Die Auswärtige Presse e.V.

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Artikel der Kategorie ‘Buchrezension’

Ein Buch unseres Mitgliedes Anna Bardi

August 26, 2010 Von: Woehlke Kategorie: Buchrezension, Hamburg im Fokus, Mitglieder in der Presse 2 Kommentare →

Von Johanna R. Wöhlke

Literarische Spaziergänge auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

Hamburger Autoren erinnern an tote Kollegen

Herausgegeben von Anna Bardi

Es liegt schon einige Tage auf meinem Schreibtisch: „Literarische Spaziergänge auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Hamburger Autoren erinnern an tote Kollegen. Herausgegeben von Anna Bardi“. Es liegt da in sanftem, abgedunkeltem Hellgrün, weiße Schrift und rote Schrift, ein Bild mit einer Parkbank inmitten eines grünen Gartens auf der Titelseite, überzeugend schon dieses Cover – ein Buch, einladend zu einem Spaziergang, zu mehreren Spaziergängen – über einen Friedhof.

Ich erinnere mich an den Ohlsdorfer Friedhof  als einen Park, in dem fast wie zufällig auch noch Menschen ihre letzte Ruhestätte finden.  Es gab dort vor vielen Jahren eine Beerdigungsfeier im Winter, der ich beiwohnte. Ein entferntes Familienmitglied wurde zu Grabe getragen. Ich hatte es nicht einmal gekannt. Die Kälte des Winters in den Gliedern zu spüren, macht solche Wege noch kälter, bis in die Seele hinein. (weiterlesen…)

USA – Die unvollendete Geschichte einer Supermacht

August 16, 2010 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Politik Noch keine Kommentare →

Von Dr. Wolf Tekook

Die Arena Bibliothek des Wissens tritt mit dem Anspruch auf, gut lesbare und faktenreiche Bücher zu enthalten. Der hier besprochene Band USA – die unvollendete Geschichte einer Supermacht wird diesem Anspruch voll gerecht. Der Autor Peter W. Schroeder ist seit 30 Jahren als White House Korrespondent für deutsche und österreichische Tageszeitungen in Washington tätig und bringt in komprimierter, sehr gut lesbarer Form die Geschichte des nordamerikanischen Staates näher.

Beginnend mit den steinzeitlichen Ureinwanderern vor zirka 10.000 Jahren bis zur Jetztzeit nimmt Schroeder den Leser auf eine spannende Reise mit. Was das Buch bemerkenswert macht ist, dass die problematischen Bereiche der Supermacht nicht übergangen werden. Kolonialismus, Imperialismus und Sklavenhaltung werden sachlich und dennoch wertend beschrieben. Eine Textprobe über die Einverleibung von Hawaii: (weiterlesen…)

Postmoderne Hausfrauen

Juli 29, 2010 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Kunst und Kultur Noch keine Kommentare →

Rezension zum Buch                                                      

Verzweifelte Hausfrauen? Erscheinungsformen der Macht in DESPERATE HOUSEWIVES

von Julia Langner. Mit einem Vorwort von Kay Kirchmann

Tectum, Marburg, 2009

Von Götz Egloff

Da gibt es also Hausfrauen. Und die Soziologie. Und die Psychologie. Und Macht. Die Medienwissenschaften. Und Fernsehserien… Eine davon, die Erfolgsserie DESPERATE HOUSEWIVES, nimmt Julia Langner, Universität Erlangen-Nürnberg, in ihrem Buch unter die Lupe und bündelt viele der genannten Schlagwörter in einer Tour-de-Force durch die verschiedenen Disziplinen. Nach einer gelungenen Einführung in die Historie des Machttopos mit Ausflügen zu Hobbes, Nietzsche, Foucault, Plessner, sowie in die psychologische Forschung von McCleland, führt die Autorin die Leser mittels eines, sozusagen Close Viewing in die beziehungsverstrickten Welten der Protagonistinnen Bree, Lynette, Gabrielle und Susan ein und zeigt auf, auf welche Art sich zeitgenössische Frauenbilder in einem aktuellen Fernsehformat darstellen. Und gibt damit Einblick, inwiefern sich diese im Lauf der Zeiten verändert oder eben nicht verändert haben. In jedem Fall ist dies höchst spannend.

Was sich verändert hat, das wird deutlich, sind die medialen Verarbeitungsmuster gesellschaftlicher Themen. Einst – und teilweise zurecht – vielgeschmähte Fernsehserien werden mittlerweile zum Reflektionsort gesellschaftlicher Zusammenhänge, zum Ort gesellschaftlicher Selbstbefragung (s. Kay Kirchmann im Vorwort). (weiterlesen…)

Hommage an Jim Knopf zum 50. Geburtstag

Juni 26, 2010 Von: Knoke Kategorie: Buchrezension, Kunst und Kultur 2 Kommentare →

Von Josef Wilhelm Knoke

Thienemann Verlag

„Eine Insel mit zwei Bergen, und dem tiefen, weiten Meer,…“, wer kennt es nicht, dieses Lied aus der Fernsehserie „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer.“ Ich war damals ein elfjähriger Internatsschüler; Fernsehen gab es bei uns nur Sonntags, und auf diese Fernsehserie der Augsburger Puppenkiste habe ich mich damals die ganze Woche gefreut! Das Buch, welches die Grundlage bildete für die Fernsehserie, erschien vor genau 50 Jahren.

Ein Jahr nach Erscheinen erhielt der Autor, Michael Ende, bereits den Deutschen Jugendliteraturpreis dafür, mit der Begründung, die Geschichte sei „randvoll von köstlichen Einfällen und atemberaubenden, fantastischen Abenteuern.“ Der Autor lebte damals auf Ibiza und war ziemlich abgebrannt. Auf Ibiza kamen ihm die Ideen, die er in dem Buch verwirklichte. Das weiss ich allerdings erst seit kurzem von einer guten Freundin, Uta, die auf Ibiza lebt. Eine Insel mit zwei Bergen, das ist die Ibiza vorgelagerte Insel Es Vedra, das Lummerland aus dem Buch. Sie ist wirklich winzig und hat zwei Bergspitzen. Und die danebenliegende, noch kleinere Insel  Es Vedranell entspricht der im Ozean mit dem Netz für Jim Knopf  und Li Si eingefangenen Insel. (weiterlesen…)

Jenseits von Schanghai

Juni 24, 2010 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Kunst und Kultur Noch keine Kommentare →


Eugen Flegler: Chinabilder 1936 bis 1938

Von Dr. Wolf Tekook

Wer die Fotos in diesem soeben erschienenen Bildband mit der futuristischen Skyline des heutigen Shanghai vergleicht, fühlt sich weit mehr als nur drei Generationen in die Vergangenheit versetzt:

Da flanieren Chinesinnen im traditionellen Mantel und zeittypischer Kopfbedeckung über die Straßen, indische Sikhs im Turban regeln den Verkehr, der Liniendampfer Scharnhorst verbindet das damals noch unendlich ferne China mit Europa. Die Silhouette von Hongkong Island lässt die heutigen Stahlbetonriesen genauso wenig erahnen wie ein Blick in den Hafen von Shanghai. Zum Weihnachts- Familienporträt thronen Fotograf und Gattin neben dem lamettageschmückten Weihnachtsbaum, während die Kinder hübsch drapiert neben der Krippe hocken – das Mädchen mit züchtig gesenktem Kopf, der Junge weltoffen in die per Selbstauslöser gesteuerte Kamera blickend. (weiterlesen…)

Afrika – Ein Kontinent im Wandel

Juni 17, 2010 Von: Tekook Kategorie: Ausland, Buchrezension, Politik Noch keine Kommentare →


Von Dr. Wolf Tekook

Afrika – das sind die “3 K”, die dem Kontinent oft angehängt werden: “Krieg, Korruption und Krankheit”!

Mit dieser These beginnt das Buch Afrika – Ein Kontinent im Wandel von Ludger Schadomsky. Lässt man sich auf das Leseabenteuer mit diesem Buch, das in der Arena Bibliothek des Wissens erschienen ist, ein, so wird der schwarze Kontinent farbenfroh, problembeladen und äußerst überraschend vorgestellt. Der Autor hat sein Wissen nicht aus Sekundärliteratur erworben; erhat in Köln und Kapstadt Afrikanistik und Politikwissenschaften studiert, erkundete den Kontinent 1994 mit dem Fahrrad und bereist ihn auch heute regelmäßig. Heute leitet er die amharische (äthiopische) Sprachredaktion der Deutschen Welle in Bonn.

126 Seiten plus Glossar plus einer Zeittafel der afrikanischen Geschichte – das erscheint nicht viel, um einen so heterogenen Erdteil vorzustellen. Und doch bringt Schadomsky in lockerer, auch für Jugendliche fassbarer Sprache sowohl die historische Entwicklung als auch die aktuellen Probleme pointiert zum Leser. (weiterlesen…)

Speer – eine Biographie

Juni 16, 2010 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Geschichte, Politik Noch keine Kommentare →

Von Dr. Wolf Tekook

Versucht man, das Deutschland zwischen 1933 und 1945 zu verstehen, gerät das leicht zu einem kaum zu bewältigenden Unterfangen. Selbst 65 Jahre nach Ende der unseligen Nazizeit sind zwar die Basisfakten aufgearbeitet, dennoch bleiben nach der Lektüre jedes Buches über das 3. Reich Fragen offen. Joachim Fest hat mit seinem Buch Speer, erstmals erschienen 1999, einen wichtigen Mosaikstein zum Gesamtverständnis geliefert.

Albert Speer, der Architekt Hitlers und Planer seiner gigantomanischen Bauten, später als Rüstungsminister in politischer Verantwortung, passt so überhaupt nicht in die Einheitsgarde der Vasallen des Diktators. Eher zufällig nach der Machtergreifung 1933 in den Bannkreis Hitlers geraten, avancierte er – auch durch eigene Zielstrebigkeit und Erfolgshunger – sehr bald zu einem der engsten persönlichen Vertrauten des sonst scheinbar zu keinerlei persönlichen Beziehungen befähigten Hitler. (weiterlesen…)

Ein Grab in Gaza

Juni 06, 2010 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension 2 Kommentare →


Von Dr. Wolf Tekook

Kriminalromane haben eine feste Leserschaft. Ist es die Faszination am Überschreiten der Gesellschafts- Regeln durch einzelne Böse, die diesem Genre hohe Auflagen garantiert? Möchte der Leser sich am Sieg des Guten ergötzen? Denn am Ende wird der Mörder stets der gerechten Strafe zugeführt. Oder will man sich an den Finten der Kombinatorik des Ermittlers erfreuen, der auch die undurchsichtigsten Handlungsstränge entwirrt?

Seit einigen Jahren haben Regional- Krimis eine beständige, wachsende Leserschaft. Verbrechen und deren Aufklärung finden nun nicht mehr an anonymen Orten statt, sondern im eigenen, dem Leser bekannten Umfeld: In der Stammkneipe am Wohnort, auf dem Wochenmarkt oder im Rathaus der Heimatstadt. Solcherart konstruierte Geschichten nähern sich dem Leben der Leserschaft sehr intensiv.

Und dann schreibt der britische Autor Matt Beynon Rees einen Kriminalroman mit dem Titel Ein Grab in Gaza. Ort der Handlung ist die Palästinenser- Exklave am Ostrand des Mittelmeers, eingezwängt zwischen Wasser, Israel und Ägypten, einer der dichtbevölkertsten Landstriche der Erde und, wie die täglichen Nachrichten ins Bewusstsein hämmern, ein permanenter Ort von Unruhe, Gewalt und auch Tod. Der Handlungsstrang dieses Buches wäre schnell erzählt, doch will ich dem zukünftigen Leser die Spannung nicht nehmen. (weiterlesen…)

Der Club Dumas

Juni 04, 2010 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension Noch keine Kommentare →

Von Dr. Wolf Tekook

Können Bücher gefährlich sein, ja den Tod bringen? Im Roman Der Club Dumas des spanischen Schriftstellers Arturo Pérez- Reverte trifft beides zu. Die Hauptperson Corso, tituliert als professioneller Bücherjäger, hat zwei Aufgaben zu lösen: Er soll die Echtheit eines handgeschriebenen Manuskripts zu einem Musketier- Buch von Alexandre Dumas sowie die eines Buches, das sich mit okkultistischen Themen beschäftigt und dessen Verfasser auf dem Scheiterhaufen endete, beweisen. Pérez- Reverte spinnt einen fesselnden Handlungsfaden, bei dem sich die Recherche nach der Authentizität beider Schriften vielfach überkreuzt. Zudem gerät die Hauptperson immer tiefer in eine Situation, in der sich sein Leben mit denen der Hauptakteure aus Dumas’ Romanreihe vermischt. Er glaubt, in Personen, denen er begegnet, Reinkarnationen der Bösewichte Milady und Rochefort aus den Musketier- Büchern zu erkennen. Zuletzt gesellt sich ein junges Mädchen zu ihm, in dem er den Teufel zu erkennen glaubt. Und doch ist am Ende alles anders, als der Autor anfangs den Leser glauben machen will.

Was bleibt nach der Lektüre dieses Buches? Zunächst gibt Pérez- Reverte einen guten Einblick in die Arbeitsweise der Antiquare, ihre Methoden und Tricks, um Fälschungen von echten alten Schätzen zu unterscheiden. Das Faust- Thema, dass ein Mensch dem Teufel seine Seele verkauft und dafür irdischen Ruhm ohne Ende genießen kann, wird sehr breit dargestellt. (weiterlesen…)

Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker

Mai 24, 2010 Von: Woehlke Kategorie: Buchrezension, Politik Noch keine Kommentare →


Die Lebensgeschichte des Ernesto Che Guevara

Von Dr. Wolf Tekook

Wenn jemand zweimal in seinem Leben die Biographie desselben Mannes schreibt, so kann man sicher sein, dass der Beschriebene noch im aktuellen Kontext der Geschichte präsent ist, sich in der größeren zeitlichen Distanz des zweiten Buches aber manche Dinge anders darstellen. Frederick Hetmann (1934-2006) hat im Jahre 1972, also in großer Nähe zum Leben des südamerikanischen Kämpfers und zur Zeit der 68er, zum ersten Mal den Versuch einer Würdigung des Argentiniers unternommen, den es nach abgeschlossenem Medizinstudium auf ausgedehnten Reisen bis nach Mexiko verschlug, wo er Fidel Castro kennenlernte und mit ihm die Revolution in Kuba erkämpfte. Dafür hat er den Jugendbuchpreis erhalten.

Der Lebensweg von Che Guevara wird von der Kindheit an skizziert: Wie er von klein auf die Sitten und Gebräuche des argentinischen oberen Bürgertums, dem seine Eltern entstammten, wenig gab und lieber mit den Parias der Straße als mit den wohlgekleideten Sprossen des Establishments spielte; wie das Asthma, an dem er seit Kindheit litt, Trotzreaktionen nach dem Muster “Jetzt erst recht!” provozierte. In der Studienzeit lebte er dann erstmals seine Reiselust aus, als er auf einem Fahrrad mit Hilfsmotor 4000 km durch Argentinien reiste. (weiterlesen…)