Artikel der Kategorie ‘Geschichte’
Januar 12, 2012
Von: Wöhlke
Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Politik
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Von Dr. Manuel Ruoff
Er war der »Hauptmann von Köpenick« Vor 90 Jahren starb Wilhelm Voigt – Der Ostpreuße zog den preußischen Militarismus durch den Kakao wie kein anderer
Seine Köpenickiade gehört zu den komischsten Episoden der preußischen Geschichte. Nichtsdestoweniger war der Ostpreuße Wilhelm Voigt eine traurige Figur. Tragik zieht sich durch sein Leben vom Anfang bis zum Ende.
Der am 13. Februar 1849 in Tilsit geborene Sohn eines Schuhmachermeisters, der den Beruf seines Vaters ergreift, wird schon mit 14 Lebensjahren straffällig. Es folgt eine Karriere als Kleinkrimineller mit einem halben Dutzend Verurteilungen wegen Diebstahls und Urkundenfälschung. 1890 versucht er dann mittels einer Brechstange, sich in Wongrowitz, Provinz Posen in den Besitz der Gerichtskasse zu bringen. Er wird erwischt und im Februar des darauffolgenden Jahres „wegen schweren Diebstahls im Rückfalle zu 15 Jahren Zuchthaus, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf zehn Jahre und Zulässigkeit von Polizeiaufsicht“ verurteilt. Voigt sitzt die Haftstrafe ab und wird einen Tag vor seinem 57. Geburtstag aus der Haft entlassen. (weiterlesen …)
Januar 11, 2012
Von: Wöhlke
Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Lifestyle, Wirtschaft
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Von Dr. Manuel Ruoff
Vor 150 Jahren wurde August Oetker geboren. Den Tod seines einzigen Sohnes konnte der Unternehmensgründer nicht verwinden
Wie kann die Welt wissen, dass Du etwas Gutes tust, wenn Du es ihr nicht anzeigst?“ Diese Suggestivfrage stammt von August Oetker, dem Gründer des Lebensmittelkonzerns „Oetker-Gruppe“ mit der berühmten Marke „Dr. Oetker“. Heute besteht ein weitgehender Konsens, dass es insbesondere Werbung und Marketing waren, die den Erfolg des Firmengründers erklären. Ein weiterer Faktor war seine fachlich-naturwissenschaftliche Qualifikation. Er war der Sohn eines Bäckermeisters und durch seine Mutter, eine Rechtsanwaltstochter, Enkel eines Akademikers. Nach dem Besuch der Bürgerschule und dem Abitur machte der am 6. Januar 1862 in Obernkirchen geborene Niedersachse erst eine Apothekerlehre und studierte dann Pharmazie. Er schloss das Studium in Berlin mit der Note „sehr gut“ ab und promovierte anschließend in Freiburg über die Frage „Zeigt der Pollen in den Unterabtheilungen der Pflanzen-Familie charakteristische Unterschiede?“ (weiterlesen …)
Januar 11, 2012
Von: Wöhlke
Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Politik, Redaktionelle Beiträge
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von Dr. Manuel Ruoff
Hinrich Wilhelm Kopf gehörte zu den westdeutschen SPD-Landesvätern, die eher Pragmatiker als Ideologen waren
Wie seine Zeit- und Amtsgenossen in den nordwestdeutschen Stadtstaaten Hamburg und Bremen Max Brauer und Wilhelm Kaisen war Hinrich Wilhelm Kopf eher vom Typus Landesvater als Arbeiterführer. Der „Rote Welfe“ wurde er genannt, und er hörte es ganz gerne, entsprach es doch seinem Selbstverständnis. Mit einer Mischung aus Respekt gegenüber dem politischen Instinkt und Missachtung ob des Fehlens einer Ideologie, die den Intellektuellen zu faszinieren vermag, spricht der „Spiegel“ seinerseits von einem „Bonhomme der Vernunft“. (weiterlesen …)
Januar 01, 2012
Von: Wöhlke
Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Kunst und Kultur
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Von Hans-Peter Kurr

Simone Rethel und Johannes Heesters
Umstrittener über die Jahrhundertgrenze 20/21 hinweg konnte kein Mitglied des deutschsprachigen Showbiz sein als Grandseigneur Johannes Heesters, der am Weihnachtsfest 2011 endlich 108-jährig sterben durfte. Allerdings hat ihm diesen zweifelhaften Ruf in erster Linie die Boulevard-Presse eingebracht. Ja, gewiß: Der eine oder andere Neider, den es selbstverständlich auch (oder sogar: insbesondere?) in sogenannten Künstlerkreisen gibt, mag, Verständnislosigkeit s p i e l e n d, dümmliche Fragen in die Welt gesetzt haben, wie „Hat er denn das nötig?“ oder „Warum hört er nicht endlich auf!“ oder „Merkt er nicht, dass seine Auftritte heutzutage peinlichwirken und seinen guten Ruf zerstören?“ Mag alles sein. Aber: Wer hatte darüber zu entscheiden? Ausschließlich doch wohl er selber! Und, solange es, nach wie vor, eine schier unzählbare Fangemeinde gab, waren seine – ohnehin immer seltener werdenden – Auftritte selbstverständlich legitim. (weiterlesen …)
Dezember 31, 2011
Von: Wöhlke
Kategorie: Geschichte, Kunst und Kultur
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Von Dr. László Kova
Jubiläumsausstellung in Vilnius/Litauen

Zotán Pecze (li.), Botschafter der Republik Ungarn in Vilnius, Witka Kova und der Künstler László Kova (re.) mit seiner Skulpturenkomposition „Frühling“
Die Galerie ´Šv.Jono Gatves Galerija´ in Vilnius/Litauen fing rechtzeitig an, den großen Nationallyriker in den Mittelpunkt des Kulturgeschehens zu stellen. Im Kalenderjahr 2014 feiern die Litauen den 300. Geburtstag des namhaften Poeten Kristijanas Donelaitis, der am 01. Januar 1714 (gest. 1780) geboren wurde.
Er war ein protestantischer Pfarrer einer deutsch-litauischen Gemeinde im ostpreußischen Preußisch-Litauen. Er predigte 37 Jahre lang in deutscher und in litauischer Sprache. Er war ein vielseitiger Gelehrter und lernte auch Griechisch, Hebräisch und Französisch. Seine Poesie schrieb er in Deutsch. In der litauischen Sprache verfasste er sein Hauptwerk, das den Titel „Metai“, deutsch „Die Jahreszeiten“ trägt. (weiterlesen …)
Dezember 20, 2011
Von: Wöhlke
Kategorie: Geschichte
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Von Dr. Manuel Ruoff
Warum in der Bundesrepublik statt des Volkes seine Repräsentanten herrschen
Gerne wird in Sonntagsreden und zu runden Jahrestagen die Bundesrepublik als der demokratischste Staat gelobt, den die Deutschen je hatten. Zwar hat sich die Bundesrepublik mittlerweile als langlebiger denn die Weimarer Republik erwiesen, aber demokratischer und freiheitlicher ist sie deshalb nicht. Eher ist das Gegenteil der Fall. Unter den euphemistischen Überschriften „Lehren aus dem Scheitern Weimars“ und „wehrhafte Demokratie“ wurden und werden Freiheit und Demokratie in einer Weise eingeschränkt, die Weimar fremd war. (weiterlesen …)
Dezember 20, 2011
Von: Wöhlke
Kategorie: Geschichte, Politik
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Von Manuela Rosenthal-Kappi
»Einiges Russland« erleidet Wahlschlappe − Massenproteste gegen Putin und Medwedjew
Am 4. Dezember waren die Russen zur landesweiten Parlamentswahl aufgerufen. Dass die Regierungspartei „Einiges Russland“ wieder die Mehrheit erlangen würde, stand längst fest. Umso überraschender ist der Ausgang: Dass die Partei trotz großzügiger Wahlversprechen, massiver Beeinflussung der Wähler und Unterdrückung der Opposition rund ein Drittel ihrer Sitze in der Staatsduma verlieren würde, kam für die meisten völlig überraschend.
Schon bei der Vorbereitung des Wahlkampfes wuss-te die Regierung, dass die Zustimmung für ihre Partei „Einiges Russland“ diesmal geringer ausfallen würde als bei den vorangegangenen Wahlen. Seit längerem ist die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der „Partei der Bürokraten“ sowie der Unmut über die Regierung spürbar. Bei einer Wahlveranstaltung wurde Wladimir Putin sogar ausgepfiffen, eine für ihn bislang nie dagewesene Situation, mit der er sichtlich nicht umzugehen wusste. (weiterlesen …)
Dezember 15, 2011
Von: Wöhlke
Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Politik, Redaktionelle Beiträge
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Von Dr. Manuel Ruoff
Albert von Sachsen, Coburg und Gotha: Vor 150 Jahren starb der wohl bekannteste Prinzgemahl aller Zeiten
Wohl kein anderer Prinzgemahl wurde von seiner Königin so sehr geliebt wie Albert und kein zweiter hat eine derartige Bedeutung für die Heimat seiner Ehefrau gewonnen wie er. Verkuppelt wurden die beiden Liebenden von ihrem gemeinsamen Onkel Leopold. Dieser Sachse war nämlich nicht nur König der Belgier, sondern auch der Bruder von Queen Victorias Mutter, Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld, und von Alberts Vater, Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha. Die beiden Liebenden verband jedoch nicht nur der gemeinsame Onkel sowie ihre Liebe zu Romantik und Musik, sondern auch der frühe Verlust eines Elternteils. Victoria verlor ihren Vater, den Duke of Kent and Strathearn Edward Augustus, bereits in ihrem ersten Lebensjahr. Und Albert verlor seine Mutter gleich doppelt. Sie wurde schuldig geschieden und musste 1824 Familie und Land verlassen. Da war Albert gerade fünf Jahre alt. Wenige Jahre später, 1831, ist die damals gerade 30-Jährige dann fern von Heimat und Familie in Paris an Gebärmutterkrebs gestorben. (weiterlesen …)
Dezember 15, 2011
Von: Wöhlke
Kategorie: Geschichte, Redaktionelle Beiträge
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Von Manuela Rosenthal-Kappi
Projekt »InsterJAHR« verbucht erste Erfolge − Interesse der örtlichen Bevölkerung blieb eher gering

Insterjahr
Die Idee zu einem der ehrgeizigsten Projekte im Königsberger Gebiet entstand vor zwei Jahren in Insterburg. „InsterJAHR“, ein gemeinsames Unternehmen von Bürgerinitiativen und Fachgruppen, will mit Unterstützung der Stadtgemeinde Insterburg das historische und kulturelle Erbe der Stadt erschließen und erneuern.
„Die ostpreußische Stadt, uns zugefallenes Erbe, ist mit der Zeit zu einem losen Gewebe geworden: Schaffen wir es, daraus ein passendes Gewand zu schneidern?“ Ausgehend von dieser Frage fanden Architekten, Heimatforscher und Stadtangestellte zusammen, um gemeinsam an dem Projekt „InsterJAHR 2010“ mitzuwirken. Alle Initiativen waren zunächst auf das Jahr 2010 beschränkt. Die Stadtverwaltung hatte aus ihrem Haushalt umgerechnet 12000 (weiterlesen …)
Dezember 02, 2011
Von: Wöhlke
Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Politik
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Dieser Artikel erschien gerade in der PAZ am 3. Dezember 2011
Von Uta Buhr

Edda Schönherz vor dem Knast, in dem sie einst einsaß
„Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren…“ Diese Verszeile aus Dantes Göttlicher Komödie fällt mir spontan ein, als ich die „Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen“ in der Genslerstraße 66 im Osten der Stadt betrete. Im Gästezentrum, einem tristen grauen Gebäude, wartet schon eine große Zahl von Besuchern auf die nächste Führung. Auch viele junge Leute sind dabei. Darunter eine Schulklasse, deren Interesse den in Schaukästen ausgestellten Erinnerungsstücken an eines der schlimmsten Gefängnisse aus real-sozialistischer Zeit gilt. (weiterlesen …)