal der „sozialistische Wegweiser“ zum Einsatz, wie die Insassen den Gummiknüppel nannten. Später rückte die Staatsmacht von allzu großer physischer Gewalt ab und wandte ausgeklügelte psychologische Verhörmethoden an, um die Häftlinge weich zu kochen.</p>
<p>Durchatmen an der frischen Luft im Gefängnishof. Einige Gebäude sind eingerüstet und werden gerade originalgetreu restauriert. Treppauf geht es in ein Nebengebäude, das nahezu einladend wirkt gegenüber dem „U-Boot“, wie der Kellerknast so treffend hieß. Die Zellen sind sogar mit Waschbecken versehen. Geradezu human für DDR-Verhältnisse. Dennoch beklagte sich der gefürchtete ehemalige Stasichef Erich Mielke, der dort nach der Wende kurz einsaß, über unzumutbare  Haftbedingungen!</p>
<div id="attachment_11967" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4178_600x600_800KB.jpg"><img class="size-medium wp-image-11967" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/12/IMG_4178_600x600_800KB-300x225.jpg" alt="Herbert Krebs bei der Führung" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Herbert Krebs bei der Führung</p></div>
<p>Wer diese Welt des Grauens verlässt, braucht  einen Schnaps oder einen starken Kaffee! In der Cafeteria treffe ich eine der prominentesten Ex-Häftlinge von Hohenschönhausen. Edda Schönherz, die ehemalige Moderatorin im DDR-Fernsehen, verdankte ihre Inhaftierung dem Umstand, dass sie sich in den Siebzigern während eines Urlaubs in Ungarn  in den Botschaften der Bundesrepublik Deutschland und der USA lediglich nach Ausreisemöglichkeiten erkundigte. „Die waren doch alle verwanzt“, erzählt die sympathische Frau mit den strahlend blauen Augen.  „Zurück in Berlin, stand die Stasi bei mir auf der Schwelle.“ Dem Martyrium in Hohenschönhausen mit Schlafentzug und brutalsten Verhörmethoden folgte ein dreijähriger Aufenthalt auf der Burg Hoheneck im Erzgebirge. „Der schlimmste Frauenknast der DDR“, sagt Edda Schönherz. Man hatte sie, die politische Gefangene, mit Kindes- und Gattenmörderinnen in eine Zelle gesperrt. Kaputt gemacht hat sie das nicht. Eher noch stärker. Ihre Vorträge und Führungen erfreuen sich großer Beliebtheit. „Und Dokumentarfilme mache ich auch noch“, sagt sie zum Abschied. „Diese Schande darf niemals in Vergessenheit geraten.“</p>
<p><strong>Infokasten</strong>: Das einstige Stasigefängnis wird inzwischen jährlich von mehr als 314.000 Menschen besucht, darunter fast die Hälfte Schüler und Studenten.</p>
<p><strong>Anschrift: </strong>Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Genslerstraße 66, 13055 Berlin, Telefon: 030 – 98 60 82 30 – 32 – <a href="http://www.stiftung-hsh.de/">www.stiftung-hsh.de</a></p>
<p>Öffentliche Rundgänge für Einzelpersonen ohne Voranmeldung:</p>
<p>Montag bis Freitag 11 bis 13 Uhr</p>
<p>Dienstag und Donnerstag zusätzlich um 15 Uhr</p>
<p>Sonnabend und Sonntag stündlich zwischen 10 und 16 Uhr</p>
<p>Die Gedenkstätte ist bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln – Straßen- und S-Bahn – zu erreichen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;<br />
</p>
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		<title>Preußens Souveränität: Schwedens Beispiel folgten Polen und die Welt</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Nov 2011 20:45:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Nach Karl X. Gustav anerkannten auch Johann II. Kasimir und die internationale Staatengemeinschaft Preußens Souveränität Das sogenannte brandenburgische Wechselfieber führte dazu, dass nach dem schwedischen König in Labiau auch der polnische König in Wehlau und die internationale Staatengemeinschaft im Frieden von Oliva die Souveränität des preußischen Herzogs anerkannten. Im Juni reihte sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Nach Karl X. Gustav anerkannten auch Johann II. Kasimir und die internationale Staatengemeinschaft Preußens Souveränität</strong></p>
<p>Das sogenannte brandenburgische Wechselfieber führte dazu, dass nach dem schwedischen König in Labiau auch der polnische König in Wehlau und die internationale Staatengemeinschaft im Frieden von Oliva die Souveränität des preußischen Herzogs anerkannten.</p>
<p>Im Juni reihte sich eine neue Macht in die Reihe von Karl Gustavs Kriegsgegnern ein, Schwedens langjähriger skandinavischer Rivale Dänemark. Bis zum Labiauer Vertrag waren Karl Gustavs Probleme für Friedrich Wilhelm günstig gewesen, machten sie ihn doch konzessionsbereiter. Doch nun drohte ein Zuviel des Guten. Denn Karl Gustavs Zugeständnisse nutzten Friedrich Wilhelm wenig, wenn Brandenburg-Preußen an der Seite Schwedens den Krieg verlor. Erschwerend kam hinzu, dass Karl Gustav sich nun auf Dänemark stürzte und Brandenburg-Preußen auf dem ostmitteleuropäischen Kriegsschauplatz mit seinen Gegnern mehr oder weniger alleine ließ. Der Große Kurfürst reagierte und leitete den Seitenwechsel ein. Er trennte sich von seinem schwedenfreundlichen Berater Georg Friedrich von Waldeck. Am 28. August 1657 nahm der Graf seinen Abschied.<span id="more-11856"></span></p>
<p>Allerdings wollte der Brandenburger auf die ihm von Schweden zugestandene Souveränität über das Herzogtum Preußen ungern verzichten. Hier halfen die Österreicher. Den Habsburgern war das Herzogtum Preußen ziemlich egal. Dafür waren sie an Brandenburgs Kurstimme umso mehr interessiert. Am 2. April 1657 war nämlich Kaiser Ferdinand III. gestorben und die Wahl seines Nachfolgers in Österreich, Leopold, zum nächsten Kaiser alles andere als sichergestellt. So vermittelte Wiens bester Diplomat, Franz Freiherr von Lisola, mit Hilfe der polnischen Königin Luise Marie und der brandenburgischen Kurfürstin Luise Henriette eine polnisch-brandenburgische Verständigung auf der Basis des Vertrages von Labiau, den Vertrag von Wehlau. In diesem Wehlauer Vertrag vom 19. September 1657 anerkannte Polen die Souveränität des Herzogtums Preußen als Gegenleistung für Brandenburgs Seitenwechsel. Der Große Kurfürst und das polnische Königspaar trafen sich am 6. November 1657 in Bromberg zur Ratifizierung des Wehlauer Vertrages und konkretisierten ihre Zusammenarbeit gegen Schweden. 6000 Mann sagte Friedrich Wilhelm Polen als Unterstützung zu. Das brandenburgisch-polnische Bündnis wurde am 9. Februar 1658 durch eine ebenfalls gegen Schweden gerichtete brandenburgisch-österreichische Allianz komplettiert, der dann auch Polen beitrat.</p>
<p>Bevor die drei Verbündeten jedoch losschlagen konnten, erlitten sie einen herben Rück­schlag. Dänemark schied aus dem Krieg aus. Überrannt von den Schweden, sahen die Dänen sich gezwungen, in den Verzichtfrieden von Roskilde vom 26. Februar 1658 einzuwilligen. Gespannt und gebannt warteten die drei eben noch zur Offensive entschlossenen verbündeten Mächte darauf, was Karl Gustav nun machen würde. Ein Schlag gegen den abgefallenen Verbündeten Brandenburg wurde dabei ebenso wenig ausgeschlossen wie ein Verständigungsfrieden im kriegsmüden Ostseeraum. Zur allgemeinen Verwunderung entschloss sich Karl Gustav trotz der für Schweden günstigen Bedingungen des Friedens von Roskilde für einen erneuten Waffengang gegen Dänemark. Die Ursachen hierfür werden sowohl auf dänischer als auch auf schwedischer Seite gesucht. Da heißt es, dass sich die Dänen nur mässig an den Friedensvertrag gehalten hätten.</p>
<p>Andererseits wird den Schweden unterstellt, möglicherweise die Kontrolle des Sunds angestrebt zu haben. Wenn die skandinavische Großmacht diese Meer­enge beherrscht hätte, hätte sie mit dem Sundzoll ihre Kriegskasse auffüllen und westeuropäischer Konkurrenz den Zugang zum Ostseeraum mit seinen Märkten versperren können. Diese Aussicht trieb die von Seehandel und Export lebenden Niederländer und Briten an die Seite von Schwedens Gegnern.</p>
<p>Zur See den Niederlanden und Großbritannien sowie zu Lande Österreich, Polen und Brandenburg gegenüberzustehen, das überforderte Schweden. So musste es beispielsweise seine Belagerung Kopenhagens abbrechen, weil die Niederländer die dänische Hauptstadt vom Meer aus versorgten. Währenddessen machte sich eine 30000 Mann starke Koalitionsarmee der drei Landmächte auf den Weg nach Jütland. Durch deren Unterstützung durch Holländer und Engländer zu See waren die Schweden auch auf den Inseln vor dieser Koalitionsarmee nicht mehr sicher. So erlitten die Schweden auf der Insel Fünen in der Schlacht von Nyborg vom 24. November 1659 eine vernichtende Niederlage.</p>
<p>Wenn die Unterlegenheit der Schweden für diese nicht in einer Katastrophe mündete, dann lag das vor allem an den westeuropäischen Großmächten. Wie die Niederlande wollte auch das traditionell kontinentale Gleichgewichtspolitik treibende Großbritannien Schweden als Großmacht erhalten wissen. Entscheidend war jedoch die Haltung des proschwedischen Frankreich. Entsprechend seiner traditionellen Deutschlandpolitik des „divide et impera“ (teile und herrsche) war der westlichen Flügelmacht grundsätzlich jeder Gegner der deutschen Zentralmacht – und das war damals der Kaiser – automatisch sympathisch.</p>
<p>Eine wichtige Rolle für Frankreichs Handlungsfähigkeit spielte der Pyrenäenfrieden vom 7. November 1659. Er beendete Frankreichs 1635 begonnenen Krieg gegen Spanien und bot dem Land damit die Möglichkeit, sich nun auf den Nordischen Krieg zu konzentrieren.</p>
<p>Ähnlich wie später Napoleon war jedoch auch Karl Gustav wohlmeinenden Vermittlungsbemühungen nicht zugänglich. Er wollte vom Ziel der Vorherrschaft nicht lassen und setzte alles auf eine Karte. Da verstarb der erst 37 Jahre alte Schwedenkönig am 23. Februar 1660 völlig unerwartet an einer Lungenentzündung. Der wichtigste Widersacher der französischen Friedensbemühungen war damit fortgefallen. Frankreich, dessen Politik damals von dem legendären Kardinal Jules Mazarin geleitet wurde, gelang es nun, im kriegsmüden Ostseeraum einen Verständigungsfrieden auf der Basis der Vorkriegsgrenzen durchzusetzen. So musste Fried­rich Wilhelm seine Eroberungen in Schwedisch-Pommern zurück­geben. Die Souveränität des Herzogtums Preußen, die Schweden bereits 1656 und Polen 1657 anerkannt hatten, wurde im Friedensvertrag von Oliva vom 3. Mai 1660, der den Nordischen Krieg beendete, allerdings international bestätigt. Damit war die Kernvoraussetzung für ein Königreich Preußen geschaffen.<br />
</p>
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		<title>40 Jahre Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik in Hamburg</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 17:36:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Computer - Internet]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wöhlke Johanna Renate]]></category>

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		<description><![CDATA[ Von Johanna R. Wöhlke Frieden war das Thema, denn der Jubilar hieß Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik ( IFSH) an der Universität Hamburg – bestehend seit 40 Jahren. „Wenn wir den ewigen Frieden miteinander definieren wollten, ginge das schnell an einem Nachmittag zu bewältigen. Allerdings, je näher wir der Wirklichkeit kommen, umso schwieriger wird es!“ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em> Von Johanna R. Wöhlke</em></p>
<div id="attachment_11812" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Professor-Michael-Brzoska-Egon-Bahr-Dorothee-Stapelfeldt.jpg"><img class="size-medium wp-image-11812 " src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Professor-Michael-Brzoska-Egon-Bahr-Dorothee-Stapelfeldt-300x246.jpg" alt="Professor Michael Brzoska, Egon Bahr, Dorothee Stapelfeldt" width="300" height="246" /></a><p class="wp-caption-text">Michael Brzoska, Egon Bahr, Dorothee Stapelfeldt</p></div>
<p>Frieden war das Thema, denn der Jubilar hieß Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik ( IFSH) an der Universität Hamburg – bestehend seit 40 Jahren.</p>
<p>„Wenn wir den ewigen Frieden miteinander definieren wollten, ginge das schnell an einem Nachmittag zu bewältigen. Allerdings, je näher wir der Wirklichkeit kommen, umso schwieriger wird es!“ Als Egon Bahr – Architekt der historischen Ostverträge &#8211;  diese Worte auf dem Podium sprach, hatten Ehrengäste und Publikum der Jubiläumsfeier in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg schon einiges an Reden gehört und verarbeitet.<span id="more-11810"></span></p>
<div id="attachment_11818" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Siegfried-Stiehl.jpg"><img class="size-medium wp-image-11818" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Siegfried-Stiehl-300x294.jpg" alt="Siegfried Stiehl" width="300" height="294" /></a><p class="wp-caption-text">Siegfried Stiehl</p></div>
<p>Diese 40 Jahre IFSH würdigte der Senat mit einem Empfang und die Zweite Bürgermeisterin, Dr. Dorothee Stapelfeldt, begrüßte die Gäste. Sie würdigte die Arbeit des IFSH: „Die Stadt Hamburg kann stolz auf das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik sein. Als eine der renommiertesten Friedensforschungseinrichtungen Deutschlands profitiert nicht nur Hamburg von der Verbindung zwischen Wissenschaft und gesellschaftlicher Praxis, von der Internationalität sowie der Interdisziplinarität, von Forschung, Lehrtätigkeit und Politikberatung.“ Professor H. Siegfried Stiehl, Vizepräsident der Universität Hamburg, sprach ebenfalls ein Grußwort.</p>
<p><strong> </strong>Der wissenschaftliche Direktor des Institutes, Professor Dr. Michael Brzoska erläuterte in seiner Rede unter anderem  die Arbeit und Schwerpunkte des Institutes heute: „In diesem Jahr, in dem das IFSH seinen 40. Geburtstag feiert, haben wir ein knappes Dutzend Tagungen und Workshops organisiert, die überwiegende Zahl mit starker internationaler Beteiligung.“</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_11821" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Detlef-Bald.jpg"><img class="size-medium wp-image-11821" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Detlef-Bald-300x296.jpg" alt="Detlef Bald" width="300" height="296" /></a><p class="wp-caption-text">Detlef Bald</p></div>
<p>Bereits seit 1971 erforscht das IFSH zielstrebig und mit großem Erfolg Strategien zur Konfliktlösung, Friedenswahrung und Gewaltprävention mit Blick auf Handlungsoptionen der Bundesrepublik Deutschland. Das IFSH wurde über die Jahre zu einer der renommiertesten internationalen Einrichtungen der Friedensforschung und ist als Mitherausgeber des Friedensgutachtens sowie Herausgeber des OSZE-Jahrbuchs über die Grenzen Hamburgs bekannt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Der Historiker und Publizist Dr. Detlef Bald hatte es übernommen, den Festvortrag zu halten und zeigte darin die Geschichte des Institutes auf: von den Anfängen unter Wolf Graf Baudissin bis heute. Bald kennt und begleitet das Institut seit seiner Gründung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_11824" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Das-Podium.jpg"><img class="size-medium wp-image-11824" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Das-Podium-300x139.jpg" alt="Das Podium" width="300" height="139" /></a><p class="wp-caption-text">Das Podium</p></div>
<p>Schließlich diskutierten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen eines Podiums, moderiert von NDR Redakteur Andreas Flocken, in welchem Spannungsfeld Friedensforschung und Sicherheitspolitik sich seit 40 Jahren bewegen: Winfried Nachtwei, früherer Bundestagsabgeordneter; Alyson  J.K. Bailes, University on Iceland and College of Europe; Egon Bahr, Bundesminister a.D. und  Direktor des IFSH von 1984-1994 und Dr. Regine Mehl, Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Friedens- und Konfliktforschung.</p>
<p>&nbsp;</p>
<div id="attachment_11827" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Egon-Bahr-und-IFSH-40-Jahre-048.jpg"><img class="size-medium wp-image-11827" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/Egon-Bahr-und-IFSH-40-Jahre-048-300x189.jpg" alt="Egon Bahr und Regine Mehl" width="300" height="189" /></a><p class="wp-caption-text">Egon Bahr und Regine Mehl</p></div>
<p>Einige Stichworte und Fragen mögen die breite Palette der kontrovers angesprochenen Themen umreißen: Wie wirkt Friedensforschung auf die Politik ein? Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang der Begriff der Beratungsresistenz und ist die Politik überhaupt an substanziellen Forschungsergebnissen aus der Wissenschaft interessiert? Sollte Friedensforschung nicht auch immer mehr mit ihren Ergebnissen von der Gesellschaft verstanden werden?</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Besonders Egon Bahr wies darauf hin, dass es auch in der Politik so etwas wie einen mainstream gäbe, von dem auch die Forschung nicht frei sei, ein „Mitsegeln auf politischen Moden“. Alle seien zum Beispiel zu seiner Zeit davon ausgegangen, dass die Sowjetunion ewig existieren würde. Egon Bahr: „Hat die Friedensforschung denn etwas zu Themen zu sagen, die nicht in der Zeitung stehen, die zukunftsweisend sind?“ Von Moderator Andreas Flocken danach befragt, was für ein Thema dieser Art ihm denn vorschwebe, antwortete Egon Bahr spontan: „Das Internet.“ Diese Gesellschaft werde immer mehr auch durch ein globales Internet bestimmt, dessen Regeln aber noch weit davon entfernt seien, eine globale Beachtung  in den politischen Gremien gefunden zu haben – ein Gedanke, der vielleicht in der Zukunft noch intensive Forschungsvorhaben initiieren könnte.</p>
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<p>Fotos: Wöhlke</p>
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		<title>Unvollendetes Heiligtum: Mount Rushmore Memorial wird 70 Jahre alt</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 20:21:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst und Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Das Mount Rushmore National Memorial wird 70 Jahre alt Es entspricht so trefflich dem Zerrbild vom materialistischen US-Amerikaner, für den alles Geschäft ist: Während in anderen Ländern Symbole und Wahrzeichen der Nation mit dem Aufkommen des Massentourismus zu Touristenattraktionen geworden sind, haben die US-Amerikaner eine Touristenattraktion zum Nationalheiligtum erkoren. Die Rede [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p>Das Mount Rushmore National Memorial wird 70 Jahre alt</p>
<p>Es entspricht so trefflich dem Zerrbild vom materialistischen US-Amerikaner, für den alles Geschäft ist: Während in anderen Ländern Symbole und Wahrzeichen der Nation mit dem Aufkommen des Massentourismus zu Touristenattraktionen geworden sind, haben die US-Amerikaner eine Touristenattraktion zum Nationalheiligtum erkoren. Die Rede ist vom Mount Rushmore National Memorial.</p>
<p>Landestypisch für diesen Staat, in dem alles eine Nummer größer ist, sind auch die Ausmaße. Deutlich wird das im Showdown, dem dramatischen Finale des Hitchcock-Klassikers „Der unsichtbare Dritte“, in dem Cary Grant und Eva Marie Saint in dem Monument auf der Flucht vor den Verbrechern um ihr Leben kraxeln. Immerhin 18 Meter sind die Köpfe der vier US-Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Theodore Roosevelt und Abraham Lincoln hoch.<span id="more-11688"></span></p>
<p>Typisch für das „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ sind auch die modernen Mittel, mit denen die vier Präsidentenköpfe aus dem Berg mit dem Namen Mount Rushmore herausgeschält wurden. Mit Hammer und Meißel, klassischen Werkzeugen eines bildnerischen Künstlers, wurde hier nur die Feinarbeit gemacht. Bei diesen Größenordnungen mussten gröbere Mittel verwendet werden, wollte man mit den rund 400 Mann auskommen, die zur Verfügung standen. So kamen Presslufthammer und Dynamit zur Anwendung. Neun Zehntel der rund 450000 Tonnen abgeschälten Gesteins wurden mittels Sprengstoff entfernt. Folgerichtig kamen bei diesem Kunstwerk auch in hohem Maße Minenarbeiter zum Einsatz, für welche die überirdische Arbeit an einem Nationalmonument sicherlich eine interessante Abwechslung darstellte. Gelobt wird denn auch die Loyalität der an dem Werk beteiligten Arbeiter.</p>
<p>Mehr als zwei Millionen Besucher des Mount Rushmore National Memorial pro Jahr machen den Tourismus zur zweitwichtigsten Wirtschaftsbranche des US-Staates Süd-Dakota. Damit ist die Rechnung von Doane Robinson aufgegangen. 1923 schlug Süd-Dakotas Minister für Geschichte vor, mit in den Stein gehauenen Personendarstellungen Touristen in den strukturschwachen Prärie-Staat zu ziehen.</p>
<p>Er gewann John Gutzon de la Mothe Borglum für das Projekt, der sich durch seine Arbeiten am Stone Mountain Memorial in Georgia bereits als Fachmann für derartige Großprojekte profiliert hatte. Auf Borglum geht die Wahl von Mount Rushmore zurück sowie die Darstellung von für die US-Geschichte bedeutenden Präsidenten statt der vom Minister vorgesehenen profanen Westernhelden und Indianer. Damit trug er wohl maßgeblich dazu bei, dass die Touristenattraktion zum „Heiligenschrein der Demokratie“ wurde, zu dem der US-Amerikaner in seinem Leben genauso muss wie der Moslem nach Mekka.</p>
<p>Am 10. August 1927 wurden die Arbeiten mit einer feierlichen Ansprache des damaligen US-Präsidenten, Calvin Coolidge, aufgenommen. Der Republikaner ist auch dafür verantwortlich, dass das Monument neben dem ersten Präsidenten zwei seiner Parteifreunde und nur einen Demokraten zeigt.</p>
<p>Wegen Geldmangel zogen sich die Arbeiten in die Länge. Als Borglum im Alter von immerhin schon 73 Jahren am 6. März 1941 starb, war sein Werk noch unvollendet. Genau genommen blieb es das auch, denn wichtige Teile seiner Planung blieben unrealisiert. So sollten die Präsidenten eigentlich bis zur Taille dargestellt werden. Und ein in den Berg eingearbeitetes Archiv sollte Dokumente von nationaler Bedeutung aufnehmen. Es fehlte jedoch das Geld und so wurden die Arbeiten noch in Borglums Todesjahr eingestellt. Nolens volens wurde das Werk mit der Einstellung der Arbeiten am 31. Oktober 1941 für vollendet erklärt. Immerhin waren die Häupter ja bereits fertiggestellt, was dieser Interpretation eine gewisse Berechtigung verleiht.<br />
</p>
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		<title>Stadt mit Köpfchen</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 20:17:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Redaktionelle Beiträge]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Seit 40 Jahren steht »Nischel« in Chemnitz Im Rahmen der ZDF-Serie „Unsere Besten“ ist Karl Marx von den Zuschauern nach Konrad Adenauer und Martin Luther zum drittgrößten Deutschen gewählt worden. Die Mehrheit der Deutschen macht Marx also offenkundig nicht für Bolschewismus, Stalinismus und die russische Unterdrückung der östlichen Hälfte des europäischen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p>Seit 40 Jahren steht »Nischel« in Chemnitz</p>
<p>Im Rahmen der ZDF-Serie „Unsere Besten“ ist Karl Marx von den Zuschauern nach Konrad Adenauer und Martin Luther zum drittgrößten Deutschen gewählt worden. Die Mehrheit der Deutschen macht Marx also offenkundig nicht für Bolschewismus, Stalinismus und die russische Unterdrückung der östlichen Hälfte des europäischen Kontinents zu Zeiten Josef Stalins und seiner Nachfolger verantwortlich.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund ist das Ergebnis der Chemnitzer Volksabstimmung über den Namen der Stadt vom 23. April 1990 denn wohl auch weniger als Entscheidung gegen Marx denn für den angestammten Namen zu interpretieren. Von daher ist es nicht unbedingt ein Widerspruch, dass das berühmte Karl-Marx-Monument in Chemitz im Gegensatz zu dem Namen „Karl-Marx-Stadt“ nach der friedlichen Revolution nicht eliminiert wurde. <span id="more-11683"></span>Der Karl-Marx-Kopf trat nämlich nicht an die Stelle von etwas, das den Bürgern vertraut war und war auch nicht willkürlich, wie die Benennung einer Stadt nach einem Mann, der zu seinen Lebzeiten nie etwas mit ihr zu tun hatte. Bei dem Kopf ist eher das Gegenteil der Fall. Er bildet nämlich mit der hinter ihm stehenden Marx-Forderung „Proletarier aller Länder vereinigt Euch!“ eine sinnvolle Kombination.</p>
<p>Statt ihn zu entfernen, hat Chemnitz mit „Nischel“, so sein lokaler Spitzname, sogar geworben, war er sogar identitätsbildend. „Stadt mit Köpfchen“ nannte sich Chemnitz zeitweise – und das wohlgemerkt nach der „Wende“. 40 Jahre nach ihrer Einweihung am 9. Oktober 1971 gehört die größte Porträtbüste der Welt immer noch zu den Sehenswürdigkeiten von Chemnitz. Und westdeutsche Städte wie Münster oder Kiel, die ihn für immer oder auch nur leihweise haben wollten, haben statt ihm eine Abfuhr erhalten.<br />
</p>
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		<title>Im Haus der Weisheit</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 19:06:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Knoke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Knoke Josef Wilhelm]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Relevanz früher arabischer Wissenschaftler im Licht der europäischen Krise Von Josef Wilhelm Knoke Ein faszinierendes und überaus lesenswertes Buch bringt mich dazu, diesen Artikel zu schreiben. Es heißt „Im Haus der Weisheit“ und ist geschrieben von dem britisch-irakischen Wissenschaftshistoriker und Professor für theoretische Atomphysik Jim Al – Khalili (Originaltitel: Pathfinders. The Golden Age of [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Relevanz früher arabischer Wissenschaftler im Licht der europäischen Krise</strong><br />
<em>Von Josef Wilhelm Knoke</em><br />
Ein faszinierendes und überaus lesenswertes Buch bringt mich dazu, diesen Artikel zu schreiben. Es heißt „Im Haus der Weisheit“ und ist geschrieben von dem britisch-irakischen Wissenschaftshistoriker und Professor für theoretische Atomphysik Jim Al – Khalili (Originaltitel: Pathfinders. The Golden Age of Arabic Science. Penguin 2010). In dem Buch beschreibt er sehr anschaulich die Entwicklung der „arabischen Wissenschaft“ in der Zeit, die wir als Blütezeit des Islam betrachten, dem 9. bis 13. Jahrhundert unserer Zeitrechnung. Nach Beendigung der Lektüre wurde mir bewusst, wie sehr unsere modernen Geistes- und Naturwissenschaften ihre Wurzeln dort haben, und nicht nur in der, viel häufiger zitierten, griechisch-römischen Antike. Von den vielen Beispielen an Gelehrten, die in dem Buch mit ihrem Leben und Werken vorgestellt werden, ist mir ein Name besonders im Gedächtnis geblieben:</p>
<p>Ibn Khaldun (1332 bis 1406)</p>
<p>Bei seinem Tode befand sich die Wissenschaftstradition des Islam bereits im Niedergang. Die auf Vernunft basierende Deutung der Welt und der Politik der großen Philosophen des islamischen Rationalismus, wie sie noch im 9. – 11. Jahrhundert üblich war, wurde verdrängt durch die Weltsicht orthodoxer, rein schriftgläubiger Ulema Gelehrter, die alles mit dem von Gott persönlich diktierten Koran-Text erklären wollten.</p>
<p><span id="more-11630"></span><br />
Ibn Khaldun befasste sich in seinem mehrbändigem Hauptwerk, der „Muquaddima“ (wörtlich: Prolog, Einleitung. Besser: Grundlagen), mit der Geschichte von Völkern, dem Wesen von Staat und Gesellschaft, damit, wie Zivilisationen entstehen, aufblühen und niedergehen. Sein Werk reflektiert natürlich primär den Aufstieg und Niedergang der damaligen islamischen Zivilisation, wobei ihn als Philosoph aber mehr die Deutung als die Chronik der Geschichte interessierte.<br />
Ibn Khaldun war nicht nur Philosoph, sondern auch Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler. Arthur Toynbee hat ihn als den „brillantesten und scharfsinnigsten Geist, den die Menschheit je hervorbrachte“ bezeichnet. Josef Schumpeter nannte ihn den „wahren Vater der Wirtschaftswissenschaft“, da er bedeutende wirtschaftliche Zusammenhänge schon lange vor dem Zeitalter von Aufklärung und Industrialisierung entdeckt und beschrieben habe: die Nützlichkeit des Prinzips der Arbeitsteilung (vor Smith), das Prinzip des Wertes der Arbeit (vor Ricardo), eine Bevölkerungstheorie (vor Malthus), sowie die Rolle des Staates in der Wirtschaft (vor Keynes).<br />
Für Ibn Khaldun ist das Kennzeichen einer starken Zivilisation, aber auch notwendig für deren Entstehen, die gemeinsame Werteorientierung ihrer Mitglieder. Auch der Ökonomie räumt er in seiner Bewertung des Zustandes einer Zivilisation einen hohen Stellenwert ein. Nach seiner Meinung müssen Menschen die Werte, die sie konsumieren, auch selbst produzieren. Mit zunehmendem Alter einer Zivilisation neigen jedoch deren Angehörige zu Luxus und konsumieren mehr, als sie an Werten schaffen. Sie finanzieren dies durch Schulden. Für Ibn Khaldun beginnt damit der Niedergang einer Zivilisation.<br />
Seine Erkenntnisse haben eine frappierende Relevanz für die Deutung des heutigen Zustandes Europas. Wendet man seine Geschichtsphilosophie an auf unser heutiges Europa, mit seinem Mix von als Toleranz präsentiertem Werterelativismus sowie einem auf immer höherer Verschuldung basierenden, extensiven Lebensstil, so zeigt unsere Zivilisation deutliche Zeichen eines Niedergangs.<br />
Zwar wächst inzwischen bei vielen Politikern die Einsicht, dass die ausufernde Schuldenmacherei der letzten Jahre, die zu der heutigen, gigantischen Verschuldung der Staaten führte, letzlich zum Zusammenbruch derselben führen kann. Gesetzliche Maßnahmen wie Schuldenbremse und Verbot der Kreditaufnahme über einen bestimmten Rahmen hinaus, sollen dem entgegenwirken.<br />
Andere Politiker fordern dagegen eine stärkere Besteuerung, um dem Staat mehr Einnahmen zu verschaffen. Für Ibn Khaldun war vermehrte Steuererhebung keine Lösung, denn dadurch wurden seiner Meinung nach nicht mehr Werte geschaffen.</p>
<p>Ich befürchte, gerade auch unter dem Eindruck der aktuellen Ereignisse, Ibn Khaldun könnte mit seiner Zivilisationstheorie Recht behalten.<br />
</p>
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		<title>Elisabeth Schwarzhaupt: Sie wollte &#8220;Ministerin&#8221; sein</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:43:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Medizin, Gesundheit]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Konrad Adenauers und Ludwig Erhards Frau für die Gesundheit Sicher war es ein Erfolg, was die Frauen angeht, dass wir zunächst durch meine Ministerschaft gewissermaßen den Fuß in eine bisher verschlossene Tür gesetzt haben … das Ergebnis war …, dass bisher kein Kabinett mehr ohne Frau gebildet worden ist.“ Elisabeth Schwarzhaupt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Konrad Adenauers und Ludwig Erhards Frau für die Gesundheit</strong></p>
<div id="attachment_11589" class="wp-caption alignleft" style="width: 203px"><a href="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/images.jpg"><img class="size-full wp-image-11589" src="http://die-auswaertige-presse.de/wp-content/uploads/2011/11/images.jpg" alt=" " width="193" height="261" /></a><p class="wp-caption-text">Elisabeth Schwarzhaupt</p></div>
<p>Sicher war es ein Erfolg, was die Frauen angeht, dass wir zunächst durch meine Ministerschaft gewissermaßen den Fuß in eine bisher verschlossene Tür gesetzt haben … das Ergebnis war …, dass bisher kein Kabinett mehr ohne Frau gebildet worden ist.“ Elisabeth Schwarzhaupt, von der diese Worte stammen, war nicht nur der erste Bundesgesundheitsminister, sondern auch die erste Bundesministerin der Bundesrepublik Deutschland. Überhaupt war diese emanzipierte Frau ihrer Zeit voraus. Während Birgit Breuel noch Jahrzehnte später als „Frau Minister“ angeredet werden wollte, bat sie schon damals um die Anrede „Frau Ministerin“.<span id="more-11585"></span></p>
<p>In einer Zeit, als andere Eltern bei ihren Töchtern noch bei der Ausbildung sparten, da sie ja doch bald heiraten würden, konnte die noch zu Kaisers Zeiten am 7. Januar 1901 in Frankfurt am Main geborene Tochter eines Oberschulrats Abitur machen und Jura studieren. Gerne wäre die junge Juristin nun Vormundschafts- oder Jugendrichterin geworden, doch fehlte ihr damals noch der Mut sich zu bewerben. So griff die Frauenrechtlerin gerne zu, als sich ihr die Chance bot, an der „Rechtsschutzstelle für Frauen“ ihrer Geburtsstadt anzufangen. Nach der „Macht­ergreifung“ der Nationalsozialisten schied die Verlobte eines jüdischen Arztes, die sich in einem Artikel kritisch mit der NS-Frauenpolitik auseinandergesetzt hatte, aus dem Staatsdienst aus und kam in der Kirchenkanzlei der Deutschen Evangelischen Kirche unter.</p>
<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg lernte sie in der Verfassungskommission der Evangelischen Kirche in Deutschland den Christdemokraten Hermann Ehlers kennen. Der Bundestagspräsident von 1950 bis 1954 gewann sie für die Bundespolitik. 1953 zog sie für die CDU in den Bundestag ein. Dort profilierte sie sich unter anderem durch ihr Eintreten für die Zugewinngemeinschaft, die Ehefrauen bei der Scheidung besser stellt.</p>
<p>1961 setzten die Frauen der Unionsfraktion mit einer Sitzblockade die Aufnahme einer Frau in die Bundesregierung durch. Die Wahl fiel auf Schwarzhaupt. Allerdings musste kein Mann weichen. Da sie und die anderen Unions-Frauen sich mit einem „Sonderministerium für Frauenfragen“ nicht abspeisen lassen wollten, wurde für die Dame in der erlauchten Herrenrunde mit dem Gesundheitsministerium ein neues Ressort geschaffen. In ihre Amtszeit fallen das Krisenmanagement während des Contergan-Skandals, die Einführung der Bundesgebührenordnung für Ärzte und Zahnärzte, der Beginn der Schluckimpfung gegen Kinderlähmung und die Gründung des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg. Schwarzhaupt überlebte als Ministerin den Kanzlerwechsel von Adenauer zu Erhard, aber nicht mehr den Wechsel zur Großen Koalition. 1969 schied sie auch aus dem Bundestag aus. Die erste Trägerin des Großkreuzes des Bundesverdienstordens starb am 30. Oktober 1986 in ihrer Geburtsstadt.<br />
</p>
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		<title>Maximilian Wolfgang Duncker: Historiker und Politiker</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:40:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Maximilian Wolfgang Duncker galt als Historiograph des Hauses Brandenburg. Der Sohn des Verlagsbuchhändlers und Gründers von Duncker &#38; Humblot war jedoch nicht nur Geschichtsgelehrter. Vielmehr verleiteten die Zeitumstände den am 15. Oktober 1811 in Berlin geborenen Liberalen zu Ausflügen in die Politik. Als junger Student betätigte er sich in einer Burschenschaft. In [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p>Maximilian Wolfgang Duncker galt als Historiograph des Hauses Brandenburg. Der Sohn des Verlagsbuchhändlers und Gründers von Duncker &amp; Humblot war jedoch nicht nur Geschichtsgelehrter. Vielmehr verleiteten die Zeitumstände den am 15. Oktober 1811 in Berlin geborenen Liberalen zu Ausflügen in die Politik. Als junger Student betätigte er sich in einer Burschenschaft. In der 48er Revolution wurde er als Abgeordneter in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt.<span id="more-11580"></span> Auch nach dem Scheitern der Revolution arbeitete er weiter als Parlamentarier. 1859 übernahm er die Leitung der Zentralpreßstelle im Preußischen Staatsministerium und landete wenige Jahre später im Beraterstab des gleichfalls liberal gesinnten Kronprinzen Friedrich Wilhelm. Über die Haltung zur Realpolitik Otto von Bismarcks entfremdeten sich jedoch die beiden. Duncker schied aus dem Beraterstab des späteren 99-Tage-Kaisers aus, ging 1866 als Zivilkommissar nach Hessen und erarbeitete schließlich für Bismarck einen Verfassungsentwurf für den Deutschen Bund. Er saß dann noch im konstituierenden Reichstag, bevor er sich wieder auf die Wissenschaft konzentrierte. Am 21. Juli 1886 starb der Historiker und Politiker in Ansbach.<br />
</p>
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		<title>&#8220;Der Führer lebt&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Nov 2011 19:36:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wöhlke</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Ruoff Dr. Manuel]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Dr. Manuel Ruoff Erich Fellgiebels Meldung war der Gau für seine Mitverschwörer &#8220;Es ist etwas Furchtbares passiert, der Führer lebt.“ Mit dieser Meldung aus dem Führerhauptquartier trug Erich Fellgiebel nach dem Attentat auf Adolf Hitler in der „Wolfsschanze“ maßgeblich zur Verwirrung seiner Mitverschwörer vom 20. Juli 1944 bei. Seine Botschaft, deshalb den Putsch abzubrechen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Von Dr. Manuel Ruoff</em></p>
<p><strong>Erich Fellgiebels Meldung war der Gau für seine Mitverschwörer</strong></p>
<p>&#8220;Es ist etwas Furchtbares passiert, der Führer lebt.“ Mit dieser Meldung aus dem Führerhauptquartier trug Erich Fellgiebel nach dem Attentat auf Adolf Hitler in der „Wolfsschanze“ maßgeblich zur Verwirrung seiner Mitverschwörer vom 20. Juli 1944 bei. Seine Botschaft, deshalb den Putsch abzubrechen und den Plan „Walküre“ nicht auszulösen, befolgten nur einige. Die Folge war, dass der Putschversuch nicht mit der Vehemenz durchgezogen wurde, die notwendig gewesen wäre, um überhaupt eine Chance zu haben, er andererseits aber auch nicht abgebrochen wurde, was vielleicht die Chance zu einem zweiten Versuch geboten hätte.<span id="more-11576"></span></p>
<p>Fellgiebel galt als „Meister operativer Nachrichtenverbindungen“ und war der erste General der Nachrichtentruppen. In dieser Funktion kam ihm im Kreis der Verschwörer die Aufgabe zu, das Führerhauptquartier nach dem Anschlag auf Hitler nachrichtlich zu isolieren. Die in der „Wolfsschanze“ versammelte Spitze um Hitler sollte weder Informationen erhalten noch Befehle nach außen senden können.</p>
<p>Schließlich muss Fellgiebel die von ihm verhängte Nachrichtensperre aufheben, hat sich jedoch durch sie als Mitverschwörer entlarvt. Noch am Tage des Hitlerattentats wird er an seinem Arbeitsplatz im Führerhauptquartier verhaftet. Er wird vor den Volksgerichtshof gestellt und von Roland Freisler am 10. August 1944 für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Am 4. September 1944 wird das Urteil im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee vollstreckt. Damit endete das Leben eines der kreativsten Nachrichtenköpfe der deutschen Streitkräfte.</p>
<p>Der vor 125 Jahren in Pöpelwitz bei Breslau geborene Spross eines bürgerlichen Rittergutsbesitzers und dessen ebenfalls dem Bürgertum entstammenden Ehefrau war vielseitig begabt. Doch seine besondere Stärke waren die Naturwissenschaften. 1905 begann seine militärische Karriere als Offiziersanwärter und damals bereits bei einem Nachrichtenbataillon. Im Ersten Weltkrieg bewährte er sich, sodass er in die Reichswehr übernommen wurde. Das 100000-Mann-Heer ließ ihm nur wenige Aufstiegschancen.</p>
<p>Das änderte sich nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten – nicht nur wegen der nun einsetzenden vermehrten Rüstungsanstrengungen, sondern auch wegen des nationalsozialistischen Hangs zu modernen Mitteln. Während der Weltkriegshauptmann in der Weimarer Zeit nur ein einziges Mal befördert worden war, machten die Nationalsozialisten ihn, kaum dass sie an der Macht waren, zum Oberstleutnant und Chef des Stabes des Inspekteurs der Nachrichtentruppen. Nachdem er die Aufgabe des Inspekteurs zuerst nur vertretungsweise wahrgenommen hatte, übernahm er schließlich dieses Amt. 1938 wurde ihm die Leitung des Heeresnachrichtenwesens und der Wehrmachtnachrichtenverbindungen im Oberkommando der Wehrmacht übertragen, was ihn schließlich in die „Wolfsschanze“ brachte. Der Beförderung zum Oberst im Jahre 1934 folgte 1938 die zum Generalmajor und 1940 die zum Generalleutnant, bevor er 1940 schließlich zum General der Nachrichten­truppen ernannt wurde.<br />
</p>
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