Die Auswärtige Presse e.V.

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Artikel der Kategorie ‘Geschichte’

Namensgeber eines Seeweges: Adolf Cornelius Piening

August 29, 2010 Von: Woehlke Kategorie: Geschichte, Schiffsreisen 1 Kommentar →

Von Dr. Mauel Ruoff

Deutsche U-Boot-Besatzungen, die mit ihren Booten nach der Feindfahrt im Atlantik zu ihren Basen in St. Nazaire und Lorient zurückkehren wollten, nutzten ab 1943 die Piening-Route. Dieser Seeweg führte, beginnend in Höhe der portugiesisch-spanischen Grenze, erst an der spanischen und anschließend an der französischen Atlantikküste entlang. Der Weg war zwar lang, ersparte den Deutschen aber die Durchquerung der von Feindfliegern verseuchten Biskaya. Benannt ist die Route nach Adolf Cornelius Piening. Nach vorausgegangenen Einsätzen auf Überwassereinheiten kam dieser 1940 zur U-Boot-Waffe, wo er im darauffolgenden Jahr das Kommando über U 155 übernahm. Mit ihm versenkte er 1942 den britischen Geleitträger „Avenger“ und war auch ansonsten erfolgreich. 1944 übernahm er das Kommando über die 7. Flottille. 1956 wurde er in die Bundesmarine übernommen. Vor 100 Jahren, am 16. September 1910, kam Piening in Süderende auf der nordfriesischen Insel Föhr zur Welt. Am 15. Mai 1984 starb er in Kiel.

An der Schwelle zum Krieg mit Spanien

August 26, 2010 Von: Woehlke Kategorie: Geschichte 1 Kommentar →

Vor 125 Jahren eskalierte der Streit zwischen Berlin und Madrid um die Karolinen – Päpstliche Vermittlung als Ausweg

Von Dr. Manuel Ruoff

Im Jahre 1885 standen Spanien und das Deutsche Reich für kurze Zeit am Rande eines Krieges. Anlass des Konflikts der an sich befreundeten Länder waren eher drittrangige Interessen an einer pazifischen Inselgruppe. Die Art und Weise, wie Bismarck diesen Konflikt handhabte, zeigt anschaulich das meisterliche Geschick des Reichskanzlers bei der Wahrnehmung deutscher Interessen.

Bismarck vertrat den Grundsatz, dass Leistungen Gegenleistungen gegenüberstehen sollten. Es weckte deshalb seinen Widerstand, wenn europäische Nachbarn auf anderen Kontinenten Eigentumsansprüche auf Gebiete erhoben, in denen sie gar nicht präsent waren, und dann deutsche Unternehmen, die dort präsent waren, behinderten oder abzukassieren versuchten. Von dieser Einstellung ist seine Politik auf der Berliner Kongokonferenz von 1884/85 geprägt, wo es ihm gelang, die sogenannte effektive Besetzung als Voraussetzung für die Legitimität und Anerkennung von Ansprüchen durchzusetzen. (weiterlesen…)

Erbkaisertum und Demokratie

August 06, 2010 Von: Woehlke Kategorie: Geschichte, Redaktionelle Beiträge Noch keine Kommentare →

Von Dr. Manuel Ruoff

Heinrich Simon

Heinrich Simon

Der Publizist August Heinrich Simon organisierte eine Mehrheit im Paulskirchenparlament für die Hohenzollernmonarchie

Brüsk hat König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen die ihm von der Frankfurter Nationalversammlung angetragene deutsche Kaiserkrone abgewiesen. Sicherlich hätte er den ihm angebotenen deutschen Kaisertitel international schwerlich durchsetzen können. Dennoch nützte die Entscheidung des Paulskirchenparlaments für ein Erbkaisertum der Hohenzollern dem preußischen Herrscherhaus. Denn sie trug ein Stück weit zur demokratischen Legitimierung der späteren kleindeutschen Lösung der deutschen Frage mit der nachfolgenden Herrschaft von Friedrich Wilhelms Bruder, Neffen und Großneffen bei und damit auch zu deren Stabilisierung. Insofern hat sich der Jurist und Publizist August Heinrich Simon um das Herrscherhaus Preußens verdient gemacht, als er das Erbkaisertum der Hohenzollern in der Paulskirche mehrheitsfähig gemacht hat. Dieses Verdienst spiegelt seine Behandlung durch das Königreich Preußen allerdings nicht wider. (weiterlesen…)

Schlacht, Krieg und Zukunft verloren

Juli 08, 2010 Von: Woehlke Kategorie: Geschichte Noch keine Kommentare →

Von Dr. Manuel Ruoff

Vor 600 Jahren erlitt der Deutsche Orden bei Tannenberg seine folgenschwerste Niederlage

Am 15. Juli 1410 unterlagen die Ritter des Deutschen Ordens ihrem polnisch-litauischen Gegner in der kriegsentscheidenden Schlacht bei Tannenberg. Im anschließenden Ersten Thorner Frieden wurden dem Verlierer Kontributionen auferlegt, die mit den Kosten und Zerstörungen des Kriegs den Anfang vom Ende des Deutschordensstaates einläuteten.

Der Deutschordensstaat erhielt seinen menschlichen Nachschub primär aus dem Westen, aus dem Reich. Das gilt für die Siedler, aber auch für die Führungskräfte des Ordens. Diese Bindung an das Reich ließ den Orden eine Landverbindung zum Reich suchen. Damit geriet er in einen Interessenskonflikt mit Polen, das einen Zugang zur Ostsee erstrebte. Wer denkt da nicht an die deutsch-polnische „Korridor“-Problematik zwischen den beiden Weltkriegen?

Doch anders als das Ostpreußen der Zwischenkriegszeit hatte der Deutschordensstaat das Problem der Verbindung nicht nur in Richtung Westen. Ab 1237 war der Deutsche Orden nämlich mit dem Schwertbrüderorden in Livland vereinigt und strebte deshalb nach einer Landverbindung mit Livland. Dieses Streben konkurrierte nun wieder mit dem Interesse Litauens an einem Ostseezugang. (weiterlesen…)

Die Gründung der UDSSR – ein Blick in die Historie

Juni 17, 2010 Von: Knoke Kategorie: Geschichte 1 Kommentar →

Von Josef Wilhelm Knoke

Uns allen ist noch das Ende der UdSSR in Erinnerung. Es begann mit dem Begriff Glasnost und der Politik der Perestroika. Unter diesen Begriffen leitete Gorbatschow ab 1985 einen Reformprozess ein, der in Folge zu einer quasi-revolutionären Situation führte. Im Verlauf des Jahres 1991 nahm die Krise ein immer größeres Ausmaß an: die Versorgungslage mit Grundnahrungsmitteln wurde katastrophal, in der Wirtschaft und vor allem in den Kohlerevieren brach eine große Streikwelle aus. Die staatliche Gewalt brach zusammen, die Nationalitätenkonflikte im Kaukasus mündeten in einen offenen Krieg. In vielen Unionsrepubliken formierten sich politische Kräfte, die die Loslösung von der Moskauer Zentrale anstrebten. (weiterlesen…)

Speer – eine Biographie

Juni 16, 2010 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Geschichte, Politik Noch keine Kommentare →

Von Dr. Wolf Tekook

Versucht man, das Deutschland zwischen 1933 und 1945 zu verstehen, gerät das leicht zu einem kaum zu bewältigenden Unterfangen. Selbst 65 Jahre nach Ende der unseligen Nazizeit sind zwar die Basisfakten aufgearbeitet, dennoch bleiben nach der Lektüre jedes Buches über das 3. Reich Fragen offen. Joachim Fest hat mit seinem Buch Speer, erstmals erschienen 1999, einen wichtigen Mosaikstein zum Gesamtverständnis geliefert.

Albert Speer, der Architekt Hitlers und Planer seiner gigantomanischen Bauten, später als Rüstungsminister in politischer Verantwortung, passt so überhaupt nicht in die Einheitsgarde der Vasallen des Diktators. Eher zufällig nach der Machtergreifung 1933 in den Bannkreis Hitlers geraten, avancierte er – auch durch eigene Zielstrebigkeit und Erfolgshunger – sehr bald zu einem der engsten persönlichen Vertrauten des sonst scheinbar zu keinerlei persönlichen Beziehungen befähigten Hitler. (weiterlesen…)

Kartelle – eine historische Betrachtung aus gegebener Veranlassung

Juni 16, 2010 Von: Knoke Kategorie: Geschichte, Wirtschaft, Soziales Noch keine Kommentare →

Von Josef- Wilhelm Knoke

„Deutsche Beamte verschärfen Jagd auf Kartelle“, so die Schlagzeile im Wirtschaftsteil der Welt am 15.06.2010. “Kartelle sind grundsätzlich schädlich, weil sie den freien Wettbewerb behindern” lautete der erste Satz eines Leitartikels der Rheinischen Post vom 25.07.2008 mit dem Titel „Kartelle schaden”. Beide Beispiele reflektieren die negative Konnotation des Begriffs Kartell in der Gegenwart. Die Gründe dafür liegen in unserer heutigen nationalen wie auch europäischen Gesetzgebung und spektakulären Verstößen dagegen.

Beispiele für Verstöße aus jüngster Vergangenheit:
- 2010: Kaffee-Kartell (Bußgeld 160 Mio. €), Brillenglas-Kartell (Bußgeld 115 Mio. €) (weiterlesen…)

Brandloch an der Elbe

Juni 01, 2010 Von: Woehlke Kategorie: Gastartikel, Geschichte, Hamburg im Fokus, Kunst und Kultur, Politik Noch keine Kommentare →

Gedanken zur Bücherverbrennung am historischen Ort

Vortrag von Dr. Reimer Eilers, VS Vorsitzender Hamburg, aus Anlass der Gedenkveranstaltung 2010 von Hamburger Autorenvereinigung und VS Verband der Schriftsteller zur Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933

Der 15. Mai 1933 war in Hamburg ein für die Jahreszeit zu kühler Tag. Trotzdem versammelte sich am späteren Abend eine etwa tausendköpfige Menge erwartungsvoll auf den Wiesen des Kaiser-Friedrich-Ufers. Denn wie formulierte der Reporter des “Hamburger Anzeigers” am nächsten Tag unnachahmlich zum Anlass: “Feuer zieht die Menschen an. Ob es ein Schadenfeuer ist, ein Freudenfeuer oder ein solches, wie es die Studenten Hamburgs gestern Abend am Kaiser-Friedrich-Ufer veranstalteten.”

So begann der Frühling der Nationalsozialisten: Allerorten brannten im Deutschen Reich am 1o. Mai des Jahres dreiunddreißig die Scheiterhaufen mit den Büchern deutscher Schriftsteller. Hamburg machte eine bloß scheinbare Ausnahme: Hier fand die Bücherverbrennung einige Tage später, am 15. Mai, eine Stunde vor Mitternacht statt. Das Feuer am Kaiser-Friedrich-Ufer, übermannshoch, zog seine Nahrung aus über zweitausend Büchern. Und die Studenten, von denen im “Hamburger Anzeiger” pauschal die Rede war, stellten sich als Mitglieder des Stahlhelms, der Burschenschaften und des SA-Sturms 6/76 dar. (weiterlesen…)

Darius, Xerxes und die Wasser des Hellespont

Januar 22, 2010 Von: Woehlke Kategorie: Geschichte Noch keine Kommentare →

Von Hans Peter Kurr

480 Jahre vor der Wende ins Zeitalter der Fische, nur wenige Wochen vor der Schlacht bei Salamis, die seine Flotte schmählich verlieren sollte, flammte in dem jähzornigen persischen Grosskönig Xerxes eine Erinnerung auf:
Vor seinem inneren Auge erstand das Bild seines Vaters Darius….,wie jener seine Pioniere, soweit die Historiker dies wissen, die erste Strombrücke der Menschheitsgeschichte  über den Unterlauf der Donau – nahe der heutigen Stadt Passau – schlagen liess, um sein gewaltiges Heer nach Europa hineinzuführen. Die Brücke hielt der Last stand, Europa wurde ( noch ) nicht erobert…. : (weiterlesen…)

81 Jahre lang Soldat

Januar 21, 2010 Von: Woehlke Kategorie: Geschichte Noch keine Kommentare →

Der gebürtige Stettiner »Papa Wrangel« war ein Original

WP_Friedrich_von_WrangelVon Manuel Ruoff
Im Gegensatz etwa zu seinem Landsmann und Zeitgenossen Helmuth von Moltke war Fried­rich von Wrangel weniger ein intellektueller Stratege als ein schneidiger Frontoffizier mit kernigem Berliner Humor. In seinen späten Jahren wurde er sogar als „Papa Wrangel“ zum Original. Man sollte ihn jedoch nicht unterschätzen. So werden ihm Schlauheit, Verschlagenheit und schauspielerisches Talent nachgesagt. Der Verdacht liegt nahe, daß er durchaus bewußt an seinem Image des „Papa Wrangel“ gearbeitet hat, um die Akzeptanz seines militärischen Eingreifens in die 48er Revolution zu erhöhen. Andererseits setzte er sich mit seiner Volkstümlichkeit, zu der auch ein grammatikalisch schiefes Deutsch gehörte, dem Vorwurf aus, sich nicht immer standesgemäß verhalten zu haben. Schließlich war der Generalfeldmarschall zeitweise der ranghöchste Angehörige des preußischen Heeres nach dem König. (weiterlesen…)