Osterladekop – die Straße, die uns verbindet
Von Horst Rübke
Auf dem Lande, da ist die Welt noch in Ordnung. Fast jeder kennt jeden und oft helfen sich die Nachbarn auch untereinander. Wenn dann die Gemeindeverwaltung zu einer „Dorferneuerung“ aufruft, hört sich das gut an. Gemeint ist aber eine ganz andere Sichtweise, denn es handelt sich hierbei nur um einen Deckmantel.
Osterladekop ist ein Straßendorf, das zur Gemeinde Jork gehört. Eine fast 2km lange Sackgasse, die zum Erhalt der Fachwerkhäuser, aber auch wegen der sehr schmalen Straße auf 30 km begrenzt worden ist. Für Touristen lohnt es sich allemal langsam durch dieses Dorf zu fahren, denn es gibt viele idyllische Häuser, Fachwerkhäuser, die reetgedeckt sind und die man sich nicht nur im Vorbeifahren ansehen sollte. Fast 400 Jahre ist das älteste Haus alt. Die jetzige Straße ist so schmal, dass sich zwei Fahrzeuge nicht begegnen können. Es muss der Seitenstreifen dazu genutzt werden. 
Aus dem Programm zur Dorferneuerung kann man Zuschüsse bekommen. Wie eine solche Straße dann ausgebaut werden muss, ist genau geregelt. Von bisher 3,50m soll die Straße auf 7m verbreitert werden. Viele Anwohner befürchten, dass die Straße dann zu einer Rennstrecke wird.
Es handelt sich um ein Dorf mit einer gewachsenen Dorfstruktur und eine echte Dorfgemeinschaft. Insbesondere der Schützenverein, die freiwillige Feuerwehr und die Reithalle mit seinem Reitsport schweißt viele Dorfbewohner zusammen. Straßen- und Nachbarschaftsfeste ergänzen diese Dorfgemeinschaft. Man hilft sich noch gegenseitig. Im Winter holt ein Bauer seinen Trecker raus und 10 – 20 Schlitten werden auf den landwirtschaftlichen vom Schnee nicht geräumten Wegen gezogen. Ein Laternenumzug, gesichert von der freiwilligen Feuerwehr, wird organisiert und wenn es sein muss, wird auch
Streife gelaufen. Einer von der Feuerwehr in Uniform und einer in Zivil lassen Einbrechern das Fürchten lernen. Es wohnen hier Obstbauern und inzwischen auch viele Neubürger. Das, was jetzt die Gemeindeverwaltung plant, schweißt die Bürger dieser Straße noch mehr zusammen. Die Gemeinde hat festgestellt, dass der Ausbau dieser Straße auf 7m Breite fast vollständig von den Bürgern bezahlt werden muss. Deshalb wird dieses Modell auch von der Gemeindeverwaltung favorisiert. Peter Rolker von der FDP brachte es auf einer Informationsversammlung der Gemeinde denn auch auf den Punkt: Die Gemeindeverwaltung sollte einen Alternativvorschlag ausarbeiten. Hierbei handelt es sich lediglich um einen Pseudoalternativvorschlag. Eine echte Alternative war es nicht. Auf dieser Veranstaltung wurde klar: Fast jeder möchte eine gute Straße haben. Eine Straße, die jedoch den dörflichen Charakter beibehält, einen kombinierten Rad- und Fußweg hat und eine möglichst preiswerte Lösung beinhaltet. Deutlich wurde jedoch auch, dass die Anwohner und damit die Bürger nicht gefragt werden oder mitentscheiden können, wie ihre Straße ausgebaut werden soll. Entscheiden tut dies der Gemeinderat. Es ist zu hoffen, dass diese Bürger sich noch erinnern werden, wer ihre Interessen wirklich vertreten hat, wenn wieder einmal Wahlen zum Gemeinderat anstehen.

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