Die Auswärtige Presse e.V.

Internationale Journalistenvereinigung Hamburg
Subscribe

Artikel der Kategorie ‘Literarisches’

“The Picture of Dorian Gray” – The New Play at the English Theatre of Hamburg

Februar 21, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Englisch, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Redaktionelle Beiträge, Theaterrezensionen Kommentare deaktiviert für “The Picture of Dorian Gray” – The New Play at the English Theatre of Hamburg

by Uta Buhr
Photos: Stefan Kock

You don’t look well on this portrait, Dorian

Standing ovation for this exceptional performance of Oscar Wilde’s Dorian Gray that just premiered at the TET. Paul Glaser and his “crew” consisting of four young actors won the hearts of the audience from the very beginning. If you expect a lavish Victorian interior with fancy objects and crystal chandeliers, you will be surprised to find a setting reduced to a staircase leading to an attic and a few pieces of furniture such as an ottoman and some chairs. You virtually feel and smell late Victorian London in all its different facets, including the fog, once called pea soup, that still in the early sixties of the last century was so compact that you only heard your neighbour’s step when he or she nearly touched you. Darkness and sombre music create an eerie atmosphere and remind you of Jack the Ripper who made Whitehall virtually a “no go area” at the time. Sure enough, dear spectator, the gloomy atmosphere makes the blood run cold in your veins.

The plot: Handsome and innocent Dorian Gray, an offspring of a wealthy English family, has his portrait made by a famous artist named Basil Hallward. During his sittings he meets the immoral aristocrat Lord Henry Wotton who is impressed by Dorian’s beauty. (mehr …)

“The Picture of Dorian Gray” – die neue Premiere am English Theatre of Hamburg

Februar 21, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Englisch, Gesellschaft, Literarisches, Redaktionelle Beiträge, Theaterrezensionen Kommentare deaktiviert für “The Picture of Dorian Gray” – die neue Premiere am English Theatre of Hamburg

von Uta Buhr
Fotos: Stefan Kock

Du siehst aber gar nicht gut aus auf dem Bild, Dorian

Ein „Gothic“ an der Mundsburg! Kein Zweifel, noch stimmiger kann man dieses Glanzstück aus der Feder Oscar Wildes nicht auf die Bühne bringen. Das eigentlich für seine sehr hübschen, eher braven Bühnenbilder bekannte Theater hat sich diesmal an die Maxime gehalten, dass weniger oft mehr ist. Wer ein opulentes viktorianisches Dekor erwartet, wird von einem mit äußerst reduzierten Mitteln gestaltetes Szenario überrascht. Alles in allem eine sehr gelungene Inszenierung unter der Regie von Paul Glaser, dessen unverwechselbare dramaturgische Handschrift den Besuchern des TET bereits aus dem Ende April 2015 uraufgeführten Schocker „Thrill Me“ noch in Erinnerung sein dürfte.

„Das Bildnis des Dorian Gray“ ist wohl jedem Bildungsbürger und Theaterfan bekannt. Dennoch soll hier nicht auf eine längere Inhaltsangabe verzichtet werden: Lord Henry Wotton, ein ebenso eleganter wie zynischer Aristokrat, entdeckt während eines Besuchs bei dem berühmten Porträtmaler Basil Hallward das noch nicht vollendete Gemälde eines äußerst attraktiven jungen Mannes namens Dorian Gray. (mehr …)

“Norma” – the new book by Sofi Oksanen

Januar 07, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, DAP aktuell, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches Kommentare deaktiviert für “Norma” – the new book by Sofi Oksanen

by Maren Schönfeld (German version), English summery by Uta Buhr

Sofi Oksanen, Photo: Toni Härkönen

The German fairy tale “Rapunzel” – one of many tales collected by the Brothers Grimm – forms the basis of Sofi Oksanen’s new novel. Do you remember? Rapunzel, the young woman who is endowed with the most beautiful long hair imaginable which serves her secret lover as a ladder to see her in her tower on top of a castle. Generations of children and young adults all over the world were and still are enchanted by this charming and thrilling tale.

In 2017, “Norma” was published in German language under the title “Die Sache mit Norma.” The author is the daughter of a Finnish father and an Estonian mother, born and raised in Central Finland. Russian animal tales and other stories inspired her to create the post-modern figure of Norma. It goes without saying that a writer of Sofi’s stature does not merely tell us a story, but spices her novel with fine doses of feminism and social problems. Just imagine, in 2010 19 million people went on a pilgrimage to the Indian Tirupati Temple to offer their hair to the gods. As a matter of fact, the temple sells the hair very expensively to celebrities such as Jennifer Lopez and Paris Hilton as hair extensions!  To make a long story short: There is not enough hair to satisfy the “need” for it worldwide. Some gangs meanwhile even go so far as to steel women’s hair by cutting it while their victims are trying to cross the street. Afterwards these gangsters chop off on their mopeds. (mehr …)

Rapunzel und die Mafia

Januar 07, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Rapunzel und die Mafia

von Maren Schönfeld

Sofi Oksanen, Foto: Toni Härkönen

Das Märchen Rapunzel war der Ausgangspunkt für Sofi Oksanens 2015 in Finnland, 2017 in Deutschland erschienenen Roman „Norma“ (deutscher Titel: „Die Sache mit Norma“). Für die estnisch-finnische Autorin, in der Kindheit geprägt von russischen lehrreichen oder Tiermärchen, war die revolutionäre Geschichte von Rapunzel das Lieblingsmärchen. So kreierte sie eine, wie sie sagt, postmoderne Version dieser Märchenfigur. Aber es wäre nicht Sofi Oksanen, bekämen wir es nicht auch mit Feminismus und gesellschaftlichen Fakten zu tun. 19 Millionen Menschen kamen 2010 zum indischen Tirupati-Tempel, um ihre Haare den Göttern zu opfern[1]. Die Tempel verkaufen das Haar, längst reicht es nicht mehr, um den Bedarf in der Welt zu decken. Extensions, wie sie Jennifer Lopez und Paris Hilton tragen, sind beliebt und werden teuer bezahlt. Längst ist das Geschäft mit den Haaren ein weltweites geworden. Im chinesischen Taihe wurden 2012 mit Haarexporten 88 Millionen Dollar erwirtschaftet.[2] Es gibt Orte auf der Welt, in denen sich zwei Bandenmitglieder auf einem Mofa einer an der Ampel stehenden Frau nähern und ihr – ratsch! – die Haare abschneiden, um damit zu türmen und sie zu verkaufen. Doch die Frauen im Tempel geben ihre Haare freiwillig her, andere gegen einen geringen Preis. Am wenigsten bekommen weltweit die Frauen, die ihre Haare abgeben. Am meisten kassieren Männer, die diese Geschäfte machen. (mehr …)

Die Geschichte einer Nordmann-Tanne

Dezember 22, 2017 Von: Maren Schönfeld Kategorie: DAP aktuell, Humor, Literarisches, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Die Geschichte einer Nordmann-Tanne

von Birgit Romann-Pontow

Die Autorin mit Weihnachtsbaum, (c) Angelika Fischer

Es war einmal, so fangen viele Märchen an. Das Märchen, das ich heute zu erzählen habe, ist eine wahre Geschichte.

Ich bin ein Hamburger Stadtkind, mein Mann kommt aus Schleswig-Holstein. Nach unserer Hochzeit im Jahre 1996, wohnten wir zunächst in meiner kleinen Wohnung in Eilbek, nahe der Wandsbeker Chaussee. Meinem Mann fehlte die Landluft und so zogen wir ein Jahr später nach Barmstedt, seinem Heimatort. Die Hauptstraße ersetzte mir zwar die Stadtluft, aber irgendwie war das doch nicht so ganz nach unserem gemeinsamen Geschmack. Wir schauten uns weiter um und fanden Anfang 2004 unser neues Zuhause. Eine Doppelhaushälfte, mitten auf dem Land in einem Dorf namens Hemdingen mit 1500 Einwohnern und viel frischer Luft. Ich, ein Stadtkind, bis auf die gemeinsame Wohnung Barmstedt, mein Leben lang ohne Balkon, hatte nun ein Haus mit Garten, Wiese drum herum und zwei wunderschöne Nordmann-Tannen im Vorgarten. Garten? Toll! Blumen, Pflanzen. Versuch macht klug. Alles wuchs unter unseren Händen.

(mehr …)

Wohnzimmerlesung zu verschenken

Dezember 14, 2017 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Deutschland, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Pressemitteilungen, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Wohnzimmerlesung zu verschenken

Lesungen für einen guten Zweck – Mitmachen noch bis zum 21.12.17 möglich

von Maren Schönfeld

Miniatur/Foto: Joy Schalunke,  Grafikdesign: Andrea Rick

Wer noch auf der Suche nach einem originellen Weihnachtsgeschenk ist, wird vielleicht hier fündig: Das Bündnis „Autoren helfen“, eine Initiative von deutschsprachigen Autorinnen und Autorinnen, die sich für humanitäre und soziale Anliegen einsetzt, unterstützt dieses Jahr die Hilfsorganisation „DocMobile – Medical Help e.V.“, die medizinische Hilfe in den Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln organisiert.

Dafür bieten deutschlandweit Schriftstellerinnen und Schriftsteller an, gegen eine Mindestspende von 100 Euro im Wohnzimmer des Beschenkten oder des Schenkenden aus ihren Büchern zu lesen. Die Spender erhalten von „Autoren helfen“ einen schön gestalteten Gutschein, den sie auf den Gabentisch legen können – die Lesung selbst findet dann nach Absprache mit dem Autor im nächsten Jahr statt. Die Spenden kommen zu hundert Prozent der Hilfsorganisation „DocMobile – Medical Help e.V.“ zugute. Diese Aktion findet bundesweit statt, auf der Internetseite (Link s. u.) sind nach Regionen sortiert die Autorennamen zu finden. (mehr …)

Die Autobiographie von Alice B. Toklas

Dezember 11, 2017 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Die Autobiographie von Alice B. Toklas

von Götz Egloff

Gertrude Stein aus der Sicht von Alice B. Toklas aus der Sicht von Gertrude Stein  

Arche Verlag Zürich

Rund 90 Jahre ist es her, dass Gertrude Stein unzählige Künstler und Denker in Paris versammelte. Picasso und Dalí gehörten dazu, Juan Gris, Georges Braque und Tristan Tzara, Mitbegründer des Dadaismus. Die Surrealisten – Surrealismus sei die letzte Momentaufnahme der europäischen Intelligenz, so Walter Benjamin im Jahr 1929 (1) – hatten sich der Kommunistischen Partei zugewandt; das heute noch existierende Verlagshaus Gallimard veröffentlichte die Zeitschrift „La Révolution Surréaliste“ von 1924 bis 1929. Nachdem André Breton dem Motiv der Begegnung eine ganz neue Dimension eingehaucht hatte, sollte Jacques Lacan, der Salvador Dalí in den 1930ern traf, das Trauma als verpasste Begegnung konzipieren – ein unerhörter Ansatz. (mehr …)

„Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen“ (Isaac Asimov)

Oktober 12, 2017 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Deutschland, Gesellschaft, Literarisches, Politik, Redaktionelle Beiträge, Soziales Kommentare deaktiviert für „Gewalt ist die letzte Zuflucht des Unfähigen“ (Isaac Asimov)

Text und Fotos: Maren Schönfeld

Roswitha Quadflieg; Bilder der Ausstellung: Hanna Malzahn

Am 11. Oktober hat Roswitha Quadflieg in der Ausstellung „Ansichtssache“ (Kunstforum der GEDOK Hamburg) aus ihrem Buch „Das kurze Leben des Guiseppe M.“ gelesen und das Projekt vorgestellt. Verarbeitet Hanna Malzahn Urbanität aus ganz verschiedenen Perspektiven und in unterschiedlichen Entstehungsarten bildlich, so bringt Roswitha Quadflieg mit ihrem der Reportage nahen Buch eine (An-)Sicht auf die Geschehnisse in einer Großstadt – Berlin – ein, die Fragen aufwirft und betroffen macht: Welche Seiten hat die Stadt, von denen wir nichts mitbekommen? Welche Rolle spielen Parallelgesellschaften, die sich gebildet haben und derer die Politiker sich eher nicht annehmen? Wie ist es möglich, dass in unserer aufgeklärten Gesellschaft derart archaische Gewalttaten passieren, und zwar ständig? (mehr …)

Klondike in Friesland – „Alarm in Hooksiel“, ein Kriminalroman von Michael Buschow

Oktober 11, 2017 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, DAP aktuell, Literarisches Kommentare deaktiviert für Klondike in Friesland – „Alarm in Hooksiel“, ein Kriminalroman von Michael Buschow

von Uta Buhr
Autorenfoto: Jürgen Heck

Michael Buschow

„Nach Golde drängt, am Gold hängt doch alles. Ach wir Armen!“ Dies lässt Goethe in seinem „Faust“ Margarethe seufzen, als sie das von Mephisto in ihr Zimmer geschmuggelte Geschmeide entdeckt.

Kennen Sie Hooksiel? Falls nicht, sollten Sie umgehend eine Spritztour dorthin unternehmen, um in diesem 2.127 Seelen-Ort in der Gemeinde Wangerland (Landkreis Friesland) Ihr Glück zu machen. Denn es könnte sein, dass Ihnen eine gute Fee oder einfach nur ein guter Mensch klammheimlich Goldmünzen aus der Kaiserzeit zusteckt. Ist Ihr Interesse geweckt? Na, dann lesen sie mal, wie es zu diesem Goldregen an der stürmischen Nordseeküste kam. (mehr …)

Von ZELLHAUFEN und SEPARATORENFLEISCH

September 02, 2017 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Aus dem Kalender, DAP aktuell, Gesellschaft, Literarisches, Politik, Redaktionelle Beiträge, Soziales, Veranstaltungen Kommentare deaktiviert für Von ZELLHAUFEN und SEPARATORENFLEISCH

von Maren Schönfeld

abschätziger bankjargonismus; hilmar kopper/ unwort 1994

Exponate und Aktionen aus der bildenden Kunst, der angewandten Kunst, der Literatur und dem darstellenden Spiel sowie der Musik kamen in der Ausstellung ALLES THEATER? zusammen. Zum Schluss werfen drei Künstler im wahrsten Sinne noch einige Wörter in die Runde: Aus Maren Schönfelds Projekt „WEICHE ZIELE und WOHLSTANDSMÜLL“, in dem sie jedes Wort zeilenweise in eine neue Anordnung bringt, damit den Lesefluss stoppt und neue Assoziationen herbeiruft, hat eine Auswahl Eingang in diese Veranstaltung gefunden. Mit Rede und Gegenrede, Benennung der tatsächlichen Bedeutung einiger Unwörter und gerügten Wörter entlarven die Akteurinnen Gewalt und Ausgrenzung in der Sprache, denn die vermeintlich harmlosen

(mehr …)