Die Auswärtige Presse e.V.

Internationale Journalistenvereinigung Hamburg
Subscribe

Artikel der Kategorie ‘Filmrezensionen’

Black Swan – Kultur- und Entwicklungspsychologie im Film

Februar 05, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Filmrezensionen, Kunst und Kultur, Literarisches, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Black Swan – Kultur- und Entwicklungspsychologie im Film

von Götz Egloff

Black-Swan-Poster

Black-Swan-Poster

Der Spielfilm Black Swan von Darren Aronofsky bildet in besonderer Weise die spätadoleszente Entwicklung der Protagonistin Nina mit ihren Anforderungen und ihren Schwierigkeiten ab. Doch nur wenige der zahlreich erschienenen Interpretationen dieses erfolgreichen Films betten diese in einen kulturpsychologischen Kontext ein. Das Lebensalter zwischen 15. und 25. Lebensjahr hält nicht nur ungewöhnlich viele Herausforderungen in der Entwicklung bereit, die Entwicklung selbst unterliegt gleichermaßen zeitlich-gesellschaftlich bedingten Einflüssen. So beginnt die Adoleszenz-Phase heutzutage nicht nur deutlich früher als noch vor wenigen Jahrzehnten, sondern sie dehnt sich oft bis weit über das Ende der Studien- bzw. Ausbildungszeit hinaus aus. Black Swan stellt gewissermaßen einen filmischen Entwicklungs- oder Bildungsroman wie z.B. Der Nachsommer von Adalbert Stifter (1857) oder Das Parfüm von Patrick Süskind (1985) dar. Als filmische Erzählung bewegt der Film sich in seiner mitunter surrealen Bildsprache nahe an Nacht und Traum, wie Dirk Blothner (mehr …)

„Noseland“

November 24, 2014 Von: Wöhlke Kategorie: Filmrezensionen, Freizeit und Hobby, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für „Noseland“

Von Ariane de Melo
Klassische Musik mal… zugänglich

Sebastian Leitner, Aleksej Igudesman, Sabina Hasanova - ChrisNemes Noseland

Sebastian Leitner, Aleksej Igudesman, Sabina Hasanova – ChrisNemes Noseland

Als nicht begeisterte Dokumentarfilm-Zuschauerin, betrat ich das gemütliche B-Movie Kino auf St. Pauli, um die hamburgische Premiere des Films „Noseland“ anzuschauen. Ein Dokumentarfilm. Über klassische Musik. Es waren gemischte Gefühle.
Dann wurde ich überrascht. Und zwar positiv.
Mit viel Witz, Ironie – und seine Freunde fast zur Verzweiflung treibend – leitet uns Regisseur und Violinist Aleksey Igudesman auf eine sehr sympathische Weise durch die Kulissen des klassischen Musik-Festivals „Julian Rachlin and Friends“, im märchenhaft schönen Dubrovnik, Kroatien. (mehr …)

In der Berghütte der Seele: Die Wand

Oktober 16, 2012 Von: Wöhlke Kategorie: Filmrezensionen, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für In der Berghütte der Seele: Die Wand

Von Hans-Peter Kurr

Martina Gedecks Solo / Der erschütternde Film DIE WAND

Martina Gedeck

Dieser Streifen wird in die internationale Filmgeschichte eingehen!

Und das verdanken wir einer Jahrhundertschauspielerin, deren Karriere, als sie noch an der Seite des großen Ulrich Wildgruber lebte, in den neunziger Jahren begann und mit diesem Lebensepos DIE WAND – soeben in deutschen Landen, auch im hamburgischen Abaton, uraufgeführt – ihren ( zumindest gegenwärtigen ) künstlerischen Höhepunkt erreicht, den  d i e  Gedeck, wie wirkliche Weltstars bis Ende des 20. Jahrhunderts, dem der Rezensent entstammt, achtungsvoll genannt wurden und von Mitgliedern jener Generation bis heute gewürdigt werden, hier präsentiert.

Der Film, in kongenialer Wucht nach dem lange als unverfilmbar geltenden Roman Marlen Haushofers instrumentiert durch den phantasiebegabten Regisseur Julian Pölsler und seinen neun fähigen Kameraleuten unter Führung des Altmeisters J.R.P. Altmann eine Bilderfolge von aufregender Schönheit in der österreichischen Berglandschaft, darinnen eine Solistin, die sich durch ,nach internationalen Kriterien gültige ,künstlerische Höchstqualität auszeichnet. (mehr …)

Friedrich – ein deutscher König

Juli 11, 2012 Von: Knoke Kategorie: Filmrezensionen Kommentare deaktiviert für Friedrich – ein deutscher König

Von Josef-Wilhelm Knoke

Friedrich – ein deutscher König

90 Minuten sind viel Zeit für eine Doku, aber wohl doch nicht genug für diesen Protagonisten, um alle Facetten seines Lebens   gebührend auszuleuchten. Soviel vorab.

Es ist eine Doku, die in durchaus ansprechender Weise das Leben Friedrichs des Großen darstellt, wobei  dies in einer gelungenen Mischung aus filmischen Elementen, eingestreuten Fachkommentaren von Historikern und gesprochenen Kommentaren erfolgt. Allerdings  focussiert man primär auf die Phase der Adoleszens und die ersten zweieinhalb Dekaden seiner Herrschaft als König bis zum Ende des Siebenjährigen Krieges. Über die danach noch folgenden zwei Dekaden seiner Herrschaft erfährt man relativ wenig. In der Doku werden sie subsummiert unter der Aussage: In seinen späteren Jahren wandelte er sich vom Frauenverächter zum Menschenfeind. Dieses Bild eines alten Misanthropen, der Liebe wohl nur zu seinen Windhunden empfand, ist eine sehr verkürzte Sichtweise. Denn diese Jahre waren durchaus geprägt von vielen richtungweisenden Entscheidungen für Preußen, die eine ausführlichere Würdigung verdient hätten. (mehr …)