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Artikel der Kategorie April 7th, 2013

Die Sünderin und der Teufel: In memoriam Hildegard Knef

April 07, 2013 Von: Wöhlke Kategorie: Freizeit und Hobby, Gesellschaft, Hamburg im Fokus, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge, Theaterrezensionen Kommentare deaktiviert für Die Sünderin und der Teufel: In memoriam Hildegard Knef

Von Uta Buhr

Das hatte noch gefehlt. Der filmischen Biographie mit Heike Makatsch in der Hauptrolle folgte ein Theaterstück über das Leben der legendären Hilde auf dem Fuße. Als einem der bekanntesten und routiniertesten Drehbuchautoren Deutschlands ist es Fred Breinersdorfer und Co-Autorin Katja Röder gelungen, ein ebenso amüsantes wie fesselndes Stück über die Vita des Multitalents Knef auf die Bretter des Ernst-Deutsch-Theaters zu zaubern.

„Berlin trägt Trauer“, verkündet die Stimme eines Rundfunksprechers aus dem Off. „Geliebt, gehasst, bewundert. Doch keinen hat sie – Hildegard Knef – kalt gelassen.“ Als die Diva in einer surrealen Landschaft aus wahllos hin gestreuten weißen Buchstaben, die ihren Namen formen, erwacht,  fühlt sie sich zunächst wie neu geboren. War ihre Einlieferung in ein Berliner Krankenhaus, waren die Schläuche und Injektionsnadeln in ihrem Körper nur ein böser Traum? Als sie den Herrn im flatternden schwarzen Mantel – einer Fledermaus nicht unähnlich – näher in Augenschein nimmt und sich von ihm in ein Gespräch verwickeln lässt, erkennt sie, dass sie sich in einer Art Wartezimmer vor dem Gang ins Paradies oder in die Hölle befindet. Teuflisch sind die (mehr …)

Bill Ramsey erzählt – erzählt aus seiner Kindheit

April 07, 2013 Von: Wöhlke Kategorie: Freizeit und Hobby, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Bill Ramsey erzählt – erzählt aus seiner Kindheit

Von Johanna Renate Wöhlke

Bill Ramsey auf der Bühne

Bill Ramsey ist ein „Cincinnati Kid“ aus Ohio in den Vereinigten Staaten. Nein, er ist nicht einer wie „Cincinnati Kid“, der pokert und leidenschaftlich spielt, so wie ihn Steve McQueen in dem 1965 von Norman Jewison gedrehten Film „Cincinnati Kid“ so hautnah gespielt hat, im deutschsprachigen Raum bekannt als „Cincinnati Kid und der Pokerkönig“.

Bill Ramsey ist das Gegenteil. Bill Ramsey spielt nicht gern. Auch als Kind hat er nicht gerne gespielt. Das sagt er gleich zu Anfang. Aber er sagt es mit seiner sanften und tiefen Stimme, die nicht darauf hin deutet, dass diese Erinnerung mit Bedauern verknüpft sein könnte. Diese Stimme macht im Gegenteil neugierig darauf –  dass es vielleicht doch anders gewesen sein könnte?

Wir trinken einen Becher heißen Kaffee vor der Kulisse des weiß eingeschneiten Hamburger Hafens, der hinter den gardinenlosen Fenstern zwischen den kahlen Zweigen der Bäume im Park vor dem Haus seine Schönheit entfaltet.  Warum auch Gardinen – hier bedeutet der freie Blick auf Elbe, Schiffe und Hafen den Blick in die weite Welt. Auch in den Räumen von Bill und Petra Ramsey entfaltet sich die Welt –  auf einem riesigen Globus, der im Wohnzimmer steht und an Wänden, von denen jeder Quadratzentimeter mit Kunst und Bildern aus der ganzen Welt geschmückt ist. (mehr …)

„Kein Großer, aber ein Ritter und ein Held“

April 07, 2013 Von: Wöhlke Kategorie: Deutschland, Geschichte, Gesellschaft, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für „Kein Großer, aber ein Ritter und ein Held“

erschienen in der PAZ

von Dr. Manuel Ruoff

Vor 125 Jahren starb der erste Deutsche Kaiser, Wilhelm I. – Er ließ Bismarck, Moltke und Roon gewähren

Sein Enkel und späterer Nachfolger Wilhelm II. hat versucht, für ihn die Bezeichnung „Wilhelm der Große“ durchzusetzen, zu Recht vergebens. Eher ist seinem Ministerpräsidenten und Reichskanzler Otto von Bismarck zuzustimmen, der über ihn meinte: „Kein Großer, aber ein Ritter und ein Held“. Die Rede ist vom Deutschen Kaiser und König von Preußen Wilhelm I.

Im Gegensatz zu dem wirklich großen Staatsmann Otto von Bismarck, der ein Revolutionär war, wenn auch ein weißer, war der Legalist Wilhelm I. eher anachronistisch. Ähnlich wie sein Vater Fried­rich Wilhelm III. war Wilhelm ein Monarch, der zum Jagen getragen werden musste. Aber während sich Friedrich Wilhelm durch die Ereignisse und Entwicklungen treiben ließ, übernahm diese Aufgabe bei Wilhelm Bismarck. Das Größte an Wilhelm ist denn auch zweifellos, dass er erkannte, dass sein Regierungschef (Bis­marck) und auch sein General­stabs­chef (Helmuth von Moltke) größer waren als er und dass er (mehr …)