Nationalpark Hohe Tauern und Tiroler Naturparks
Von Horst Rübke
Immer mehr Menschen sind auf der Suche nach Alternativen zum „hektischen Urlaubstrott“ mit Stau, Stress und Menschengewirr. Wer den ganzen Tag faul am Strand oder im Liegestuhl liegt, dabei eventuell sogar seinen Hautkrebs pflegt, sammelt nicht die notwendige Erholung, die zum Entspannen und Sammeln von neuen Kräften erforderlich ist. Das Wandern in der Natur ist da schon die bessere Alternative. Wer dabei nicht nur Kilometer hinter sich bringen will, sondern mit allen Sinnen die Natur erleben will, dem seien die Naturparks besonders zu empfehlen. Viele von ihnen werden in den Tiroler Alpen fündig: Im Frühjahr sind es blühende Wiesen und der Herbst zeigt sich hier in satten Farben und goldenem Licht, voller Weitsicht und wohltuender Ruhe. Im Nationalpark Hohe Tauern und den Tiroler Naturparks – den Naturparks Kaunergrat, Tiroler Lech, Ötztal und Zillertaler Alpen – bestimmt noch die Natur selbst das Tempo, das Aussehen und die Veränderung der Landschaft. Von „eiszeitlichen“ Gletschern über die archaisch-karge Welt der Dreitausender, üppige Bergmatten, sanft kultivierte Alm- und Weideregionen, goldene Lärchenwälder, stille Moore, Schluchtbäche und spektakuläre Klammen bis zu Wildflüssen. Die letzten Rückzugsgebiete der Alpen für Tausende Wildtier- und Pflanzenarten schaffen einen einmaligen Erlebnisraum – auch für Menschen, die einen Herbsturlaub voll Harmonie und Ursprünglichkeit verbringen wollen. Die fünf Tiroler Natur- und Urlandschaften liegen in den Lechtaler, Ötztaler und Zillertaler Alpen sowie in den Hohen Tauern. Sie erstrecken sich nördlich und südlich des Inntals und sind über die Inntal-Autobahn ideal erreichbar
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Blühende Wiesen, keine Hektik, kein Stress, viel Ruhe sorgen hier für einen hohen Erholungswert
Im Nationalpark Hohe Tauern und den vier Tiroler Naturparks kann man die Alpen mit allen Sinnen erleben und dabei auch viel für das eigene Wohlbefinden tun. Die mächtigen Berggipfel rund um und ihre Naturlandschaften locken mit atemberaubenden Erlebnissen bis weit in den Herbst hinein. Tiefblauer Himmel, kristallklare Fernsicht und angenehme Temperaturen schaffen die idealen Voraussetzungen für wanderbare Tage. Ein Netz von markierten Wegen, historischen Säumer- und Schmugglerpfaden, Klettersteigen, Themen- und Weitwanderwegen durchzieht die Hohen Tauern, Zillertaler, Ötztaler und Lechtaler Alpen. Die Erlebniswelten der Tiroler Alpen sind jedem Schritttempo und jeder Neigung gewachsen. Jetzt ist die beste Zeit zum Fotografieren in der freien Natur angebrochen, zum Nordic Walking mit Stock und über Stein oder zum Genusswandern mit Zwischenstopps bei Tiroler Kost. Ob geführte Gipfel- oder Gletschertouren, herausfordernde Trails mit dem Mountainbike, Rafting und Canyoning in den wilden Wasser der Alpen: in Begleitung von Nationalpark-Rangern und Naturpark-Guides spürt man behutsam die Lebensräume von Adlern und Steinböcken, Gämsen und Bartgeiern, Eulen und Murmeltieren auf, ebenso wie die Flora, Geologie und Geschichte der Tiroler Alpen. Mit Pause samt Jause geht es sich besonders gut: Die zahlreichen Almen locken zur Tiroler Jause und zum geselligen „Herbst-Huangart“, zur Käseverkostung und zur Hüttengaudi inmitten eines imposanten Bergpanoramas. Jedes der fünf Tiroler Schutzgebiete ist für sich einzigartig und hat neben seinen ureigenen Ökosystemen und Naturräumen auch spezielle Urlaubspakete zu bieten.

Durch geführte Wanderungen mit einem Ranger wird das Naturerlebnis erst richtig perfekt
Die Tiroler Alpen und ihre Schutzgebiete sind eine Erlebniswelt für sich. Kaum eine andere österreichische Landschaft birgt so viele Naturschönheiten und bietet gleichzeitig so viele Möglichkeiten für einen aktiven Urlaub. Der Nationalpark Hohe Tauern und Naturparks sind Schätze, die es zu bewahren gilt, deren Werte den Menschen aber auch bewusst gemacht werden müssen. Denn unberührte Natur ist selten geworden: Der Großteil des Lebensraumes ist der Technik zum Opfer gefallen, viele Tiere und Pflanzenarten sind vom Aussterben bedroht. Tirols fünf Schutzgebiete sind deshalb heute wertvoller denn je: Die längst selten gewordene Ursprünglichkeit und Rauheit, aber auch Schönheit, Vielfalt, Friedlichkeit und Ruhe von unberührten Landschaften übt eine ganz besondere Anziehungskraft auf uns vom Alltag getriebene Menschen aus. Naturschutzgebiete sichern die Artenvielfalt und bewahren naturnahe Lebensräume. Und davon profitiert der Mensch, für den jedes noch so winzige Detail in der Natur die Großartigkeit der Berge und Landschaften Tirols ins Bewusstsein rückt.
Das Relief der Hohen Tauern wurde während der Eiszeit von riesigen Gletschern geformt und
geprägt, deren Spuren allgegenwärtig sind: Kare, Karseen, Karlinge, Rundhöcker,
Gletscherschliffe, Trogtäler und Hängetäler. Infolge des geringeren Niveaus gegenüber den
Westalpen kam es zu mehrmaliger Ver- und Entgletscherung und damit verbunden durch
stärkere Erosion zu ausgeprägterer Formenbildung. Der Nationalpark Hohe Tauern ist mit 1.800 km2 das größte international anerkannte Schutzgebiet der Alpen und eines der letzten wirklichen Wildnisgebiete Mitteleuropas. Es erstreckt sich über weite Urlandschaften mit Gletschern und Felswänden, alpine Rasenflächen und kultivierte Almlandschaften bis ins Tal. Die Vielfalt von 266 Dreitausendern, 551 Bergseen, 342 Gletschern sowie die reiche Fauna und Flora zieht Naturliebhaber seit Jahrhunderten in ihren Bann. Osttirol, das kleine Land auf der Südseite des höchsten Berges Österreichs – des Großglockners (3.797 m), ist in jeder Hinsicht ein herausragendes Wandergebiet! Hier liegt mit der Nationalparkregion Hohe Tauern Osttirol ein urtümliches Stück hochalpine Landschaft – und eines der wenigen Rückzuggebiete des Steinadlers. Ein atemberaubendes Gebirgspanorama mit 60 Dreitausendern, imposante Gletscher, tosende Gebirgsbäche, saftige Wiesen und Almen – und 50
Mit etwas Glück kann man im Naturpark seltene und scheue Tier beobachten
Almhütten – kann man auf den rund 1.300 km markierten und betreuten Wanderrouten anpeilen. Dazu punktet Osttirol durch seine günstige Lage südlich des Alpenhauptkammes mit einem milden Klima und überdurchschnittlich vielen Sonnentagen. Das schafft genügend Möglichkeiten, sich die Vielfalt dieses ursprünglichen Naturraumes auf den vielen Themenwegen zu Kultur, Geologie, Wasserwelt, Fauna und Flora zu ergehen: Der Weg der Sinne in Virgen, der Wasser-Erlebnisweg, der Naturlehrweg Oberhauser Zirbenwald in St. Jakob, der Weg „Leben am Steilhang“ in St. Veit und der Apolloweg in Hopfgarten sind nur einige davon.
Dabei geht es nicht um den Gipfelsieg, sondern darum, sich mit allen Sinnen auf den Berg einzulassen und ihn hautnah zu erleben: als Ausgleich zu den Strapazen des Alltags und als intensives Erleben der unverfälschten Natur. Die Ranger des Nationalparks Hohe Tauern führen Bergwanderern zu Kraft- und Glücksplätzen im Hochgebirge. Mehr Informationen gibt es unter www.natur.tirol.at.

Ad libitum – Elvira Kartseva
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