Was für ein Theater!
SPIELPLAN Oktober 2010
EINE FAMILIE
von Tracy Letts
Regie: Peter Hailer, Ausstattung: Etienne Pluss; Darseller: Claudia Amm, Wolf Aniol, Sonja Dengler, Isabell Fischer, Frank Jordan, Nana Krüger, Adriana Möbius, Karin Nennemann, Stefan Reck, Herbert Schöberl, Hartmut Schories, Hans-Christian Seeger, Isabella Vértes-Schütter
bis 01.10.2010 / Bühne
Beverly Weston, 69, pensionierter Hochschullehrer und Autor eines gefeierten Gedichtbandes, verschwindet spurlos. Seine Frau Violet überlässt er der Obhut der neu eingestellten Haushaltshilfe Johnna. Alarmiert kehren die drei Töchter, Barbara, Karen und Ivy mit ihren Lebenspartnern und der zur jungen Frau herangewachsenen Enkelin Jean ins Elternhaus zurück. Auch Mattie Fae, Violets jüngere Schwester, trifft mit ihrem Mann Charles und Sohn Little Charles ein. Unter einem Dach sind alle unweigerlich einer extremen Belastungsprobe ausgesetzt. Alte Konflikte brechen auf, zärtliche Momente des Bemühens um Verständnis wechseln mit rüden Attacken, sorgfältig verborgene Familiengeheimnisse werden ans Tageslicht gezerrt und das filigrane Beziehungsgeflecht mit seinen etablierten Lebenslügen zerreißt.
Tracy Letts (*1965) gilt als einer der wichtigsten jungen amerikanischen Dramatiker. Für sein psychologisch genau gezeichnetes Familienszenario EINE FAMILIE wurde er 2008 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Eintritt von € 15,00 bis € 31,00, Ermäßigungen auf Anfrage.
DER HAUPTMANN VON KÖPENICK
von Carl Zuckmayer
Regie: Wolf-Dietrich Sprenger, Ausstattung: Achim Römer; Darsteller: Christina Arndt, Alexander Beisel, Thomas Cermak, Maria Hartmann, Jessica Kosmalla, Volker Lechtenbrink, Günter Schaupp, Hartmut Schories, Oliver Warsitz
07.10.2010 (Premiere) bis 13.11.2010 / Bühne
Der Schuster Wilhelm Voigt ist wegen kleinerer Delikte im Gefängnis gewesen. Gerade entlassen, begibt er sich auf Arbeitssuche. Da er vorbestraft ist, hat er keine gültigen Ausweispapiere. Ohne Papiere keine Aufenthaltsgenehmigung. Ohne Aufenthaltsgenehmigung keine Arbeit. Ohne Arbeit kein Mensch. Wie ist dieser Teufelskreis aus Bürokratismus und Obrigkeitsdenken auf legalem Weg zu durchbrechen? In einem Staat, in dem Uniform alles und ein Mensch ohne Uniform nichts ist, greift er zu einer verzweifelten List: mit einer beim Trödler gekauften Uniform befördert er sich selbst zum Hauptmann von Köpenick, besetzt das Rathaus, lässt den Bürgermeister verhaften, beschlagnahmt die Stadtkasse und schlägt so das ihn knebelnde System mit seinen eigenen Waffen.
Carl Zuckmayer (1896-1977) dokumentiert mit seinem Werk die politischen und sozialen Verhältnisse in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit DER HAUPTMANN VON KÖPENICK hat er eine zeitlose Komödie über den Widerstand des Einzelnen gegen die staatliche Willkür geschaffen. Ein deutsches Märchen. Eintritt von € 15,00 bis € 31,00, Ermäßigungen auf Anfrage.
Ein mittelschönes Leben
Kirsten Boie liest aus dem Hinz&Kunzt-Büchlein über Obdachlosigkeit
Mittwoch, 20.10.2010 um 11.00 Uhr / plattform-Bühne
»Früher war der Mann auch mal ein Kind. Das ist ja logisch«. So beginnt die Geschichte eines ganz normalen Mannes, der obdachlos geworden ist. Am 20.10.2010 liest Kirsten Boie aus ›Ein mittelschönes Leben‹, das sie für Hinz&Kunzt geschrieben hat. Auch Jutta Bauer, die mit einfühlsamen Bildern das Büchlein illustriert hat, wird anwesend sein. Im Anschluss an die Lesung stellen sich beide, zusammen mit zwei Hinz&Kunzt-Verkäufern, den interessierten Fragen der ZuhörerInnen. Die Veranstaltung wendet sich insbesondere an SchülerInnen der 3. und 4. Grundschulklassen. Aber auch jeder andere ist herzlich willkommen. Eintritt: Erwachsene € 08,00, Kinder € 05,00.
Die Kreutzersonate – Eine Frage der Schuld?
Leo Tolstoi und Sofja Tolstaja
Montag, 25.10.2010 um 19.30 Uhr / Bühne
mit Claudia Amm und Günter Lamprecht, Sonja Valentin / Texteinrichtung und Dramaturgie
›Die Kreutzersonate‹ (1891) zählt zu den bekanntesten Novellen des Schriftstellers Leo Tolstoi (1828-1910). Tolstois Protagonist Posdnyschew und dessen Frau führen eine unglückliche Ehe, die zu einem Eifersuchtsmord führt. Tolstois Ehefrau Sofja Tolstaja, selbst Schriftstellerin, erkannte sich in der Hauptfigur Anna wieder und fühlte sich öffentlich gedemütigt. Sie antwortete mit dem Roman ›Eine Frage der Schuld‹, der jedoch erst 100 Jahre später veröffentlicht wurde.
Aus Anlass des 100. Todesjahres von Tolstoi präsentieren Claudia Amm und Günter Lamprecht die beiden bewegenden Zeugnisse einer zerrütteten Ehe.In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Samtleben. Eintritt: € 25,00, ermäßigt € 15,00.
Text: EDT Presseabteilung


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